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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2023

Verschenktes Potenzial

The First Lie
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Paul und Alice scheinen das perfekte Paar mit einer Bilderbuchehe zu sein. Bis Paul eines Tages nach Hause kommt und Alice blutüberströmt neben einer Leiche eines Unbekannten vorfindet. Sie behauptet, ...

Paul und Alice scheinen das perfekte Paar mit einer Bilderbuchehe zu sein. Bis Paul eines Tages nach Hause kommt und Alice blutüberströmt neben einer Leiche eines Unbekannten vorfindet. Sie behauptet, von einem Einbrecher überrascht worden zu sein und diesen in Notwehr getötet zu haben. Paul, der gerade dabei ist, der jünste Richter aller Zeiten zu werden, hat Angst, seine Karriere in Gefahr zu bringen. Daher beschließt er, die Leiche loszuwerden.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Alice und Pauls Sicht erzählt. Zwischendurch werden auch ein paar Kapitel aus der Sicht der Ermittlungen eingestreut, welche sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielen – der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Charaktere waren für mich allesamt blass. Die Ermittler waren sowieso im Hintergrund und steuerten nur eine Reihe von Namen bei, die mir bis zum Schluss nichts sagten und in denen ich keinerlei Wiedererkennungswert fand.
Doch ebenso sind die beiden Protagonisten sehr flach. Ich konnte keinerlei Beziehungen zu ihnen aufbauen, da sowohl ihre Charaktere an sich relativ unsympathisch sind noch die Beziehung zueinander wirklich Sinn ergibt. Ich würde sogar so weit gehen, dass die Charaktere die Geschichte gebremst haben. Eine rasante Erzählweise blieb aus, da man sich nonstop der depressiven Stimmung und der unlogischen Handlungen der beiden konfrontiert sieht.
Auch Nebencharaktere wie die Sekretärin handelten komplett nicht nachvollziehbar und fügten ihren Teil zur konstruierten und wenig glaubhaften Story bei.

Auch sonst konnte die Geschichte für mich nicht wirklich mit Spannung glänzen. Stattdessen zogen sich irrelevante Erzählungen und Details stark in die Länge, anstatt in die Tiefe zu gehen und Bedrohung aufzubauen oder Spannung zu erzeugen.

Ich hab mir vom Klappentext und der Genreeinteilung weitaus mehr versprochen. Ich war auf eine rasante Geschichte eingestellt, die mich verschiedene Wahrheiten infrage stellen lassen würde. Bekommen habe ich ein nicht ganz schlüssiges Drama, das depressiver nicht sein könnte.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Beklemmend und düster

Das Spiegelhaus
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Einen Teil ihrer Kindheit verbrachten die Zwillingsschwestern Cat und El in einem riesigen Anwesen am Rande von Edinburgh. Sie nannten es „das Spiegelhaus“, in dem es allerlei verwinkelte Zimmer, Ecken ...

Einen Teil ihrer Kindheit verbrachten die Zwillingsschwestern Cat und El in einem riesigen Anwesen am Rande von Edinburgh. Sie nannten es „das Spiegelhaus“, in dem es allerlei verwinkelte Zimmer, Ecken und Geheimnisse zu entdecken gibt. Jede Nacht stiegen sie die Treppe hinunter, öffneten eine schwere Tür und betraten einen Raum, der sie in eine andere Welt führte.
20 Jahre später kehrt Cat zurück in das Spiegelhaus, denn ihre Zwillingsschwester El, die nun in dem Haus lebt, ist verschwunden. Cat erfährt nach und nach, dass das Verschwinden vielleicht doch kein Zufall oder Unfall ist ...

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Cat erzählt, die zwischen der Gegenwart und ihren Flashbacks in die Vergangenheit hin und her springt.

Die Geschichte beherbergt allerlei Charaktere, die so viele unterschiedliche Charaktereigenschaften mit sich bringen, dass sie allesamt ihren Beitrag zur Geschichte leisten. Anfangs erscheinen die Figuren sehr blass, doch nach und nach kommen Eigenschaften, Geschehnisse und Referenzen zutage, die manchmal lieber im Geheimen geblieben wären.
Zu Cat konnte ich wenig Bindung aufbauen. Ich beobachtete sie aus der Distanz, konnte aber aufgrund ihrer Einstellung und ihrer Beharrlichkeit, an Dingen festzuhalten, nicht wirklich Sympathie für sie aufbauen. Sie war mir von Anfang an suspekt, dennoch begleitete ich sie merkwürdigerweise gern und deckte nach und nach ihre Vergangenheit mit ihr auf.

Die Stimmung ist durchweg düster und bedrohlich. Man kann ständig das Gefühl, es passiere gleich etwas, das die beklemmende Stimmung bereits ab der ersten Seite ankündigte.
Auch wenn ich mit einigen Längen stark zu kämpfen hatte, lohnt es sich wirklich, dranzubleiben. Das Puzzle wird Stück für Stück zusammengesetzt und auch wenn mir schon sehr früh klar war, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelte, war die Erkenntnis, die bestätigt wurde, wirklich harter Tobak.

Ein Buch, das mich wahrscheinlich noch eine lange Zeit beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Zwiegespalten, aber unterm Strich fesselnd

Der letzte Verrat
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Sie waren die besten Freundinnen und haben jedes Geheimnis miteinander geteilt – bis das Leben dazwischen kam uns sich die vier Freundinnen langsam aus den Augen verloren haben. Um ihre Freundschaft aufleben ...

Sie waren die besten Freundinnen und haben jedes Geheimnis miteinander geteilt – bis das Leben dazwischen kam uns sich die vier Freundinnen langsam aus den Augen verloren haben. Um ihre Freundschaft aufleben zu lassen, verbringen sie ein paar Tage in einem Strandhaus an der Ostküste Australiens. Bereits am ersten Abend erkennen die vier jedoch, dass sie sich wirklich auseinander gelebt haben und kaum etwas von der anderen wissen. Um dem entgegenzuwirken, beschließen die vier, jeweils einen anonymen Brief zu schreiben, in dem sie ihre geheimsten Wünsche, Ängste, Beichten oder ähnliches teilen. Bis auf einmal ein fünfter Brief auftaucht, der sich nach keiner der vier Freundinnen anhört. Sein Inhalt: Drohungen, die nur so vor Hass sprühen. Wer hat den fünften Brief geschrieben?

Die Handlung wird größtenteils von Jonis Blickwinkel erzählt, die die Idee der Briefe in die Runde gebracht hat.

Ich bin anfangs schwer in die Geschichte reingekommen, weil die vielen Namen und Hintergründe der Personen komplett verschwommen sind. Ebenso gibt es Erzählungen aus der Gegenwart, der Vergangenheit, den Briefen, das war ein wenig verworren, aber man gewöhnt sich irgendwann daran.

Die Charaktere selbst waren aufgrund der einheitlichen Masse für mich allesamt blass und relativ farblos. Zwar bekam man ein paar Hintergrundinformationen und Einblicke in die jeweiligen Leben, dennoch konnte ich zu keiner eine Bindung aufbauen. Nichtsdestotrotz fand ich ihre Geheimnisse spannend und wollte mehr erfahren.

Der Schreibstil ist ebenso ein wenig eigenwillig. Ich nehme an, dass es teilweise an der Übersetzung liegt, teilweise aber auch sicherlich daran, dass der Inhalt nicht ganz ausgefeilt ist und die Lücken sich wahrscheinlich durchziehen.

Auch wenn sich die Handlung oft zog, die Charaktere für mich zu einem einheitlichen Brei verschwammen und auch der Schreibstil ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, hatte ich dennoch eine gute Zeit, wollte erfahren, von wem der fünfte Brief kam und hab das Buch somit fast in einem Rutsch gelesen.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Langsamer Start

NIGHT – Nacht der Angst
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Charlies Eltern kommen bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Ihr gelingt es lediglich zu überleben, indem sie sich in die Welt der Filme rettet. 4 Jahre später studiert Charlie Filmwissenschaften ...

Charlies Eltern kommen bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Ihr gelingt es lediglich zu überleben, indem sie sich in die Welt der Filme rettet. 4 Jahre später studiert Charlie Filmwissenschaften und hat es geschafft, ein fast normales Leben zu führen, wären da nicht die dunklen Episoden in ihrem Leben.
Als dann ihre beste Freundin Maddy Opfer des Campus-Killers wird, wird Charlie bewusst, dass sie nicht länger am Campus bleiben und so tun kann, als sei alles in Ordnung. Sie möchte Heim zu ihrer Nana Norma, die ihr bereits nach dem Tod ihrer Eltern so viel Halt und Trost gegeben hat. Anstatt noch ein bisschen zu warten, sodass ihr Freund Robbie sie nach Hause fahren kann, steigt Charlie zu einem Wildfremden ins Auto. Die ersten Red Flags ignoriert sie geflissentlich. Doch irgendwann muss sich Charlie eingestehen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Josh hat sie angelogen, bereits bevor sie in seinen Wagen eingestiegen ist. Doch warum?

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich anfangs ein wenig enttäuscht gewesen bin. Über Charlie, deren Charakter so unglaublich naiv zu sein schien, die Vorhersehbarkeit der Geschehnisse, die fehlende Spannung, die schleppende Geschichte, die Limitation des Settings, das sich nur auf das Auto beschränkte, aber weit gefehlt. Es hat sich so gelohnt, dran zu bleiben und Riley Sager blind zu vertrauen.
Es dauerte diesmal länger als gewohnt, aber ich wurde nicht enttäuscht. Ich musste nicht auf zahlreiche Wendungen, eine bedrohliche Atmosphäre oder nahbare und authentische Charaktere verzichten. Der eine oder andere Aspekt dauerte bei diesem Buch nur einfach ein wenig länger.

Ich hab die Geschichte an einem Tag inhaliert und es nicht bereut. Auch wenn es nicht der stärkste Thriller von Sager war, so kann ich auch bei diesem Buch eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen und bin schon gespannt, auf das nächste.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Keine bahnbrechende Geschichte

Entrissen
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Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Seine Opfer: schwangere Frauen, denen er den Embryo aus dem Leib schneidet. Detective Inspector Phil Brennan und die Psychologin Marina Esposito, die für die Polizei ...

Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Seine Opfer: schwangere Frauen, denen er den Embryo aus dem Leib schneidet. Detective Inspector Phil Brennan und die Psychologin Marina Esposito, die für die Polizei als Profilerin arbeitet, versuchen den Killer zu schnappen, bevor er ein weiteres Mal zuschlagen kann.

Die Geschichte wird kapitelweise aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So zum Beispiel aus den Blickwinkeln von Marina, Phil, den Opfern oder dem Täter selbst. Auf diese Weise erhalten die Leser:innen verschiedene Einblicke, die die Spannung steigern und unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschichte ermöglichen sollen. An sich bin ich absoluter Fan von wechselnden Perspektiven, vor allem wenn man Einblicke in die Gedanken und Emotionen des:der Täter:in bekommt, aber in diesem Fall konnte das der Spannung leider auch nicht wirklich helfen.
Ich hatte das Gefühl, dass hier viel gewollt, aber nichts wirklich zuende geführt wurde. Es kam mir so vor, als hätte die Autorin möglich viele blutrünstige Elemente gewählt, um die Leser:innen zu schocken, nur um krampfhaft Schockmomente zu kreieren, anstatt die Variante der leisen Bedrohung zu wählen, die sich im Hintergrund aufbaut, die sich langsam steigert und die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Es wurden viele Erzähl- und Handlungsstränge aufgemacht, nur um irgendwas zu erzählen zu haben. Ob das nun wirklich sinnvoll in die Geschichte passte oder nicht.
Dadurch gab es zwar etliche Wendungen, aber keine von ihnen war wirklich bahnbrechend, unvorhergesehen oder überraschend.

Das Tempo ist anfangs eher gemütlich, zieht jedoch im Laufe der Seiten an. Es wird in meinen Augen nie bahnbrechend, aber ist stets durchschnittlich solide.

Durch das Hinzuziehen von Marina hätte ich mir zum Beispiel ein paar Einblicke in die menschliche Psyche gewünscht, die mich wirklich schockiert hätten. Ihre bahnbrechenden Erkenntnisse hätte jeder andere Polizist genauso rausfinden können, daher hatte sie für mich nicht unbedingt eine Daseinberechtigung.

Eine Sache, die mich im Nachhinein relativ stark verwirrte ist, dass mir durch Rückblenden immer wieder das Gefühl gegeben wurde, ich würde nicht den ersten Teil einer Reihe lesen. Ich hatte ständig das Gefühl, ich hätte etwas verpasst oder überlesen. Nach einer kurzen Recherche scheint aber das hier der erste Teil zu sein, was mich noch mehr verwirrt. Fühlte sich nicht unbedingt gut an, mocht ich nicht.

Alles in allem ein okayer Thriller, den ich nicht bereue, gelesen zu haben, aber den ich auch niemandem explizit weiterempfehlen würde.

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