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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2021

Leider immer vorhersehbarer

Mein Herz so schwarz
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Sie steht am Rande der Klippen, trägt ein strahlend weißes Brautkleid, der Schleier tanzt im Wind – und sie springt. Doch was hat Evie dazu gebracht, am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens, in den ...

Sie steht am Rande der Klippen, trägt ein strahlend weißes Brautkleid, der Schleier tanzt im Wind – und sie springt. Doch was hat Evie dazu gebracht, am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens, in den Tod zu springen? Zurück lässt sie einen Ehemann, der nicht so recht glauben will, dass das ein Selbstmord war. Zusammen mit der besten Freundin der Braut, macht er sich auf Spurensuche.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählt. Der Leser befindet sich sowohl im Hier und Jetzt, wo er durch Rebecca – die beste Freundin von Evie – durch die Geschichte geführt wird, als auch in der Vergangenheit, in der nicht nur Rebeccas, sondern auch Evies Sicht geschildert wird.

Die Charakterzüge der einzelnen Personen werden schnell klar, da durch Rückblicke relevanter Szenen das Puzzle nach und nach zusammengesetzt wird.

Der Schreibstil an sich ist sehr unaufgeregt und hält sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann. Allerdings ist da nicht wirklich viel, was in den Fokus rücken könnte. Die Spannung blieb für mich leider gänzlich auf der Strecke. Das Buch liest sich für mich vielmehr wie ein Roman, der sich um Geheimnisse und Trauerbewältigung befasst. Von einer Psychothriller-Atmosphäre kann in meinen Augen nicht die Rede sein.

Da die Geschichte nicht komplett neu gedacht ist, wurde mir – nach einer Fehlvermutung – ziemlich schnell bewusst, in welche Richtung es gehen wird. Somit war die Auflösung keine Überraschung, sondern vielmehr offensichtlich.

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Veröffentlicht am 20.04.2021

Verschenktes Potenzial

Das Gerücht
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Joanna ist zusammen mit ihrem Sohn Alfie von der Großstadt in ein kleines Küstendorf gezogen. Eines Tages schnappt sie das Gerücht auf, die bekannte Kindermörderin Sally McGowan solle in eben diesem Dorf ...

Joanna ist zusammen mit ihrem Sohn Alfie von der Großstadt in ein kleines Küstendorf gezogen. Eines Tages schnappt sie das Gerücht auf, die bekannte Kindermörderin Sally McGowan solle in eben diesem Dorf leben. Obwohl es Joanna nicht ähnlich sieht, trägt sie das Gerücht unbedacht weiter – und hätte niemals mit den Konsequenzen gerechnet.

Die Geschichte wird aus Joannas Sicht erzählt, was es dem Leser ermöglicht, tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Beweggründe und Emotionswelt zu erhalten. Ebenso werden die starken Beziehungen zu ihrem Sohn Alfie und dessen Vater Michael deutlich.
Die anderen Charaktere bleiben sehr blass, aber in meinen Augen wäre alles andere in diesem Kontext auch unnötig.

Während des Lesens werden Vermutungen immer wieder über den Haufen geworfen und Verdächtige ausgesiebt. Dennoch baute sich die Spannung erst ab der Hälfte des letzten Drittels auf, was die Geschichte teilweise etwas langatmig machte.

Der Schreibstil ist ungeschönt und verzichtet auf unnötige Füllwörter. An sich ist er sehr flüssig und leicht zu lesen, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann. Mir fehlte allerdings die bedrohliche Stimmung, die man normalerweise zwischen den Seiten lesen kann.
Somit war es ein kurzweiliger Roman, der kleinere Spannungsmomente aufwies, aber keinesfalls für schlaflose Nächte sorgte.

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Veröffentlicht am 19.04.2021

Greifbare Trauer

So wie du mich kennst
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Karlas Welt wurd aus den Fugen gerissen. Ihre Schwester und beste Freundin Marie ist durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Von der einen auf die andere Sekunde scheinen alltägliche Dinge nicht ...

Karlas Welt wurd aus den Fugen gerissen. Ihre Schwester und beste Freundin Marie ist durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Von der einen auf die andere Sekunde scheinen alltägliche Dinge nicht nur nichtig, sondern auch unüberwindbar zu sein. Denn was bleibt Karla, wenn Marie nicht mehr bei ihr ist?
Schweren Herzens begibt sie sich auf den Weg nach New York, um Maries Wohnung aufzulösen. Was zunächst einfach klingt, nimmt viel mehr Kraft in Anspruch als gedacht. Und dann stößt Karla auch noch auf einen Ordner, dessen Bilder sie nicht mehr aus ihrem Kopf verbannen kann.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Karlas Sicht erzählt – eine Mischung aus Gegenwart und Erinnerungen. Hin und wieder mischen sich ein paar Kapitel aus dem Blickwinkel von Marie aus der Vergangenheit hinzu, was nicht nur Karla eine unfassbare Tiefe gibt, sondern auch Maria anfassbarer macht, obwohl sie nicht mehr da ist.

Karlas Charakter ist so rund und authentisch, dass ich sie mir bildlich vorstellen, ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen und ihre Emotionen fast schon spüren konnte. Man merkt auf jeder einzelnen Seite, wie sehr sie unter dem Verlust leidet, ihre Schwester vermisst und sich zunächst kein normales Leben mehr vorstellen kann.
Am spannendsten fand ich ihre Entwicklung. Auch auf den folgenden Seiten wird der Verlust nicht leichter, dennoch lernt sie, von Tag zu Tag besser damit umzugehen, Rückschläge geschehen zu lassen und zu begreifen, dass die Welt sich weiter dreht – auch ohne Marie.

Auch die Randcharaktere haben mir sehr gut gefallen. Lynn, die Marie ebenso sehr nah gestanden hat. Cole, der für Karla erst ein Fremder, später aber die treibende Kraft ist. Max, der aus der Ferne unterstützt und eine Art Heimathafen symbolisiert. Die Eltern, die immer greifbarer werden und am Ende nochmal für Vergangenheitsaufklärung sorgen. Jeder Charakter verfolgt eine bestimmte Rolle, sodass keiner von ihnen unnötig oder konstruiert wirkt.

Der Schreibstil ist so unglaublich feinfühlig, dass ich die Trauer durch jede Seite hinweg spüren kann. Jede Emotion in mich aufsaugen und sie am eigenen Leib empfinden kann.
Für mich wurde die Balance zwischen der Haupthandlung und Details, die es nicht zwingend notwendig braucht, aber dennoch erlebbarer machen, perfekt eingehalten.

Ein Buch, das für mich alles hatte. Ich wollte gar nicht, dass es endet, aber auch nach der letzten Seite beschäftigt es mich schon seit mehreren Tagen.
Auf jeden Fall mein Lesehighlight 2021!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Aufklärung der Vergangenheit

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit
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Francesca, die von allen nur Frankie genannt wird und Sophie sind beste Freundinnen, die alles miteinander teilen.
Nachdem Sophie eines Tages spurlos verschwindet und nur ein Schuh am Pier zurückbleibt, ...

Francesca, die von allen nur Frankie genannt wird und Sophie sind beste Freundinnen, die alles miteinander teilen.
Nachdem Sophie eines Tages spurlos verschwindet und nur ein Schuh am Pier zurückbleibt, verlässt Frankie die idyllische Kleinstadt und beginnt ein neues Leben.
Jahre später erhält Frankie die Nachricht, dass eine Leiche gefunden wurde und es sich wahrscheinlich um Sophie handelt.
Sie reist zurück in ihre Heimatstadt und sieht sich alten sowie neuen Herausforderungen gegenübergestellt.

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Einmal durch Frankies momentane Sicht und einmal durch Tagebucheinträge von Sophie, die dem Leser hilfreiche Einblicke in die Vergangenheit der beiden Mädchen bringt und aufdeckt, dass nicht alles ist, wie es zunächst scheint.

Die Charaktere waren für mich sehr platt beschrieben. Auch Frankie, die einen großen Teil des Buches einnimmt, war für mich nicht wirklich rund, dadurch kaum anfassbar und alles andere als sympathisch. Emotional nicht zum Protagonisten zu halten, macht es für mich immer schwer, am Ball zu bleiben.
Auch Sophies Bruder, mit dem Frankie sich auf die Suche nach Antworten begibt, scheint mir von Anfang an nicht vertrauenswürdig, geschweige denn sympathisch zu sein.

Der Schreibstil ist unaufgeregt und liest sich sehr flüssig. Hin und wieder baute sich für mich eine bedrohliche Atmosphäre auf, die aber keineswegs durch das ganze Buch aufrechterhalten werden konnte.

Die Spannung ließ oftmals auf sich warten, viele Dinge wirkten für mich zu konstruiert und vor allem das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Wendung war zwar unerwartet, aber da die Geschichte mich zuvor nicht emotional abholen konnte, blieb die "Freude" darüber leider aus.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Eine letzte Nacht

So was von da
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Eine Geschichte über Freundschaft, Existenzängste, Verlust, Liebe und noch vielem mehr.

Oskar Wrobel ist Clubbesitzer oder sollte es besser heißen: war Clubbesitzer? Denn es ist die letzte Nacht seines ...

Eine Geschichte über Freundschaft, Existenzängste, Verlust, Liebe und noch vielem mehr.

Oskar Wrobel ist Clubbesitzer oder sollte es besser heißen: war Clubbesitzer? Denn es ist die letzte Nacht seines Clubs. Die letzte Nacht, bevor er abgerissen wird. Die letzte Nacht, in der eine letzte Party schmeißt, die nicht nur vor Beginn, sondern auch währenddessen mit einigen Überraschungen und Herausforderungen auf sich warten lässt.

Der Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen. Nicht unbedingt, weil er besonders malerisch oder gewählt ist, sondern weil er ungeschönt, derb und authentisch ist. Er unterstreicht die Geschichte einfach perfekt und bringt einen in genau die richtige Stimmung.

Die Charaktere sind alle grundverschieden und haben mit ihren Problemen zu kämpfen, aber dennoch haben sie eines gemeinsam: Sie haben alle ihren Platz im Roman verdient, sind auf ihre eigene Weise mal mehr und mal weniger skuril gezeichnet und bereichern das Gelesene.

Auch wenn sich das Buch nur um einen Tag und eine Nacht dreht, ist man als Leser so involviert, dass es zu keiner Zeit langatmig oder unnötig ist.

Die Sprache, die Handlung und die Charaktere haben es mir so angetan, dass mich das Buch auch im Nachgang noch eine Weile beschäftigen wird.

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