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The_Lord_Pepper

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Intrigen und Geheimnisse im Mittelalter

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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Ich habe "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen", erschienen im März 2026 beim Lübbe Verlag, über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Der "Teufelsreigen" ist mein ...

Ich habe "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen", erschienen im März 2026 beim Lübbe Verlag, über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Der "Teufelsreigen" ist mein erstes Buch von Peter Dempf. Ich habe erst später gesehen, dass der Autor bereits mehrere Romane geschrieben hat, die sich um die Blütezeit der Fugger im Mittelalter drehen; und dass das vorliegende Buch bereits das zweite einer Reihe mit denselben Protagonisten ist. Eine erfreuliche Erkenntnis für mich - denn dieses Buch hier hat mir Lust auf mehr gemacht!

Zum Inhalt: Wir befinden uns hautpsächlich im Jahr 1505, und wir starten in Venedig, wo die Boten Afra und Herwart im Auftrag Jakob Fuggers im Fondaco dei Tedeschi Informationen darüber beschaffen sollen, warum die die Fugger'schen Transporte in letzter Zeit so oft Opfer von Überfällen und Sabotage werden. Doch plötzlich befinden sich die beiden in einer lebensgefährlichen Situation und müssen Venedig überstürzt verlassen. Wer und was steckt dahinter, dass das Leben für Fugger-Boten so gefährlich geworden ist?

Zurück in Augsburg berichten Afra und Herwart Jakob Fugger von den Ereignissen, doch auch er kann sich noch keinen Reim darauf machen. Innert kurzer Zeit werden die beiden zu den wohl wichtigsten und engsten Vertraugen Jakob Fuggers - zusammen mit Afra's Hund, den sie schlemischerweise ebenfalls Fugger getauft hat. Als sich ein Besuch von König Maximilan in Augsburg ankündigt, stürzt sich Jakob Fugger in die Vorbereitungen, doch auch die mysteriösen Unglücksfälle häufen sich weiter. Mit Hilfe seiner beiden Boten gelingt es Fugger, vielen Intrigen auszuweichen und Geheimnisse zu lüften. Mit der Zeit scheint sich ein immer klareres Bild abzuzeichnen, was hinter den Anschlägen steckt, aber kann man sich dessen wirklich sicher sein?

Mein persönlicher Star der Geschichte ist der Hund Fugger, der mit seiner Spürnase und treuherzigen Loyalität ein unverzichtbarer Verbündeter von Afra und Herwart ist, und den sogar Jakob Fugger ins Herz zu schliessen scheint. Aber auch die übrigen Charaktere gefallen mir gut - es sind wenige ambivalente Figuren eingebaut, was die Geschichte leicht macht und mir hier sehr gut gefällt. Auch die Mischung von echten historischen Figuren - allen voran natürlich Jakob Fugger - und erfundenen Charakteren ist sehr gut gelungen, und führt dazu, dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Der Moderne wird wohl vorallem dadurch Tribut gezollt, dass Afra eine ungewöhnlich selbstsichere, starke Frau ist, die allen Männern durchaus das Wasser reichen kann. Auch ihre sehr modern wirkende Beziehung mit Herwart scheint keineswegs aus dem Rahmen zu fallen. Bei beidem fragt man sich, ob das im Jahr 1505 tatsächlich so gewesen sein kann - aber es stört meines Erachtens überhaupt nicht. Die teilweise deutlich geschilderte Gewalt, die jedoch nicht verstörend explizit beschrieben wird, hingegen kann man sich sehr gut zu dieser Zeit passend vorstellen.

Ich habe ferner bei einem anderen Rezensenten die Kritik gelesen, dass Afra und Herwart mit überragender Naivität von einem unwahrscheinlichen und lebensbedrohlichen Ereignis ins nächste stolpern, und nur mit unwahrscheinlichem Glück relativ ungeschoren davonkommen - und dass das recht seicht daherkomme. Ich kann diese Feststellung nachvollziehen, empfinde sie aber nicht als störend, da das Buch nach meinem Empfinden vor allem unterhalten will, was auch ausgezeichnet gelingt. Dazu passt auch das Nachwort des Autors, in dem er sinngemäss sagt, dass bei historischen Romanen zugleich Fluch und Segen ist, dass nur wenige belegte Informationen überliefert sind, so dass man zwangsläufig bei allen - auch den echten historischen Personen - vieles hinzudichten muss.

Insgesamt war die Lektüre dieses Buches ein grosses Vergnügen, und ich empfehle es allen, die Spass an gut zu lesenden, spannenden Erzählungen in einem historischen Setting haben.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Episoden aus dem seltsamen Leben anderer Menschen

Der Fluss der Zeit
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"Der Fluss der Zeit" von Pascal Mercier ist im Januar 2026 beim Hanser Verlag erschienen. Ich habe das e-book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Das kurze Buch ...

"Der Fluss der Zeit" von Pascal Mercier ist im Januar 2026 beim Hanser Verlag erschienen. Ich habe das e-book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Das kurze Buch beinhaltet eine Sammlung von 5 Kurzgeschichten aus dem Nachlass von Pascal Mercier. Der Autor war mir bereits ein Begriff, doch ich habe bisher noch nichts von ihm gelesen, so dass ich sehr gespannt darauf war, was mich hier erwartet.

Alle 5 Geschichten haben gewisse Gemeinsamkeiten - sie schildern eine Art Einsamkeit der Menschen im Alltag und in ihrem Leben. Mercier beschreibt gewissermassen als Beobachter, der aber irgendwie dennoch mitten in den Ereignissen dabeizusein scheint. Äusserlich scheinen alle Episoden nahezu ereignislos zu sein, haben jedoch auf ihre jeweiligen Protagonisten eine starke Wirkung - in der Geschichte "Tödlicher Lärm" gar eine äusserst endgültige Wirkung. Die Stärke der Geschichten liegt in der Eindringlichkeit der Beschreibung, und darin, wie sie den Leser in ihre jeweilige Welt ziehen und viele Gedanken auslösen.

Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht recht weiss, was ich von diesem Buch halte. Die Geschichten sind durch ihre Einfachheit sehr stark, und sprachlich sehr ansprechend. Dennoch spring für mich der Funke nicht so richtig über, und ich fühle eine gewisse Ratlosigkeit, die sich nicht nur aus der Wirkung der Geschichten erklären lässt. Die Auseinandersetzung mit Menschen in ihren verschiedenen Krisen, und das auch noch teilweise lediglich angedeutet ist anspruchsvoll, und nicht jedermanns Sache. Auch wenn das Buch kurz ist und sich wunderbar flüssig liest, ist es keine allzu leichte Lektüre. Ich würde das Buch literarisch interessierten Menschen empfehlen, nicht jedoch jemandem, der in erster Linie nach einer leichten, genussvollen Lektüre sucht.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Cozy Vorweihnachts-Crime

Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen
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"Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen" ist ein Roman von Susanne Hanika, der im Dezember 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Ich habe das e-Book über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, ...

"Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen" ist ein Roman von Susanne Hanika, der im Dezember 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Ich habe das e-Book über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mal den ersten Band der Hirschgrund-Serie gelesen, "Der Tod kommt mit dem Wohnmobil". Als ich dann den Title dieses Buches gesehen habe, kam mir das gleich so bekannt vor - doch ich war sehr erstaunt zu sehen, dass dies bereits Band 27 der Hirschgrund-Morde ist. Campen scheint also was gefährliches zu sein... Die Geschichte hier lässt sich auch bestens ohne "Vorwissen" aus früheren Hirschgrund-Büchern lesen, da sie in sich abgeschlossen ist, und die einzelnen Charaktere auch hier ausreichend eingeführt werden.

Die Geschichte rund um die Campingplatzbesitzerin Sofia, die ein Händchen dafür hat, sich in auswegslose Situationen zu manövrieren, ist eigentlich trotz Todesfällen mehr Komödie als Krimi und sehr amüsant zu lesen. Die verschiedenen Protagonisten sind teilweise herrlich überzeichnet - genau so wie man sich ein Dauercamper-Klischee vorstellt. Wir begleiten hier die Hirschgrund-Truppe durch die Vorweihnachtszeit, bei einer grossen, mehrwöchigen Schnitzeljagd für die ganze Dorfgemeinschaft (sogar mit auswärtigen Teilnehmern) mit einem sensationellen Hauptgewinn, der jedoch mehr Geheimnisse birgt als auf den ersten Blick anzunehmen ist. Und dann blitzt da zwischendurch noch gewissermassen eine Hommage an Arsen und Spitzenhäubchen auf...

Das Buch ist sehr angenehm geschrieben, in einer bildhaften aber dennoch nicht gekünstelten Sprache. Der Aufbau erscheint mir genau passend - nicht zu langatmig, aber auch nicht mit zu grossen Sprüngen, so dass man als Leser gemütlich mitkommt.

Ich empfehle das Buch den Leserinnen und Lesern, die Spass haben an Regio-Krimi-Komödien und ein Buch passend zur Vorweihnachtszeit suchen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Unterhaltsam und kurzweilig

Influencer wider Willen
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"Influencer wider Willen" ist ein Roman von Katja Ollech, der im Juli 2025 erschienen ist. Ich habe das e-Book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Im Zentrum ...

"Influencer wider Willen" ist ein Roman von Katja Ollech, der im Juli 2025 erschienen ist. Ich habe das e-Book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Im Zentrum der Geschichte steht Anne. So ziemlich alles an Anne und an ihrem Leben ist durchschnittlich bis unbefriedigend, doch Anne hat sich irgendwie in einer Nische eingerichtet und glaubt, eigentlich ziemlich zufrieden damit zu sein. Bis eine Reihe kurz aufeinanderfolgender Ereignisse ihr Leben auf den Kopf stellt, und ehe sie sich's versieht muss Anne sich und der Welt beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, in kurzer Zeit Influencerin zu werden. Auf dem Weg zu ihrem Ziel hangelt sich Anne durch verschiedenste grosse und kleine Fettnäpfchen - wird sie am Ende erreichen, was sie anstrebt?

Mir hat dieses Buch ausgezeichnet gefallen. Es ist sehr angenehm und eingängig geschrieben, die Charaktere sind sympathisch und nahbar dargestellt (Bonuspunkte für die coole Oma!), bis auf die Bösewichte, die angemessen unsympathisch daherkommen. Die Plot-Idee ist lustig und nicht ganz gewöhnlich, obwohl in der heutigen Zeit eigentlich naheliegend. Das Buch liest sich sehr leicht, ich habe es in kurzer Zeit in einem Rutsch durchgelesen.

Mein Fazit - wer einen unterhaltsamen, kurzweiligen Roman mit etwas Romanze und Happy End lesen möchte wird hier auf seine oder ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Furchtbarer Schreibstil

Die Assistentin
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"Die Assistentin" ist ein Roman von Caroline Wahl, der 2025 erschienen ist. Ich habe "Die Assistentin" als Hörbuch, herausgegeben vom argon Verlag in einer von der Autorin gelesenen Fassung, auf einer ...

"Die Assistentin" ist ein Roman von Caroline Wahl, der 2025 erschienen ist. Ich habe "Die Assistentin" als Hörbuch, herausgegeben vom argon Verlag in einer von der Autorin gelesenen Fassung, auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an dieses Hörbuch herangegangen bin: Caroline Wahl ist in den letzten Jahren recht präsent in den Medien, und die Geister scheiden sich an ihr. Ich habe bisher noch keine Bücher der Autorin gelesen, und war darum gespannt, was ich von der Assistentin halten würde. Nun - mein Urteil ist zwiespältig.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Hauptdarstellerin Charlotte erzählt, als Rückblende auf ein Jahr als Berufsanfängerin, die von ausserhalb für ihren neuen Job nach München zieht. Schnell wird klar, dass der Job nicht Charlottes grosser Traum ist, sondern eher mal einfach einen "Einstieg" ins Leben darstellt. Vermutlich (meine Interpretation) trägt die Geschichte autobiographische Züge, da auch die Autorin einmal eine Weile bei einem Verlag in Zürich gearbeitet hat.

Als erstes ist der Schreibstil zu erwähnen: den empfinde ich als unglaublich gesucht, möchtegern-literarisch, kurz einfach wirklich sehr schlecht. Es werden diverse Stilmittel bis zum Erbrechen bemüht. In allen Sätzen, Gedanken, der Beschreibung von Handlungen werden Wörter drei-, viermal wiederholt, als ob man damit etwas Nachdruck verleihen wolle. Wenn Personen miteinander sprechen, dann wird zuerst erwähnt, was die Person sagt, und dann sagt die Person das in direkter Rede. So kann man natürlich flockig auch mal die Seitenzahl verdoppeln wenn alles zweimal gesagt wird. Oder auch die Personen im Verlagshaus, die sich immer mit Kürzeln anreden, und dann steht vor jeder direkten Rede dieses Kürzel, ausser bei der Kollegin deren Kürzel vergessen wurde. Ach, es ist einfach wahnsinnig unoriginell. Hin und wieder durchbricht die Autorin die vierte Wand und wendet sich gewissermassen direkt an den Leser. Eigentlich finde ich das ja mal noch eine interessante Variante - aber dann kommen so Sätze wie "Das könnte nun einfach so weitergehen. (...) während sich die Leser allmählich fragen, was die ganzen Wiederholungen sollen und ob dem Ganzen nicht bald die Luft ausgeht." Und - dann geht es einfach so weiter. Nun ja, als Leser kommt man sich hier einfach verhöhnt vor. Was dem ganzen dann noch alle Spannung nimmt - die Autorin greift regelmässig recht weit in der Handlung vor. Und dann wird später tatsächlich alles nochmals genau so erzählt.

Als zweites ist der Inhalt des Buches zu nennen: Das ist der Grund, warum ich hier nicht nur einen Stern vergebe. Die erste Hälfte des Buches ist wirklich verlorene Lebenszeit, aber in der zweiten Hälfte verdichtet sich die Erzählung und regt sehr zum Nachdenken an. Wichtige Themen wie Mobbing, Selbstausbeutung, Narzissmus, ein Umfeld welches nicht willens oder nicht fähig ist die nötige Unterstützung zu bieten - das alles hätte es verdient, einen würdigen Rahmen zu bekommen. Leider geht aber die Handlung neben dem verstörenden Schreibstil total unter.

Als drittes bleibt noch das Hörbuch als solches. Hier hat sich die Autorin leider gar keinen Gefallen getan. Ihre Lesestimme klingt sehr monoton, hölzern und gelangweilt - ich weiss nicht, ob das Absicht ist, um die Grundstimmung des Buches zu unterstreichen. Es wird auch sehr langsam gelesen - ich habe das Hörbuch meist mit 1.5-facher Geschwindigkeit gehört, dann war es einigermassen ok. Leider neigt die Autorin zudem zu Hyperkorrektur (zB "Tich" statt "Tisch"), was ich beim Zuhören als sehr störend empfinde. Ich glaube zwar nicht, dass ich das Buch wesentlich besser gefunden hätte, wenn es von einem professionellen Sprecher oder Sprecherin eingelesen worden wäre - aber es wäre sicher immerhin angenehmer zu hören gewesen.

Fazit, ich bereue es nicht sehr, dieses Hörbuch gehört zu haben, aber ich würde weder Hörbuch noch Buch weiterempfehlen.

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