Wenn das Herz sich erinnert
Weil wir es uns versprochen habenWeil wir es uns versprochen haben von Brittainy C. Cherry hat mich sofort mitten ins Herz getroffen. Ich habe das Buch aufgeschlagen, ein paar Seiten gelesen – und wusste, dass mich diese Geschichte nicht ...
Weil wir es uns versprochen haben von Brittainy C. Cherry hat mich sofort mitten ins Herz getroffen. Ich habe das Buch aufgeschlagen, ein paar Seiten gelesen – und wusste, dass mich diese Geschichte nicht so schnell loslassen würde. Cherry hat wieder einmal bewiesen, dass sie die Königin der gebrochenen Herzen ist, die genau weiß, wie man sie Stück für Stück wieder zusammensetzt.
Im Mittelpunkt steht Kierra, eine junge Mutter, die nach einem schweren Verlust versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie ist stark und verletzlich zugleich – eine Figur, die man sofort ins Herz schließt. Als sie auf Gabriel trifft, den Mann, den sie einst geliebt hat, reißt alles wieder auf. Doch Gabriel erinnert sich nicht an sie. Ein Unfall hat ihm die gemeinsame Vergangenheit genommen, und Kierra steht plötzlich vor dem Menschen, der ihr Herz einst gehalten hat – ohne dass er sie erkennt.
Was mich an diesem Buch so berührt hat, ist die Art, wie Cherry mit Emotionen umgeht. Nichts wirkt übertrieben oder kitschig – jede Szene, jeder Dialog trägt dieses leise Zittern von Sehnsucht und Schmerz. Die Geschichte ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine Reise zurück ins Vertrauen, zurück in die Erinnerung, zurück in die Liebe. Es geht um zweite Chancen, um das Loslassen und darum, dass manche Versprechen stärker sind als die Zeit.
Kierra ist eine Figur, die ich bewundere. Sie trägt so viel Last auf ihren Schultern, kämpft für ihre Tochter und für sich selbst, ohne den Glauben an das Gute zu verlieren. Gabriel hingegen ist einer dieser stillen, gebrochenen Männer, die man beschützen möchte. Sein Gedächtnisverlust macht ihn nicht schwächer, sondern menschlicher – er wirkt wie jemand, der in seinem eigenen Leben fremd geworden ist. Ihre Begegnungen sind von Anfang an aufgeladen – nicht mit Drama, sondern mit dieser bittersüßen Spannung, die Brittainy Cherry so perfekt schreiben kann.
Ich habe oft innegehalten, Sätze zweimal gelesen, weil sie mich einfach getroffen haben. Cherry hat ein unglaubliches Talent, Emotionen in Worte zu fassen, ohne dass sie an Tiefe verlieren. Ihre Sprache ist poetisch, ehrlich und manchmal fast schmerzhaft schön. Es gibt Szenen, in denen ich Tränen in den Augen hatte, und andere, in denen ich einfach lächeln musste, weil zwischen all der Traurigkeit auch so viel Hoffnung liegt.
Natürlich kennt man die Tropes – zweite Chance, Gedächtnisverlust, verlorene Liebe. Aber Brittainy Cherry schafft es, daraus etwas Eigenes zu machen. Ihre Figuren sind nicht perfekt, und genau das macht sie so real. Die Geschichte zeigt, dass Liebe nicht immer einfach ist, dass sie manchmal weh tut, aber trotzdem das Schönste bleibt, was wir haben.
Als ich die letzte Seite umblätterte, war ich gleichzeitig traurig und dankbar – traurig, dass es vorbei war, und dankbar, dass ich diese Geschichte lesen durfte. Weil wir es uns versprochen haben ist kein Buch, das man einfach konsumiert. Es ist eines, das man fühlt. Eines, das einen daran erinnert, dass manche Verbindungen tiefer gehen als Erinnerungen – und dass Liebe manchmal nur ein einziges Versprechen braucht, um wieder zu leuchten.