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Veröffentlicht am 07.05.2022

Skurril, irrwitzig und absolut außergewöhnlich

Die dunklen Geheimnisse von Heap House
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Clod ist ein Iremonger. Er lebt mit seiner sonderbaren Familie auf dem Familienanwesen Heap House, welches auch keiner der Iremongers je verlässt. Gebaut auf einer Müllhalde, umgeben von Schutt, Schimmel, ...

Clod ist ein Iremonger. Er lebt mit seiner sonderbaren Familie auf dem Familienanwesen Heap House, welches auch keiner der Iremongers je verlässt. Gebaut auf einer Müllhalde, umgeben von Schutt, Schimmel, Gestank und allerlei Gerümpel. Das Besondere an den Iremongers, abgesehen von ihrer eigenbrötlerischen Art, jeder von ihnen bekommt bei seiner Geburt ein Objekt zugewiesen und Clod ist der Einzige, der diese Objekte Namen flüstern hört. Als dann eines Tages der Türknauf seiner Tante verschwindet und das Waisenmädchen Lucy Pennant in Heap House auftaucht, geschehen seltsame Dinge und über dem Anwesen braut sich ein Sturm zusammen. Schrecklichen Geheimnisse kommen ans Licht und vergangene Rätsel wollen gelöst werden. Schlussendlich muss sich Clod die Frage stellen, wem er überhaupt vertrauen und ob er die Werte seiner Familie noch vertreten kann.
Vorab kann ich schon mal sagen, dass dieses Buch ein unerwartetes Highlight war. Das Buch ist absolut skurill, spannend, humorvoll, teilweise auch bittersüß, ein wenig depressiv und auch traurig und die Geschichte ist wirklich innovativ und außergewöhnlich. Hier hat der Autor sich wirklich eine geniale und gut durchdachte Idee einfallen lassen. Man hat ein wenig das Gefühl in ein bizarres Tim Burton Abenteuer abzutauchen und gerade das hat mir sehr gut gefallen.
Wir begleiten hier Clod, einen eher kränklich und melancholisch anmutenden Jungen, der zu Beginn der Geschichte sehr zurückhaltend, schüchtern und verletzlich wirkt, und Lucy, ein taffes, freches und vom Schicksal gezeichnetes Mädchen, welches dankbar ist in den Heaps aufgenommen zu werden und so nicht in den Müllbergen arbeiten zu müssen. Eigentlich dürfen die beiden aufgrund ihres unterschiedlichen Standes gar nicht miteinander in Kontakt treten, aber dennoch üben beide aufeinander die Anziehung von etwas Neuem und Geheimnisvollen aufeinander aus. Bei Clod bemerkt man an einem bestimmten Punkt in der Geschichte, dass er plötzlich sehr selbstbewusst und sogar leicht überheblich wird. Ich fand diese Veränderung zwar gut, aber leider war sie mir ein wenig zu sehr auf dieses spezielle Ereignis bezogen und ich frage mich, ob er diese Charakterentwicklung auch gemacht hätte, wenn es diese kleine Änderung in seinem Leben nicht gegeben hätte. Die anderen Charaktere sind durchgehend sehr eigen und authentisch, was den ganz besonderen Charme des Buches ausmacht. Jeder von ihnen hat seine ganz speziellen Eigenarten und dies sorgt fast durchgehend für eine gewisse Spannung.
Da ich jemand bin, der sehr gerne in Bücher, Filmen, etc. miträtselt, konnte ich zwar ziemlich schnell Theorien darüber aufstellen, was in Heap House wirklich gespielt wird, aber dennoch war ich von der späteren Auflösung und den Gründen sehr überrascht. Einige Rätsel konnte selbst ich nicht ergründen und wenig, wenn auch nicht viel, bleibt am Ende offen. Hier haben wir es auch mit einem sehr fiesen Cliffhänger zu tun, weshalb ich sehr auf den zweiten Band gespannt bin. Ich frage mich, wie der Autor diese Misere lösen will und was wir noch für grausige Geheimnisse aufdecken werden.
Der Schreibstil ist zu Beginn tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig, da man die unterschiedlichen Stände und Charaktere wirklich sehr stark herausliest. Es gibt einige Dopplungen, Metaphern und viele versteckte Hinweise, die einen des Öfteren im Lesefluss stocken lassen. Wenn man jedoch erst mal drin ist, so war es zumindest bei mir, findet man leicht Gefallen an diesem sehr besonderen Schreibstil.
Alles in Allem für mich ein wirklich sehr gelungener erster Band, dem ich trotz ein paar Ungereimtheiten, die in den folgenden Bänden hoffentlich geklärt werden, und ein paar Punkten, die mir storytechnisch persönlich nicht gefallen haben, 5 Sterne gebe. Eine Empfehlung für alle, die auch mal auf etwas andere, leicht verstörende Geschichten stehen.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Von der Magie des Andersseins

Lockruf der Zeit
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Der eigenbrötlerische Einzelgänger Andrej repariert mit Vorliebe altertümliche, komplexe Objekte. Sein besonderes Talent: hoffnungslos geglaubten Fällen wieder Leben einzuhauchen. Aber das ist nicht sein ...

Der eigenbrötlerische Einzelgänger Andrej repariert mit Vorliebe altertümliche, komplexe Objekte. Sein besonderes Talent: hoffnungslos geglaubten Fällen wieder Leben einzuhauchen. Aber das ist nicht sein einziges Talent. Eines Tages zeigt sich bei ihm eine besondere Gabe, durch die er die Vergangenheit aus den Augen der Objekte sehen kann, die er repariert. Aber diese Gabe bleibt nicht lange unentdeckt. Denn Andrej schadet mit dieser speziellen Fähigkeit Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, und auch die extrovertierte Chiara zeigt ein übermäßiges Interesse an ihm.

Also ich muss sagen, dass mich dieses Buch wirklich komplett überzeugt hat. Ich bin begeistert von den Charakteren, ganz besonders von Andrej, dem Schreibstil und der spannenden Mischung aus Krimi und Urban Fantasy. 

Aber beginnen wir von Anfang. Andrej hat nicht nur eine besondere Fähigkeit, durch die er mit Hilfe von Objekten als Zeitzeugen Verbrechen aufdecken kann, er ist auch auf andere Art ganz besonders, denn Andrej ist Autist. Und so tauchen wir im Verlauf der Geschichte immer mehr in seine Welt, seine Verhaltensweisen, Eigenarten und auch sein Inneres ein und lernen so ihn und auch die "Krankheit" besser kennen. Stets begleitet wird er von seinem treuen Freund Ben, einem kaputten Kompass, den er vor dem Tod seines Vaters mit diesem reparieren wollte. Ben spricht in Andrejs Gedanken mit ihm, um ihm mentalen Beistand zu leisten, und das ist absolut herrlich zu lesen. Die Zwiesprache in der Andrej und Ben stehen ist wirklich amüsant und auch über Andrejs charakterbedingte Naivität und seinen Hang Dinge miss- oder falsch zu verstehen, musste ich mehr als einmal herzlich lachen. Was Andrej aber wirklich besonders macht, ist, dass er im Laufe der Geschichte eine enorme Wandlung durchmacht. Er gewinnt immer mehr an Stärke, Mut und Selbstbewusstsein. Nicht zuletzt auch durch Chiara, die ihn genau so nimmt, wie er ist, und selbst mit einem schlimmen Schicksal zu kämpfen hat. Auch Andrejs Großvater Sergei ist immer an seiner Seite und unterstützt und beschützt ihn, wo er nur kann. Und auch der Gegenspieler ist nicht nur böse; er hat eine grausame Vergangenheit und am Ende der Geschichte laufen alle Stränge in sich rund zusammen.

Die Geschichte war in sich eigentlich grundsätzlich spannend. Es war toll und interessant mitzuerleben wie Andrej Zeuge von Verbrechen wird, die er nie zuvor selbst miterlebt hat, und natürlich bringt ihn das auch in Schwierigkeiten, andererseits gibt er Menschen dadurch aber auch Klarheit und Seelenfrieden zurück und nicht zuletzt findet er durch seine spezielle Fähigkeit auch seine große Liebe, von der er immer dachte einem wie ihm würde dies verwehrt bleiben. Und am Ende wird alles aufgelöst und es bleibt eigentlich keine Frage unbeantwortet. Wer jetzt aber glaubt, die Geschichte ist von vornherein durchschaubar, der hat weit gefehlt. Der Leser fiebert und rätselt mit, erstellt eigene Vermutungen, die im weiteren Verlauf entweder gestärkt oder entkräftet werden und erst ganz am Ende erlöst uns die Autorin von unserer Grübelei.

Die Geschichte hat auch einen ganz eigenen, wunderbaren Schreibstil. Voller Details, besonderer Einblicke in das Innere eines jeden Charakters und sehr ausführlich. So kann man sich ganz auf die Geschichte einlassen, in diese abtauchen und wenn man besonders aufmerksam ist, wirklich viele Dinge entdecken.

Alles in allem muss ich sagen, dass mich die Geschichte wirklich begeistert hat. Von Anfang an hätte ich nicht erwartet, dass sie etwas so besonderes wird und ich Andrej und seine Geschichte so in mein Herz schließe! Ich vergebe 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Leider wieder etwas schwächer, am Ende kommt wieder richtig Fahrt auf

Night School 4
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Die rivalisierenden Machtkämpfe zwischen Lucinda und Nathaniel spalten das Internat. Immer mehr Eltern nehmen ihre Kinder von der Schule, weil sie Nathaniels Ideologie anhängen. Währenddessen wächst eine ...

Die rivalisierenden Machtkämpfe zwischen Lucinda und Nathaniel spalten das Internat. Immer mehr Eltern nehmen ihre Kinder von der Schule, weil sie Nathaniels Ideologie anhängen. Währenddessen wächst eine immer größer werdende Kluft zwischen dem neu zusammengefundenen Liebespaar Sylvain und Allie und sie fühlt sich erneut stark von Carter angezogen. Dennoch fällt Allie die Entscheidung, Sylvain gehen zu lassen, als etwas Schreckliches passiert, sichtlich schwer und dann muss sie auch noch zu einem Treffen mit Nathaniel…
Dieser Band war leider wieder ein wenig schwächer, als sein Vorgänger. Es war kein schlechtes Buch, es war spannend und actionreich, aber teilweise leider auch etwas langatmig und die Charaktere hatten wieder mehr Schwächen. Ganz besonders Zoe, deren Charakter ich vorher noch total gefeiert habe, wirkt in diesem Band leider durch einige Seitenkommentare ihrerseits leicht dümmlich, vorher hat sie immer produktive Beiträge eingebracht trotz ihrer „Besonderheit“, nun kommt sie viel unreifer rüber. Sehr schade, ich hoffe, dass sich das im letzten Band wieder ändert.
Außerdem hat mich dieses Hin und Her zwischen Allies Gefühlen zu Sylvain und Carter ein wenig genervt, besonders nach dem Carter sie zu Beginn des Buches wirklich sehr ungerecht behandelt hat. Und auch das, was kurz vor Ende passiert, war für mich in Anbetracht dessen was noch kurz davor passiert war, absolut nicht nachvollziehbar. Ich fand es irgendwie undankbar und nachdem Allie ihre Großmutter angeblich doch so sehr mochte, wenig überzeugend. Carter wirkte einerseits wie ein Trostpflaster und andererseits hatte ich das Gefühl Allie nimmt die Sache weitaus weniger mit als sie behauptet.
Auch hier war der Schreibstil wieder gut und es gab wieder mehr detaillierte und spannendere Beschreibungen.
Ich bin jetzt auf den letzten Band gespannt, inwiefern dieser sich noch entwickelt. Von mir leider nur 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Ein spannender Auftakt über ein mutiges Mädchen in einer interessanten Zukunft

Aquamarin
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Eine eigenartige Verletzung macht es der sechzehnjährigen Saha unmöglich ins Wasser zu gehen. In einer Stadt wie Seahaven, einer Küstenstadt in Australien, in der sich alles ums Schwimmen und Tauchen dreht, ...

Eine eigenartige Verletzung macht es der sechzehnjährigen Saha unmöglich ins Wasser zu gehen. In einer Stadt wie Seahaven, einer Küstenstadt in Australien, in der sich alles ums Schwimmen und Tauchen dreht, macht sie das zur absoluten Außenseiterin. Doch als sie plötzlich von ihrer Erzfeindin in ein Wasserbecken geschubst wird, beinahe ertrinkt und seltsamerweise doch überlebt, stellt sie ihre gesamte Vergangenheit infrage. Sie begibt sich in den Ozean und entdeckt, dass die Schnitte an ihrem Brustkorb möglicherweise doch nicht von einem Unfall herrühren. Augenscheinlich wurde sie als Kind einer illegalen Optimierung unterzogen, die sie nicht nur in Seahaven zu einer Aussätzigen machen würde, sondern auch im Rest der Welt…
Grandios! Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mir dieses Buch so sehr gefällt. Ich habe zwar nicht genau das bekommen, was ich erwartet hatte, dafür aber etwas Neuartiges, was mir umso mehr zugesagt hat. Die leicht futuristisch angehauchte Welt hat sehr interessante und spannende Weltanschauungen und es war sehr cool zu sehen, wie in Zukunft Menschen eventuell Dinge, die uns noch sehr geläufig und alltäglich sind, als veraltet und unmodern ansehen. Auch die ganze Meeresthematik hat mir sehr gut gefallen und auch wenn das Buch eher ruhig erscheint, war es sehr spannend und ich wollte stets wissen, wie es weitergeht.
Saha hat mir auch sehr gut gefallen. Sie ist keine typische Protagonistin, sie ist nicht perfekt, hat Ecken und Kanten, ist ein sehr zurückhaltender und ruhiger Mensch, der im Laufe des Buches immer mehr auftaut und auch immer mehr an Stärke gewinnt. Später zeigt sich auch, dass sie doch ein sehr mutiges und entschlossenes Mädchen ist. Ich mochte ihre Entwicklung hier wirklich sehr. Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, z.B. ganz besonders ihre fürsorgliche Tante. Pigrit fand ich teilweise ein wenig nervig aufgrund seiner Obsession für eine bestimmte Figur, aber dennoch war er meistens ein guter Freund für Saha. Auch die Darstellung und Kommunikationsweise der Submarines fand ich sehr gelungen.
Das Ende brachte auch eine für mich unerwartete Wendung mit sich, die ich zu Beginn des Buches so nie hätte erahnen können, auch das fand ich wirklich gut gemacht.
Der Schreibstil war sehr leicht und flüssig, aber dennoch detailliert und keineswegs langweilig.
Ich freue mich schon sehr darauf ganz bald mit dieser Reihe fortzufahren, deswegen gibt es von mir 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Eindeutig besser als Band 2

Night School 3
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Jede Nacht seit Jo’s Tod quälen Allie schlimme Albträume und sie befürchtet, dass jeder, der ihr nahesteht der Nächste sein könnte. Deshalb weist sie auch Sylvain immer wieder zurück auch wenn sich in ...

Jede Nacht seit Jo’s Tod quälen Allie schlimme Albträume und sie befürchtet, dass jeder, der ihr nahesteht der Nächste sein könnte. Deshalb weist sie auch Sylvain immer wieder zurück auch wenn sich in ihr bereits erneut Gefühle für ihn entwickelt haben. Nachdem ihre Großmutter das Geheimnis um die Night School lüftet, wird Allie klar, dass sie hart trainieren muss, wenn sie ihre Freunde beschützen und die gefährlichen Machtkämpfe beenden will.
Dieser Band war wieder sehr viel actionreicher und auch informativer als der vorherige. Es passieren viel mehr Dinge und auch die Charaktere waren mir hier wieder sehr viel sympathischer; meine favorisierten Charaktere sind auf jeden Fall Nicole und Zoe. Jedoch muss ich gestehen, dass ich bei den ganzen politischen Machtspielen noch nicht zu 100 % durchblicke, worum es im Detail geht. Für mich bleibt immer noch etwas undurchsichtig, wo die Reichen und Mächtigen bzw. Nathaniel überall ihre Finger mit im Spiel haben und diese Frage wird leider auch nur unzureichend mit „In Allem“ beantwortet.
Der Schreibstil war hier wieder besser und etwas interessanter als im 2. Band, was ich sehr viel angenehmer fand.
Alles in allem war es ein gutes Buch, auch wenn die Reihe mich noch nicht ganz überzeugen konnte. Das kann aber auch daran liegen, dass ich zu Beginn mit einer anderen Thematik gerechnet hatte.

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