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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2021

Teilweise ausbleibende Spannung

Bis ihr sie findet
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Sieben Jugendliche treffen sich im Wald und wollen ein nettes Campingwochenende erleben. Für Alkohol, Drogen und eine Menge körperliche Anziehung ist gesorgt. Doch am nächsten Morgen sind es nur noch sechs ...

Sieben Jugendliche treffen sich im Wald und wollen ein nettes Campingwochenende erleben. Für Alkohol, Drogen und eine Menge körperliche Anziehung ist gesorgt. Doch am nächsten Morgen sind es nur noch sechs Jugendliche, die Jüngste von ihnen bleibt vermeintlich spurlos verschwunden. 30 Jahre später taucht ihr Skelett auf – an einer Stelle, die nur die sieben Jugendlichen kannten. Was ist damals passiert?

Die Geschichte wird in zwei Zeitspannen erzählt. Einmal in der jetzigen Zeit, in der die Suche nach dem Mörder der verschwundenen Aurora und die Freundschaft der damaligen Clique im Mittelpunkt steht. Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit jener verhängnisvollen Nacht, in der Aurora verschwunden ist. Hier wird auf die Sicht fast aller Anwesenden eingegangen, sodass man einen allumfassenderen Blick der damaligen Situation bekommt.

Die Charaktere sind allesamt nur oberflächlich umrissen und scheinen keineswegs greifbar zu sein. Im Grunde könnte jeder Auroras Mörder sein, da man zu keinem der Personen eine nähere Bindung aufbauen kann. Auch nicht zum Ermittler, der einige Geheimnisse zu haben scheint.

Für einen Krimi ist die Spannung weitestgehend ausreichend, aber irgendwie fehlte mir leider was. Die Charaktere waren zu undurchsichtig, ich konnte zu keinem eine nähere Bindung aufbauen oder Empathie/Sympathie entwickeln.

Die Auflösung ist nachvollziehbar, kommt aber überraschend. Gefühlt hätte es jeder sein können, da man allen hätte zutrauen können, Aurora auf dem Gewissen zu haben.

Ein solider Krimi, dessen Fokusthema – Drogen – mich einfach nur nicht sonderlich mitreißen konnte, da es gefühlt als Ausrede für alles hinhalten kann.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Familientragödie

Im Sog der Schuld
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Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens ...

Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens Vater und hinterlässt ihr die alte Villa Arrowood. Ardens Mutter ahnt bereits, dass es ein Fehler ist, in die Vergangenheit zurückzukehren, aber Arden lässt sich nicht davon abbringen, den Nachlass anzutreten und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Die Geschichte wird aus Ardens Sicht erzählt, wobei immer wieder Erinnerungen aus der Vergangenheit auftauchen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich angenehm lesen. Dennoch gibt es längere Atempausen, in denen die Geschichte lapidar vor sich hinplätschert, aber dennoch nichts Einschneidendes passiert. Würde es sich um einen Roman handeln, hätte ich die Einblicke in Ardens Gefühlswelt und ihren Alltag genossen, in Hinblick darauf, dass es sich um einen Thriller handelt, waren mir viele Passagen einfach zu lang. Die Spannung kommt nur immer mal wieder auf, eine bedrohliche Atmosphäre kann ebenso nicht konstant aufrechterhalten werden.

Die Wendungen am Ende haben es für mich ein wenig rausgerissen, jedoch hätte ich mir diese Spannung schon auf den 300 vorherigen Seiten gewünscht.

Eine angenehme Geschichte, die seicht dahin plätschert und erst am Ende mit einigen Überraschungen aufholen kann.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Leider immer vorhersehbarer

Mein Herz so schwarz
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Sie steht am Rande der Klippen, trägt ein strahlend weißes Brautkleid, der Schleier tanzt im Wind – und sie springt. Doch was hat Evie dazu gebracht, am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens, in den ...

Sie steht am Rande der Klippen, trägt ein strahlend weißes Brautkleid, der Schleier tanzt im Wind – und sie springt. Doch was hat Evie dazu gebracht, am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens, in den Tod zu springen? Zurück lässt sie einen Ehemann, der nicht so recht glauben will, dass das ein Selbstmord war. Zusammen mit der besten Freundin der Braut, macht er sich auf Spurensuche.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählt. Der Leser befindet sich sowohl im Hier und Jetzt, wo er durch Rebecca – die beste Freundin von Evie – durch die Geschichte geführt wird, als auch in der Vergangenheit, in der nicht nur Rebeccas, sondern auch Evies Sicht geschildert wird.

Die Charakterzüge der einzelnen Personen werden schnell klar, da durch Rückblicke relevanter Szenen das Puzzle nach und nach zusammengesetzt wird.

Der Schreibstil an sich ist sehr unaufgeregt und hält sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann. Allerdings ist da nicht wirklich viel, was in den Fokus rücken könnte. Die Spannung blieb für mich leider gänzlich auf der Strecke. Das Buch liest sich für mich vielmehr wie ein Roman, der sich um Geheimnisse und Trauerbewältigung befasst. Von einer Psychothriller-Atmosphäre kann in meinen Augen nicht die Rede sein.

Da die Geschichte nicht komplett neu gedacht ist, wurde mir – nach einer Fehlvermutung – ziemlich schnell bewusst, in welche Richtung es gehen wird. Somit war die Auflösung keine Überraschung, sondern vielmehr offensichtlich.

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Veröffentlicht am 20.04.2021

Verschenktes Potenzial

Das Gerücht
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Joanna ist zusammen mit ihrem Sohn Alfie von der Großstadt in ein kleines Küstendorf gezogen. Eines Tages schnappt sie das Gerücht auf, die bekannte Kindermörderin Sally McGowan solle in eben diesem Dorf ...

Joanna ist zusammen mit ihrem Sohn Alfie von der Großstadt in ein kleines Küstendorf gezogen. Eines Tages schnappt sie das Gerücht auf, die bekannte Kindermörderin Sally McGowan solle in eben diesem Dorf leben. Obwohl es Joanna nicht ähnlich sieht, trägt sie das Gerücht unbedacht weiter – und hätte niemals mit den Konsequenzen gerechnet.

Die Geschichte wird aus Joannas Sicht erzählt, was es dem Leser ermöglicht, tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Beweggründe und Emotionswelt zu erhalten. Ebenso werden die starken Beziehungen zu ihrem Sohn Alfie und dessen Vater Michael deutlich.
Die anderen Charaktere bleiben sehr blass, aber in meinen Augen wäre alles andere in diesem Kontext auch unnötig.

Während des Lesens werden Vermutungen immer wieder über den Haufen geworfen und Verdächtige ausgesiebt. Dennoch baute sich die Spannung erst ab der Hälfte des letzten Drittels auf, was die Geschichte teilweise etwas langatmig machte.

Der Schreibstil ist ungeschönt und verzichtet auf unnötige Füllwörter. An sich ist er sehr flüssig und leicht zu lesen, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren kann. Mir fehlte allerdings die bedrohliche Stimmung, die man normalerweise zwischen den Seiten lesen kann.
Somit war es ein kurzweiliger Roman, der kleinere Spannungsmomente aufwies, aber keinesfalls für schlaflose Nächte sorgte.

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Veröffentlicht am 19.04.2021

Greifbare Trauer

So wie du mich kennst
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Karlas Welt wurd aus den Fugen gerissen. Ihre Schwester und beste Freundin Marie ist durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Von der einen auf die andere Sekunde scheinen alltägliche Dinge nicht ...

Karlas Welt wurd aus den Fugen gerissen. Ihre Schwester und beste Freundin Marie ist durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Von der einen auf die andere Sekunde scheinen alltägliche Dinge nicht nur nichtig, sondern auch unüberwindbar zu sein. Denn was bleibt Karla, wenn Marie nicht mehr bei ihr ist?
Schweren Herzens begibt sie sich auf den Weg nach New York, um Maries Wohnung aufzulösen. Was zunächst einfach klingt, nimmt viel mehr Kraft in Anspruch als gedacht. Und dann stößt Karla auch noch auf einen Ordner, dessen Bilder sie nicht mehr aus ihrem Kopf verbannen kann.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Karlas Sicht erzählt – eine Mischung aus Gegenwart und Erinnerungen. Hin und wieder mischen sich ein paar Kapitel aus dem Blickwinkel von Marie aus der Vergangenheit hinzu, was nicht nur Karla eine unfassbare Tiefe gibt, sondern auch Maria anfassbarer macht, obwohl sie nicht mehr da ist.

Karlas Charakter ist so rund und authentisch, dass ich sie mir bildlich vorstellen, ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen und ihre Emotionen fast schon spüren konnte. Man merkt auf jeder einzelnen Seite, wie sehr sie unter dem Verlust leidet, ihre Schwester vermisst und sich zunächst kein normales Leben mehr vorstellen kann.
Am spannendsten fand ich ihre Entwicklung. Auch auf den folgenden Seiten wird der Verlust nicht leichter, dennoch lernt sie, von Tag zu Tag besser damit umzugehen, Rückschläge geschehen zu lassen und zu begreifen, dass die Welt sich weiter dreht – auch ohne Marie.

Auch die Randcharaktere haben mir sehr gut gefallen. Lynn, die Marie ebenso sehr nah gestanden hat. Cole, der für Karla erst ein Fremder, später aber die treibende Kraft ist. Max, der aus der Ferne unterstützt und eine Art Heimathafen symbolisiert. Die Eltern, die immer greifbarer werden und am Ende nochmal für Vergangenheitsaufklärung sorgen. Jeder Charakter verfolgt eine bestimmte Rolle, sodass keiner von ihnen unnötig oder konstruiert wirkt.

Der Schreibstil ist so unglaublich feinfühlig, dass ich die Trauer durch jede Seite hinweg spüren kann. Jede Emotion in mich aufsaugen und sie am eigenen Leib empfinden kann.
Für mich wurde die Balance zwischen der Haupthandlung und Details, die es nicht zwingend notwendig braucht, aber dennoch erlebbarer machen, perfekt eingehalten.

Ein Buch, das für mich alles hatte. Ich wollte gar nicht, dass es endet, aber auch nach der letzten Seite beschäftigt es mich schon seit mehreren Tagen.
Auf jeden Fall mein Lesehighlight 2021!

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