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Veröffentlicht am 03.07.2026

Ein Lesehighlight in diesem Sommer

The Artist
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Worum geht es in dem Buch?
Édouard Tartuffe ist ein exzentrischer, launischer Maler, der gemeinsam mit seiner Nichte Sylvette, genannt Ettie, in einem abgelegenen Haus in Südfrankreich lebt. Seine Gemälde ...

Worum geht es in dem Buch?
Édouard Tartuffe ist ein exzentrischer, launischer Maler, der gemeinsam mit seiner Nichte Sylvette, genannt Ettie, in einem abgelegenen Haus in Südfrankreich lebt. Seine Gemälde verkaufen sich so erfolgreich, dass die beiden ihren Lebensunterhalt allein davon bestreiten können.

Seit dem frühen Tod ihrer Mutter kümmert sich Ettie um den Haushalt, bereitet das Essen zu und beschafft die ungewöhnlichen Motive, die ihr Onkel für seine Stillleben benötigt. Dazu gehören überreife Früchte und welk gewordenes Gemüse oder ein Hummer mit auffälligen Punkten – Dinge, die auf dem Markt niemand kaufen würde.

Eines Tages erscheint Joseph, ein Journalist aus Großbritannien, auf dem Anwesen, um einen Artikel über den eigenwilligen Künstler zu schreiben. Zunächst begegnet Tartuffe ihm mit Misstrauen. Erst als Joseph sich bereit erklärt, für ein Porträt Modell zu sitzen, darf er bleiben.

Mit der Zeit gewöhnt sich Joseph an das Leben auf dem Hof und freundet sich mit Ettie an. Doch schon bald erkennt er, dass die Beziehung zwischen ihr und ihrem Onkel von Geheimnissen überschattet wird – Rätseln, die ihn tiefer in ihren Bann ziehen, als ihm lieb ist.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Mir hat vor allem der Schreibstil des Buches sehr gut gefallen. Die Sprache ist anschaulich und die Wortwahl sorgfältig gewählt, sodass ich mir sowohl die Landschaft Südfrankreichs als auch die Figuren lebhaft vorstellen konnte. Obwohl die Handlung nach dem Ersten Weltkrieg spielt, wirkt sie durch die Erzählung im Präsens besonders unmittelbar. Erzählt wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers, nicht aus der Perspektive einer Ich-Figur.

Auch die Handlung fand ich spannend und abwechslungsreich. Vor allem die Figuren Ettie und Joseph sind mir sympathisch. Besonders Ettie hat mich fasziniert, weil sie geheimnisvoll und vielschichtig wirkt. Ihr Onkel verschweigt ihr immer wieder Wahrheiten, da er sie nicht verlieren möchte. Trotzdem findet sie Wege, ihre künstlerischen Fähigkeiten heimlich weiterzuentwickeln. Als Joseph schließlich davon erfährt, verschärft sich die Situation und die Geschichte gewinnt noch einmal deutlich an Spannung.

Von mir bekommt das Buch fünf Sterne und eine Leseempfehlung. Für mich ist es ein Lesehighlight dieses Sommers.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Eine Familiengeschichte, die bleibt

Ein Ort, der bleibt
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Worum geht es in dem Buch?

Dr. Alfred Heilbronn und seine Frau Magda sind Naturwissenschaftler. Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen, verliert Alfred wegen seiner jüdischen ...

Worum geht es in dem Buch?

Dr. Alfred Heilbronn und seine Frau Magda sind Naturwissenschaftler. Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen, verliert Alfred wegen seiner jüdischen Herkunft seine Anstellung als Professor. In dieser Notlage erhält er das Angebot, in Istanbul eine Professur zu übernehmen – eine Chance, die er sofort ergreift. Alfred reist zuerst, seine Frau Magda und die beiden Kinder folgen später.

In Istanbul entfaltet sich die Faszination eines botanischen Gartens, um den sich Alfred gemeinsam mit seiner türkischen Assistentin Mehpare kümmert. Gleichzeitig etabliert er sich als Professor an der Universität von Istanbul. Magda, ebenfalls promovierte Naturwissenschaftlerin, kann in diesem Berufsfeld nicht arbeiten, sucht sich aber andere Aufgaben, genießt die Spaziergänge durch die Stadt und lernt neue Sprachen.

In einem zweiten Erzählstrang begegnet dem Leser Imke, eine Städteplanerin, die von einem deutschen Unternehmen nach Istanbul geschickt wird. Zusammen mit ihrem Kollegen Kai bewertet sie Gebäude und den botanischen Garten, den Alfred einst geschaffen hat. Die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Einrichtungen zu erhalten, zieht sich durch die Gegenwart.

Meine Einschätzung zu diesem Buch:

„Ein Ort, der bleibt“ ist für mich ein überwiegend historischer Roman, der mir so noch nicht begegnet ist. Ich wusste nicht, dass deutsche jüdische Mitbürger zur Zeit der Nazi-Herrschaft eine neue Heimat in der Türkei fanden. Die Autorin beschreibt das Leben der Familie Heilbronn in Istanbul von 1933 bis 1947 sehr plastisch und detailliert. Immer wieder begegnet man auch Alfreds Assistentin Mehpare – Figuren, die tatsächlich gelebt haben.

Der Roman greift mehrere Themen auf: Wie die Türkei deutschen Juden ab 1933 eine Zuflucht bot, welche Hindernisse Frauen hatten, eine dem Ausbildungsgang entsprechende Beschäftigung zu finden, und dass Mehpare schließlich einen Doktortitel erlangt. Dabei wird deutlich, dass sie als Botanikerin von ihren männlichen Kollegen nicht dieselbe Anerkennung erfährt wie diese.

Erzählt wird das Geschehen in Präsens aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler); Imkes Erlebnisse dagegen schildert der Text in Ich-Perspektive im Präsens. Der Stil ist gut, die Ereignisse wirken meist spannend und interessant. Zwischendurch empfand ich die Handlung als etwas eintönig, doch gegen Ende nimmt sie Fahrt auf und wird erneut packend und mitreißend.

Insgesamt vier Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Ein Pageturner für den Sommer

Bachelorette Party
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Worum geht es in dem Buch?

2012 treffen sich vier Freundinnen auf einer Schären-Insel in Schweden. Diese Treffen sind Tradition, die Freundinnen halten diese Treffen schon seit Jahren ab. Man spricht ...

Worum geht es in dem Buch?

2012 treffen sich vier Freundinnen auf einer Schären-Insel in Schweden. Diese Treffen sind Tradition, die Freundinnen halten diese Treffen schon seit Jahren ab. Man spricht sich aus, man hat Spaß, man festigt die Freundschaft. Nur diesmal ist alles anders. Die vier Freundinnen verschwinden spurlos. Polizei, Angehörige, Freunde suchen nach ihnen – jedoch ohne Erfolg.

Zehn Jahre später kommt Anneliese auf die Idee, auf genau dieser Schären-Insel ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Sie hat Freundinnen eingeladen. Zusammen halten sie sich in dem Hotel auf, das unterdessen dort gebaut wurde.

Tessa kommt nur widerwillig mit. Einst betrieb sie einen erfolgreichen Podcast, der sich mit wahren Verbrechen befasste. Doch sie hat einen Fehler begangen, der sie immer noch beschäftigt, auch in finanzieller Hinsicht. Ihre Schwester Lena überredet Tessa, an diesem Wochenende teilzunehmen. Auch Lena wird dabei sein. Tessa kommt also mit – sie will auch recherchieren, was 2012 mit den vier verschwundenen Freundinnen passiert ist.
Das Wochenende beginnt mit Yoga, gutem Essen, aber auch einigen rätselhaften Ereignissen.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Das Buch fängt spannend an. Man lernt Frauen Anneliese, Natalie, Caroline, Tessa, Lena , Mikaela und Irene kennen. Irene gehört das Hotel. Sie ist außerdem die Schwester von Mathilde, die eine der Frauen war, die vor zehn Jahren verschwand.

Die Handlung im Jahre 2022 wird im Präsens aus der Sicht der Ich-Erzählerin Tessa erzählt. Immer wieder gibt es Kapitel, die Vorgänge aus dem Jahre 2012 berichten. Sie werden in der Vergangenheit erzählt und erscheinen mir zuerst rätselhaft.

Nach dem spannenden Anfang flacht die Handlung etwas ab. Die Frauen sind mir auch nicht sonderlich sympathisch. Dass sie Freundinnen sein sollen, wundert mich. Die Stimmung unter ihnen ist selten herzlich, eher misstrauisch. Manche Tatsachen und Vorgänge wirken auch etwas konstruiert. Beispielsweise: Warum baut man ein Hotel auf eine Schäreninsel, auf der Leute verschwanden? Warum wurden die Frauen 2012 nie gefunden?

Gegen Ende wird die Handlung sehr spannend. Es wird brutal. Diesen Schluss hat man nicht kommen sehen. Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Sich aufopfern für die Karriere

Die Assistentin
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Worum geht es in dem Buch?
Charlotte Scharf nimmt einen Job als Assistentin in einem Verlag in München an. Sie ist Assistentin des Chefs Ugo Maise, einem Mann mit Eigenheiten. Sie erledigt nicht nur normale ...

Worum geht es in dem Buch?
Charlotte Scharf nimmt einen Job als Assistentin in einem Verlag in München an. Sie ist Assistentin des Chefs Ugo Maise, einem Mann mit Eigenheiten. Sie erledigt nicht nur normale Büroaufgaben, sondern kümmert sich auch um seine Friseurtermine, um seine Mahlzeiten und so weiter. Der Chef ist sehr launisch, ein Narzisst, selbstverliebt, oft unberechenbar. Manchmal denkt Caroline, dass sie mit ihm zurechtkommt, wenn er sie lobt. Dann wieder gibt es Momente, während derer sie ihm nichts recht machen kann. Er kritisiert an allem, ruft sie auch am Wochenende an.
Während andere kündigen, versucht Caroline, weiterhin mit ihm zu arbeiten. Sie ist Stimmungsschwankungen unterworfen. Mal würde sie am liebsten kündigen, dann gibt es Momente, während derer sie denkt, dass alles nicht so schlimm ist. Die Stadt München kann sie nicht genießen, auch ist es schwer, Zeit für einen Freund zu finden. Dabei ist Bo ein sehr netter Typ.
Ihre Eltern befeuern sie immer wieder, nicht aufzugeben, den Job zu behalten. Entspannung bietet ihr die Musik, die sie nebenher macht. Und Charlotte macht weiter – denn sie will Karriere machen und mehr Geld verdienen.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) geschrieben. Die Autorin hat einen Schreibstil, an den ich mich gewöhnen muss. Sie schreibt zum Beispiel die Dialoge so, wie man ein Theaterstück schreibt. Das finde ich interessant, denn auch die Handlung reißt mich mit. Das, was Charlotte erlebt, erinnert mich an einen Job, den ich hatte. In einer Firma mit einem genauso exzentrischen Chef wie Ugo Maise. Ugo Maise will, dass man viele Überstunden macht, er will jedes Schriftstück sehen, bevor es versandt wird. Das ist anstrengend. Er verzettelt sich auch in Kleinigkeiten, wie eine Sammlung von Dingen auf dem Dachboden – oder dass die Assistentin, wenn er in einem Hotel in Berlin ist, Fragen an das Hotelpersonal stellen muss, die er doch selbst stellen könnte. Charlotte ist fast eine Rundum-Betreuerin für ihren Chef.
Man fragt sich als Leserin, wie lange Charlotte das durchhält. Sie tat mir leid. Das Buch bleibt interessant und spannend bis zum Schluss. Ich habe es sehr gerne gelesen. Damit die Lektüre spannend bleibt, greift die Autorin immer wieder etwas vor und verrät kurze Details über die kommende Handlung. Das hat mich beim Lesen nicht gestört.
Ich vergebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Erkenntnisreicher Urlaub auf einer griechischen Insel

Träume aus Salz
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Worum geht es in dem Buch?

Zwei junge Erwachsene - Flo aus Deutschland und ihr Freund Matty aus den USA machen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Sie sind noch nicht lange zusammen, und der ...

Worum geht es in dem Buch?

Zwei junge Erwachsene - Flo aus Deutschland und ihr Freund Matty aus den USA machen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Sie sind noch nicht lange zusammen, und der Urlaub soll die Möglichkeit bieten, sich besser kennen zu lernen.

Ihr Verhältnis ist unbeschwert, aber auch von Geheimnissen geprägt. Sie lernen Sofia kennen, die sich mit Esoterik befasst, beispielsweise Tarot-Karten-Legen. Sofia hat etwas Mystisches, Geheimnisvolles in sich. Mit der Zeit allerdings kämpfen sich einige längst verdrängte Erinnerungen von Flo an die Oberfläche, die Erinnerung an ein zerrüttetes Familienleben und ihre Schwester Nadine.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Das Buch ist aus der Position des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) geschrieben. Flo ist mir sympathisch, Matty wirkt auf mich lange distanziert.

Die Urlaubsstimmung wird gut transportiert – als Leserin möchte ich am liebsten sofort wieder einen Urlaub auf einer griechischen Insel machen.

Sofia ist mystisch, geheimnisvoll, sie erschien mir lange Zeit als Konkurrentin für Flo um Mattys Gunst. Mit ihren esoterischen Neigungen, der Hellseherei und dem Tarot-Karten-Legen, kann ich nicht viel anfangen. Zum Glück bleiben solche Dinge eher im Hintergrund.

Was mir an dem Buch gefällt, ist, dass sowohl Flo, als auch Matty sich entwickeln. Für beide bringt der Urlaub neue Erkenntnisse. Flo kämpft noch mit inneren Verletzungen wegen der Scheidung ihrer Eltern und der Distanz zu ihrer Schwester Nadine. Matty merkt, dass ihm sehr viel an Flo liegt.

So ist dieser Roman nicht nur eine Urlaubsromanze zwischen zwei Personen, sondern beide bekommen neue Impulse, Dinge, die für ihr Leben wichtig sind, weiterzuentwickeln oder einen Neuanfang zu wagen.

Ich vergebe vier Sterne.

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