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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Und wer liest nun vor?

Widdersehen
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Es geht zurück zu Georg, und das schneller als gedacht. Die Schafe träumten schon von ihrer Heimatheide und waren insgeheim dem Reisen bereits etwas überdrüssig, als Rebecca die Nachricht bekam, die sie ...

Es geht zurück zu Georg, und das schneller als gedacht. Die Schafe träumten schon von ihrer Heimatheide und waren insgeheim dem Reisen bereits etwas überdrüssig, als Rebecca die Nachricht bekam, die sie alle zurück nach Glennkill bringen sollte. Doch dort angekommen gestaltet sich das Ganze überhaupt nicht wie erwartet. Georg war natürlich nicht da, dafür aber fremde Schafe, die sogar die Georges Place abgeweidet hatten und ein beißender Zaun hindert die Herde in ihrem Freiheitsdrang. Doch als dann auch noch Rebecca verschwindet, der Metzger ist zurück ist und Finger fliegen, ist rasch klar: die Schafe müssen über alle Berge, vielleicht sogar bis ins Paradies um ihre Schäferin wiederzufinden.
Haltet euch fest, es wird spannend, skurril und urkomisch. Ja, alles zusammen. Einen Krimi aus Schafsicht erzählt zu bekommen und zu sehen, wie Schafe unser menschliches Leben deuten, ist schon sehr speziell. Ich kannte diesen Humor aber bereits aus ‚Glennkill‘, hatte dann jedoch Leonie Swanns Bücher aus den Augen verloren, so dass ich dieses dritte Band ohne die Kenntnis des dazwischen liegenden las. Doch das machte keinerlei Probleme. Ich war schnell wieder drin und konnte nicht anders als mich vom Charme der Schafe, Fastschafe und Neuschafe einwickeln zu lassen. Das Abenteuer ist immens kreativ und großartig und das Verbrechen gewaltiger als gedacht. Doch es gibt auch sehr schöne, nachdenkliche Momente, die besonders ein Schaf betreffen, und einen faszinierenden, unbekannten Mann, der unverhofft zu Schäferfreuden kommt.
Mir hat dieses Buch immens gut gefallen und ich bin wieder neu fasziniert von dieser Serie. Das fehlende Band hab ich bereits bestellt und Kino (Glennkill wurde ja nun sogar verfilmt) steht nun auch ganz oben auf meiner to do Liste. Und das alles verdanke ich ‚Widdersehen‘.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ein Klassiker neu interpretiert

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
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Eine Klassiker in neuer Gewandung- ich fand es immens spannend das berühmte Werk ‚Stolz und Vorurteil‘ neu zu erleben. Bildlich dargestellt und in Farbe, das hat schon was!
Wer sich aber nun vor antiquierter ...

Eine Klassiker in neuer Gewandung- ich fand es immens spannend das berühmte Werk ‚Stolz und Vorurteil‘ neu zu erleben. Bildlich dargestellt und in Farbe, das hat schon was!
Wer sich aber nun vor antiquierter Sprache fürchtet, den kann ich beruhigen. Die Texte sind kurz, vereinfacht und gut verständlich. Genau wie die Bebilderung, die für mein Empfinden die Handlung sehr gut und ausführlich wiedergibt und auch Emotionen gut an den Leser weitertransportiert. Trotzdem gibt es leider kleinere Kritikpunkte meinerseits. Anders als das Motiv im Cover sind die innenliegenden Seiten weit weniger klar gedruckt und wirken etwas verwaschen. Vielleicht mag das der gewünschte Stil dieses Buches sein, ich aber musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen. Und irgendwie wertet das das Buch in meinen Augen leider etwas ab.
Die Farbgebung aber ist schön, die Personen wirken individuell und die Szenen gut ausgearbeitet, erstaunlich ländlich gehalten und auch Landschaften beinhaltend. Die Übergänge sind verständlich und selbst Ortswechsel können gut nachvollzogen werden.

Alles in allem ist es ein wunderbares Buch sowohl für den Einstieg in die Austen-Welt, als auch eine schöne Art für Kenner diesem Roman nochmals neu zu begegnen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass bereits junge Leser dadurch Gefallen an Klassikern finden könnten.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Die Uhr tickt

Noch fünf Tage
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Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voran setzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung ...

Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voran setzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder. Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve. Vermutlich geht das auch gar nicht anders, wenn die Ausgangslage die Protagonistin ans Bett fesselt und der Rest der Handlung dadurch eher im Stillen verlaufen muss. Durch die Vermarktung hatte ich mir aber dennoch etwas anderes versprochen.
Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck war ein schönes Stilmittel, für die Handlung selbst aber kaum relevant. Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voransetzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder. Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve.
Durch die Vermarktung hatte ich mir ehrlich gesagt, einfach etwas anderes versprochen. Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck waren jedoch ein schönes Stilmittel und sehr passend zur Ausgangslage.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Liebenswertes Federvieh

Mein Leben mit Hühnern
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Ist das schön, wie Arthur hier von seinem Leben und seinen Hühnern berichtet. Mir ging dabei wirklich das Herz auf, so wunderbar war es davon zu lesen. Dieses Buch ist jedoch weder eine reine Biografie ...

Ist das schön, wie Arthur hier von seinem Leben und seinen Hühnern berichtet. Mir ging dabei wirklich das Herz auf, so wunderbar war es davon zu lesen. Dieses Buch ist jedoch weder eine reine Biografie noch ein Ratgeber im klassischen Sinne. Es ist ein vielmehr ein liebevoller Mix aus beiden und wirkt dadurch mehr wie ein persönliches Gespräch, das man mit einem Hühnerexperten führen darf. Arthur Parkinson‘s Fokus hierbei natürlich auf seiner Hühnerschar. Und er gibt anhand seiner Erzählungen und Sachtexteinwürfen auch enorm viel Wissen in Form von praktischen Tipps und Informationen weiter. Er spricht zugleich aber auch über sich selbst, seine Erfahrungen, vom Landleben, seinem Verwandten, Kollegen und dem eigenen Werdegang. Er steuerte eigens angefertigte Illustrationen bei und auch das ein oder andere beeindruckende Foto befindet sich im Buch. Alles, ob Text, Bild oder Illustration sprüht nur so von Herzblut, zeigt wie liebenswert Hühner sind und reduziert sie nicht auf ihre Legefähigkeit oder sieht sie als emotionsloses Nutztier. Nein, hier sind sie Lebewesen, vielschichtig und toll. Und genau diese respektvolle Sichtweise beeindruckte mich sehr.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Schatz im Bücherregal

Der cool tätowierte Jäger aus der Steinzeit
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Eigentlich sind wir durch ein neueres Band auf Dusty Diggers gestoßen. Aber das hat uns so begeistert und überzeugt, dass wir nun dabei sind uns nach und nach auch die vorangegangenen Bücher zu holen. ...

Eigentlich sind wir durch ein neueres Band auf Dusty Diggers gestoßen. Aber das hat uns so begeistert und überzeugt, dass wir nun dabei sind uns nach und nach auch die vorangegangenen Bücher zu holen. Die Reihenfolge ist hierbei GsD nicht ausschlaggebend. Jedes Buch für steht für sich und enthält eine eigene abgeschlossene ‚Geschichte‘. Wobei Geschichte hier wortwörtlich genommen werden sollte. Man erfährt nämlich von realen historischen Begebenheiten. Und genau das find ich ungemein spannend! Es ist nämlich so, dass selbst ich oft nicht die Auffindeumstände von diesen historisch relevanten Funden kannte und beim Vorlesen selber auch so fasziniert davon bin, was damals wirklich geschah.
Was Ötzi anbelangt war mir tatsächlich noch vieles fremd und gleichzeitig rauft man sich die Haare, wenn man mit dem heutigen Wissensstand von seiner Bergung liest. Oh, haben wir diskutiert! Und ich fand es toll. Denn all das- die Geschichte, die Infos heutiger Untersuchungsmethoden UND unsere eigenen Gespräche- bringt uns Ötzi viel näher als jeden Lehrbuch es hätte können. Denn ‚Dusty Diggers‘ ist speziell auf Kinder ausgelegt und macht Geschichte so ungemein greifbar, dass man nicht anders kann als sich in den Sog der Archäologie ziehen zu lassen.

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