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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2021

Die etwas andere Nanny

Die Nanny
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Jos Mann kommt bei einem Unfall ums Leben, weswegen sie und ihre Tochter von jetzt auf gleich auf sich alleine gestellt sind. Da das eigentliche Erbe in der Firma ihres verstorbenen Mannes steckt und Jo ...

Jos Mann kommt bei einem Unfall ums Leben, weswegen sie und ihre Tochter von jetzt auf gleich auf sich alleine gestellt sind. Da das eigentliche Erbe in der Firma ihres verstorbenen Mannes steckt und Jo nicht gleich davon profitieren kann, sieht sie sich gezwungen, bei ihrer Mutter unterzukommen und muss in ihr trostloses Kindheitshaus zurückkehren. Jo wuchs ohne Liebe in einem luxuriösen Umfeld auf, doch als eines Nachts ihre über alles geliebte Nanny verschwindet, ist nichts mehr, wie es zuvor war. 30 Jahre später steht die Nanny jedoch ohne Vorwarnung vor dem Anwesen. Ihre Rückkehr wühlt Fragen und alte Wunden auf.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Hauptsächlich aus Jos und der ihrer Mutter Virginia. Hin und wieder wird die:der Leser:in in die Vergangenheit katapultiert und liest aus der Zeit um 1970/1980 rum.

Mit den Charakteren habe ich mich größtenteils schwergetan, weil sie mir nicht alle von Anfang an sympathisch gewesen sind und sich irgendwas in mir sträubte. Aber nach und nach werden kuriose Gegebenheiten aufgedeckt und somit Licht ins Dunkle gebracht. Und auch wenn ich keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen konnte, hatte ich eine wirklich sehr kurzweilige Lesezeit.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ihm war es wahrscheinlich auch zu verdanken, dass ich mich trotz manchmal schleppender Handlung, nicht durch das Buch quälen musste, sondern es gerne zur Hand nahm.

Die düstere Atmosphäre und eine gewisse Bedrohung schwingen unentwegt zwischen den Zeilen, was mir besonders gut gefallen hat.

Ich würde das Buch als einen Spannungsroman bezeichnen, der von seiner Atmosphäre lebt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2021

Escape-Room die Zweite

Stadt des Zorns
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Hannah ist Janus gerade erst entkommen, trifft sich mit ihrer Schwester in der Stadt und versucht, ein wenig Normalität in ihr Leben einkehren zu lassen. Doch ein vermeintliches Verkehrschaos bringt nicht ...

Hannah ist Janus gerade erst entkommen, trifft sich mit ihrer Schwester in der Stadt und versucht, ein wenig Normalität in ihr Leben einkehren zu lassen. Doch ein vermeintliches Verkehrschaos bringt nicht nur die Stadt in Aufruhr, sondern ist auch der Start für das Wiedersehen von Hannah und ihrem Peiniger Janus, sie hat etwas von ihm, dass er unbedingt wiederhaben möchte.

Die Geschichte wird auf zwei Handlungsebenen erzählt: bei der einen liegt der Fokus auf Hannah und die andere setzt sich mit den Ermittlungsarbeiten von dem uns schon bekannten Hauptkommissar Kappler auseinander.

Der Schreibstil an sich hat mir sehr gut gefallen. Die kurzen Kapitel bieten einem das perfekte Maß an Häppchen an, ohne schwer konsumierbar zu sein. Ebenso muss man sich nicht mit komplizierten Satzstrukturen auseinandersetzen, was einem die Möglichkeit gibt, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.

Ich hatte mich gefreut, eine Fortsetzung des starken ersten Teiles zu lesen, was mir jedoch geliefert wurde, war überwiegend ernüchternd. Die Protagonistin schien in diesem Teil aus Teflon zu sein, zumindest kamen weder Angst noch sonstige Gefühle rüber. Es schien, als sei Hannah so abgeklärt, dass ihr auch die Lösung der Rätsel erschreckend leicht fiel.
Ich hatte auf mehr Knobeln und Todesangst gesetzt. Auch wenn sie schon einmal in der gleichen Situation war, konnte mich die Abgeklärtheit leider nicht überzeugen.
Ebenso schienen die anderen Charaktere zwar augenscheinlich erstmal ihren Zweck zu erfüllen (der Misstrauische, die Panische, die Zicke etc.), aber über das Ausscheiden ihrer Freunde schienen sie keinesfalls berührt zu sein. Und wenn doch, waren die Emotionen auf der nächsten Seite schon wieder vergessen.

Die Emotionslosigkeit war für mich so unnachvollziehbar, dass mich der zweite Teil leider nicht annähernd so sehr überzeugen konnte wie der erste Teil. Schade.

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Veröffentlicht am 03.10.2021

Treuetesterin

Believe Me - Spiel Dein Spiel. Ich spiel es besser.
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Claire versucht sich mit einem ganz besonderen Nebenjob ihr Schauspielstudium zu finanzieren: Sie ist Treuetesterin & flirtet für Geld mit verheirateten Männer. Ist sie sonst jedes Mal erfolgreich, so ...

Claire versucht sich mit einem ganz besonderen Nebenjob ihr Schauspielstudium zu finanzieren: Sie ist Treuetesterin & flirtet für Geld mit verheirateten Männer. Ist sie sonst jedes Mal erfolgreich, so scheint sie bei Patrick Fogler zunächst auf Granit zu beißen. Doch irgendetwas ist dieses Mal anders: Die Ehefrau scheint nicht nur misstrauisch zu sein, sondern regelrecht Angst vor ihrem Mann zu haben. Am Morgen nach der Begegnung ist sie tot. Die Polizei verdächtigt zunächst den Witwer, doch um diesen Verdacht zu bestätigen, soll Claire mit der Polizei zusammen arbeiten.

Die Geschichte wird aus Claires Sicht erzählt, die teilweise Drehbuchgestalt annimmt. Naheliegend, da die Protagonistin eine Schauspielerin ist und der:dem Leser:in so die Chance gegeben wird, sich auf Claires Charakter einzustimmen. Zunächst brauchte ich eine Weile, um in diesen Stil hinein zu kommen, aber da er nicht überwiegt, konnte ich mich voll und ganz auf die Handlung einlassen.

Die Charaktere hielten bis zum Schluss einige unvorhergesehene Charakterzüge unter Verschluss, die man so niemals vermutet hätte. Und auch wenn ich schnell Sympathie zu Claire entwickelte, konnte ich sie bis zur letzten Seite kaum einschätzen. Trotzdem lernte ich sie nach und nach immer besser kennen, was mir einen Draht zu ihr verlieh.

Der Schreibstil ist sehr flüssig & baut eine ungemein bedrohliche Atmosphäre auf, die auf jeder Seite zu spüren ist.

Die vielen Wendungen hielten mich bei Laune, auch wenn sie mich hin & wieder verwirrten. Einen kleinen Abzug gibt es für mich bei der Spannung, die nicht nonstop aufrechterhalten wurde. Jedoch handelt es sich hierbei um einen soliden Psychothriller, der mir ein kurzweiliges Lesevergnügen verschaffen konnte.

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Veröffentlicht am 21.09.2021

Familiendrama

Der Tod der Mrs Westaway
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Hal ist pleite. Sie bietet Tarotkartenlesungen am Pier an, doch das Geld reicht kaum zum Leben. Wie soll sie nur all ihre Rechnungen bezahlen? Aus Verzweiflung nimmt sie einen Kredit von einer äußerst ...

Hal ist pleite. Sie bietet Tarotkartenlesungen am Pier an, doch das Geld reicht kaum zum Leben. Wie soll sie nur all ihre Rechnungen bezahlen? Aus Verzweiflung nimmt sie einen Kredit von einer äußerst zwielichtigen Stelle an. Sie hätte auf ihr Gefühl hören sollen, denn schon bald will der Kreditgeber mehr als das 6-fache des Betrages zurück. Da kommt der offiziell aussehende Anwaltsbrief wie gerufen. Hals Großmutter ist gestorben und macht sie zur Erbin – doch ihre Großmutter ist schon seit mehreren Jahren tot. Ein Irrtum, der wie gerufen kommt.

Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch und lässt von Seite zu Seite eine düstere Bedrohung mitschwingen. Auch wenn der Spannungsbogen erstaunlich schwach gespannt ist, ist die Geschichte so drückend und unheilverheißend, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte.

Die meisten Charaktere bleiben sehr blass, jedoch bekommt dieder Leserin genau das richtige Maß an Informationen, um der Handlung gut folgen zu können.
Hal hat mir besonders gut gefallen. Sie ist eine sehr warmherzige Person, die gerade eine schwere Zeit durchmacht und für die die Ankündigung der Erbschaft ein wahrer Glücksgriff ist. Ich hab sehr schnell Sympathien zu ihr aufgebaut und konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen.

Nach und nach werden die einzelnen Scherben zu einer in sich geschlossenen Geschichte zusammengekittet, die keine Enden offen lässt.

Eine kurzweilige Geschichte, die ich zwar nicht als Thriller, aber als Spannungsroman beschreiben würde.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Gewohnte Sneijder-Manie

Todesschmerz
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Ein neuer Fall für Marten S. Sneijder. Ein internes Sicherheitsleck in den oberen Riegen des BKA hält ihn ganz schön auf Trab. Zu allem Überfluss wird auch noch die deutsche Botschafterin in Oslo ermordet, ...

Ein neuer Fall für Marten S. Sneijder. Ein internes Sicherheitsleck in den oberen Riegen des BKA hält ihn ganz schön auf Trab. Zu allem Überfluss wird auch noch die deutsche Botschafterin in Oslo ermordet, weswegen Sneijder und sein ganzes Team kurzerhand nach Norwegen gekarrt werden. Doch schon bald wird ihm klar, dass die Zusammenhänge immer deutlicher werden.

Ein neuer Band einer Reihe ist immer ein wenig wie nach Hause kommen. Man trifft auf alte Bekannte, die man mehr vermisst hat, als man es zunächst geglaubt hat. Und doch wird es nie langweilig. Auch wenn man die Charaktere zu kennen meint, bergen sie allerlei Überraschungen, die nach und nach zum Vorschein kommen. Gerade in diesem Band war ich manches Mal geschockt, weil ich dachte, ich kenne meine Pappenheimer. Aber weit gefehlt.

Der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm und mit einer guten Prise Humor gespickt.

Die Spannung war nicht durchweg auf einem hohen Level, aber das braucht es für mich bei dieser Reihe auch gar nicht, weil das große Ganze so kurzweilig ist, dass es der Sache keinen Abbruch tut.

Einzig der stark politisch geprägte Fokus ließ mich hin und wieder ein wenig gähnen. Sei es die Politik im eigentlichen Sinne, als auch die Politik intern im BKA.

Viele Wendungen und Aha-Momente bescherten mir auch dieses Mal ein paar tolle Lesestunden, weswegen Todesschmerz ein solider Thriller mit liebevollen Charakteren ist.

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