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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Kriminalgeschichte in der elisabethanischen Ära

Lady Grace Mysteries
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In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat ...

In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat aufgenommen und lässt ihr besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Dazu gehört, dass sie 3 Anwärter um die Hand von Grace auserkoren hat. Als einer der drei Männer anscheinend von einem der Rivalen ermordet wird, beginnt Grace zu ermitteln.

Obwohl das Buch einige kleinere Längen hatte, in denen ich mir die Handlung etwas straffer gewünscht hätte, hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Grace als Protagonisten ist in ihrem Selbstbewusstsein zwar dem modernen Mädchenbild etwas angepasst, doch der Zeitgeist der elisabethanischen Ära kommt zu jeder Zeit gut zum Tragen. Denn trotz Grace‘ sehr unabhängigen Ermittlungen werden immer wieder die möglichen Folgen ihres Handelns hervorgehoben, so dass man die Stellung der Frau im damaligen sozialen Gefüge gut nachvollziehen kann.
Die Erzählperspektive einer Tagebuchschreiberin macht die ganz Handlung für junge Leser nahbar und emotional annehmbar. Wenn man sich darauf einlässt, wird das Buch so zum Erlebnis.
Das Glossar am Ende sorgt dafür, dass die Lesenden auch ihnen unbekannt Begriffe nachschlagen können. Also kommt zur schönen Geschichte noch ein „Bildungsfaktor“ hinzu.

Eine kleine Kritik meinerseits gibt es zur möglichen zu starken Übersetzung von englischen Begrifflichkeiten. Beispielsweise der Begriff „Koller“. Im Glossar wird dieser erläutert. So weit so gut. Ich denke, dass in der Originalausgabe „Partlet“ stand, eben die englischsprachige Bezeichnung für dieses Kleidungsstück. Man muss nicht immer alles übersetzen, vor allem dann nicht, wenn die Übersetzung in den eigenen Sprachgebrauch auch erst einer Erläuterung bedarf.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Fantasy ja, Mittelalter

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen ...

Ritter werden zu wollen ist ein ganz gängiges Motiv in der Kinderliteratur, gerade für recht junge Leser. Und das Umfeld der Handlung kann absolut vielfältig sein, ähnelt aber immer einem mittelalterlichen Umfeld. Wo sonst sollten für uns Ritter auch herkommen?!
Hier wurde jedoch mit einem Abenteuer im Mittelalter geworben. Nur weil im Text regelmäßig das 12. Jahrhundert erwähnt wird, ist die Gesamtdarstellung der Handlung kein Mittelalter. Positiv finde ich die Darstellung der Lebenssituation von Tyl selbst. Das passt. Auch, dass sein Vater ihn bereits im Kindesalter des Hauses verweist. Nicht passend finde ich die Situation von Tyls älterem Bruder, der aus so ärmlichen Verhältnissen kommend, am Hofe zum Ritter ausgebildet werden soll. Das ist reine Fantasy. Und der Rest des gesamten Buches auch.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine schlecht erzählte Geschichte für Kinder ist. Die Bewerbung des Buches ist lediglich irreführend und vermittelt geschichtsinteressierten Kindern ein falsches Mittelalterbild.
Bisweilen werden einige der im Buch vorkommende Charaktere nur oberflächlich angeschnitten und die Handlung wirkt an einigen Stellen auch etwas unlogisch, als ob kurze Handlungsstücke fehlen. Aber vielleicht kommt da ja mehr in nachfolgenden Bänden, so dass sich dann eine schöne Gesamthandlung ergibt.

Für die Zielgruppe ist das Buch altersgerecht herausgegeben worden. Es gibt kurze Kapitel, die durch Vignetten noch weiter in kürzere Leseabschnitte unterteilt werden. Mir persönlich sind es ein paar zu viel. Dadurch wirkt der Platz im Buch optisch öfter unnötig flächenfüllend geteilt.
Die schwarz weißen Illustrationen von Raymund Frey sind passend eingefügt und unterstützen aber die Stimmung der Handlung gut.

Zusammenfassend betrachtet ist es ein solides Kinderbuch. Da es sich um einen Serienauftakt handelt bleibt zu hoffen, dass sich inhaltlich noch Einiges anpassen und entwickeln wird, damit es zu einer besseren Kinderbuchreihe heranreift.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ist mir zu amerikanisch

Spellcaster
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Die Story ist einfach. Eine junge Frau, wohlbehütet mit 4 Geschwistern aufgewachsen kommt an eine für Hexen sehr bekannte Zauberschule, um ihre magische Kraft zu entdecken und sich somit auf ihr künftiges ...

Die Story ist einfach. Eine junge Frau, wohlbehütet mit 4 Geschwistern aufgewachsen kommt an eine für Hexen sehr bekannte Zauberschule, um ihre magische Kraft zu entdecken und sich somit auf ihr künftiges Leben in in einem Hexenzirkel vorzubereiten. Kaum dort angekommen trifft Paisley auf Logen. Zwischen den Familien der beiden besteht eine Blutfehde, so dass sich beide erst einmal eher feindlich gegenüberstehen. Und während das Collegejahr seinen Gang nimmt, kommt es um Paisley herum zu bedrohlichen Ereignissen, die sich auch auf die Schule auswirken. Und auch wenn die junge Frau davon ausgeht, dass Logan dahintersteckt, hilft eben jener ihr doch immer wieder.
Und selbstverständlich, träumt Paisley regelmäßig von ihm und sehnt sich nach körperlicher Nähe seinerseits.

Ich denke so in etwas trifft es die Story.
Was mir gut gefallen hat ist die Beschreibung der Hexengesellschaft, die parallel innerhalb unserer Welt existiert und die Beschreibung der Zauberschule mit ihren akademischen Abläufen.
Und dann bin ich leider auch schon bei dem Punkt angelangt, bei dem das Buch bei mir nicht funktioniert. Für meinen Geschmack ist es einfach zu amerikanisch. Anders vermag ich es nicht auszudrücken.
Paisley ist 22 und erst in diesem Alter beginnt die Collegephase in ihrem Leben. Als Hintergrund dafür wird die Art und Weise, wie Hexen ihre Kinder aufziehen angeführt. Die Schule beginnt erst mit 10 Jahren, davor ist Erziehung im Familienkreis angesagt, der auch anscheinend normalerweise etwas größer ist. Immerhin hat Paisley vier Geschwister, die alle älter sind als sie selbst. Dieses Aufziehen in der Gemeinschaft dient der Vorbereitung auf ihr künftiges Leben innerhalb der Hexenzirkel, also immer innerhalb größerer Gemeinschaften. Hinzu kommt das Verhältnis zwischen (Ehe)Partnern. Hexer haben anscheinend einen all umfassenden Besitzanspruch an ihre Partner und dieser wird durch die Autorin so beschrieben, dass Hexer alles und jeden zerstören würden, der zwischen sie und ihre Partnerin treten würde. Das erinnert bildlich an weiße, ländliche, christliche Bevölkerungsgruppen mit einem sehr traditionellen Familienbild.
Dazu kommt, wie unreflektiert Paisley die Aussagen ihrer Familie annimmt und auf den Umgang mit anderen überträgt. Logan ist dafür das Paradebeispiel. Paisleys Vater gibt klar vor, dass Logan nur ein Feind sein kann, der Paisley etwas antun will. Auch die anderen Geschwister nehmen ihn gleich als Bedrohung für ihre jüngste Schwester wahr. Logan wird als Spellcaster als herausragender Hexer beschrieben, der jedes der Geschwister locker in die Tasche stecken würde. Doch das Bedrohungsszenario wird ausschließlich für die Protagonistin aufgebaut. Das ist mir etwas zu dürftig.
Auch Logan selbst als Charakter ist für mich nur sehr oberflächlich umrissen. Seine Rolle zumindest in diesem Band reduziert sich auf, ja was eigentlich? Am ehesten ist er etwas wie ein introvertierter Machoverschnitt, wenn es denn so etwas geben sollte. Er wird als arrogant beschrieben, was er nach meinem Bild nicht ist, eher introvertiert, da er eben keinen großen Freundeskreis benötigt und auch nicht sehr kontaktfreudig wirkt. Die Machonote zeigt sich im Umgang mit Paisley – in fast jedem Dialog mit der Protagonistin fällt das Word „Kleines“. Hätte er auch nur einmal gesagt „Schau mir in die Augen, ….“, wäre der 40er Jahre Bogart perfekt gewesen.
Zudem hat mir die fast inflationäre Umgang mit dem Wort „Arschloch“ nicht zugesagt.

Und nun zum Thema Romantasy. Ja, das Buch gehört zweifelsohne in dieses Genre. Doch die Entwicklung der beiden Hauptfiguren von Feinden zu Liebenden bleibt in diesem Buch zumindest sehr flach, bisweilen kaum wahrnehmbar. Eigentlich ist hier alles nur um den Spicy-Trope herum aufgebaut. Hauptsache Paisley bekommt irgendwann ihre Träume erfüllt und den ersehnten Sex mit Logan, auch wenn es für sie eigentlich keine erkennbaren Gründe gibt, warum sie sich zu ihm hin gezogen fühlt. Das wird alles immer nur sehr wage, kurz und eher oberflächlich behandelt.

Vielleicht kommt da ja im zweiten Band ja deutlich mehr. Ich werde diesen jedoch nicht lesen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass der zweite Band mehr Gehalt bekommen wird.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Von Träumen und harten Realitäten

Die Legende von Frostherz 2. Flucht aus Aurora
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Ash kommt voller Hoffnung nach Aurora. Wird er hier eine Spur zu seinem Vater finden?
Doch in Aurora herrscht eine aufgeladene Stimmung gegen die Klangweber. Niemand traut ihnen, schon gar nicht die legendäre ...

Ash kommt voller Hoffnung nach Aurora. Wird er hier eine Spur zu seinem Vater finden?
Doch in Aurora herrscht eine aufgeladene Stimmung gegen die Klangweber. Niemand traut ihnen, schon gar nicht die legendäre Kapitänin Sturmbändigerin. Sie setzt alle Hoffnung in Waffen aus der alten Welt, die nur von Klangwebern benutzt werden können, um die empfundene Gefahr durch die Leviathane, als auch die Dämonen zu bannen. Deshalb werden alle Klangweber Auroras zwangsweise zusammengetrieben und zur Arbeit an den Waffen verpflichtet.
Ash muss begreifen, dass die Suche nach seinem Vater, nach einer Suche des geheimnisvollen Ortes „Sonnenwende“ wird. Und die Suche wird gefährlich, denn sowohl Kapitänin Sturmbändigerin, als auch die Dämonen um Shaard haben eigene Absichten mit diesem Ort.

„Flucht aus Aurora“ ist genauso genial wie der erste Band. Die gesamte Crew um Ash herum muss man einfach mögen, denn nicht nur Tobu und Lunah stehen Ash immer hilfreich zur Seite.
Zugleich verdichten sich auch alle Informationen über die Geschichte dieser Welt und das Schicksal von Ash’s Familie. Der Zwiespalt in Ash um seine Klangweberkräfte und wie er sie einsetzen kann wird durch den Autor zum Teil sehr ergreifend beschrieben und hat mich tief beeindruckt.
Für mich ist es deshalb nach wie vor keine reine Kinderbuchreihe, sondern sollte auch ruhig von Erwachsenen gelesen werden.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Der Titel ist Programm

Drachenschule Nebelsturm (Band 1) - Im Sturzflug ins Abenteuer
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Milan hat ständig Probleme mit seinen Mitmenschen. Er kann Drachen sehen – „Otto Normalverbraucher“ natürlich nicht. Also denken alle, dass Milo für die kleinen Unfälle und Missverständnisse verantwortlich ...

Milan hat ständig Probleme mit seinen Mitmenschen. Er kann Drachen sehen – „Otto Normalverbraucher“ natürlich nicht. Also denken alle, dass Milo für die kleinen Unfälle und Missverständnisse verantwortlich ist, zu denen es in seinem Umfeld kommt. Und dann muss er ausgerechnet an eine heruntergekommene Schule auf einem Schrottplatz wechseln. Wo gibt es denn so etwas?!
Doch dahinter verbirgt sich eine neue Welt – eine Drachenschule. Alle Schüler können hier Drachen sehen und gemeinsam mit ihnen lernen. Sogar die Lehrer sind Drachen. Doch wie immer gibt es auch Gegenspieler – Drachenjäger. Und diese versuchen in die Schule einzudringen …

Kinder und Drachen – das Konzept passt für Kinder im Grundschulalter immer wieder ganz gut.
Hier bietet sich das Buch für geübtere Erstleser an.
In diesem ersten Abenteuer werden die Leser sehr ausführlich mit allen Charakteren vertraut gemacht, so dass sie eine gute Bindung zu diesen für die folgenden Abenteuer aufbauen können. Da vor allem Freundschaft und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen, sollte das relativ leicht fallen.
Die Geschichte selber entwickelt sich rasant und ist fesselnd erzählt. Die wunderschönen Bilder nehmen viel Raum ein, unterstützen die Handlung und regend die Fantasie an.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe, dass die ganze Reihe das Niveau halten kann. Eine klare Leseempfehlung von mir.

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