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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2024

Cozy Read, der einfach Spaß macht

Love And Other Words – Nichts als Liebe
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Macy führt ein zurückhaltendes Leben, in dem sie es vermeidet, große Gefühle zuzulassen. Sie plant, einen netten Mann zu heiraten, und konzentriert sich voll und ganz auf ihre Arbeit als Kinderärztin. ...

Macy führt ein zurückhaltendes Leben, in dem sie es vermeidet, große Gefühle zuzulassen. Sie plant, einen netten Mann zu heiraten, und konzentriert sich voll und ganz auf ihre Arbeit als Kinderärztin. Doch dann taucht Elliot auf – ihre erste große Liebe. Plötzlich beginnt die sorgfältig errichtete Fassade von Macy zu bröckeln. Denn einst war Elliot ihr alles – bis er ihr Herz für immer gebrochen hat. Nun, elf Jahre später, fühlen sie sich einander fremd. Oder gibt es immer noch etwas zwischen ihnen, das die Barrieren der Vergangenheit überwinden kann?

Die Geschichte von Macy und Elliot ist voller Emotionen, Spannung und unerwarteter Wendungen. Ein echter Cozy Read, in den ich sehr gut reingekommen bin.
Die Story wird auf zwei verschiedenen Zeitachsen erzählt: Einerseits erfahren wie die Anfänge ihrer Freundschaft und nähern uns von der Vergangenheit langsam an die Zukunft bzw. das Zerwürfnis der beiden an. Andererseits begleiten wir Macy bei ihrem Leben in der Gegenwart.

Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig gezeichnet, und ihre Entwicklung im Laufe der Handlung ist fesselnd zu verfolgen. Macy ist eine starke und einfühlsame Protagonistin, die sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickelt und ihre eigenen Ängste und Zweifel überwindet. Auch Elliot hat mir gut gefallen, auch wenn wir über ihn nur aus zweiter Hand erfahren.

Die Beziehung zwischen Macy und Elliot wird einfühlsam und glaubwürdig dargestellt. Ich mochte die Freundschaft, die sich direkt zwischen ihnen aufgebaut hat, die nach und nach in ein zartes Band der Liebe überging. Der Umgang der beiden miteinander war einfach richtig schön, wenn auch sehr romantisiert, aber es hat mir einfach Spaß gemacht, die beiden zu begleiten. Ihre Vergangenheit und die ungelösten Konflikte zwischen ihnen verleihen der Handlung eine zusätzliche Tiefe und machen das Buch zu einem echten Pageturner.

Die Autorin versteht es, die Emotionen ihrer Leser:innen zu berühren und sie auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen. Ihr Schreibstil ist packend und mitreißend, und die Geschichte bleibt noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis.

Eine herzerwärmende Geschichte über Liebe, Verlust, Vergebung und die Kraft, sich selbst neu zu entdecken.

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Unfassbar beeindruckend – Jahreshighlight!

Liebe ist gewaltig
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Juli wächst in einer scheinbar perfekten Familie auf: Beide Eltern sind Anwälte und sie selbst ist eine ausgezeichnete Schülerin. Doch hinter den gepflegten Fassaden ihres Elternhauses verbirgt sich ein ...

Juli wächst in einer scheinbar perfekten Familie auf: Beide Eltern sind Anwälte und sie selbst ist eine ausgezeichnete Schülerin. Doch hinter den gepflegten Fassaden ihres Elternhauses verbirgt sich ein grausames Geheimnis. Der Vater drängt die Kinder zum Höchstleistung und wendet körperliche Gewalt an, sowohl gegen sie als auch gegen ihre Mutter. Während Juli älter wird, kämpft sie gegen diese Gewalt und versucht, ihre Mutter davon zu überzeugen, dass es so nicht weitergehen kann. Doch die Mutter weigert sich, die Realität anzuerkennen. Nur ihre Geschwister und eine Maus sind Juli eine Stütze in dieser schwierigen Zeit. Wie kann man sich aus einer solchen Situation befreien, wenn man weder seinen Eltern noch seinen eigenen Erinnerungen trauen kann? Juli beginnt einen langen Kampf, um die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen und die Wahrheit über ihre Vergangenheit ans Licht zu bringen. Über drei Jahrzehnte begleiten wir Juli auf dieser Reise, auf der sie versucht, sich selbst zu heilen und ihre inneren Wunden zu überwinden.

Ich war von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann der Geschichte gezogen und auch im Nachhinein lässt mich das Gelesene einfach nicht los. Das zentrale Thema der häuslichen Gewalt, die Art der Protagonistin mit der Tyrannei und Brutalität ihres Vaters umzugehen ist schockierend, faszinierend und hinterlässt einen starken Eindruck.

Ich konnte sofort eine Bindung zu Juli aufbauen und mich komplett in sie hineinfühlen, auch wenn ich ihre Erfahrungen zum Glück nicht teile. Sie war jedoch so authentisch und rund gezeichnet, dass ich keine Sekunde an ihrer Echtheit zweifelte. Ihre Emotionen waren so unfassbar greifbar, drastisch und spürbar – der Wahnsinn. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Autorin die psychologischen Aspekte der Charaktere und ihre inneren Konflikte einfühlsam und tiefgründig darstellt. Die Reise von Juli, auf der sie um Selbstbestimmung und Heilung kämpft, ist mitreißend und faszinierend zugleich.

Der Schreibsti ist sehr poetisch, kraftvoll, unfassbar klug und obwohl der Schwere des Themas, doch humorvoll und einfach sehr klar. Man fühlt Julis Schmerz, ihre Ängste und ihren unermüdlichen Willen, sich von den Ketten der Vergangenheit zu befreien.

Ich bin nachhaltig stark beeindruckt und werde sicherlich noch eine Weile mit den Gedanken bei Juli und ihrer Geschichte sein. Eine absolute Empfehlung für alle, die nach einer tiefgründigen und berührenden Lektüre suchen.

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Too much, aber dennoch kurzweilig

Zero Days
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Jack und ihr Ehemann Gabe sind Experten darin, Sicherheitssysteme großer Unternehmen zu überwinden und ihre Schwachstellen aufzudecken. Doch eines Abends gerät alles außer Kontrolle, als Jack verhaftet ...

Jack und ihr Ehemann Gabe sind Experten darin, Sicherheitssysteme großer Unternehmen zu überwinden und ihre Schwachstellen aufzudecken. Doch eines Abends gerät alles außer Kontrolle, als Jack verhaftet wird und Stunden später entlassen wird, nur um Gabe tot vorzufinden. Schockiert und verwirrt sucht Jack nach Antworten. Als sie von den Ermittlern befragt wird, wird ihr klar, dass sie selbst zur Hauptverdächtigen geworden ist und in ein gefährliches Spiel verwickelt wurde. Die Zeit drängt, während Jack verzweifelt versucht zu fliehen und den skrupellosen Mörder zu finden.

Das Buch bietet eine fesselnde Handlung, die die Leser:innen ständig in Atem hält und sie bis zum Schluss im Ungewissen darüber lässt, wie alles enden wird. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, die Bedrohung ist auf jeder einzelnen Seite spürbar und die Verfolgungsjagd ist mitreißend dargestellt. Ich wusste nie, wo die ganze Sache hinführt, deswegen waren viele der Wendungen überraschend für mich.

Die emotionale Achterbahnfahrt von Jack, die den Verlust ihres Ehemannes erlebt, ist spürbar und berührend. Man konnte ihren Schmerz förmlich greifen, ihre Panik am eigenen Leib spüren und die Verzweiflung fast schon riechen. Allerdings wirkte die Handlung an einigen Stellen etwas konstruiert und artifiziell, was es schwierig machte, Jacks Handlungen nachzuvollziehen. Manchmal war ich einfach überfordert mit ihren Übersprungshandlungen, hab es für mich dann aber auf die Besonderheit der Situation gemünzt. Ihre Panik schien sich zu schnell zu entwickeln und ihre Entscheidungen waren oft so wild, dass ich manchmal kurz an der Authentizität zweifelte.

Trotzdem war die Geschichte insgesamt sehr packend und unterhaltsam. Das Ende war relativ früh vorhersehbar, dennoch hat mich die Story um Jack irgendwie mitreißen können. Insgesamt vergebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Einnehmend, fesselnd & einfach grandios!

Yellowface
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June Hayward und Athena Liu haben beide das Potenzial, aufstrebende Literaturstars zu sein. Während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fühlt sich June von der Literaturszene ...

June Hayward und Athena Liu haben beide das Potenzial, aufstrebende Literaturstars zu sein. Während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fühlt sich June von der Literaturszene vernachlässigt. Sie glaubt, dass niemand Interesse an Geschichten von „ganz normalen“ weißen Mädchen hat.

Als June zufällig mit ansieht, wie Athena bei einem Unfall ums Leben kommt, ergreift sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript – einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Pseudonym Juniper Song. Sie ist überzeugt, dass diese Geschichte erzählt werden muss, unabhängig von ihrem Urheber. Doch nun muss June ihr Geheimnis bewahren und sich fragen, wie weit sie dafür gehen will.

Eine unfassbar kurzweilige Geschichte mit absoluter Soggefahr! Schon die ersten Seiten haben mich komplett in ihren Bann gezogen, weswegen ich das Buch auch in einem Rutsch weggelesen habe.
Der Schreibstil ist der Geschichte angemessen flüssig, humorvoll, sarkastisch und einfach brillant! Ich hab zu jeder Sekunde mitgefühlt, bekam Angst, Herzklopfen und erlebte Junes Achterbahn der Gefühle hautnah mit.

Auch wenn June sich die Wahrheit auf ihre ganz eigene Weise hindrehte und ich sie teilweise am liebsten hätte schütteln wollen, weil meine Emotionen mit mir durchzugehen schienen, mochte ich genau das. Die Geschichte hat mich emotional so stark abgeholt, dass kein Blatt zwischen June und mich passte. Auch wenn ich sie wirklich oft nicht verstehen oder nachvollziehen konnte, mich viele Dinge verwirrten (zum Beispiel ihre ständige Auseinandersetzung mit der Irrelevanz ihres Seins), aber dennoch war sie in sich so rund gezeichnet, dass sie mich komplett einnahm.
Auch die Wut und Enttäuschung auf die angrenzende Bubble, die sich eigentlich nur der Wahrheit annahm, war bei mir verstärkt zu spüren. Auch hier werte ich es wieder als Zeichen der Authentizität und kann einfach nicht genug loben.
Am meisten berührt hat mich Athenas Mutter bzw. die einzelnen Szenen mit ihr. Sie war so eine distanzierte, aber freundliche Person, die mich als Außenstehenden zumindest in die Gefühlslage versetzt, die asiatische Kultur zu spüren.

Eine ganz starke Empfehlung für das Buch, da es jetzt schon mein Jahreshighlight ist!

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Spannend, aber mit Längen

Die Toten von Fleat House
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Rektor Jones, Leiter des traditionsreichen St. Stephen's Internats in Norfolk, erlebt einen Albtraum, als ein Schüler unter mysteriösen Umständen stirbt. Der rebellische 18-jährige Charlie Cavendish wird ...

Rektor Jones, Leiter des traditionsreichen St. Stephen's Internats in Norfolk, erlebt einen Albtraum, als ein Schüler unter mysteriösen Umständen stirbt. Der rebellische 18-jährige Charlie Cavendish wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Jones versucht verzweifelt, den Vorfall als Unfall abzutun, aber Detective Inspector Jazz Hunter, die aus persönlichen Gründen ihre Karriere bei der Londoner Polizei aufgegeben hat, wird gebeten, den Fall zu untersuchen. Als ein Lehrer Selbstmord begeht und ein weiterer Schüler verschwindet, beginnt Jazz zu erkennen, dass sie in die Vergangenheit eintauchen muss, um die Wahrheit über Charlies Tod herauszufinden.

Die Hauptcharaktere haben mir wirklich sehr gut gefallen. Ich mochte DI Jazz Hunter wirklich gern und konnte schnell Sympathien zu ihr aufbauen. Ich bin ein ganz bisschen traurig, dass es keine weiteren Fälle für sie geben wird, obwohl sie mir bereits ans Herz gewachsen ist.
Insgesamt waren es mir aber viel zu viele Figuren, die eingeführt wurden und von denen ich die ganze Hintergrundgeschichte präsentiert bekommen habe, auch wenn es nicht unbedingt zum Roman beitrug. Das führte leider immer wieder dazu, dass die Spannung verwässert und der Plot unnötig in die Länge gezogen wurde. Es war mir schon klar, dass die Fülle an Charakteren dazu beitrug, dass die Geschichte länger brauchte, da sich Jazz erst mit allen umfangreich befassen musste, aber die Hälfte hätte es auch getan, um lang genug im Dunkeln zu tappen.

Der Schauplatz hat aber viel wieder wett gemacht. Ich mochte das Setting im Internat, das kleine Dörfchen Norfolk und der Vibe, der in dieser Kulisse transportiert wurde.

Der Schreibstil an sich hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Ich mochte, dass die Seiten nur so vor sich hinplätscherten und die Geschichte gut konsumierbar geschrieben war. Jedoch waren viele der Passagen sehr ausufernd beschrieben, was mich hin und wieder fast dazu verleitete, diese zu überspringen.

Ich glaub, als Auftakt einer spannenden Reihe, bei der der erste Teil dazu genutzt wurde, um den Leser:innen die Charaktere und das Setting näher zu bringen, hätte ich mir das gut vorstellen können. Als eigenständiger Kriminalroman war es mir aber nicht fesselnd genug. Ich fand die Idee im Vorwort nachvollziehbar, dass der Roman nicht überarbeitet wurde, um möglich das Erbe von Lucinda Riley aufrechtzuerhalten, aber eine kleine Überarbeitung hätte dem Roman nur gut getan.

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