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Veröffentlicht am 09.02.2026

Beschaulich und kriminell

Der Tag, an dem Barbara starb
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Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Margaret Winterbottom ist 89 Jahre alt und lebt in einem kleinen nordenglischen Dorf. Sie ist Witwe. Eines Tages ist ihre Nachbarin und Freundin Barbara tot. ...

Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Margaret Winterbottom ist 89 Jahre alt und lebt in einem kleinen nordenglischen Dorf. Sie ist Witwe. Eines Tages ist ihre Nachbarin und Freundin Barbara tot. Sie ist offenbar gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei ermittelt.

Margaret und ihr Enkel James stellen ihre eigenen Nachforschungen an. Barbara erzählte Margaret noch etwas Wichtiges und Margaret versucht sich zu erinnern, was es war. Es könnte für die Lösung des Falls sehr wichtig sein.
Verdächtige sind einige Leute. Michael Cavanagh, der Fensterputzer, beispielsweise. Oder auch Jean, eine andere Nachbarin. Auf einmal wird James verhaftet.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Margaret Winterbottom beschreibt die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Immer wieder spricht sie dabei mit Albert, ihrem verstorbenen Mann. Sie hat mit einer beginnenden Demenz zu kämpfen. Die gesundheitlichen Probleme Margarets und Erinnerungen bestimmen meistens die Handlung. Viele Ereignisse beschreibt sie detailliert – für mich schon zu ausführlich. Das macht das Buch oft langweilig, auch wenn ich Margaret sympathisch fand.

Die Krimihandlung geht nur schleppend vorwärts. Auch wenn das charakteristisch für einen „cosy“ Krimi ist, hätte man die Handlung interessanter gestalten können.

Der Schluss wird auf einmal rasant und spannend – und mit dieser Auflösung hatte ich nicht gerechnet.

Ich vergebe 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Amüsanter Roman über zwei Außenseiter

Pi mal Daumen
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Worum geht es in dem Buch?
Moni Kosinsky ist Hausfrau, Mutter und Oma Sie ist 53 Jahre alt und will sich den Traum vom Mathematikstudium erfüllen. Deswegen schreibt sie sich an einer Universität irgendwo ...

Worum geht es in dem Buch?
Moni Kosinsky ist Hausfrau, Mutter und Oma Sie ist 53 Jahre alt und will sich den Traum vom Mathematikstudium erfüllen. Deswegen schreibt sie sich an einer Universität irgendwo in Deutschland ein.
Sie trifft auf Oscar, 16 Jahre alt, Mathe-Genie. Beide freunden sich an, beide sind Außenseiter. Während Oscar sich voll auf das Mathe-Studium konzentrieren kann, versucht Moni, das Studium, einen Nebenjob im Hotel, Sorge um ihre Familie und die Betreuung ihrer Enkel unter einen Hut zu bringen.
Oscar erklärt Moni, wie Mathematik funktioniert. Er hilft ihr bei den Hausaufgaben. Sie hat nämlich wenig Ahnung, kommt aber immer wieder auf erstaunliche Lösungen mathematischer Probleme. Und so bewältigt sie einige Semester.
Ihrer Familie verheimlicht sie lange, dass sie Mathematik studiert.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Erzählton ist leicht, ansprechend, immer etwas witzig. Erzählt wird aus der Perspektive von Oscar. Er ist der Ich-Erzähler und erzählt in der Vergangenheit (Präteritum).
Oscar lernt auch Monis Familie kennen. Sie ist ganz anders als seine eigene Familie. Anstrengend und verrückt, aber irgendwie liebenswert.
Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Als Leser ist man gespannt, wie Moni und Oscar das Studium meistern. Einschübe, die sich mit Mathematik befassen, stören nicht. Sie passen zur Handlung.
Ich vergebe fünf Sterne und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwei Schwestern auf einer Schäreninsel

Die Insel meiner Schwester
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Worum geht es in dem Buch?

Mirjam und Lavinia, genannt Nia, sind Halbschwestern – sie haben denselben Vater. Beide lernen sich als Teenager kennen und schließen Freundschaft. Sie sind nicht nur Schwestern ...

Worum geht es in dem Buch?

Mirjam und Lavinia, genannt Nia, sind Halbschwestern – sie haben denselben Vater. Beide lernen sich als Teenager kennen und schließen Freundschaft. Sie sind nicht nur Schwestern und Freundinnen, sondern auch Seelenverwandte.

Als Erwachsene ebbt der Kontakt zwischen beiden ab. Mirjam heiratet Juan und ist glücklich mit ihm, bis er ihr eröffnet, dass er sich in Frida verliebt hat. Frida und er werden Eltern werden. In diese enttäuschende Phase von Mirjams Leben kommt die Einladung zu Nias 40. Geburtstag. Zu Nia hatte Mirjam in den letzten Jahren wenig Kontakt. Das lag an Nias Mann Konrad, der starken Stimmungsschwankungen unterliegt. Nia und er leben auf einer schwedischen Schäreninsel. Als Mirjam auf der Insel ankommt, macht sie eine Entdeckung, die sie in Gewissenskonflikte bringt.

Meine Meinung:

Für mich war die Lektüre dieses Buches durchgehend interessant und spannend. Die Handlung ist aus der Sicht von Mirjam aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschildert. Spannung wird durch die Ereignisse, aber auch durch Mirjams Gedanken erzeugt. Im Teenie-Alter bewundert Mirjam ihre Schwester – deren Schönheit, Charme und Ideenreichtum. Nia schafft es, dass auch Mirjam ihre eigene Schönheit entdecken kann.

Beide Schwestern, Mirjam und Nia, sind sympathisch. Konrad ist merkwürdig. Er kann in einem Moment liebenswürdig sein und im nächsten Moment seine Frau schlagen. Nia schluckt das alles seit Jahren – auch Konrads herablassende Sprüche und viele Drohungen. Die Insel ist oftmals wie ein Gefängnis für sie. Sie geht keinem Job nach. Konrad hat genug Geld, um ebenfalls keiner festen Arbeit nachgehen zu müssen.

Die Feier zu Nias 40. Geburtstag ist eine willkommene Abwechslung. Außer Mirjam kommen noch andere Gäste: zwei ehemalige Schulkameradinnen und ein Freund. Neben zwanglosem Geplauder und einer Feier gibt es immer wieder eine unterschwellige Bedrohung, die während der Lektüre gut zu spüren ist. Wichtig ist auch die Frage: Wie kann Mirjam ihrer Schwester helfen, ohne etwas Illegales zu tun? Einige Ereignisse, mit denen man als Leser/-in nicht rechnet, machen das Buch zu einem Pageturner.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Starke Frauen in Kamerun

Issa
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Worum geht es in dem Buch?
Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren wurde, muss sie das – laut der Meinung ihrer Urgroßmutter – machen.

Parallel dazu erfährt man als Leser/-in einiges über Issas Vorfahren. Wie lebten sie in Kamerun? An welche Regeln mussten sie sich als Frauen halten? Wie gingen die Männer mit ihnen um? Man liest über Enanga, die 1903 in einem Ort aufwächst, in dem viele Menschen dem Aberglauben nachgehen. Ein Deutscher, der Hausherr des Hofes ist, auf dem Enanga lebt, vergewaltigt sie. Sie wird schwanger und bringt eine Tochter zur Welt. Ihr Vater Keke verjagt sie anschließend vom Hof. Sie findet Unterschlupf bei ihrer Cousine. Auch von weiteren kamerunischen Frauen erfährt man – all das ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers in der Vergangenheit geschrieben.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Mich haben beide Handlungsstränge sehr bewegt. Einerseits Issa, die Ich-Erzählerin, die in Deutschland groß geworden ist und jetzt in Kamerun einiges erleben muss. Sie schreibt das im Präsens. Die Rituale sind merkwürdig. Beispielsweise wird sie von einem Heiler mit einer stinkenden Brühe behandelt. Während eines anderen Rituals muss sie mit einem toten Kaninchen ins Meer gehen.

Ebenso sind die Frauenschicksale, die ab 1903 erzählt werden, oft erschütternd. Frauen in Kamerun hatten im 20. Jahrhundert wenig Rechte. Ein Mann konnte durchaus 19 Frauen haben. War man die erste Frau eines Mannes, genoss man einige Vorrechte und konnte die anderen Frauen piesacken. Männer bestimmten über die Frauen. So konnte beispielsweise Marijoh, Enangas Tochter, als Jugendliche von ihrem Stiefvater mit einem viel älteren Mann verheiratet werden, damit er seine Schulden bei diesem Mann loswurde.

Auch heute hat ein Mann noch viel zu sagen in Kamerun. Wer es als Mann beispielsweise nicht schafft, dass seine Frau ihn respektiert und ruhig ist, gilt als schwach. Diese und andere Tatsachen habe ich gelesen – und ich habe auch sonst viel über Kamerun gelesen und gelernt, was ich vorhin noch nicht wusste.

Für mich war „Issa“ ein interessantes und gutes Leseerlebnis. Ich vergebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Nette Geschichten für die Weihnachtszeit

WeihnachtsFestGeschichten
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Worum geht es in dem Buch?

Das Buch versammelt Weihnachtsgeschichten einiger Autoren. Es ist ideal zum Selber-Lesen, aber auch zum Vorlesen.
Meine drei Favoriten will ich hier vorstellen:

„Die Bude“ ...

Worum geht es in dem Buch?

Das Buch versammelt Weihnachtsgeschichten einiger Autoren. Es ist ideal zum Selber-Lesen, aber auch zum Vorlesen.
Meine drei Favoriten will ich hier vorstellen:

„Die Bude“ von Sylvia Barron:
Eine mutmachende Geschichte über einen Verkäufer auf einem Weihnachtsmarkt, der schon jahrelang kein Weihnachtsfest mehr gefeiert hat, und von einem liebenswürdigen älteren Ehepaar dazu eingeladen wird.

„Der Rollladen-Rausch“ von Katrin Faludi:
Eine Geschichte über zwei Nachbarinnen, die sonst kaum Kontakt haben, aber durch ein unvorhergesehenes Ereignis miteinander Weihnachten feiern.

„Der Auftrag“ von Amy J. Ritter:
Eine Geschichte über einen Wanderer, der sich am Weihnachtsabend hinaus in die Kälte begibt. Er weiß nicht, warum er das macht, aber plötzlich erkennt er den Sinn.

Meine Meinung:

Schnell sind die Geschichten zu lesen und sie vermitteln Weihnachtsfeeling. Wie beim Brunnen-Verlag üblich, haben die Geschichten einen christlichen Touch. Dadurch zeigen sie auch, wozu Weihnachten eigentlich da ist: Nicht im Kaufrausch versinken und nicht einsam sein, sondern Gemeinschaft mit anderen Menschen spüren und dadurch Freude empfinden.

Ich vergebe fünf Sterne.

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