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Veröffentlicht am 27.02.2021

Hitze, Dschungel, Eingeborene

Lady Trents Memoiren 2
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Lady Camhirst hat sich in den drei Jahren, die seit ihrer ersten Forschungsreise vergangen sind in ihrer viktorianisch anmutenden Welt einen wenn auch sehr kleinen und beengten Platz in der der Gesellschaft ...

Lady Camhirst hat sich in den drei Jahren, die seit ihrer ersten Forschungsreise vergangen sind in ihrer viktorianisch anmutenden Welt einen wenn auch sehr kleinen und beengten Platz in der der Gesellschaft eingerichtet, den sie ständig gegenüber den offiziell herrschenden Konventionen verteidigen muss. Als Witwe fällt es ihr zwar leichter auch als selbständige Frau akzeptiert zu werden, als Wissenschaftlerin in einer männlich geprägten Welt jedoch noch immer nicht.
Doch mit Unterstützung ihres Gönners und Förderers kann sie sich auf eine erneute Forschungsreise begeben, die sie nach Eriga führt; einen Kontinent der unserem Afrika entspricht.

Da es sich um den zweiten Band von „Lady Trents Memoiren“ handelt sollten alle interessierten Leser keinen Highfantasy-Roman rund um magische Drachenwelten erwarten. Wie auch bereits der erste Band handelt es sich um eine memoirisch verfasste Geschichte im besten Stile einer (fiktiven und fantastischen) Reisebeschreibung. Zum Fantasygenre gehört das Buch, da es sich um eine fiktive Welt handelt, wenn man auch hier wieder ganz klar die Anlehnungen an die unsrige erkennen kann. Sowohl die Landesbeschreibungen, als auch die hervorragenden Zeichnungen von Todd Lockwood zeichnen ganz klar afrikanische Regionen zur Zeit des viktorianischen Kolonialismus nach.
Und obwohl es auch hier natürlich um die Erforschung der Drachen eben jener Region geht, sind diese doch wieder lediglich Aufhänger für den eigentlichen Inhalt der Memoiren – den gesellschaftlichen Konventionen der beschriebenen Gesellschaft und wie die Protagonistin versucht diesen entgegen ihren individuellen Platz zu finden.

Ja, ich war auch dieses Mal wieder begeistert. Warum also landet das Buch dann nicht in meinem Fanregal?
Um es einfach zu sagen, es spielt auf dem „falschen Kontinent“. Afrikanische Geschichte und Gesellschaft konnte mich schon während des Geschichtsstudiums nicht wirklich fesseln. Dazu dann noch die anthropologischen Beschreibungen der Dschungelgesellschaft in diesem Band – das machte das Lesen für mich eher etwas unattraktiver und langgezogener.

Das soll jetzt aber niemanden abschrecken das Buch selber zu entdecken. Schriftstellerisch finde ich es genauso hervorragend vom Ansatz her wie den ersten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Rasante Spurensuche im Flüsterwald

Flüsterwald - Der verschollene Professor (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 2)
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Wie am Ende des ersten Bandes bereits angedeutet kommt eine neue Mitspielerin ins Team. Ella, die Enkelin des Vorbesitzers der alten Villa kennt die Geheimnisse um den Flüsterwald. Schließlich hatte sie ...

Wie am Ende des ersten Bandes bereits angedeutet kommt eine neue Mitspielerin ins Team. Ella, die Enkelin des Vorbesitzers der alten Villa kennt die Geheimnisse um den Flüsterwald. Schließlich hatte sie früher viel Zeit bei ihrem Großvater in der Villa verbracht. Doch seitdem er plötzlich verschwunden ist, kann sie die Villa nicht mehr betreten, und so auch nicht seinem Verschwinden auf den Grund gehen.
Eines steht jedoch für sie fest – Alles hat mit dem Flüsterwald zu tun. Und so hängt sie sich an Lukas Fersen, um den Flüsterwald wieder betreten zu können.

Das Abenteuer kommt jetzt so richtig in Gang. Während der erste Band eigentlich mehr dem Kennenlernen der kleinen Gruppe und des ganzen Rahmens der Geschichte diente, wird jetzt die eigentliche Handlung in Gang gesetzt. Und das alles in dem gewohnten Stil des Autors aus seinen Romanreihen für das ältere Lesepublikum.
Was bedeutet das?
Die Handlung ist rasant und voller Action. Zudem werden im Hintergrund mehrere Handlungsstränge angedeutet, die wahrscheinlich erst in folgenden Bänden zum Tragen kommen werden. ABER, und hier wurde wirklich darauf geachtet, dass es sich um ein Kinderbuch handelt – das Setting wechselt nicht sprunghaft hin- und her. Es wird eher chronologisch in einer Linie erzählt, so dass der Überblick über die gesamte Handlung immer gewahrt bleibt.
Jedoch im Gegensatz zum ersten Band gibt es hier am Ende den vom Autor schon fast zu erwartenden Cliffhänger, so dass dem Leser eigentlich fast gar nichts weiter übrig bleibt, als gespannt auf den nächsten Band zu warten.

Zudem gibt es am Ende noch eine kleine Bonusgeschichte, die sich um Felicitas und deren Mutter dreht. Und was noch viel wichtiger ist – sie ist ein netter Anheizer für den dritten Band.

Wie man sieht, mir hat das Buch sehr gefallen.

Doch jetzt zu einem Abstrich, den mein Sohn gegeben hat. Insgesamt ist das Buch bei ihm auch eingeschlagen wie eine Granate. Jedoch war ihm die Beschreibung der ohnehin sehr Action lastigen Szenen teilweise etwas zu realistisch – will heißen, er ist bisweilen emotional zu sehr in die immer sehr knapp ausgehenden Handlungen eingestiegen und es wurde ihm dadurch zu unheimlich.
Sicher, mein Sohn ist definitiv nicht das Maß aller Dinge. Er gehört aber zu den sehr empathischen Kindern, so dass ihm die Handlung doch ein wenig zugesetzt hat.
Also hier mein Tipp an alle Eltern die ähnlich gepolte Kinder haben oder es mit etwas jüngeren Kindern lesen wollen, selber erst einmal reinlesen und entscheiden, ob es das richtige Buch fürs Kind ist oder gemeinsam mit dem Nachwuchs lesen, das hilft zumeist.
Generell ist die Leseempfehlung des Verlages für die Altersgruppe ab 9 Jahren gut gewählt.

Alles in allem bekommt das Buch von uns jedoch eine absolute Leseempfehlung, denn es sprüht vor Fantasie, Abenteuer und auch Witz.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Ist bei uns voll eingeschlagen

Die Schule der magischen Tiere ermittelt 1: Der grüne Glibber-Brief
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Ich hätte es nicht vermutet, aber meinem Sohn hat das Buch so sehr gefallen, dass er jetzt auch noch den zweiten Band liest, den es gibt.

Die Geschichte ist kurz erzählt und alle Charaktere werden am ...

Ich hätte es nicht vermutet, aber meinem Sohn hat das Buch so sehr gefallen, dass er jetzt auch noch den zweiten Band liest, den es gibt.

Die Geschichte ist kurz erzählt und alle Charaktere werden am Beginn des kleinen Lesebuches kurz erläutert, so dass auch Kinder die die Hauptreihe nicht kennen einen kurzen Einstieg in die Beziehungen der Protagonisten untereinander haben.
Die Kapitel sind kurz gehalten. Man kann das Buch also auch vor dem Einschlafen lesen. Und sowohl Schrift, als auch die schönen Illustrationen sind ausgewogen aufgeteilt. Selbst an Abenden, an denen mein Kleiner gar nicht mehr so voll konzentriert war konnte er dadurch der Geschichte gut folgen.

Absoluter Pluspunkt von meinem Sohn gibt es für das tolle Kreuzworträtsel am Ende. Und von mir gibt es diese für die Teilnahme des Buches auf Antolin.

Wir empfehlen neugierigen Leseanfängern der Grundschule das Buch gerne weiter. Das schafft jeder, auch ohne die Hilfe der Eltern.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Epische tolle Fantasy, die mich auf den Geschmack gebracht hat

Das Lied des Wolfes
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Ich bin ohne Vorkenntnisse der Rabenschatten-Trilogie ins kalte Wasser gesprungen. Das brachte, so muss ich gestehen nach dem ersten Kapitel einige Schwierigkeiten mit sich in die Handlung einzusteigen, ...

Ich bin ohne Vorkenntnisse der Rabenschatten-Trilogie ins kalte Wasser gesprungen. Das brachte, so muss ich gestehen nach dem ersten Kapitel einige Schwierigkeiten mit sich in die Handlung einzusteigen, da es in der Rabenklinge-Reihe vordergründig um Vaelin al Sorna, den Helden der vorbenannten Trilogie geht. Aber mit ein bisschen Geduld und genereller Erfahrung im Verständnis von High-Fantasy-Welten kann man der Handlung folgen und letztendlich voll in die Handlung eintauchen.

Sehr gut, wenn auch ganz zu Beginn sicherlich etwas verwirrend, sind grundlegend die zwei Handlungsebenen, die der Autor nutzt, um zeitlich übergreifende Ereignisse kenntlich zu machen.
Neben den aktuellen Ereignissen in der Lebenswelt von Vaelin, die den Hauptteil des Roman einnehmen gibt es immer zum Beginn eines neuen Romanabschnittes einen rückblickenden Bericht von Luralyn, der Seherin der Stahlhast. Durch sie erhalte ich als Leser Einblicke in die ganzen Vorentwicklungen innerhalb der Stahlhast bis hin zu dem Zeitpunkt, an denen sich Luralyns Erzählungen mit den aktuellen Ereignissen des Romans zu decken beginnen. Aus meiner Sicht ein schriftstellerisch gelungener Griff.

Was ich an diesem Buch so sehr schätze ist wieder einmal die wirklich gelungene Transformation von realen historischen Prozessen unserer Welt auf eine fantastische Ebene.
Unverkennbar sind hier die Entwicklungsprozesse der Horde, die stark an die zentralisierende Entwicklung der Mongolen unter Dschingis Khan und dessen Expansionsbestrebungen erinnern. Super passt da der fantastische Effekt der Vergöttlichung des Anführers und Einiger der Stahlhast in diese Geschichte hinein. Gerade bei den dramatischen Entwicklungen im letzten Drittel des Romans erinnerte mich das Element sehr stark an Thulsa Doom aus Conan der Babar – das ist richtig gut.
Auch das Kaufmannskönigreich, in dem die aktuellen Ereignisse überwiegend verankert sind entwickelt starke Anlehnungen an die klassische chinesische Gesellschaft mit Triaden und einem Gefolgschaftssystem wie man es in Europa überwiegend aus den gängigen chinesischen Filmen und Romanen kennt. Da der Ferne Osten (im Roman der Ferne Westen) mit seinen Legenden und Traditionen für uns zumeist ein tolles Repertoire an Mystischem enthält, passt die Figur der Jadeprinzessin hier im Roman makellos hinein.
Und nun noch ein paar allgemeine Worte zu den Charakteren. Sicherlich könnte man dem Autor den Vorwurf machen, dass diese wieder einmal sehr stereotyp und daher etwas oberflächlich sind. Bei näherer Betrachtung sind sie es jedoch nicht. Zum Teil tragen sie schon Entwicklungen aus der Trilogie in sich, die ihr grundlegendes Verhalten prägen. Dadurch kann man sicherlich sehr geradlinige Vermutungen anstellen, wie sich die Charaktere entwickeln können. Aber es wäre ja auch keine epische High-Fantasy, wenn man nicht generell absehen könnte was ganz am Ende stehen kann. Das ist etwas, was viele Romane und Genre teilen und lässt die Protagonisten trotzdem nicht oberflächlich und platt erscheinen.
Da ist zum Beispiel Sherin, die ganz dem Klischee der typischen Heilerin entspricht, immer bemüht jedem Verletzten irgendwie zu helfen und wenn es das letzte ist, was sie tut. Schon ein klassischer Archetyp. Und doch stellt sie auch Gifte her, als es darauf ankommt und definitiv nicht aus einer nostalgischen Verbundenheit Vaelin gegenüber. An dieser Stelle kommt durchaus der Ansatz eines Charakters durch, der Situationen pragmatischer beurteilt, als es ein normaler Archetyp tun würde.
Und so muss man einige Charaktere des Romans genauer betrachten und durchdenken in Bezug auf deren Hoffnungen und Handlungen.

Mich konnte der Roman richtig überzeugen und ich kann ihn absolut weiterempfehlen. Man sollte sich beim Lesen jedoch Zeit nehmen und bisweilen ein wenig über die Entwicklungen nachdenken.
Für Leser, die anhand des Klappentextes jedoch davon ausgehen, dass sich hier um eine epische und dramatische Liebesgeschichte mit großen Emotionen im Vordergrund handelt, denen rate ich vom Buch ab.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Abenteuer, wir kommen

Die fliegende Schule der Abenteurer (Bd. 1)
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Ja Abenteuer, wir kommen!!!
Zumindest mein Sohn würde gerne auf so eine Reise gehen.
Die Figuren haben ihm auf Anhieb gefallen, vor allem Connor. Immerhin ist der Junge cool, auch wenn mein Sohn meint, ...

Ja Abenteuer, wir kommen!!!
Zumindest mein Sohn würde gerne auf so eine Reise gehen.
Die Figuren haben ihm auf Anhieb gefallen, vor allem Connor. Immerhin ist der Junge cool, auch wenn mein Sohn meint, dass er im Gegensatz zu allen anderen Teammitgliedern am Anfang ganz schön arrogant ist. Da sich aber die 4 Kinder so richtig gut zusammenraufen und das Abenteuer ganz viel Spannung mit einer kleinen Prise Humor bietet, war dann die ganze Geschichte für meinen Sohn aufregend.
Sehr lustig und als absolute Bereicherung der Geschichte fiel uns beim Lesen TICI, der Boardcomputer des „gestohlenen“ Luftschiffes ins Auge.
Zum 100%igen Selberlesen war meinem Sohn das Buch noch zu lang. So wurde daraus eine Mischung aus gegenseitigem Vorlesen, was uns aber sehr viel Spaß gemacht hat.
Die tolle Geschichte und die genialen Illustrationen haben meinen Sohn auf jeden Fall weiter ermutigt, sich auch mit zunehmend umfangreicherer Lektüre auseinander zu setzen.

In Punkto Illustrationen muss ich an dieser Stelle einmal den Coppenrath Verlag positiv hervorheben. Mir gefällt es wirklich sehr, dass der Verlag regelmäßig gute, farbig illustrierte Bücher auch für etwas ältere Kinder in sein Programm aufnimmt und das bei einer guten Buchqualität zu einem doch günstigen Preis.

Gute Leser mit 8 Jahren sollten keine größeren Schwierigkeiten mit diesem schönen Abenteuer haben. Für jüngere Kinder ist das Buch aber auch durchaus geeignet, wenn sie so richtige Abenteuer mögen. Denn die Kapitel eigenen sich gar nicht so schlecht zum Vorlesen.
Wir warten bereits auf das für das Frühjahr angekündigte nächste Abenteuer!

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