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Veröffentlicht am 18.11.2017

Vielleicht gibt es keine Antworten, sondern einfach bessere Fragen

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
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Schlaft gut ihr fiesen Gedanken:
Die 16 jährige Aza Holmes versucht schon seit sie denken kann ihrer Gedankenspirale zu entkommen - einer Spirale, die sie immer tiefer und tiefer in ihre eigenen Gedanken ...

Schlaft gut ihr fiesen Gedanken:
Die 16 jährige Aza Holmes versucht schon seit sie denken kann ihrer Gedankenspirale zu entkommen - einer Spirale, die sie immer tiefer und tiefer in ihre eigenen Gedanken zieht und bei der es kein Entkommen gibt. Doch als hätte sie damit nicht schon genug eigene Probleme, verschwindet in ihrer Heimatstadt der Millionär Russel Pickett und Azas beste Freundin Daisy setzt sich in den Kopf ihn zu finden. Ein kleines Abenteuer beginnt, bei dem sich Aza nicht nur ihren eigenen Gedanken stellen muss.


Meine Meinung:
Nach Jahren des gespannten Wartens ist es endlich soweit: John Green bringt sein neues Meisterwerk auf den Markt. Und es gibt keinen Zweifel, dass es ebenfalls erneut ein Bestseller werden wird. Schlaft gut ihr fiesen Gedanken ist nicht nur John Greens persönlichstes Buch, sondern auch eins seiner emotionalsten - obwohl: welches von Greens Büchern ist das nicht?
Aza Holmes ist ein 16 jähriges Mädchen aus Indianapolis und leidet an einer Art Angststörung - zwanghaft muss sie sich immer und immer wieder das in ihr lebende bakterielle Mikrobiom vorstellen, wie es arbeitet und welche Krankheiten sie bekommen könnte. Obwohl ihre Krankheit für Außenstehende und Nichtbetroffene nur schwer vorstellbar ist, schafft Green es wie immer hervorragend auf den Punkt zu bringen, was Betroffene bewegt, was sie denken und mit was sie zu kämpfen haben - nicht zuletzt auch dadurch, weil John Green privat selbst an einer ähnlichen psychischen Krankheit leidet. Aza ist ein wunderbar sympathisches Mädchen, mit der man sich trotz ihrer Krankheit sehr gut identifizieren kann. Es ist nicht immer einfach ihr in ihre Gedankenwelt zu folgen, aber ihre Fragen sind im Grunde verständlich: Was heißt "Ich"? Woher weiß ich, wer "ich" ist? Und ist "ich" nicht nur ein Produkt der Umstände? Mit viel Herz und Verstand geht Green an die Sache heran und ich musste das Buch mehr als einmal aus der Hand legen und gedankenverloren Löcher in die Luft starren, um mir selbst ein Fazit aus dem zu ziehen, was er für Antworten aufwirft.
Ebenso schön ausgearbeitet wie Aza, sind auch die Nebenfiguren des Buches - hauptsächlich Azas  beste Freundin Daisy und ihr alter Kindheitsfreund Davis. Daisy ist genau das Gegenteil von Aza - lebhaft, aufgedreht, extrovertiert und redegewandt. Sie ist das perfekte Gegengewicht und bringt nicht nur Schwung in Azas Leben sondern auch in den Roman. Besonders durch ihre speziellen Interessen muss man sie einfach schnell ins Herz schließen. Durch sie erkennt man auch die andere Seite der Medaille von Azas Krankheit, nicht nur was in ihrem Kopf passiert, sondern auch wie sie auf andere Menschen und besonders auf ihre Freunde wirkt. Green beschreibt die ganze verfahrene Situation so emotional, dass ich fast den ganzen Roman über Tränen in den Augen hatte - dabei kann ich hier nicht einmal aufzählen, wie viele wichtige und interessante Themen er eigentlich angesprochen hat. Wenn ihr das Buch lest, nehmt euch einen Marker oder Klebestreifen zur Hand, um die schönsten Stelle zu markieren und ich verspreche euch: das ganze Buch wird voll davon sein.
Das einzige Thema, das meiner Meinung nach etwas zu kurz kam, war die eigentliche Suche nach Russell Pickett. Natürlich stand diese Suche nicht im Vordergrund der Handlung, aber vielleicht lag es am Klappentext, dass ich dabei mehr erwartet hatte. In der Mitte des Romans schien sie manchmal komplett vergessen zu sein und das obwohl mir am Anfang suggeriert wurde, Aza und Daisy würden sich auf ein kleines Abenteuer begeben, um ihn zu finden. Das kam mir dann leider auch am Ende ein wenig zu kurz, weshalb mir da eine kleine Facette des Buches fehlte.


Fazit:
Schlaft gut ihr fiesen Gedanken ist ein weiterer fantastischer und großartig tiefgründiger Roman, von dem ich nichts anderes als Platz 1 der Bestsellerlisten erwarte. Ich habe so viel aus diesem Buch mitgenommen, dass ich gar nicht weiß, worüber ich als erstes nachdenken soll. Und trotz dieser kleinen fehlenden Facette, bin ich vollauf begeistert, von John Greens neuem Meisterwerk. Er ist und bleibt einer meiner absoluten Lieblingsautoren.

Veröffentlicht am 30.10.2017

Harte Schale, weicher Kern

Berühre mich. Nicht.
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Berühre mich. Nicht.:
Die 18 jährige Sage hat in ihrem Leben schon einiges mitmachen müssen. Kaum volljährig, flieht sie so schnell sie kann nach Nevada, um dort ein College zu besuchen und will einfach ...

Berühre mich. Nicht.:
Die 18 jährige Sage hat in ihrem Leben schon einiges mitmachen müssen. Kaum volljährig, flieht sie so schnell sie kann nach Nevada, um dort ein College zu besuchen und will einfach nur noch alles aus ihrer Vergangenheit vergessen. Allerdings hat sie weder Geld, noch eine Wohnung und dewegen ist sie umso glücklicher, als sie einen Job in der Bibliothek bekommt. Wäre da nicht ihr Kollege Luca, der attraktive Bibliothekar mit den geheimnisvollen grauen Augen, der ihre alte Angst befeuert. Sage wird klar, dass sie ihre Angst endlich in den Griff bekommen muss – denn ihr Herz beginnt immer verdächtig schnell zu schlagen, wenn Luca in ihrer Nähe ist...

Meine Meinung:
Berühre mich. Nicht. ist das erste Buch von Laura Kneidl aus dem Young Adult Bereich, aber nicht ihr erstes Buch, mit dem sie beweist, dass sie wunderschöne Geschichten schreiben kann. Wie immer ist ihr Schreibstil leicht und locker, die Beschreibungen sind wunderbar ausführlich, sodass man Sage und Luca großartig folgen kann. Mühelos wird von ernst zu witzig und wieder zu traurig gewechselt, ohne dass man als Leser nicht mitkommt oder versteht, wie es so kommen konnte. Es gab mehr als eine Stelle, wo ich wirklich mit einem lachenden und einem weinenden Auge da saß.
Die Handlung verläuft das ganze Buch über konstant hoch. Man merkt, dass Sage die ganze Zeit von irgendetwas aus ihrer Vergangenheit bedroht wird, was auch der Leser beim Lesen immer wieder merkt. Sie stolpert von einem improvisierten Geschehen zum Nächsten, mal kommt etwas Gutes oder etwas Schlechtes heraus – genau wie im echten Leben. Und dabei versucht Sage immer ihre alte Angst zu bekämpfen, endlich nicht mehr von ihrer Vergangenheit beherrscht zu werden. Obwohl man selbst die Situation nur schwer nachvollziehen kann – und man auch nie hofft, so eine Siuation selbst zu erleben -, muss man einfach mit Sage mitfühlen. Man merkt, wie intensiv sich Laura mit der Thematik auseinandergesetzt hat und versucht, sie ihren Lesern näherzubringen und begreiflich zu machen, wie es Leuten in dieser Situation gehen könnte. Und obwohl mir Sage am Anfang eher wie ein kleines Klischees aus YA-Romanen vorgekommen ist – ein Mädchen mit einer schlimmen Vergangenheit, die sich ihren Ängsten unbedingt alleine stellen will und es dann aber nur mithilfe des attraktiven, strahlenden „Ritters“ aus ihrem Kurs schafft – bewies Laura mir das Gegenteil. Sage ist ein unglaublich starkes und kluges Mädchen, das durchaus versteht, dass sie sich ihren alten Ängsten nicht alleine stellen kann und sich Hilfe sucht. Sie versucht wirklich einen Weg heraus aus ihrer Angst zu finden und kann ihre Rückschläge einstecken ohne gleich aufzugeben. Deswegen und wegen dem Verständnis, das man für Sage im Laufe des Buches problemlos entwickeln kann, ist mir die Hauptprotagonistin unglaublich ans Herz gewachsen.
Mit Luca hatte ich dann allerdings doch meine Probleme. Er verkörperte tatsächlich von Anfang bis Ende den Ritter in der strahlenden Rüstung – zu Beginn ist er noch der Bad Boy, der ständig Bettgeschichten am Laufen hat, viele Tattoos hat und damit genau das Bild darstellt, vor dem Sage solche Angst hat. Doch im Laufe des Romans ändert sich das, er schließt Sage in sein Herz und versucht alles zu machen, damit es ihr besser geht – auch ohne zu wissen, was ihr genau fehlt. Damit war er leider genau das Klischee, das man in so einem Roman erwartet: harte Schale, unglaublich weicher Kern. Und obwohl das bestimmt vielen aus der Zielgruppe gefällt, fand ich das zwischenzeitlich leider etwas zu optimistisch für diese Siuation. Ich habe mich wirklich bemüht, in ihm etwas anderes zu sehen, aber bis zm Ende blieb mir das Bild erhalten. Und da half es nicht einmal, dass Luca ein angehender Bibliothekar ist und am liebsten liest – womit er der Traummann von jedem Bücherwurm sein dürfte.

Fazit:
Mit Berühre mich. Nicht. hat Laura Kneidl einen schönen und vor allem tiefgründigen YA-Roman geschaffen, der sich in die Reihe der ganz großen seines Genres einreihen kann. Obwohl ich die kleinen Klischees nicht übersehen konnte, hat mich das Ende wirklich gepackt und ich bin unglaublich gespannt, wie es mit Sage und Luca weitergehen wird!

Veröffentlicht am 21.10.2017

Das großartige Leben des Apollo

Die Abenteuer des Apollo 1: Das verborgene Orakel
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Die Abenteuer des Apollo – Das verborgene Orakel:
Der Gott Apollo kann es nicht fassen, als er eines Tages vom Himmel fällt und inmitten von Mülltonnen in einer New Yorker Seitengasse erwacht – Zeus hat ...

Die Abenteuer des Apollo – Das verborgene Orakel:
Der Gott Apollo kann es nicht fassen, als er eines Tages vom Himmel fällt und inmitten von Mülltonnen in einer New Yorker Seitengasse erwacht – Zeus hat ihn zur Strafe in einen Menschen verwandelt und ihm all seine Kräfte genommen! Gekettet an die freche Halbgöttin Meg, schlägt sich Apollo bis Camp Half-Blood durch und vertraut auf die Hilfe seines alten Freundes Chiron – dass das Camp jedoch eine Menge eigene Probleme hat und dringend Apollos Hilfe benötigt, damit hätte der arrogante Gott nicht gerechnet. Denn das Orakel von Delphi funktioniert noch immer nicht und es ist an Apollo, es aus den Händen seines alten Feindes Python zu befreien...


Meine Meinung:
Rick Riordan gilt mittlerweile als der Autor, der Mythologien – egal ob griechisch, römisch oder ägyptisch, jeder Gott findet bei ihm seinen Platz. Mit Die Abenteuer des Apollo kehrt der Bestsellerautor jetzt zu seinen Anfängen zurück und berichtet dieses mal das Geschehen aus der Sicht eines Gottes selbst – aus der Sicht des selbstsicheren, arroganten und doch irgendwie liebenswürdigen Apollo. Und sogar ein Wiedersehen mit Figuren aus seinen vorherigen Reihen kann gefeiert werden – wir erfahren wieder einiges über Percy Jackson und seine Freunde! Mit viel Witz und Ironie, wie man es von ihm und seinen Figuren gewohnt ist, lässt Riordan Apollo die Geschichte von seinem Sturz erzählen, flicht wie immer noch die Mythologie in Form von Apollos Vergangenheit mit ein und kreiiert ein neues Abenteuer, in dem die Helden die Welt retten müssen – und dieses mal wird eine Verschwörung aufgedeckt, sie sich schon von Beginn an durch Riordans Bücher zu ziehen scheint.
Apollo selbst ist, wie man es von Göttern gewohnt ist, zu Beginn ziemlich arrogant und vertraut darauf, dass die Halbgötter im Camp sich ihm zu Füßen werfen werden und alles dafür tun werden, dass ihr geliebter Lieblingsgott wieder auf den Olymp kommt. Im Laufe des Buches allerdings, und mit den aufregenden Geschehnissen, die im Camp passieren, macht Apollo eine Verwandlung durch, die man so nie gedacht hätte. Er findet Freunde in seiner zwölfjährigen Führerin Meg und sogar in seinen Nachfahren im Camp. Plötzlich, wo er selbst ein Mensch ist, merkt er, wie schön es doch sein kann menschlich zu sein und muss sich all die Male vor Augen führen, in denen er die Menschen nur als Spielzeuge angesehen hat. Eine so klare, aber passende Verwandlung findet man nur selten in Büchern und Riordan beweist dabei sein Gespür für die richtigen Situationen, in denen sich ein Mensch (bzw ein Gott) unweigerlich existenziellen Fragen stellen muss. Und genauso wie Apollo sich in das Herz der Leser schleicht, schaffen es auch die neuen und alten Figuren wieder, noch umso liebenswürdiger zu werden.
Die Handlung an sich baut auf die anderen Reihen von Riordan auf, aber auch ohne die anderen Bücher zu kennen, versteht man schnell worum es geht. Was es mit den Orakeln auf sich hat, wird immer wieder erklärt und es kommt auch einiges an neuem Wissen hinzu, sodass man sehr schnell in die Geschichte einsteigen kann. Besonders die Haupthandlung – Apollos Versuche, die Orakel zu retten – verspricht eine Menge Spannung und liefert genug Material, um noch einige Bücher zu füllen. Nur die Hintergrundhandlung – eine Verschwörung, die sich bereits durch alle Riordan-Bücher zu ziehen scheint – wirkt noch etwas unklar. Es werden zwar damit einige Fragen aus den vorherigen Büchern geklärt, aber mir als Leser ist noch nicht ganz klar, ob der Autor diesen Verlauf der Geschichte von Anfang an so geplant hat oder sich jetzt noch als Zusatz ausdachte – an einigen Stellen wirkte der Handlungsstrang noch etwas zu zufällig und an den Haaren herbeigezogen, als wolle er sich einfach noch irgendein Thema ausdenken, dass so gar nicht angedacht gewesen war. So fehlte mir noch ein klein wenig in der Gesamtheit der Geschichte, aber es bleibt die Frage, wie die weiteren Bücher über Apollos Abenteuer weiterlaufen werden!


Fazit:
Mit Die Abenteuer des Apollo – Das verborgene Orakel startet eine weitere aufregende und wunderbar mythologische Reihe rund um den griechischen Gott Apollo. Fans von Riordan werden nicht enttäuscht sein und bekommen genau das, was man schon von ihm gewohnt ist: Humor, Charme, Ironie, Freundschaft und jede Menge ungewollte Abenteuer. Trotz kleiner Handlungsschwächen, kann man deswegen auch Neuanfängern die Reihe nur wärmstens ans Herz legen!

Veröffentlicht am 06.08.2017

Der größte Magier der Geschichte

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow Roman
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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow:
Simon Snow ist der mächtigste Zauberer der britischen, wenn nicht so gar der gesamten, Zaubererwelt. Das wäre er jedenfalls – könnte er seine Zauberkraft ...

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow:
Simon Snow ist der mächtigste Zauberer der britischen, wenn nicht so gar der gesamten, Zaubererwelt. Das wäre er jedenfalls – könnte er seine Zauberkraft denn überhaupt unter Kontrolle halten. Dabei wird er so dringend gebraucht, nicht nur um die Zaubererwelt vor einem Bürgerkrieg zu bewahren, sondern auch um den Hinterhältigen Schatten zu stoppen. Und dann ist da natürlich auch noch Baz, Simons gemeiner Zimmergenosse, der im neuen Schuljahr einfach nicht mehr auftaucht. Simon hat alle Hände voll zu tun, an allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen – und begegnet dabei seinen tiefsten Abgründen.


Meine Meinung:
Eigentlich war Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow nur als Teil des Buches Fangirl von Rainbow Rowell gedacht, eine Fan Fiction, die sich die Protagonistin des Romans ausdachte. Aber Simons Geschichte ist besonders, eine sehr selbstständige und abgewandelte Story, angelehnt an die berühmte Harry Potter Reihe.

Die Geschichte setzt in Simons siebten und letztem Schuljahr an, das er auf der Watford Schule für Zauberei verbringen soll. Wie oft beschrieben wird, hat Simon in seinen vorherigen Schuljahren wohl schon häufiger Probleme gehabt, über die man im Laufe des Buches immer mehr erzählt bekommt. Obwohl dieser unbekannte Hintergrund zuerst ziemlich verwirrend wirkt, gibt sich Rowell große Mühe, den Leser in ihre Geschichte einzuführen. Da sie die Reihe an die Harry Potter Bände anlehnte und kaum neue Wesen einführte, konnte man sich recht schnell zurecht finden und mit Simon und seiner unkoordinierten Magie miteifern. Trotzdem hatte ich an vielen Stellen Mühe zu folgen, was weniger an dem unbekannten Hintergrund, sondern viel mehr an den Beschreibungen lag. Man merkte, dass sich Rowell besser in realistischeren Geschichten auskennt, denn oft waren die spannenden Szenen viel zu wenig beschrieben oder zu schnell abgehandelt. Und jedes Mal schien Simon mehr Glück als Verstand zu haben (was nicht unbedingt schlecht sein muss, aber hinderlich für den Spannungsaufbau dieser Geschichte war). Zwischendurch musste ich mich teilweise durch die Handlung schleppen, weil ich entweder nicht verstand, was passierte oder weil einfach gar nichts passierte. Zur Mitte hin schien sich die Geschichte dann langsam von seinem Vorbild Harry Potter zu lösen und einen eigenen Handlungsstrang zu folgen – was die Geschichte zwar ein wenig spannender machte, mich aber noch immer nicht ganz mitnehmen konnte. Und das Ende war dann zwar sehr clever gemacht, aber wieder so verwirrend beschrieben, dass ich kaum mitkam.

Hinzu kam, dass die Charaktere auch eher undurchsichtig blieben. Simon selbst schien kaum eigene Gedanken zu haben, denen man als Leser folgen konnte, sondern er machte einfach immer alles, was ihm gerade so in den Sinn kam. Darum blieb man als Außenstehender bei seinen Handlungen eher auf der Strecke. Ebenso empfand ich Penelope und Agatha, Simons Freundinnen, als sehr sprunghafte und verwirrende Charaktere, die sich irgendwie nicht auf einen Standpunkt einigen konnten. Mein Liebling war dagegen Baz: auch aus seiner Sicht waren einige Kapitel geschrieben und mir hatten es besonders sein Sarkasmus und die ganzen kleinen Stichelein angetan. Warum man ihn als Freund mögen sollte, weiß ich zwar nicht, aber mir war er in dem Gewusel an Undurchsichtigkeit am sympathischsten.


Fazit:
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow ist eine schöne Fan-Fiction und ein ganz besonderer Zusatz zu Rainbow Rowells Fangirl. Trotzdem konnte mich das Buch weder besonders begeistern, noch war ich total enttäuscht. Es ist auf jeden Fall Potenzial da, auch wenn ich persönlich die Endmoral der Geschichte verpasst habe.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Liebe findet uns, durchfließt uns, zieht weiter

Liebe findet uns
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Inhalt:
Heather, Amy und Constance haben sich geschworen im letzten Sommer, bevor das richtige Leben und ihre Jobs beginnen, gemeinsam durch Europa zu reisen und all die wunderbaren Plätze selbst zu sehen, ...

Inhalt:
Heather, Amy und Constance haben sich geschworen im letzten Sommer, bevor das richtige Leben und ihre Jobs beginnen, gemeinsam durch Europa zu reisen und all die wunderbaren Plätze selbst zu sehen, von denen sie schon immer geträumt haben. Doch keiner der drei konnte ahnen, wie eine einfache Zugfahrt nach Amsterdam alles verändern würde: Amy muss sich ihre Fehler eingestehen, Constance findet die Liebe ihres Lebens und Heather findet nicht nur die Liebe, sondern auch das Leben wieder.



Meine Meinung:
Liebe findet uns ist der erster Roman von J.P. Monninger, der mir in die Hände fiel – und ich fühlte mich von der ersten Seite mit dem Buch verbunden. Monningers Schreibstil ist sehr speziell - mal liebt man ihn und manchmal hasst man ihn auch dafür. Er schreibt sehr wandelbar, versucht immer wieder etwas neues einzubauen und so die Geschichte auf Trab zu halten. Besonders die Kapitel und Absätze, die er, entgegen der üblichen Schreibweise, in der zweiten Form Singular schrieb, fesselten mich an das Buch und machten die Geschichte damit erlebbarer. So konnte er nicht nur die Handlung stauchen oder erklären, sondern auch den Leser an die Geschichte hängen.

Dagegen waren die Dialoge zu schnell, oft musste man sich denken wer gerade sprach, ohne das man es gesagt bekam. Es fehlten mir manchmal die kleinen Einschübe wie bspw. „sagte sie“ oder „er schnaubte, als er das sagte“ - so wirkten die Gespräche zwar sehr real; für eine Geschichte, die sich aber in den Köpfen der Leser abspielt, waren die Gespräche dadurch allerdings zu ungenau. Die Dialoge blieben leider farblos – was besonders bei Streits sehr auffällig war, da man ihnen kaum noch Folgen und die Stimmungswechsel nicht nachvollziehen konnte.

Durch diesen Umstand blieben auch manche Charaktere grau. Heather, die Hauptfigur, ist eine sehr sympathische junge Frau, die abends in Paris gerne Hemingway liest, bald einen Job in der Bank of America antreten wird und sich entgegen aller Erwartungen im Zug nach Amsterdam in Jack verliebt. Sie ist kein nerviges Mädchen, dem man alles erklären muss und sie versteht durchaus, wo die Schwierigkeiten in ihrer Beziehung stecken. Trotzdem wirkte sie oft, auch durch die schnellen Dialoge, als wäre sie sehr schnell aus dem Konzept zu bringen und sehr aufbrausend, wenn Jack auch nur eine kleine, schlimme Andeutung machte. Der Rest des Romans ließ jedoch vermuten, dass sie eigentlich sehr gut mit Kritik umgehen konnte – was sich in diesem Fall wiedersprach und auf Dauer für den Leser sehr anstrengend wurde. So hatte ich während dem Lesen die ganze Zeit das Gefühl, Heather nicht richtig greifen zu können – sie blieb ebenso farblos wie die Dialoge.

Die Nebencharaktere waren dagegen jedoch wunderbar ausgearbeitet. Amy und Constance waren großartige Freundinnen und man spürte an mehr als einer Stelle im Buch, wie wichtig sie für Heather sind. Jack bildete daneben als fremder Reisender das perfekte Gegenstück zu Heather, der ihren fest vorgeschriebenen Pfad ins Wanken brachte und so die eigentliche Geschichte kreierte: eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, die Kleinigkeiten und das Wichtige im Leben. Und auch wenn ich mit dem Ende nicht ganz zufrieden war, kann ich mir jetzt jedoch ohne Zweifel ein eigenes schönes Ende für eine schöne Geschichte ausdenken – so schafft J.P. Monninger es, dass man noch eine Weile an der Handlung zu knabbern hat!



Fazit:
Auch wenn Liebe findet uns nicht der beste oder aussagekräftigste Roman im Genre der Roadtrip-Bücher ist, hat es J.P. Monninger erneut geschafft, einen sehr gelungenen und empfehlenswerten Roman zu schreiben, an dem man auch nach dem Lesen noch zu knabbern hat.