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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2025

Ein Schreibratgeber, der erfrischend anders ist!

Bestseller schreiben wie Fitzek, Link, Adler-Olsen u.v.m.
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Viele träumen davon einen Roman zu schreiben, scheitern jedoch an der Umsetzung. Jurenka Jurk, selbst Autorin und Gründerin der Romanschule, in der sie angehende Autorinnen und Autoren coacht, hat jetzt ...

Viele träumen davon einen Roman zu schreiben, scheitern jedoch an der Umsetzung. Jurenka Jurk, selbst Autorin und Gründerin der Romanschule, in der sie angehende Autorinnen und Autoren coacht, hat jetzt einen Schreibratgeber herausgebracht: „Bestseller schreiben wie Fitzek, Link, Adler-Olsen u.v.m.“.

Schon beim ersten Blick in das Buch wird klar, dass es anders ist als andere Schreibratgeber. In dem Buch sind 14 Interviews von erfolgreichen Autorinnen wie Elizabeth George, Sebastian Fitzek und Andreas Eschbach abgedruckt, die Jurenka Jurk im Rahmen der Online-Autorenmesse geführt hat.

Gleich zu Anfang kann man sich mit Hilfe eines QR-Codes und Eingabe seiner Mailadresse ein Workbook anfordern, um mit dessen Hilfe die Tipps aus dem Buch gleich umzusetzen. So kommt man direkt dazu zu schreiben und sein Wissen zu vertiefen.

Am Ende jedes Interviews findet man ein Fazit und wertvolle Schreibtipps der Romanschule zu dem jeweiligen Thema.

Durch das Interviewformat entsteht nicht nur viel Nähe zu den Schreibenden, sondern es setzt auch gleich ein regelrechter Aha-Effekt ein. Nicht nur das richtige Handwerk ist wichtig, sondern auch Durchhaltevermögen und Freude am Schreiben!

Viele Wege führen nach Rom und so ist es auch mit dem Schreiben: Es gibt nicht den einen richtigen Tipp, sondern viele verschiedene Konzepte und Herangehensweisen auf der Reise zum eigenen literarischen Werk.

Mich hat der persönliche Weg mancher Autor
innen beeindruckt und motiviert. Wer davon träumt selbst ein Buch zu schreiben, oder einfach einen Einblick in das Leben eines Autors bekommen möchte, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen! 5/5 Sternen

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Briefe aus dem Jenseits

Love, Mom
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Wie würdest du reagieren, wenn du plötzlich Briefe von deiner kürzlich verstorbenen Mutter erhältst?

Genau davon handelt das Thrillerdebüt von Iliana Xander, das mit Buchschnitt und Farbgebung des Covers ...

Wie würdest du reagieren, wenn du plötzlich Briefe von deiner kürzlich verstorbenen Mutter erhältst?

Genau davon handelt das Thrillerdebüt von Iliana Xander, das mit Buchschnitt und Farbgebung des Covers sofort ins Auge sticht.

Mackenzie Casper ist die Tochter der Erfolgsautorin E. V. Renge, mit deren Trauerfeier die Geschichte beginnt. Als Mackenzie posthum Briefe ihrer Mutter erhält, zweifelt sie an den Todesumständen ihrer Mutter. Nichts deutet mehr auf einen tragischen Unfall hin und das Rätseln beginnt, denn schnell wird klar, dass Elizabeth Casper aka E. V. Renge viele Feinde hatte und nicht unbedingt eine Sympathieträgerin war.

Gemeinsam mit ihrem Freund EJ beginnt Mackenzie den Spuren ihrer Mutter zu folgen, die einen Weg aus Lügen und Intrigen aufdeckt, der weiter reicht, als sie gedacht hätte. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es für sie.

Stilistisch erinnert die Geschichte stark an die Bücher von Freida McFadden: viele Perspektivwechsel, Wendungen und Plottwists mit stets steigender Spannungskurve und zugänglicher Sprache. Hier sind die abgedruckten Briefe eine Besonderheit, laden zum Miträtseln ein und sorgen neben den anderen Punkten für eine unglaubliche Sogwirkung, so dass es unmöglich ist, das Buch wegzulegen.

Wer McFaddens Housemaid-Reihe mochte, der sollte auch zu diesem Buch greifen! Ich bin auf den zweiten Thriller von Iliana Xander gespannt, der bereits im Januar unter dem Titel „Der Boss“ erscheint, und vergebe 4,5/5 Sternen für ihr starkes Debüt!

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Maras zehnter Fall

Dunkler Sog
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Etwas überrascht habe ich festgestellt, dass ich nach meiner Rezension über die ersten drei Bände der Mara Billinsky-Reihe (Link: https://stillesen.de/blinde-rache-lautlose-schreie-und-brennende-narben) ...

Etwas überrascht habe ich festgestellt, dass ich nach meiner Rezension über die ersten drei Bände der Mara Billinsky-Reihe (Link: https://stillesen.de/blinde-rache-lautlose-schreie-und-brennende-narben) keine weitere habe folgen lassen — obwohl ich jedes einzelne Buch verschlungen habe. Zum Jubiläum, Mara Billinskys zehntem Fall, ist es wieder soweit — herzlichen Dank für das digitale Rezensionsexemplar an beTHRILLED bzw. Bastei Lübbe.

Wer die Reihe nicht kennt: Mara ist eine äußerst unkonventionelle Kommissarin, unangepasst, eine Einzelgängerin (meistens), die ihrem Instinkt folgt und oft mit dem Kopf durch die Wand will beim Kampf gegen ihre eigenen Dämonen und die der Frankfurter Unterwelt. Die meisten Fälle drehen sich um das organisierte Verbrechen und sind nichts für schwache Nerven. Wie bei Reihen üblich, sind nicht alle Fälle gleich spannend und ich habe mich dabei ertappt, dass mir der Ausgang des Kriminalfalls fast egal war. Die Entwicklung der Figuren war mir dabei nie egal und so hat mich Leo Born an die Reihe gefesselt. Und dass er nicht davor zurückschreckt, wichtige und liebgewonnene Charaktere sterben zu lassen, hält die Spannung diesbezüglich hoch.

Die Bücher bieten alle eine hohe Erzähldichte, wenige Längen, unkonventionelle Ansätze und abwechslungsreiche Kriminalfälle. Die Figuren haben Ecken und Kanten, entwickeln sich weiter und es macht Spaß, sie zu begleiten. Frankfurt bietet die ideale Kulisse für die Zerrissenheit der Protagonisten und die Vielfalt menschlicher Abgründe.

Der zehnte Fall ist insofern etwas besonders, als er nichts mit der organisierten Kriminalität zu tun hat und nicht nur in Frankfurt und Umland, sondern auch in Freiburg und im Schwarzwald spielt. Gemeinsam mit ihrem neuen Kollegen Cronberg (mit C) will Mara Billinsky einen mysteriösen Mordfall an einem ehemaligen Arzt aufklären. Da es um eine persönliche Geschichte geht und die Mafia außen vor ist, hat mich dieser Fall noch mehr berührt als einige zuvor, „Dunkler Sog“ ist einer der besten Thriller der Reihe.

Ich kann die gesamte Reihe wärmstens empfehlen und gebe dem zehnten Fall 4,5/5 Punkten. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, sollte aber chronologisch starten — in den späteren Bänden werden die Lösungen einiger Fälle und persönlicher Schicksale verraten und so nimmt man sich womöglich Spaß und Spannung beim Mitfiebern. Einsteigen kann man in die Reihe natürlich jederzeit, Kenntnis der früheren Bücher ist nicht erforderlich — nur vom „Durcheinanderlesen“ rate ich ab.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Eine typische Ken Follett-Erzählung

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Ich bin ein großer Fan von Ken Follett, vor vielen Jahren mit seinen Spionagethrillern eingestiegen und habe die Kingsbridge-Reihe ebenso verschlungen wie seine Jahrhundert-Trilogie. „Never“ hat mich zuletzt ...

Ich bin ein großer Fan von Ken Follett, vor vielen Jahren mit seinen Spionagethrillern eingestiegen und habe die Kingsbridge-Reihe ebenso verschlungen wie seine Jahrhundert-Trilogie. „Never“ hat mich zuletzt sehr nachdenklich gemacht und entsprechend gespannt war ich auf sein neuestes Werk, das sich um Stonehenge dreht.

„Stonehenge“ steht in der Tradition dieser Reihen und ist in dieser Hinsicht ein klassischer historischer Ken Follett-Roman. Wie schon „Never“, der in der Zukunft spielt und damit naturgemäß aus diesem Rahmen fällt, ist aber auch „Stonehenge“ anders — in Ermangelung historischer Bezüge fehlt die Follett-typische Verwobenheit seiner Geschichte mit konkreten Ereignissen der Geschichte. Abgesehen vom Monument selbst natürlich. Wie Stonehenge tatsächlich erbaut wurde, kann nur gemutmaßt werden — und Follett hat um eine plausible Annahme herum einen Roman aufgebaut.

Der damaligen Zeit und Lebensrealität der Menschen entsprechend, ist auch das Setting der Geschichte weniger weitreichend und komplex. Alles spielt sich in einem geographischen Bereich ab, den man in wenigen Tagesmärschen erreichen kann. Die Lebenswege der verschiedenen Protagonisten kreuzen sich schnell und bleiben über die Geschichte konstant.

Wir begleiten den Steinhauer Seft, der seine gewalttätige Familie verlässt und sich dem Volk der Hirten anschließt, sowie seine Schwägerin Joia, die Priesterin wird und eine Vision für das bisher aus Holz gefertigte Monument entwickelt. Das Monument dient den Menschen als heiliger Ort für ihre Riten und gleichzeitig als Kalender und Rechenhilfe. Follett orientiert sich also an den üblichen Annahmen, wozu Stonehenge einst diente.

Mit der Bäuerin Pia und dem Waldmensch Bez sind auch die anderen Bevölkerungsgruppen im Umfeld der großen Ebene vertreten. Individueller Egoismus, Neid und Missgunst verhindern, dass diese Gruppen dauerhaft friedlich zusammenleben können; wie so oft sind die vernünftigen Menschen gegen die Dummen und Gewalttätigen machtlos.

Ich mochte an Folletts Romanen immer besonders die historische Akkuratesse, mit der ich viel über das Leben zur jeweiligen Zeit lernen konnte. Statt bisher maximal knapp tausend Jahre in die Vergangenheit sind es nun rund viereinhalb tausend — es war neu für mich, in die Jungsteinzeit einzutauchen. Ob das Leben der Menschen tatsächlich so war, wie Follett es beschreibt?

Laut Ken Follett muss ein guter Roman 50 dramatische Szenen enthalten. Ich hab wieder nicht mitgezählt, aber gefühlt waren es weniger beziehungsweise sie waren weniger dramatisch als üblich, vielleicht auch vorhersehbarer. Natürlich gelingt nicht jedes Vorhaben und nicht alle Protagonisten überleben, aber diesmal lässt Follett seine Hauptpersonen praktisch gar nicht leiden, es erwischt nur die Nebenfiguren.

Während mich der letzte Dan Brown (The Secret of Secrets) überrascht hat, war es nun beim aktuellen Ken Follett eher umgekehrt — es bleibt natürlich ein gutes Buch auf hohem Niveau, aber die Begeisterung von früher wollte sich nicht einstellen.

Ich vergebe 4/5 Punkten für eine gelungene, typische Ken Follett-Erzählung zu einem beeindruckenden Bauwerk. Der englische Originaltitel „Circle of Days“ gefällt mir übrigens besser als die deutsche Übersetzung, zumal „Kathedrale“ für mich nicht passend klingt und im Buch konsequent vom „Monument“ gesprochen wird.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Absolute Leseempfehlung!

Der Nachbar
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„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Mit diesem Zitat von Friedrich Schiller beginnt Sebastian Fitzek seinen neuesten Thriller und damit ist der Ton ...

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Mit diesem Zitat von Friedrich Schiller beginnt Sebastian Fitzek seinen neuesten Thriller und damit ist der Ton schon gesetzt.

Der Hype ist wieder riesig — doch ist er auch berechtigt? Nachdem ich das Buch verschlungen habe, kann ich nur sagen: Ja, absolut! Fitzek hat einen Pageturner allererster Güte abgeliefert, den man einfach nicht aus der Hand legen kann. Also wirklich gar nicht.

Das Buch ist durchgehend spannend und bietet zahlreiche Überraschungen und Wendungen — wie es sich für einen echten Psychothriller gehört, bei dem man als Leser durchgängig mitfiebert und sich fragt, wer hier eigentlich welches falsche Spiel spielt.

Ein klassischer Fitzek, bei dem ich mir immer wieder die Frage gestellt habe, wie man auf solche Plots kommt. Aus diesem will ich in dieser Rezension ausnahmsweise gar nichts verraten, um niemandem den vollen Lesegenuss zu nehmen.

Das passt auch zum reduzierten Cover: Dunkel, dezenter bläulich-floraler Hintergrund, glänzende Schrift und auf der Rückseite ein wirklich knapper Klappentext.

Etwas anderes als 5/5 Punkten wäre unangemessen, absolute Leseempfehlung für Thrillerfans.

Und ich informiere mich jetzt erstmal zu Schließsystemen und Überwachungstechnik…

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