Platzhalter für Profilbild

TineBook87

aktives Lesejury-Mitglied
offline

TineBook87 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit TineBook87 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwei Realitäten, die ein Riss trennt

Solange ein Streichholz brennt
0

Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk ...

Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk eine besondere Geschichte geschaffen, eine Geschichte über Menschen die unterschiedlich nicht sein könnten & doch Menschen sind, die etwas eint, außer das Mensch sein an sich, dem Gefühl nicht genug zu sein, den Sorgen, die wohl ein jeder mit sich trägt.

Der Roman beschreibt auf eine zarte & gleichzeitig ungeschönte Art & Weise wie es Menschen in unserer Gesellschaft ergeht, wenn sie durch das Raster fallen, welchen Vorurteilen sie ausgesetzt. Vorurteile die manche scheinbar vergessen lassen, dass auch sie in diese Lage kommen könnten, Vorurteile die manche vergessen lassen, dass es sich auch hier um Menschen handelt.

Langsam & durch ihre inneren Unsicherheiten geleitet, nähern sich Alina & Bohm in der Geschichte immer näher an. Menschlich ist dies sehr schön beschrieben & die Gedanken die beide haben, zeigt nur einmal mehr wie ähnlich sie sich sind, trotz der gesellschaftlichen Unterschiede. Trotzdem fand ich die erste Hälfte des Romans besser, als die zweite. Die Beschreibung von Bohms Leben auf der Straße, was eigentlich eine Woche im Zuge einer Reportage begleitet werden soll, wich immer mehr den zwischenmenschlichen Annäherungen. Das war schön zu lesen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Reportage und damit verbundenen Sequenzen im ganzen Buch ihren Stellenwert gehabt hätten.

Das sind jetzt first-life-problems & jammern auf hohem Niveau, bei einem Thema was so facettenreich in ein Buch gesteckt wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

Braucht dieses Buch eine Triggerwarnung?

Die Namen
0

Vorweg, ich habe dieses Buch voller Begeisterung gelesen! Obwohl ich dies beinahe nicht getan hätte, da mich der Klappentext nicht abgeholt hat. Danke für Empfehlung, das in diesem Buch so viel mehr steckt.

Das ...

Vorweg, ich habe dieses Buch voller Begeisterung gelesen! Obwohl ich dies beinahe nicht getan hätte, da mich der Klappentext nicht abgeholt hat. Danke für Empfehlung, das in diesem Buch so viel mehr steckt.

Das Buch beginnt mit der Geburt von Bear, Julian & Gordon. Keine Drillinge, auch nicht zufällig am selben Tag geborene Kinder, sondern ein Mensch, der in drei parallel verlaufenden Handlungssträngen mit unterschiedlichen Namen, Entscheidungen, Situationen aufwächst & erwachsen wird. Der erwachsen wird trotz eines Vaters der nicht „nett“ ist …

Da bin ich auch schon beim Kern der Sache. Der Inhalt polarisiert. Beim Lesen bin ich gehäuft über Beiträge & Stimmen gestoßen, die finden, dass es hier eine Triggerwarnung gebraucht hätte. Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, kurz ohne zu spoilern, häusliche Gewalt ist ein großes Thema in diesem Roman.

Ich musste über diese Forderung nachdenken, verstehe auch den Hintergrund. Seitdem schwirrt mir Einiges dazu im Kopf herum. Ist es vielleicht richtig nicht vor Allem zu warnen, um ein Thema, vor dem gesellschaftlich auch gerne mal die Augen verschlossen werden, weil es einen selbst nicht betrifft & man somit die Negativität, die real ist, nicht einfach wegschieben kann? Fangen wir an vor Allem warnen zu wollen & irgendwann zu müssen? Ich überspitze jetzt mal. Gehen wir in ferner Zukunft ins Museum & die Exponate sind verhangen, mit Hinweisschildern versehen, weil es gegebenenfalls Dinge zeigt, die aufwühlen könnten? Ist der Zeitgeist, dass wir entstehende Emotionen, vor dem Entstehen einen Riegel vorschieben? Wäre eine Ausweitung der Altersbeschränkung eine Alternative? Ich könnte die Gedanken ewig weiterführen, leider lässt die Zeichenbegrenzung das nicht zu …

Nicht das ich für unsensibel & empathielos gehalten werde. Ich habe leider im Bekanntenkreis auch eine Person (hoffe das es nur eine ist & war), die über Jahre ein Opfer war. Ich bin dankbar, dass in der Vergangenheitsform schreiben zu können. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Thematisierung sicherlich nicht einfach ist, aber schlimmer ist, das Schweigen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

Kala hat mich in ihren Bann gezogen

Kala
0

Dieses Buch hat mich von Anfang an interessiert, das Cover, der Klappentext haben mich sofort abgeholt. Der erste Eindruck, das könnte mal wieder ein Buch sein, das ein so sehr geliebtes Lesegefühl weckt, ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an interessiert, das Cover, der Klappentext haben mich sofort abgeholt. Der erste Eindruck, das könnte mal wieder ein Buch sein, das ein so sehr geliebtes Lesegefühl weckt, das ich das Buch nicht so schnell lesen kann wie ich gern wöllte und wiederum gar nicht möchte das es so schnell vorbei ist.

Dann die ersten 100 Seiten, ich war nicht enttäuscht, eher etwas entrüstet, weil es mich noch nicht so gefesselt hat, wie ich es mir erhofft hatte. Etwas fehlte mir noch, der Spannungsbogen hatte sich noch nicht so aufgebaut, die Charaktere alle schön vorgestellt & nahmen in meinem Kopf Gestalt an & doch wirkte es, etwas zu sehr konstruiert, es fühlte sich noch nicht leicht an.

Dann der Kipppunkt, der Switch, der Twist, die Eigendynamik hatte mich gecatcht. Der Wechsel zwischen Gegenwart & Vergangenheit von Helen, Musch & Joe, die Erzählung aus den unterschiedlichen Perspektiven der Protagonisten im Hier & Jetzt, wundervoll verknüpft mit Erinnerungen und Rückblenden. Fragen entstehen im Kopf, werden beantwortet, werden offengelassen. Details kommen ans Licht, werden angedeutet, Mutmaßungen die im Raum stehen …

Kurzum, Kala als Buch hatte mich fest in der Hand, so wie sie als Figur ihren Freundeskreis in ihren Bann gezogen hat. Kolin Walsh hat hier eine Geschichte konstruiert, aufgespannt & mir präsentiert, die ein wundervolles Lesegefühl hervorgerufen hat. Trotz der Startschwierigkeiten war es ein innerliches Blumen pflücken es zu lesen. Die Frage nach der Leseempfehlung erübrigt sich!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2026

Was treibt dich bis zum Äußersten? Was hält dich vom Äußersten ab?

Zugvögel
0

Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, ...

Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, an einem Ort, in einer Situation.

Franny liebt das Meer, ist mit ihm verbunden und sie liebt Vögel, seit ihrer Kindheit. Eben diese Liebe verbindet sie mit ihrem Mann, dem sie seinen Lebenstraum erfüllen will. Sie will beweisen das die Küstenseeschwalben nicht ebenso ausgestorben sind, wie viele der Tierarten in der Welt in der sie mittlerweile lebt.

Franny begibt sich auf eine Reise, von ihren Wanderfüßen getragen, findet sie die Schwalben und folgt ihr auf ihrem Zug rings um den Globus. Nichts ahnend, dass das Ende dieser Reise anders sein wird als sie es für sich geplant hat. Nicht ahnend, dass sie außer den Vögeln sich selbst findet, inneren Frieden. Nicht ahnend wie weit sie bereit sie bereit ist zu gehen und dass das Äußerste, was sie sich vorstellt und bereit ist zu tun, nicht annähernd das ist was sie am Ende erwartet.

Dieses Buch ist ein emotional und mental konstruiertes Meisterwerk. Man versinkt in Frannys Gedanken, in ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und fragt sich was die Zukunft mit ihr anstellen wird. Über all diese Gedanken hinaus, stellt das Buch auch gesellschaftliche Fragen, Fragen die sich die Protagonistin für alle Leser stellt und jeder für sich selbst beantworten muss.

Ich muss denke ich nicht erwähnen, das ich jedem empfehle es zu lesen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2026

Tragisch schön

Der Fährmann
0

Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und ...

Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und somit auch mit der Struktur des Romans, immer damit rechnen zu müssen, dass dieser seltene schöne Moment, diese idyllische Ruhe, das friedlich geführte Gespräch in etwas mündet, das nicht gut endet.

Am Anfang lernen wir die vier Hauptprotagonisten kennen und mit ihnen gefühlt auch das halbe Dorf bzw. die halben Dörfer, denn es dreht sich schließlich um zwei, die direkt an der Grenze von Österreich und Deutschland liegen, getrennt durch die Salzach, einzig verbunden durch die Fähre. Man wird als Leser schnell mit den gesellschaftlichen Normen und Gepflogenheiten konfrontiert & eben auch mit der Ungerechtigkeit die daraus hervorgeht.

Das Buch ist nicht zimperlich mit dem Leser, kaum schöpft man etwas Hoffnung, das die Brutalität endet und man sich der romantischen Vorstellung hingeben könnte, wird der Moment in die Realität zurückgeholt. Trotzdem liest man weiter, so wie man vielleicht an das Gute in jedem Menschen glaubt, will man das Gute in dem Buch erreichen, das versöhnliche Ende, das doch kommen muss, bei all der Grausamkeit und dem Leid, was die Leute erleben. Ob es dies gibt, muss jeder selbst erfahren bzw entscheiden, ob es ein Ende ohne Schrecken oder doch ein Schrecken ohne Ende ist oder Beides ist, sein kann.

Das Setting an der Salzach fand ich wundervoll gewählt, tatsächlich hatte ich mehr als einmal das Gefühl, das der Fluss sinnbildlich für Mehr steht, für die Gesellschaft, die ebenfalls nicht ausbrechen kann, wie der Fluss es nicht aus seinem Flussbett schafft, wie es in den Menschen brodelt, so wie auch die Strömungen unter der Oberfläche sprudeln. Vielleicht kann mir Regina Denk beantworten ob dieser Eindruck ein bißchen wahr ist?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere