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Veröffentlicht am 07.09.2019

Viel los in der Heide

Heideblütenküsse
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Silvia Konnerths aktueller Roman besticht zuerst mit seinem schönen Cover und dann mit seinem Inhalt. Denn schon von der ersten Seite an hat mich der Roman gepackt.

Emma ist Immobilienmaklerin und soll ...

Silvia Konnerths aktueller Roman besticht zuerst mit seinem schönen Cover und dann mit seinem Inhalt. Denn schon von der ersten Seite an hat mich der Roman gepackt.

Emma ist Immobilienmaklerin und soll in ihrem Heimatdorf eine Pension für einen Kunden kaufen. Doch diese Pension gehört Mark, Emmas Freund aus Kindertagen und ihrer ersten Liebe. Ihm gab sie als Kind ein Versprechen: dass sie alles tun würde, damit er nie aus Moorbach weg muss.

Aber nicht nur deshalb hat Emma Bedenken nach Hause zu fahren und dieses Geschäft abzuwickeln. Anscheinend wurde Emma vor 16 Jahren in Schimpf und Schande aus Moorbach vertrieben, weil sie Schuld an etwas hat. Emma nagt noch immer daran. Um was es dabei geht, bleibt lange ein Geheimnis.

Da sich Emma auch gleich mit ihren Eltern verkracht und Mark eh nicht gut auf sie zu sprechen ist. Obwohl er unterschiedliche Signale aussendet, fühlt sie sich ausgeschlossen. Nur Elvis, das Pferd, das immer ausbüxt, und dessen Besitzer Leo scheinen Emma zu verstehen.

Elvis ist ohne Zweifel der Herzensbrecher und das Goldstück des Romans. Auch die anderen Charaktere sind der Autorin gelungen, so dass es eine runde und sehr stimmige Geschichte ist, die sich auch im wahren Leben so abspielen könnte.

Fast bist zur letzten Seite überrascht "Heideblütenküsse" immer wieder aufs Neue, somit machte mir das Lesen enorm Spass.

Wer Wohlfühlbücher mit einer authentischen Geschichte und schönen Landschaftbeschreibungen mag, der sollte zu "Heideblütenküsse" greifen.

Fazit: Ganz schön viel los in der Heide - ein schöner Roman für alle Jahreszeiten.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Laue Liebesgeschichte

Annas kleiner Teeladen
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Ich hoffte auf eine gemütliche Lovestory mit Landlebenfeeling und immer vorgeheizten Backöfen, damit es nie an Gebäck fehlt.

Dieses Teeladen-Feeling habe ich nicht gespürt. Es geht auch nicht um Tee oder ...

Ich hoffte auf eine gemütliche Lovestory mit Landlebenfeeling und immer vorgeheizten Backöfen, damit es nie an Gebäck fehlt.

Dieses Teeladen-Feeling habe ich nicht gespürt. Es geht auch nicht um Tee oder mit viel Liebe und Kreativität gebackene Cupcakes (in einigen Sätzen bekommt man zwar mit, dass die gebacken werden, sie sind aber Nebensache), sondern mehr um die Liebesgeschichte zwischen Anna und Matthew. Sie verwitwet, er geschieden, beide mit Töchtern zurück gelassen.

Während Anna, zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, die Geschäftsführung des "Little Orchad Tea Shop's" für ein Jahr von ihrer Tante übernimmt und dafür mit ihrer kleinen Tochter Ellie nach Little Somerby zurück kehrt, blieb Matthew fast immer im Dorf und führt die Cider-Farm seines Vaters weiter. Matthew und Anna kennen sich noch von früher, und nähern sich einander an. Matthews fünfzehnjährige Tochter Meredith hilft dabei.

Diese Kennenlerngeschichte mit allen Auf und Abs ist das Zentrum des ersten Bandes dieser neuen Serie.

Matthew hat die Cider-Farm aufgebaut und jahrelang Zeit hinein gesteckt, nachdem sein Vater Jack die Firma fast in den Abgrund steuerte. Doch Jack will immer mal wieder mitreden. So überrascht es auch nicht, dass er hinter dem Rücken von Matthew dessen Bruder wieder in die Firma aufnimmt. Sehr zum Leidwesen von Matthew, denn er gibt Jonathan die Schuld am Zerbrechen seiner Ehe.

Anna könnte ebenso gut in einem Haushaltwarenladen, Computershop, Kiosk, oder sonst wo mit Kundenkontakt arbeiten - der Tearoom spielt nicht wirklich eine Rolle. Auch die Cider Farm nicht, die Szenerie ist hier überhaupt nicht entscheidend. Daher fehlte mir der Charme, den so eine Farm oder ein Café, ein Laden in Romanen oft inne hat, komplett. Es ist in erster Linie eine Beziehungsgeschichte und keine, in der ein Café enorm wichtig ist.

Mir fehlte aber auch in der Beziehungsgeschichte viel. Mit Matthew hatte ich Anfangs fast ein wenig Mitleid, doch dann macht er einen Fehler. Der an sich wäre irgendwie verkraftbar, aber nicht seine Reaktion. Real würde man ihn nicht aufgrund seines Fehlers, sondern seinem Verhalten danach zum Mond schicken. Sein passives Verhalten wirkt sich auch auf den Roman aus: es passiert lange nichts mehr.

Anna blieb mir den ganzen Roman hindurch viel zu blass, bei ihr fehlte mir eine Figurentwicklung. Jonathan ist ein elender Schleimer, ihm traue ich noch immer nicht über den Weg. Am liebsten mochte ich Meredith. Abgesehen von den beiden Kindern und Hund Senfton kann man die Figuren an einer Hand abzählen. Das dünkt mich für eine Dorfgeschichte recht wenig, vor allem da sich praktisch alle anderen nur als Statisten erweisen.

Durch die flache Erzählweise und die vorhersehbare Story bleiben dann auch die erwarteten Dramen spannungslos und somit konnte mich "Annas kleiner Teeladen" nicht begeistern.

Fazit: Leider kein Wohlfühlbuch, sondern eine laue Liebesgeschichte über zweite und dritte Chancen.
3 Punkte.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Der heilige Eid macht alles kompliziert

Wer Lügen sät
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Bei mittlerweile 30 Bänden dieser historischen Krimireihe aus Irland ist es fast jedesmal wie ein Besuch bei Bekannten, wenn man einen neuen Band von Schwester Fidelma aufschlägt.

Doch in diesem Band ...

Bei mittlerweile 30 Bänden dieser historischen Krimireihe aus Irland ist es fast jedesmal wie ein Besuch bei Bekannten, wenn man einen neuen Band von Schwester Fidelma aufschlägt.

Doch in diesem Band ist Fidelma äusserst wortkarg und erzählt ihrem Mann Eadulf nicht, wieso sie so dringend Abt Nessan aufsuchen muss. Eadulf besteht darauf mitzukommen, was Fidelma nicht so recht passt. Später hingegen wird sie froh sein, dass Eadulf und Enda aus der königlichen Leibwache sie begleitet haben.

Eadulf hat schlechte Laune. Er versteht nicht, wieso Fidelma ihm nicht wie sonst üblich erzählt, um was es bei dieser Reise geht. Als er wütend an ihrer Ehe zweifelt, sagt Fidelma ihm, dass sie einen "geis", einen heiligen Eid, geschworen hat und niemanden ihren Auftrag erläutern darf. Nicht, dass dies Eadulf irgendwie besänftigt, denn er kann ihr nicht helfen solange er nicht weiss, um was es geht. Auch Enda ist enttäuscht über Fidelmas Verhalten.

Durch diverse Situationen wie das Auffinden eines ermordeten Abtes, Überfälle, Gefangenennahme und vieles mehr geraten die drei immer wieder in Lebensgefahr. Sogar Fidelma weiss nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht. Von wem die Gefahr ausgeht, ist allen schleierhaft. Doch die drei aus Cashel schaffen es schlussendlich, die Verstrickungen zu lösen.

Leider trug sich die schlechte Laune der Protagonisten auch auf mich über. Ich begriff nicht, wieso Fidelma ihren Begleitern nicht schon von Anfang an sagte, wieso sie nicht über die Sache reden darf. Das hätte die Reise für alle angenehmer gemacht.

Nach dem genialen Band 26 "Der Lohn der Sünde" und allen anderen guten Bänden war ich von "Wer Lügen sät" ein wenig enttäuscht. Fidelmas Geheimniskrämerei ging mir auf den Keks und die Verschwörungen waren zu wirr. Ausserdem war der geheime Auftraggeber nie physisch anwesend, was mir die Geschichte sympathischer gemacht hätte.

Fazit: Am Ende doch ziemlich schlüssig, aber dennoch eins der schwächsten Bücher der sonst ganz tollen und lesenswerten Reihe.
Knappe 4 Punkte.

Veröffentlicht am 03.09.2019

Das Nicht-Date

Verliebt in Bloomsbury
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Im ersten Band schrieb Posy selbst einen Roman, im zweiten Band ist Verity von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" begeistert und hier im dritten Band ist Nina Fan von Emily Brontes "Sturmhöhe" und sucht ...

Im ersten Band schrieb Posy selbst einen Roman, im zweiten Band ist Verity von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" begeistert und hier im dritten Band ist Nina Fan von Emily Brontes "Sturmhöhe" und sucht ihren eigenen "Heathcliff". Doch bisher hatte Nina immer Pech mit ihren Dates, die sie vor allen über Sebastians Dating-App kennenlernte. Sie will der App abschwören, was sich einfacher anhört als es auch wirklich zu tun.

Nina, die Kratzbürste der Buchhandlung der einsamen Herzen, die Kuchen, Tattoos und 50er-Jahre-Kleider liebt, nervt sich über den Typen, der von Posy beauftragt wurde, die Arbeitsabläufe im Laden zu optimieren. Der Typ steht in der Ecke und beobachtet stundenlang wie Nina mit ihren Kollegen umgeht (kratzig, laut) und mit den Kunden (nett, hilfsbereit). Als er eines Abends mit ins Pub kommt, merkt sie, dass ihn ja kennt. Und das schon seit ihrer Schulzeit, als Noah von allen Mitschülern, besonders von Ninas Bruders gemobbt wurde.

Nina getraut sich nicht ihm zu sagen, dass sie ihn von früher kennt, auch dann nicht, als er feststellt, dass beide aus dem gleichen Londoner Vorort kommen. Dennoch freunden sie sich an und gehen miteinander aus, wobei Nina darauf besteht, dass es sich hierbei immer nur um "Nicht-Dates" handelt. Aber immer wieder überrascht Noah Nina. Noch nie hat ein Mann so viel für Nina getan oder ihr so gut zugehört. Doch er weiss noch immer nicht, wessen Schwester sie ist...

Nina und Noah sind zwei tolle Figuren. Dass die beiden aus dem selben Ort kommen und dieselbe Schule besucht haben, macht die Geschichte speziell. Noah hatte eine schreckliche Kindheit, Nina fand keine berufliche Perspektive. Und doch haben sie das alles hinter sich gelassen, sich dabei selbst gefunden oder sind zumindest auf dem Weg dahin.

Von Band zu Band wird die Serie besser, Tom lernt man hier schon ein wenig besser kennen, doch um ihn und Mattie geht es erst im nächsten Band.

"Verliebt in Bloomsbury" ist die Krönung, der Höhepunkt der ersten drei Bände. Es hat Tiefgang, erzählt eine plausible und romantische Geschichte, und wer die Vorgängerbände kennt, weiss, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt. Nach dem ersten Band hätte ich wirklich nicht gedacht, dass die Serie sich so gut entwickelt.

Fazit: Die Geschichte über die "Nicht-Dates" zu lesen macht total Spass. Man mag den Roman nicht aus den Händen legen, bevor er zu Ende gelesen ist.
5 Punkte.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Romantischer Lesegenuss

Die kleine Patisserie in Paris
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Nina träumt davon Patisserie herzustellen. Deshalb denkt sie, sie könnte einiges lernen, wenn sie Sebastian, der beste Freund ihres Bruders und früher auch mal ein Freund von ihr, für einige Wochen in ...

Nina träumt davon Patisserie herzustellen. Deshalb denkt sie, sie könnte einiges lernen, wenn sie Sebastian, der beste Freund ihres Bruders und früher auch mal ein Freund von ihr, für einige Wochen in seinem neuen Bistro in Paris unterstützt. Ausserdem will sie einfach auch mal weg von zuhause, wo sie von ihren Eltern umsorgt und von ihren vier Brüdern genervt wird.

In Paris angekommen wird Nina sogleich von Sebastian herum kommandiert. Ist das noch der Sebastian, den sie als Kind kannte, oder hat er sich dermassen negativ verändert? Nina versucht das Beste aus der Situation zu machen und freundet sich schnell mit Marguerite, einer langjährigen Stammkundin des Cafés an. Mit Marcel, dem komischen Kellner, wird sie nicht richtig warm. Er lässt Nina spüren, dass er mit Sebastians Idee, aus dem Café ein Bistro zu machen, nicht einverstanden ist.

Auch Nina findet den Umbau blöd. Ebenso die Backkurs-Teilnehmer, bei dem Nina Sebastian assistiert. Sie freundet sich schnell mit Maddie, Jane, Peter und Bill an. Die bunt zusammen gewürfelte Backschülerschar ist beeindruckt von Ninas Backkünsten und so geht es nicht lange und sie alle - zusammen mit Marcel - hecken einen Plan aus, um Sebastian davon zu überzeugen, dass Paris dieses kleine Café braucht.

Sebastian bekommt davon nichts mit. Er ist mit seinem gebrochenen Bein und der Tatsache, dass sein Freund Alex mit Nina ausgeht, beschäftigt und ist äusserst eifersüchtig. Also will auch er mit Nina ausgehen, wovon aber Ninas Bruder nicht begeistert ist, als er davon hört. Und Nina? Fühlt sich wie auf einer Achterbahn.

Sebastian ist arrogant. Aber ihn kann man gut beiseite schieben und sich an den Geschichten der anderen Charakter, allen voran die der Backtruppe, erfreuen und zuschauen, wie sie Paris entdecken und sich miteinander verbünden.

Die Streifzüge mit Nina durch die diversen Patisserien in Paris lasen sich so, als ob man auch dabei wäre und sich mit Nina durch alle Köstlichkeiten probiert. Sie machen Lust wieder mal nach Paris zu reisen oder zumindest in der nächsten Patisserie einzufallen und sich einmal quer durchs Angebot zu essen.

Mir haben Band 1 und 2 der Romantic Escapes-Serie schon gut gefallen. Durch den einnehmenden Schreibstil, die versprühte Romantik und den grosszügigen Genuss (den hier endlich mal niemand bereut!) der Patisserie-Stückchen ist aber der dritte Teil definitiv der schönste und romantischste Band der Serie bisher.

Fazit: Ein romantischer Lesegenuss!
5 Punkte.