Emotionale Geschichte voller Liebe und Trauer
Wo die Sterne am hellsten leuchtenDie Journalistin Mila möchte eine hoffnungsvolle Reportage über todkranke Menschen schreiben. Dazu reist sie ins „Horizont“ nach Rügen, einer Einrichtung um sich zu erholen und wieder ins Leben zurückzukehren ...
Die Journalistin Mila möchte eine hoffnungsvolle Reportage über todkranke Menschen schreiben. Dazu reist sie ins „Horizont“ nach Rügen, einer Einrichtung um sich zu erholen und wieder ins Leben zurückzukehren oder die letzten Monate angenehm zu verbringen. Direkt auf der Zugfahrt dorthin trifft sie auf David und seinen Sohn Liam, die aufgrund von Liams Krankheit das gleiche Ziel haben.
Mila und David fühlen sich von Anfang an zueinander hingezogen. Doch die Liebe auf den ersten Blick rückt zunächst in den Hintergrund, da Mila Berufliches und Privates nicht vermischen möchte und David sich ganz auf seinen Sohn konzentrieren will. Ich finde es schön, dass sich die Liebesgeschichte dadurch langsam und angenehm entwickelt hat. Die Momente und Gespräche zwischen Mila und David sind herzlich und romantisch, sodass ich sie sehr genossen habe. Zum Beispiel die Szenen am Strand haben die beiden über das anfängliche Knistern hinweg näher zusammengeführt. Trotzdem ging es mir oftmals zu schnell, denn die Gefühle waren von Anfang an einfach da und vor allem die anderen Heimbewohner/innen haben Mila sofort als Mutter von Liam gehalten. Wie müssen sich die beiden schon angeschmachtet haben, dass so ein Eindruck entsteht? Mir fehlt manches Mal die Entwicklung, etwas mehr Zeit bzw. Seiten um die Emotionen aufzubauen und die Veränderung derer mitzuerleben. Denn in einem Moment hatte Mila auch auf nur einer ebook-Seite völlig gegensätzliche Gefühle, was mich verwirrt hat, denn eigentlich wäre in dem Moment alles paletti gewesen.
Nichtsdestotrotz ist „Wo die Sterne am hellsten Leuchten“ eine schöne, romantische Liebesgeschichte, die auch bei den anderen Charakteren viele Emotionen bereithält. Die (tod)kranken Bewohner/innen des „Horizonts“ haben unterschiedliche Geschichten, die sehr berühren. Von einer Frau, die dem Tod getrotzt und ihre Träume erfüllt hat bis zu einem mürrischen Teenager hat die Autorin so viele Facetten geschaffen. Und auch ihr Schreibstil hat mich in dieser Geschichte wieder für sie eingenommen. Josefine Weiss hat eine gefühlvolle und tiefgründige Art um die Emotionen der Charaktere zu beschreiben. Besonders Liam habe ich mit seinem fröhlichen, kindlichen und neugierigen Charakter ins Herz geschlossen. Auch Hilde wurde neben dem kleinen Jungen meine Lieblingsfigur, weil mich ihr resolutes und einfühlsames Verhalten beeindruckt hat. Neben dem gefühlvollen Schreibstil blitzt aber auch immer wieder Humor durch, was den doch manchmal recht schweren Inhalt etwas auflockert. romantischen Szene haben mein Herz schmelzen lassen, die rührenden Szenen mit den Bewohner/innen das Herz gebrochen und die letzten Szenen schockiert und voller Liebe gefüllt.
Fazit:
„Wo die Sterne am hellsten Leuchten“ ist nicht nur eine romantische Liebesgeschichte, sondern auch eine über so viele unterschiedliche Charaktere, die ihrer Krankheit trotzen und mich sehr berührt haben. Neben den emotionalen Szenen blitzt auch immer wieder Humor durch, was den gefühlvollen Schreibstil von Josefine Weiss einfach perfekt macht. Manches ging mir in dem Buch zu schnell, als dass meine Gefühle nachziehen konnten, aber diese Geschichte hat trotzdem mein Herz schmelzen lassen, gebrochen und wieder mit Liebe gefüllt.