Cover-Bild Die Bücherfrauen
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 24.02.2021
  • ISBN: 9783103970807
Romalyn Tilghman

Die Bücherfrauen

Roman
Britt Somann-Jung (Übersetzer)

Mit ihrer Liebe zu Büchern schenken drei mutige Frauen einer zerstörten Kleinstadt neue Hoffnung
In Prairie Hill, einer Kleinstadt irgendwo in Kansas, steht nach einem Tornado nur noch die Fassade der Bibliothek.
Angelina kehrt für ihre Doktorarbeit zurück an den magischen Ort ihrer Kindheit. Ihre Liebe zum Lesen erbte sie von ihrer Großmutter Amanda. Frauen wie Amanda, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Kultur in die entlegensten Winkel des Landes brachten, widmet Angelina ihre Studien. In Kansas begegnet sie zwei Frauen, die wie sie an einem Wendepunkt stehen. Gemeinsam entwickeln sie eine Schaffenskraft, die der Kleinstadt neue Hoffnung gibt. Am Ende der Welt finden die drei Frauen einen neuen Lebenssinn und ihr ganz persönliches Glück.
»Ein warmherziger Roman über den Wert der Gemeinschaft. Eine inspirierende Geschichte über Frauen aus heutigen und vergangenen Zeiten.« Library Review Journal

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2021

Schönes Cover - wirrer Inhalt

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Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich gefreut: Das wunderschöne Cover und auch der Klappentext haben mir "eine inspirierende Geschichte über Frauen aus heutigen und vergangenen Zeiten" versprochen. Um ...

Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich gefreut: Das wunderschöne Cover und auch der Klappentext haben mir "eine inspirierende Geschichte über Frauen aus heutigen und vergangenen Zeiten" versprochen. Um so größer war dann die Enttäuschung während des Lesens.

In der kleinen Stadt New Hope in Kansas/USA treffen die sehr unterschiedlich im Leben stehenden Frauen Angelina, Tracy und Gayle aufeinander.

Angelina kennt New Hope aus ihrer Kindheit, da ihre Großmutter hier auf einer Farm lebte. Nun kommt sie in das ländliche Kansas um sich dem Thema ihrer Dissertation zu widmen. Diese hat die Gründung der Carnegie-Bibliotheken zu Beginn des letzten Jahrhunderts zum Thema und soll nach zehn Jahren Bearbeitungszeit nun endlich fertiggestellt werden.

Traci reist aus New York nach Kansas und darf auf Einladung des Kulturzentrums der ehemaligen Carnegie-Bibliothek von New Hope dort als Gastkünstlerin tätig sein. Nicht nur das: Traci flieht aus New York vor ihrem Vermieter und auch sonst scheinen große Probleme ihrer Vergangenheit nicht bewältigt zu sein.

Die letzte im Trio der "Bücherfrauen" ist Gayle, die, durch einen Tornado ihres Hauses und des ganzen Besitzes beraubt, zaghaft Anschluss in der Gemeinschaft in New Hope sucht.

Drei Frauen, drei Schicksale, die nicht unspannend sind. Nur leider schafft es die Autorin Romalyn Tilghman erst im letzten Drittel des Buches hier etwas Verbindendes herzustellen. Zwar ist der Bezugspunkt für die Frauen das Kulturzentrum, das wiederum aus einer früheren Bibliothek hervorgegangen ist, doch die Liebe zu Büchern kann ich bei den Dreien auf den ersten Blick nicht erkennen. Würde nicht Angelina eine wissenschaftliche Ausarbeitung zur Gründung der Carnegie-Bibliotheken schreiben, hätte ich erst mal keinen Berührungspunkt zu Büchern gefunden.

"Ein warmherziger Roman über den Wert der Gemeinschaft": So wird dieses Buch beworben. Dem kann ich tatsächlich zustimmen. Nach und nach entsteht wirklich eine Gemeinschaft, die sich den Erhalt des Zentrums zum Ziel gesetzt hat. Allerdings geht es dann mehr um Handarbeiten und Buffets als um Bücher. Am Ende des Buches gibt es nach vielen Verwicklungen und Nebenhandlungen ein echt amerikanisches Happy End, welches für meinen Geschmack doch etwas zu unvermittelt kommt.

Viele lose Enden, Charaktere, die konturlos bleiben und schlecht übersetzte Passagen haben mir die Lesefreude an "Die Bücherfrauen" etwas verdorben. Die guten Beschreibungen des ländlichen Kansas und ihrer Bewohner allerdings waren kurzweilig, konnten aber die Enttäuschung über viele andere "liegengelassene" Themen nicht aufwiegen.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Zeigt die Bedeutung von Kultur in Form von Kunst und Literatur

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In ihrem Roman „Die Bücherfrauen“ verknüpft die US-Amerikanerin Romalyn Tilghman das Leben von Angelina, Traci und Gayle, die in der Kleinstadt New Hope in Kansas einander begegnen. Einigen Frauen vor ...

In ihrem Roman „Die Bücherfrauen“ verknüpft die US-Amerikanerin Romalyn Tilghman das Leben von Angelina, Traci und Gayle, die in der Kleinstadt New Hope in Kansas einander begegnen. Einigen Frauen vor Ort liegt der Erhalt von Bibliotheken besonders am Herzen, die vor allem von den Spenden des industriellen US-Amerikaners Andrew Carnegie zwischen 1883 und 1929 errichtet wurden, 59 davon in Kansas.

Die in Philadelphia wohnende Angelina Sprint ist eine der drei Protagonistinnen. Sie schreibt seit vielen Jahren an ihrer Doktorarbeit über eben jenen Carnegie. Ihre Großmutter war eine der Aktivistinnen, die sich vor vielen Jahren in New Hope für eine Bibliothek eingesetzt und bei Angelina die Liebe zu Büchern wachgerufen hat. Inzwischen wurde aus der Bibliothek ein Kulturzentrum. Zur Leitung diverser Kurse wird die Künstlerin Traci aus New York angestellt. In ihrer Bewerbung hat Traci ihre Vergangenheit verschleiert. An einem der von ihr geleiteten Kurse nimmt Gayle teil, die aus dem Nachbarort Prairie Hill stammt. Dort wütete vor kurzem ein Tornado und machte alles dem Erdbeben gleich, auch ihr Wohnhaus. Von der Bibliothek blieb nur noch eine Wand stehen. Das Engagement für eine gemeinsame Sache lässt die Gäste und die Einheimischen immer mehr zueinander finden.

Romalyn Tilghmans Hauptfiguren sind sehr unterschiedlich, vom Alter und vom Charakter her, aber für alle drei wird New Hope im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Hoffnung auf einen Neuanfang. Angelina und Traci suchen aus eigenem Interesse nach einer Veränderung in ihrem Leben, Gayle dagegen ist ein Opfer der Umstände. Es ist sogar so, dass die Bewohner der beiden Nachbarorte aufgrund bestimmter gegensätzlicher politischer Meinungen sich nicht besonders mögen. Und doch vermag Gayle über ihren Schatten zu springen und sich an gemeinsamen Aktivitäten mit den Bewohnern von New Hope einzulassen, so dass sie nicht nur ihre eigene Zukunft im Blick hat, sondern durch ihr Verhalten auch für ihren Heimatort einer Annäherung entgegengeht. Gemeinsam lachen, aber auch Sorgen teilen, bringt Verständnis untereinander und man wächst zusammen. Dabei bildet das Quilten, ein sehr beliebtes amerikanischen Hobby, den Anlass für die Treffen. Bei den Beschreibungen der farblichen Zusammenstellung der Stoffe bekommt man Lust mit dem Nähen selbst zu beginnen.

Eine besondere Rolle nehmen in diesem Roman die Bibliotheken ein und zeigen damit auch ein Stück Historie der USA. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren es hauptsächlich die Frauen, die eine Chance im Austausch von Büchern sahen und zwar nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch in der Möglichkeit, dadurch ihr Wissen und das ihrer Familie zu erweitern. Aus diesem Grund engagierten sie sich für die Errichtung von Büchereien, in denen die Bücher gesammelt und von anderen ausgeliehen werden konnten.

Romalyn Tilghman vermittelt in ihrem Roman „Die Bücherfrauen“ US-amerikanisches Lebensgefühl und zeigt, wie wichtig Kultur in Form von Kunst und Literatur für die Identitätsfindung ist. Sie ermöglicht einen konstruktiven Austausch von Meinungen, der auch persönliche Gefühle transportiert und so zum Verständnis untereinander beiträgt. Mir hat das Buch gut gefallen und daher empfehle ich es gerne uneingeschränkt weiter.

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Veröffentlicht am 25.02.2021

Geschichte über drei ganz verschiedene Frauen, die sich in einem Kulturzentrum in Kansas begegnen

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In der Kleinstadt New Hope in Kansas steht ein Kulturzentrum, das ehemals eine Bibliothek war. Ihr Bau wurde wie viele andere Bibliotheken auf der ganzen Welt vom Philanthrop Andrew Carnegie finanziert. ...

In der Kleinstadt New Hope in Kansas steht ein Kulturzentrum, das ehemals eine Bibliothek war. Ihr Bau wurde wie viele andere Bibliotheken auf der ganzen Welt vom Philanthrop Andrew Carnegie finanziert. Angelina, die seit zehn Jahren an ihrer Dissertation zu den Carnegie-Bibliotheken arbeitet, kehrt nach vielen Jahren an diesen Ort zurück. Sie möchte vor allem mehr über ihre verstorbene Großmutter herausfinden, die damals wichtige Rolle bei der Eröffnung der Bibliothek gespielt hat.

Im Kulturzentrum trifft Angelina auf Traci, die als Gastkünstlerin aus New York angereist ist und ein Geheimnis hat: Sie ist vor Bettwanzen und ihrem Vermieter geflohen und hat keine Erfahrung im Unterrichten. Jetzt soll sie sich um die Quassel-Quilter und die Querulanten kümmern. Erstere sind an Klatsch und Tratsch interessierte Frauen, letztere rebellische Teenager, die nicht freiwillig da sind. Am Treffen der Quassel-Quilter nimmt schließlich auch Gayle teil, die aus dem benachbarten Prairie Hill stammt, das von einem Tornado vor kurzem gänzlich zerstört wurde.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt, die neu in New Hope sind. Wegen des Tornados gibt es keine freien Hotelzimmer mehr, sodass Angelina bei der Bibliothekarin Elena unterkommt, als diese hört, wer ihre Großmutter ist. Trotz der freundlichen Aufnahme erweist sich die Recherche als schwierig, denn die Aufzeichnungen ihrer Großmutter sind nicht auffindbar und einige Bewohner scheinen etwas zu wissen, wollen aber nicht darüber reden. Durch Angelinas Arbeit an ihrer Dissertation erfuhr ich Interessantes über die Carnegie-Bibliotheken, die mir vor der Lektüre kein Begriff waren.

Traci ist ein Charakter voller Selbstzweifel. Sie schafft großartige Kunstwerke aus alten Sachen und Müll, fühlt sich aber wie eine Hochstaplerin, da sie die Referenzen erfunden hat, mit denen sie den Job als Gastkünstlerin erhalten hat. Ihre Arbeit mit den Quassel-Quiltern und den Querulanten wird auf abwechslungsreiche Art und Weise geschildert. Vor allem die Teenager, die Traci zum Teil an sich selbst erinnern, stellen sie vor ganz schöne Herausforderungen. Auch Gayle, deren Kapitel kürzer sind als die der anderen beiden, ist voller Zweifel. Nach dem Tornado weiß sie nicht, ob sie auf den Trümmern ihres alten Heims etwas Neues bauen oder wegziehen soll.

Die drei Frauen treffen bei den Quassel-Quiltern aufeinander. Der Fokus liegt aber weniger auf der Frauenfreundschaft, sondern mehr darauf, jede auf ihrem eigenen Weg zu begleiten und ihrer Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie es für sie weitergehen soll. In gemütlichem Tempo wird von dem neuen Leben erzählt, das die drei in New Hope aufbauen.

„Die Bücherfrauen“ ist eine Feelgood-Geschichte mit schönen und nachdenklich stimmenden Momenten und ohne allzu großes Drama. Ein lesenswertes Buch über Neuanfänge, in dem eine ehemalige Bibliothek der Dreh- und Angelpunkt ist.

Veröffentlicht am 24.02.2021

Drei Frauen und ihre Liebe zu Büchern

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Prairie Hill und New Hope in Kansas sind, bzw waren kleine, unbedeutende Örtchen in Kansas. Prairie Hill hat nach einem Tornado aufgehört zu existieren und Gayle sucht in den wenigen Resten ihres früheren ...

Prairie Hill und New Hope in Kansas sind, bzw waren kleine, unbedeutende Örtchen in Kansas. Prairie Hill hat nach einem Tornado aufgehört zu existieren und Gayle sucht in den wenigen Resten ihres früheren Heims nach Erinnerungsstücken.

Angelina will nach 10 Jahren Unterbrechung endlich ihre Doktorarbeit beenden. Sie plant eine Arbeit über die Bedeutung der von Carnegie gestifteten Büchereien für das kulturelle Leben auf dem platten Land. Als Kind verbrachte sie einmal einen unvergesslichen Monat auf der Farm ihrer Großmutter und die örtliche Carnegie Bibliothek legte den Grundstein für ihre Liebe zur Literatur.

Traci ist eine junge Künstlerin aus New York, die dringend einen Job braucht und möglichst weit weg von ihrem Vermieter und der verwanzten kleinen Wohnung. Das Angebot als Gastkünstlerin ein Jahr im Kulturzentrum von New Hope zu arbeiten, ist eine Chance für sie.

So begegnen sich drei unterschiedliche Frauen und müssen sich den Herausforderungen stellen. Das Leben in amerikanischen Kleinstädten kennt man in ihrer Gleichförmigkeit aus vielen Filmen und genau diese Bilder lässt die Autorin entstehen. Bibelfest und voller Gottvertrauen, konservativ und nach anfänglichem Misstrauen doch offen für Neues, so zeigen sich vor allem die Frauen. In denen scheint das Gen der Siedlerfrauen zu stecken. Jede Schwierigkeit wird angegangen und immer findet sich ein Weg, wenn man nur zusammenhält und aufeinander achtet.

Die Personenzeichnung von Romalyn Tilghman fand ich ziemlich stereotyp. Richtig nah kommt man den Frauen nicht und auch die Handlung hat etwas von der Landschaft: Gleichförmig und vorhersehbar. So ist auch die Erzählweise sehr konventionell, fast ein wenig hölzern, was möglicherweise der Übersetzung geschuldet sein könnte. Der Blickwechsel auf die drei Hauptpersonen brachte auch nicht viel Spannung in die Handlung, auch wenn ein paar Familiengeheimnisse dafür sorgen sollten. Stellenweise erinnerte mich die Erzählweise an den Stil der 50iger/60iger Jahren. Ich hatte mir nach der Verlagswerbung etwas Anspruchsvolleres, Literarisches erhofft, aber so bleibt es beim Eindruck eines nett zu lesenden, aber beliebigen Frauenromans, der so typisch den amerikanischen Mittelwesten beschreibt, Coca-Cola-Marshmallow-Torte inklusive.

Schade, dass das Thema der Carnegie-Büchereien dabei in den Hintergrund geriet.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Ein schöner Ansatz, aus dem wenig gemacht wurde

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Die Geschichte des Buches hat mich gleich angesprochen: Kleinstadtamerika, die Liebe zu Büchern, ein Rückblick in die Geschichte der ersten Bibliotheken in Kansas. Es klang nach einer gelungenen Mischung ...

Die Geschichte des Buches hat mich gleich angesprochen: Kleinstadtamerika, die Liebe zu Büchern, ein Rückblick in die Geschichte der ersten Bibliotheken in Kansas. Es klang nach einer gelungenen Mischung für einen leichten, entspannten Wohlfühlroman. Der Einband ist auch wundervoll gestaltet, sowohl visuell wie auch haptisch. Er deutet ein wesentlich besseres Buch an, als das, was man dann bekommt.

Die Autorin hat lange Jahre in der Kulturförderung des Staates Kansas gearbeitet, weiß also, wovon sie spricht, wenn sie uns anschauliche Einblicke in die dortigen Bibliotheken und Kulturzentren bietet, die in einem Land, in dem das Recht auf Waffen relevanter ist als die Förderung von Bildung und Kultur, ständige Budgetprobleme haben und um ihr Bestehen kämpfen müssen. Die Schilderungen der Spendensammlungsaktivitäten sind interessant, auch die lokalen Informationen lesen sich unterhaltsam. Eine weitere erfreuliche Komponente sind die historischen Informationen über Andrew Carnegie, mir bislang nur als rücksichtsloser Geschäftsmann bekannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts unzählige Bibliotheken finanziert hat. Insofern las ich den Anfang des Buches mit Vergnügen. Wir begleiten Angelina, die ihre Doktorarbeit über die Carnegie-Bibliotheken schreiben möchte und auch familiäre Bezüge zu der Kleinstadt hat, in die sie nun fährt. Hier hoffte ich auf eine lesenswerte Reise in die Kleinstadtgemeinschaft, die Geschichte der Bibliotheken und war auch gespannt auf die Geschichten der anderen beiden Protagonistinnen.

Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht. Alle drei Hauptcharaktere, Angelina, Traci und Gayle, berichten als Ich-Erzählerinnen. Es gibt keine Unterschiede in ihrer Sprache, sie klingen alle drei gleich. Dies ist schon das erste Anzeichen dafür, dass die Autorin nicht über literarisches Können verfügt. Gayle bleibt zudem das ganze Buch hindurch blass, ihre Abschnitte sind wesentlich kürzer als die der anderen beiden und sie trägt so wenig zur Geschichte bei, dass sie auch einer der zahlreichen austauschbaren Nebencharaktere sein könnte. Das ist schon deshalb erstaunlich, weil ihre Geschichte – ihre Stadt wird durch einen Tornado zerstört – eigentlich neben Angelinas Dissertation der Aufhänger des Buches und des Klappentextes ist. Das Thema kommt aber dann so gut wie gar nicht vor und wurde völlig verschenkt. Es scheint oft, als ob die Autorin sich nicht für ein Thema entscheiden konnte, sie packt alles mögliche ungeordnet in das Buch hinein, erzählt ohne roten Faden. Hätte sie sich auf ihre Kernthemen konzentriert und diese mit ein wenig Tiefe behandelt, wäre es ein tolles Buch geworden. Hätte sie ihre mehreren kleinen Geschichten so gut verknüpft, dass diese ein harmonisches Ganzes ergeben hätten, wäre es ebenfalls ein tolles Buch geworden. Hier schlägt aber das mangelnde literarische Können wieder zu. Das Buch verzettelt sich in seinen Geschichtchen und Charakteren. Eine Nebenperson wird ausgiebig eingeführt und taucht dann nur noch als Name wieder auf. Irrelevante Kleinigkeiten werden detailliert geschildert, wichtige Themen mit der Seichtigkeit einer Vorabendserie abgefrühstückt. Das paßt alles nicht zusammen.

Eine Grundregel guten Schreibens ist „Zeigen, nicht erzählen.“ Diese Grundregel wird hier unablässig gebrochen. Angelina und Traci begegnen sich kaum, wechseln ein paar Sätze miteinander und plötzlich erklärt uns die Autorin durch Traci, dass zwischen den beiden die tiefste innigste Freundschaft bestehe. Man liest es und wundert sich. Auch Liebesbeziehungen entstehen aus dem Nichts. Da wird dem Leser eben mitgeteilt, dass sich diese Leute umgehend verliebt haben. Nachvollziehbar ist das alles nicht. Nachvollziehbar sind auch die Zeitangaben nicht. Das Buch beginnt mit einem Zeitungsausschnitt, der zeigt, dass es 2008 spielt. Plötzlich aber wird – im gleichen Sommer – der 40. Geburtstag einer 1971 geborenen Person gefeiert. Im Jahre 2008? Viele Altersangaben wirken generell wenig plausibel.

Auch die Übersetzung ist kein Glanzstück und enthält grobe Schnitzer. Da wird „it touched me“ mit „es fasste mich an“ anstelle von „es rührte mich“ übersetzt. Ein markanter Ausguck wird zu einem prominenten Ausguck, weil das englische Wort „prominent“ falsch übersetzt wurde. „Imagine“ wird zu „imaginieren“, was wenigstens nicht falsch, aber dafür schlecht übersetzt ist. Ich habe hier sehr oft den Kopf geschüttelt.

Das Ende des Buches wird mit einer dicken Schicht aus quietschrosa Zuckerguss überdeckt – ein überzogenes Happy End folgt dem nächsten. Hier wird dermaßen übertrieben, dass es schon albern ist. Der Aufhänger des Buches wird dann noch rasch und knapp abgehandelt und hätte ein schönes Ende ergeben, wenn es nicht so nebenbei – und unrealistisch – geschehen wäre. So war das Buch leider eine Enttäuschung, insbesondere weil aus dieser Geschichte so viel hätte gemacht werden können. Es ist nämlich nicht per se ein schlechtes Buch. Immer, wenn es sich den Kernthemen zuwendet, ist es erfreulich, die lokalen und geschichtlichen Informationen (die viel zu kurz kommen) sind absolut lesenswert, auch die Kulturarbeit und die Symbolik des Quiltens passen gut ins Buch. Nur werden diese positiven Punkte durch zu viele Kritikpunkte überdeckt. Schade.

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