Profilbild von Stillesen

Stillesen

Lesejury Star
offline

Stillesen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stillesen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Unterhaltsam, kann aber nicht mit dem Vorgänger mithalten

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
0

„Love, Mom“ habe ich damals förmlich inhaliert und wirklich gefeiert. Entsprechend groß waren meine Vorfreude und auch meine Erwartungen an „Der Boss“. Allerdings muss ich sagen: Ganz an den Vorgänger ...

„Love, Mom“ habe ich damals förmlich inhaliert und wirklich gefeiert. Entsprechend groß waren meine Vorfreude und auch meine Erwartungen an „Der Boss“. Allerdings muss ich sagen: Ganz an den Vorgänger kommt dieser Thriller für mich nicht heran.
Was Iliana Xander allerdings nach wie vor hervorragend beherrscht, ist ihr Stil. Sie schreibt flüssig, direkt und ohne Schnörkel. Man findet sofort in die Geschichte hinein, die Seiten fliegen nur so dahin. Erzählt wird aus drei Perspektiven, in kurzen, prägnanten Kapiteln, ein Aufbau, der das permanente „Was passiert als Nächstes?“ geschickt befeuert. Für mich war das ein klassischer One-Day-Read.
Inhaltlich bekommt man einen temporeichen Thriller, der weniger auf psychologische Tiefe als auf schnelle Unterhaltung setzt. Das Buch ist kompakt, straff erzählt und funktioniert wie ein kurzweiliger Filmabend: keine epische Ausarbeitung, sondern solide Spannung für zwischendurch.
Die Figuren waren für mich in Ordnung, blieben jedoch etwas blass. Wirkliche Nähe oder starke Sympathie haben sich nicht eingestellt, was in diesem Fall aber nicht allzu sehr ins Gewicht fiel, da das Tempo im Vordergrund steht. Problematischer empfand ich, dass sich gewisse Handlungsmuster etwas zu konstruiert anfühlten. Es gibt einige Zufälle, manches ist vorhersehbar. Einzelne Wendungen konnten mich jedoch durchaus überraschen, gerade das Ende hatte ich so nicht erwartet, was dem Roman definitiv zugutekommt.
Iliana Xanders Thriller werden nicht selten mit denen von Freida McFadden verglichen: Ähnlicher Vibe, ähnlicher Anspruch: schnell, eingängig, unterhaltsam. Wer genau das sucht, wird auch „Der Boss“ mögen!
Ich bin überzeugt, dass Iliana Xander erzählerisch noch mehr kann und hoffe, dass ihr nächstes Buch wieder stärker an das Niveau von „Love, Mom“ anknüpft. 4/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Tolles Kinderbuch!

King-Kong, das Reiseschwein
0

Jan-Arne schmuggelt sein Meerschweinchen King-Kong mit in den Urlaub an die Ostsee. Als sein Vater es entdeckt, wird er so wütend, dass Jan-Arne nur noch einen Ausweg sieht: King-Kong muss versteckt werden. ...

Jan-Arne schmuggelt sein Meerschweinchen King-Kong mit in den Urlaub an die Ostsee. Als sein Vater es entdeckt, wird er so wütend, dass Jan-Arne nur noch einen Ausweg sieht: King-Kong muss versteckt werden. Hilfe bekommt er von Liane: kleiner, jünger, klüger, als man zunächst denkt. Sie versteht Meerschweinchen. Und sie versteht Erwachsene.

Kirsten Boie erzählt diese Camping-Geschichte warm, humorvoll und sehr nah an der kindlichen Lebenswelt. King-Kong ist dabei nicht nur ein niedliches Haustier, sondern ein echter Charakter: eigensinnig, liebenswert und der heimliche Mittelpunkt des Geschehens. Die Geschichte lebt von Missverständnissen, kleinen Fluchten, Freundschaft und der Frage, wie man mit Konflikten umgeht, ohne dass jemand sein Gesicht verliert.

Was mir besonders gefallen hat:

Die Texte sind kurz, klar und gut lesbar, ideal für Kinder ab etwa 8 Jahren, die gerade beginnen, selbstständig zu lesen. Die bunten, frechen Illustrationen lockern auf, erzählen mit und geben Sicherheit. Man spürt, dass dieses Buch Kinder nicht überfordert, aber auch nicht unterschätzt.

Neben all dem Humor steckt viel Alltag drin: Urlaub auf dem Campingplatz, neue Bekanntschaften, Eltern, die Grenzen setzen – manchmal zu hart, manchmal aus Sorge. Und Kinder, die ihren eigenen Weg finden müssen.

Mein Fazit:

Meerschweinchen King-Kong mischt den Campingplatz auf ist ein wunderbar leichtes, aber nicht belangloses Kinderbuch. Es macht Spaß, fördert die Leselust und erzählt ganz nebenbei von Verantwortung, Freundschaft und dem Mut, für das einzustehen, was man liebt.

Ein ideales Buch für kleine Leseanfänger*innen, ich vergebe gerne 5/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Hilfreicher Ratgeber für mehr Wohlbefinden

Darm Reset
0

Es gibt Bücher, die liest man, weil man neugierig ist.

Und es gibt Bücher, die liest man, weil man Antworten sucht.

Darm Reset gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Blähungen, Unwohlsein, ...

Es gibt Bücher, die liest man, weil man neugierig ist.

Und es gibt Bücher, die liest man, weil man Antworten sucht.

Darm Reset gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Blähungen, Unwohlsein, Verdauungsprobleme – vieles davon kennt man, oft schon viel zu lange. Was mir an diesem Buch von Sarah Köbele-Strauß besonders gefallen hat: Es nimmt diese Beschwerden ernst, ohne zu dramatisieren, und erklärt verständlich, warum der Darm so reagiert, wie er reagiert. Der Fokus auf Multi-Intoleranzen hat bei mir einige Aha-Momente ausgelöst.

Sehr hilfreich fand ich die Selbsttests, mit denen man den eigenen Körper besser beobachten und Zusammenhänge erkennen kann. Nichts wirkt dogmatisch oder belehrend – eher wie eine strukturierte Einladung, wieder in Kontakt mit dem eigenen Bauchgefühl zu kommen. Das 3-Phasen-Konzept (Entlasten, Beruhigen, Aufbauen) ist logisch aufgebaut und gut nachvollziehbar, ohne Druck auszuüben.

Besonders positiv: Die Rezepte. Sie sind alltagstauglich, übersichtlich und darauf ausgelegt, dem Darm wirklich gutzutun. Kein kompliziertes Spezialwissen, keine abgehobenen Zutaten – sondern Essen, das nährt, beruhigt und sich gut anfühlt.

Darm Reset ist kein Schnellheilversprechen, sondern ein ehrlicher, strukturierter Begleiter für alle, die ihre Beschwerden besser verstehen und nachhaltig etwas verändern möchten. Klar, empathisch und praxisnah – ein Buch, das Mut macht, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Leider nicht so überzeugend wie der erste Band

Brimstone - Königin der Finsternis. Krieger der Wölfe
0

Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ ...

Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ an, außerdem wird die Welt von einer sich rasch ausbreitenden Krankheit bedroht und Saeris, Kingfisher und ihre Verbündeten stehen vor der Aufgabe, eine Lösung zu finden. Parallel dazu entfalten sich zahlreiche Nebenhandlungen, politische Intrigen und persönliche Konflikte.
Die Grundlagen stimmen weiterhin. Das Worldbuilding besitzt große Strahlkraft, das Magiesystem ist interessant angelegt und die düstere Atmosphäre rund um Fae, Vampire und Machtkämpfe sorgt grundsätzlich für eine starke Fantasy-Basis. Auch stilistisch bleibt sich die Autorin treu.
Dennoch gelingt es dem Roman nicht immer, sein Potenzial wirklich auszuschöpfen. Die zentrale Handlung verliert sich zunehmend in Nebensträngen, die nicht immer zwingend erscheinen. Dadurch wirkt die Geschichte phasenweise unübersichtlich und im Mittelteil leider auch deutlich ausgedehnt, so dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe. Einzelne Logikfehler und das Gefühl, dass hier sehr viele Ideen gleichzeitig verfolgt werden, trüben leider den Lesefluss.
Kingfisher gewinnt im Vergleich zum ersten Band an Profil, während die Beziehung zwischen ihm und Saeris an Intensität einbüßt. Die wiederholte Betonung ihrer Seelenverbindung verliert im Verlauf an Wirkung. Auch die eingestreuten expliziten Szenen wirken stellenweise unpassend in den jeweiligen Kontext eingebunden und bremsen eher den Spannungsfluss, als ihn zu vertiefen.
Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an: Die Handlung gewinnt an Dynamik und das Finale ist spannend.
„Brimstone“ ist damit keine misslungene Fortsetzung, bleibt jedoch hinter den Möglichkeiten seiner eigenen Welt zurück. Das Potenzial ist deutlich erkennbar, wird nur nicht immer fokussiert genutzt. Wer den Auftakt mochte, wird auch diesen Band lesen wollen. 3/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Origineller Thriller

Ohne ein letztes Wort
0

Ein gemeinsames Buch von Reese Witherspoon und Harlan Coben, das muss ein „Match made in Heaven“ sein. Ich bin ein Fan von beiden, auf ganz unterschiedliche Art und Weise, und meine Erwartungen waren daher ...

Ein gemeinsames Buch von Reese Witherspoon und Harlan Coben, das muss ein „Match made in Heaven“ sein. Ich bin ein Fan von beiden, auf ganz unterschiedliche Art und Weise, und meine Erwartungen waren daher hoch — gleichzeitig hatte ich eine gewisse Angst, dass es ein PR-Stunt sein könnte. Dazu kam, dass mich die große Anzahl von fünf beteiligten Übersetzern irritiert hat — kann aus dieser Konstellation ein gutes Buch entstehen, das wie aus einem Guss daher kommt?

Diese Sorgen waren komplett unbegründet! Das Buch ist ein hervorragender Thriller mit einer eigenständigen, originellen Story, und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ein klassischer Harlan Coben mit der speziellen Idee zur Geschichte von Reese Witherspoon — meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Zum Inhalt will ich gar nicht mehr verraten als den Klappentext, das muss tatsächlich genügen. Die Story verbindet aktuelle und relevante gesellschaftliche Themen: von Flüchtlingscamps über die Welt der Superreichen, künstliche Intelligenz, Ethik und Moral bis zu Korruption in der Medizinwelt, um nur einige zu nennen. Dabei gelingt es den beiden, dies geschickt zu verweben und absolut lesenswert zu gestalten.

Mit wenigen Ausnahmen wird die Story linear aus der Perspektive von Dr. Maggie McCabe erzählt und spielt sich innerhalb weniger Tage auf drei verschiedenen Kontinenten ab.
Besonders gefallen haben mir die kleinen Reminiszenzen an andere Coben-Bücher, wie der Name der Bar (Vipers) oder Nachname Lockwood.

Es gibt eine große Leseempfehlung von mir für diesen Pageturner und ich vergebe 4,5/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere