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Veröffentlicht am 12.06.2025

Gefühlvoll, authentisch und atmosphärisch – eine Reise ins Herz der Highlands

Two Dreams, One Secret
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Two Dreams, One Secret von Nina Bilinszki ist der zweite Band der Glencoe-View-Reihe, und ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut – vor allem, weil mir Band eins schon so gut gefallen hat. Auch ...

Two Dreams, One Secret von Nina Bilinszki ist der zweite Band der Glencoe-View-Reihe, und ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut – vor allem, weil mir Band eins schon so gut gefallen hat. Auch dieses Mal konnte mich die Autorin wieder mit ihrer gefühlvollen Art zu schreiben, den authentischen Figuren und dem traumhaften Setting in den schottischen Highlands absolut überzeugen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kyleen, die seit Jahren heimlich in ihren besten Freund Finlay verliebt ist. Doch für ihn scheint sie nur eine gute Freundin zu sein – bis er sie bittet, ihn nach seiner Trennung zu einem Charity-Ball der Bergrettung zu begleiten. Ein Kuss bringt plötzlich alles durcheinander, und man spürt als Leser:in sofort, dass da mehr ist. Bevor sich jedoch etwas entwickeln kann, verschwindet Finlay bei einem Rettungseinsatz spurlos in den Bergen. Diese unerwartete Wendung hat mich sehr mitgenommen und für eine emotionale Tiefe gesorgt, mit der ich nicht gerechnet hätte.

Was mir besonders gut gefallen hat, war Kyleens Entwicklung. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern eine Figur, mit der man sich sofort identifizieren kann – zurückhaltend, loyal, mit großem Herzen. Auch Finlay mochte ich sehr, auch wenn er manchmal etwas verschlossen wirkte. Im Laufe der Geschichte offenbart er aber immer mehr von sich, was ihn für mich sehr greifbar und sympathisch gemacht hat. Die Beziehung zwischen den beiden ist zart, glaubwürdig und baut sich langsam auf – ganz im Stil einer klassischen Friends-to-Lovers-Geschichte, die Nina Bilinszki mit viel Gefühl erzählt.

Ein großes Highlight war für mich erneut das Setting. Die schottischen Highlands wurden so bildhaft beschrieben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu sein – zwischen windumtosten Bergen, kleinen Pubs und der rauen Natur. Ich liebe dieses leicht melancholische, mystische Flair, das die Autorin mit wenigen Worten erschafft. Die Atmosphäre war durchgehend stimmig und hat die Geschichte perfekt getragen.

Erzählt wird abwechselnd aus Kyleens und Finlays Sicht, was ich sehr gelungen fand, da man so beide Gedanken- und Gefühlswelten gut nachvollziehen konnte. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, gefühlvoll, dabei aber nie kitschig oder überladen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und möchte immer wissen, wie es weitergeht.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann wäre es vielleicht der Spannungsbogen. Das Verschwinden von Finlay bringt zwar einen Moment voller Dramatik, aber dieser Teil der Handlung kam recht spät und wurde relativ schnell wieder aufgelöst. Ich hätte mir hier etwas mehr Tiefe oder auch eine längere Auseinandersetzung mit der Situation gewünscht – allerdings passt dieses ruhige Tempo auch zum Gesamtton des Buches, der eher sanft und emotional als actionreich ist.

Insgesamt ist Two Dreams, One Secret für mich eine wunderschöne, berührende Liebesgeschichte mit genau der richtigen Mischung aus Romantik, Gefühl und Naturverbundenheit. Wer ruhige, atmosphärische Liebesromane mit starken Figuren und einem atemberaubenden Setting liebt, wird dieses Buch mit Sicherheit genauso genießen wie ich. Ich habe mich wieder sehr wohlgefühlt in Glencoe

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Ein letztes Mal Dunbridge – und mein Herz bleibt dort

Dunbridge Academy - Anymore
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Ich habe so lange auf dieses Buch gewartet – und jetzt, nachdem ich Anymore beendet habe, weiß ich gar nicht, wohin mit all meinen Gefühlen.

Dieser letzte Band der Dunbridge-Academy-Reihe hat mich auf ...

Ich habe so lange auf dieses Buch gewartet – und jetzt, nachdem ich Anymore beendet habe, weiß ich gar nicht, wohin mit all meinen Gefühlen.

Dieser letzte Band der Dunbridge-Academy-Reihe hat mich auf eine ganz besondere Art berührt. Ich wusste, dass es emotional wird, aber Sarah Sprinz hat es geschafft, mich komplett in die Geschichte hineinzuziehen – von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders Olivia und Sam … ich liebe die beiden. Ihre Dynamik, ihre Vergangenheit, ihre Art, miteinander umzugehen – das war einfach so echt und greifbar. Ich habe so oft mit ihnen mitgefiebert, mitgelitten und auch gelächelt.

Was ich an der Reihe (und auch hier wieder) besonders liebe, ist das Setting: Die Dunbridge Academy ist für mich mittlerweile mehr als nur ein fiktiver Ort. Es fühlt sich fast wie ein Zuhause an. Mit jedem Kapitel hatte ich das Gefühl, wieder dort zu sein – mit all den vertrauten Stimmen, Ecken und Beziehungen. Die Nebenfiguren bekommen auch in Anymore wieder ihren Raum, was das Ganze umso runder und schöner macht. Es war wie ein großes, letztes Wiedersehen.

Die Themen, die Sarah anspricht – Freundschaft, Liebe, Schuld, Vergebung – gehen wirklich unter die Haut. Ich hatte beim Lesen immer wieder diesen Kloß im Hals, aber gleichzeitig auch so viel Wärme im Herzen.

Und ja, ich habe geweint. Natürlich habe ich geweint. Aber irgendwie war es ein gutes Weinen – weil die Geschichte genau das mit mir gemacht hat, was ich mir von einem finalen Band wünsche: Sie hat mich zurückgelassen mit dem Gefühl, dass alles genau so war, wie es sein sollte.

Mein Fazit:
Dunbridge Academy – Anymore ist ein wunderschöner, emotionaler Abschluss einer Reihe, die mich über alle vier Bände hinweg begleitet, berührt und begeistert hat. Ich werde Olivia und Sam, aber auch die ganze Academy, so sehr vermissen.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Sehr emotionale Liebesgeschichte

The Summer We Fell
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Es ist jetzt schon einige Stunden her, und ich finde immer noch keine ganz passenden Worte dafür, was dieses Buch mit mir gemacht hat, seitdem ich die letzte Seite von The Summer We Fell umgeschlagen habe.
Manche ...

Es ist jetzt schon einige Stunden her, und ich finde immer noch keine ganz passenden Worte dafür, was dieses Buch mit mir gemacht hat, seitdem ich die letzte Seite von The Summer We Fell umgeschlagen habe.
Manche Geschichten leben in einem gewissermaßen weiter – und manche Geschichten liest man eben einfach so.
Diese hier gehört definitiv zu der zweiten Sorte.

Diese bittersüße Melancholie, die wirklich über allem gelegen hat, ist schon ganz von Anfang an da gewesen.
Juliet sowie Luke schleichen sich leise, aber unausweichlich ins Herz, die zwei Charaktere, die nicht laut schreien, nicht mit grossen Gesten um Aufmerksamkeit bitten.
Mir wurde es klar, umso mehr ich denn las: Das hier, das wird wehtun. Ich wollte es trotzdem. Ich wollte jeden einzelnen Schmerz fühlen, jede einzelne Unsicherheit mit ihnen teilen, jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer festhalten.

Juliet hat mich von allen Figuren am tiefsten berührt. Sie ist es.
Ihre Verletzlichkeit und ihr Bedürfnis, richtig zu handeln, waren dermassen authentisch. Ich erkannte mich in vielem wieder, obwohl sie innerlich zerrissen ist.
Es hat sehr wehgetan, weil es so wahrhaftig war. Dieses Gefühl, für alle stark sein zu wollen, machte einen selbst immer kleiner und kleiner.

Und Luke...
Gott, Luke.
Sofort wird einem bei ihm doch klar: Er ist wirklich einer dieser Charaktere, bei denen jemand stets mehr Last trägt, als man auf den ersten Blick so sieht. So überaus greifbar, so überaus zerbrechlich war all dies: Seine Loyalität, seine Schuldgefühle und seine stille Liebe zu Juliet. Ich habe ihn nicht nur so verstanden, sondern auch derart gefühlt. Umso mehr er kämpfte, desto mehr wollte ich ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihm sagen: Du darfst auch mal an dich selbst denken.

Diese Art von Liebe ist keineswegs perfekt, was dieses Buch für mich so besonders gemacht hat. Für mich ist dieses Buch aus diesem Grund wirklich so besonders gewesen. Keine einfache, geradlinige Romanze. Sondern vielmehr eine Liebe besteht wirklich aus Fehlern, aus Reue und auch aus unzähligen unausgesprochenen Worten. Eine Liebe ist dermaßen echt, eben deswegen sowie weil sie zuweilen viel zu schmerzhaft ist.

Ich musste einfach an so vielen Stellen immer wieder mal innehalten.
Weil Elizabeth O’Roark es eben geschafft hat, all die widersprüchlichen Gefühle so unglaublich roh, so total ungeschönt auf Papier zu bringen, waren dies Stellen, an denen mein Herz wahrlich einen Schlag aussetzte.
Dieser Satz gerade hat mich ganz besonders mitten ins Herz getroffen.

„Manchmal liegt das Richtige in dem, was wir einfach nicht anders können, und nicht in dem, was wir tun sollten.“

Darum geht es genau:
Nicht immer um Vernunft. Es geht nicht immer nur um falsch oder richtig. Sondern eben um dieses so tiefe, unausweichliche Gefühl. Manche von den Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, auch dann, wenn sie nicht perfekt sind.
Ganz egal wie sehr wir kämpfen oder loslassen wollen, manche Menschen sind immer ein Teil von uns.

The Summer We Fell hat mich durchaus unterhalten. Es hat mich zum Nachdenken gebracht, an meine Sommer erinnert und mich aufgewühlt – wegen verlorener Leute, wegen Gefühle, die man nie vergisst, und wegen nicht ergriffener Gelegenheiten.

Dieses Buch ist wie ein alter Lieblingssong, den man schon viel zu lange nicht mehr gehört hat.
Dein Herz wird gebrochen werden – doch so sehr, dass du dafür dankbar bist, überhaupt fühlen zu dürfen.
Elizabeth O’Roark hat eine Geschichte voller Fehler und voller Hoffnung, bitter, wunderschön und roh, die sich vollkommen wie echtes Leben anfühlt, geschrieben.

Kein einziges Buch, das man so einfach weglegt, ist The Summer We Fell.
Es bleibt.
Es schmerzt.
Man wird daran erinnert, dass uns gewisse Sommer, gewisse Lieben, gewisse Entscheidungen für immer begleiten.

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