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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2021

Eher Krimi als Thriller

Das Letzte, was du siehst
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Marie Wagenfeld ist eine ehemalige Polizistin, die sich inzwischen auf den IT-Bereich für Immobilienfonds spezialisiert hat. Eines Abends scheint sie die Letzte im Büro zu sein, doch gerade als sie die ...

Marie Wagenfeld ist eine ehemalige Polizistin, die sich inzwischen auf den IT-Bereich für Immobilienfonds spezialisiert hat. Eines Abends scheint sie die Letzte im Büro zu sein, doch gerade als sie die Lichter ausschalten möchte, trifft sie auf eine brutal zugerichtete, kopflose Leiche. Kommissar Kellermann übernimmt sofort die Ermittlungen und findet bald heraus, dass das nicht das einzige Opfer war.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Maries Sicht beschrieben und da diese eng mit Kommissar Kellermann zusammenarbeitet, wird der Leser schnell auf den neusten Stand der Ermittlungen gebracht. Aber gerade dieses Zusammenspiel der beiden, raubte der Geschichte hin und wieder die Authentizität. Eine Zivilistin, die so stark in die Ermittlungen miteinbezogen wird, lässt mich leider ein wenig stutzig zurück.

Zu Beginn wird der Leser sofort in eine grausame Szene katapultiert, doch den anfänglichen Nervenkitzel konnte das Buch nicht aufrechthalten. Es folgte leider eine Durststrecke, die durch die letzten Kapitel zwar wieder deutlich anzog, jedoch für mich nicht ausgleichend war.

Den Schreibstil an sich empfand ich als sehr angenehm. Er las sich leicht und gab einem die Chance, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen. Leider gab es einige Passagen, in denen die Wirtschafts- und IT-Begriffe nur so flogen, was meine Aufmerksamkeit ein wenig abdriften ließ. Das schiebe ich aber ganz klar auf mein fehlendes Interesse für IT-Fachbegriffe. Jemand, der in diesem Gebiet bewandert ist, wird sicherlich einige Begriffe wiedererkennen und sich freuen (?), sie in diesem Kontext lesen zu können.

Alles in allem leider kein Thriller, der mich überzeugen konnte. In meinen Augen ist es eher ein seichter Krimi, der hin und wieder etwas brutalere Details beinhaltete.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

Traue niemandem

Die Angst schläft nie
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Als Gina eines Tages mit ihren Kindern nach Hause fährt und mehrere Blaulichter vor ihrem Haus sieht, verändert sich ihr Leben schlagartig. Ihr Mann ist ein gefährlicher Serienkiller, der mehrere Frauen ...

Als Gina eines Tages mit ihren Kindern nach Hause fährt und mehrere Blaulichter vor ihrem Haus sieht, verändert sich ihr Leben schlagartig. Ihr Mann ist ein gefährlicher Serienkiller, der mehrere Frauen in der angrenzenden Garage gefoltert und brutal getötet hat. Auch wenn Gina nichts mit den Machenschaften ihres Mannes zu tun hatte, sind die Folgen für sie und ihre Familie verheerend. Ständig auf der Flucht und dem Wechsel von Identitäten, begeht Gina einen einzigen Fehler – sie fühlt sich in Still Lake langsam heimisch, doch genau das wird ihr zum Verhängnis. Denn auch wenn sich ihr Ehemann im Gefängnis befindet: Das Böse schläft nie.

Der Schreibstil hat mir den Einstieg ins Buch stark erleichtert. Er ist einfach, ohne viele Ausschmückungen und daher sehr authentisch.

Die Charaktere sind in sich sehr rund gestaltet. Man erfährt Hintergrundinformationen der Famlienmitglieder, lernt ihre Emotionen langsam kennen und kann alle Geschehnisse und Handlungen nachvollziehen.

Die Spannung blieb für mich leider die meisten Teile über aus. Der Anfang startet stark, doch dann flacht es rapide ab. Zwar hat man durchweg ein bedrückendes Gefühl, weil Gina nicht ohne Grund ängstlich ist, jedoch zieht die Spannung erst in den letzten 50 Seiten wieder extrem an. Genau das hätte ich mir auch im einnehmenden Mittelteil gewünscht.

Alles in allem ein solider Einstieg in eine Reihe, die ich sicherlich weiterlesen werde.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Atmosphärisch mit besonderem und sympathischem Ermittlerteam!

Ich bin nicht dein
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Schon seltsam, wie sehr Natur und Mathematik Hand in Hand gehen. Jude Fontain sieht sich in diesem Fall einer Mordserie gegenüber, die stark an die Fibonacci-Folge erinnert.

Genau wie im ersten Teil der ...

Schon seltsam, wie sehr Natur und Mathematik Hand in Hand gehen. Jude Fontain sieht sich in diesem Fall einer Mordserie gegenüber, die stark an die Fibonacci-Folge erinnert.

Genau wie im ersten Teil der Jude-Fontain-Reihe, startete ich sehr gut in die Geschichte. Und auch wenn es der zweite Teil einer Reihe ist, kann man ihn getrost ohne Vorwissen lesen. Die Stellen, die den vorherigen Band aufgreifen, erklären sich von selbst, somit ist es nicht zwingend nötig, den Vorgängerband gelesen zu haben.

Der Schreibstil von Anne Frasier liest sich flüssig und baut eine durchweg beklemmende und unheilvollheißende Atmosphäre auf. Ich schreibe dies ihrer ungeschönten, authentischen und schörkellosen Art zu, die es einem ermöglicht, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen, anstatt sich in Details zu verirren.

Die Charaktere sind mir im ersten Teil schon so sehr ans Herz gewachsen, dass es sich in diesem Band ein wenig wie nach Hause kommen anfühlte. Jude ist eine ganz besondere Ermittlerin, deren Schicksal sie so stark verändert hat, dass sie anfangs ein wenig skurril wirken mag. Aber genau das macht sie zu einem für mich sehr sympathischen Charakter. Ebenso ihr Partner hat es mir angetan, weil die beiden das perfekte Zusammenspiel bilden.

Die Morde sind blutrünstig und grausam, was die Ermittlungsarbeiten ebenso erschreckend wie faszinierend macht.

Auch wenn der Spannungsbogen nicht durchweg auf höchster Stufe ist, hat mir der Thriller aufgrund seiner Atmosphäre und dem für mich sehr sympathischen Ermittlerteam ein paar tolle Lesestunden beschert.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Schwache Geschichte, der die nötige Rasanz fehlt

Tote Vögel singen nicht
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Eines Tages wacht Anwalt Cosinus Gauß neben der Leiche einer Frau auf. Doch wie er dorthin gekommen ist und um wen es sich bei der toten Frau handelt, kann er sich nicht erklären. Für die Ermittler ist ...

Eines Tages wacht Anwalt Cosinus Gauß neben der Leiche einer Frau auf. Doch wie er dorthin gekommen ist und um wen es sich bei der toten Frau handelt, kann er sich nicht erklären. Für die Ermittler ist er der perfekte Verdächtige, also macht er sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit.

Der Protagonist Cosinus Gauß wird durch seine, durchaus zu ihm passende, Sprache und seinen Lebensstil als unsympathischer Charakter dargestellt. Jedoch kam es mir so vor, als würde hier lediglich an der Oberfläche gekratzt, weswegen er sehr flach und nicht wirklich rund erzählt wird.
Seine Krankheit wirkt für mich an manchen Stellen zu konstruiert und verliert dadurch schnell den authentischen Touch, den die Geschichte aber in meinen Augen zwingend benötigt.

Die nicht immer nachvollziehbaren Nebenbaustellen haben mich davon abgehalten, mich auf die eigentliche Geschichte zu konzentrieren und nahmen ihr somit viel Raum. Leider verschenktes Potenzial.

Der Schreibstil an sich las sich leicht und flüssig und wäre auf jeden Fall eine gute Basis für eine spannende Geschichte gewesen.
Genauso schnell wie die Geschichte an Fahrt aufnahm, versiegte die Spannung und blieb vollends auf der Strecke.

Sowohl der Klappentext als auch der Beginn der Geschichte vermittelten mir den Eindruck, einen rasanten Thriller in Händen zu halten. Leider wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, ich würde es lediglich einen Krimi mit Schwächen nennen.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Blasse Charaktere in einer an der Oberfläche kratzenden Geschichte

Die Bücherfrauen
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"Die Bücherfrauen" von Tomalyn Tilghman handelt von drei Frauen, die aus unterschiedlichen Beweggründen in einer Kleinstadt in Kansas leben. Mittelpunkt der Erzählung ist ein Kulturzentrum, das einst eine ...

"Die Bücherfrauen" von Tomalyn Tilghman handelt von drei Frauen, die aus unterschiedlichen Beweggründen in einer Kleinstadt in Kansas leben. Mittelpunkt der Erzählung ist ein Kulturzentrum, das einst eine Bibliothek gewesen ist.

Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven von drei Frauen erzählt, die allesamt in New Hope und Umgebung leben.
Angelina kehrt in ihr einstiges Heimatdorf zurück, um ihre Doktorarbeit über die sogenannten Carnegie-Bibliotheken zu schreiben. Da ihre Großmutter eine Rolle bei der Errichtung der Bibliotheken spielte, erhofft sich Angie vor Ort weitere Erkenntnisse.

Tracie ist eine mittellose Künstlerin, die sich in New Hope einen Neuanfang erhoffte. Doch ihre Einstellung im Kulturzentrum basiert auf einem Lügenkonstrukt.

Gayles steht vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz, denn der Tornardo hat ihr ihr komplettes Hab und Gut genommen.

Die Charaktere blieben den kompletten Roman hindurch leider allesamt sehr blass. Man erfährt kaum Hintergrundinformationen, die dazu beitragen, eine Bindung zwischen dem Leser und dem Charakter entstehen zu lassen.
Allgemein ist es mir nicht möglich gewesen, irgendeine Art von Emotionen zu empfinden, weil die Geschichte auch diese komplett außer Acht lässt.

Der Einstieg war vielversprechend, aber nach meiner anfänglichen Euphorie baute das Buch aus meiner Sicht leider stark ab. An sich lässt sich das Buch leicht lesen und plätschert nur so dahin, aber die Erzählweise ist mir zu abgehakt. Den einzelnen Geschehnissen und Charakteren wird auf diese Art kein Raum gelassen, weswegen die Geschichte durchweg nur an der Oberfläche kratzt, nicht aber tiefer erzählt wird.

Ebenso wirkt die Geschichte für mich sehr konstruiert und damit wenig authentisch. Man bekommt das Gefühl, als wollte die Autorin möglich viele Checkpunkte abhaken, die sie in sich überhäufenden Zufällen und Klisches abhandelt.

Einzig die Tagebucheinträge von Angelinas Großmutter haben eine gewisse Atmosphäre entstehen lassen.

Ich hatte mir aufgrund des Titels und des Klappentextes mehr erwartet. Die Grundidee hat mir wirklich gut gefallen und der Ansatz, drei Frauen aus unterschiedlichen Leben zusammenzuführen, klang vielversprechend. Leider konnte die Geschichte meinen Erwartungen nicht entsprechen und mich auch sonst emotional nicht abholen. Schade.

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