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Veröffentlicht am 25.04.2025

Auseinandergerissene Zwillinge

Maikäferjahre
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Anni und Tristan, Zwillinge aus einer Dresdner Musikerfamilie, werden im Krieg auseinandergerissen - sie bleibt bei den Eltern und überlebt die Bombennacht von Dresden, ist danach mit ihrer kleinen ...

Anni und Tristan, Zwillinge aus einer Dresdner Musikerfamilie, werden im Krieg auseinandergerissen - sie bleibt bei den Eltern und überlebt die Bombennacht von Dresden, ist danach mit ihrer kleinen Tochter, deren Vater an der Ostfront "gestrandet" ist, auf sich allein gestellt. Aber nicht ganz: Adam, ein jüdischer Ausnahmegeiger, den ihr Vater vor dem KZ bewahrt hat, ist an ihrer Seite - zusammen machen sie sich auf eine zunächst ziellose Reise durch das noch im Krieg befindliche Deutschland.

Tristan war Kampfpilot und ist in Gefangenschaft der britischen Armee geraten, wird dort allseits angefeindet - außer von der Krankenschwester Rosalie, die in ihm etwas ganz anderes sieht.

Ein Roman um Übergänge - vom Krieg in den Frieden, der alles andere als friedlich ist, vom privilegierten städtischen Leben ins Tiroler Dorfleben, um das als unmöglich scheinende (Ein)Leben in England.

Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können, so haben mich Anni und Tristan bewegt! Als die letzte Seite ausgelesen war, war ich richtig traurig. Eine sehr gefühlvolle Geschichte, dennoch keine Schmonzette, da Autorin Sarah Höflich an keiner Stelle den historischen Kontext außer Acht lässt. Außerdem geht es nicht nur um Liebe, sondern mehr noch um Vergebung, um den so notwendigen Blick in die Zukunft.

Gleichwohl gab es einige Kleinigkeiten, die mich störten und die möglicherweise vor allem dem Lektorat zuzuschreiben sind - Wiederholungen vor allem - auf ihrer Flucht übergibt sich Anni gefühlt auf jeder zweiten Seite. So hätte sie es nie von Dresden nach Tirol schaffen können!

Insgesamt jedoch ein Roman, den ich von Herzen weiterempfehle!

Veröffentlicht am 22.04.2025

Ein Wal, der nicht (mehr) schwimmt

Der Duft des Wals
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Dieser am Strand eines Ferienortes, gleich neben einem Luxushotel gestrandete Wal schwimmt nicht mehr. Nein, er stinkt, weil er dabei ist, zu verwesen - in diesem Wal ist nicht mehr der Hauch von Leben.

Was ...

Dieser am Strand eines Ferienortes, gleich neben einem Luxushotel gestrandete Wal schwimmt nicht mehr. Nein, er stinkt, weil er dabei ist, zu verwesen - in diesem Wal ist nicht mehr der Hauch von Leben.

Was das mit den Menschen dort, den Touristen und auch denen, die dort arbeiten, macht, davon erzählt dieser Roman und zwar aus der persönlichen Sicht der jeweiligen Charaktere.

Das klingt spannend, habe ich mir gedacht und mich an die Lektüre gewagt in der Hoffnung, nein, eigentlich sogar der Überzeugung, dass das ein richtig ungewöhnlicher, besonderer und unterhaltsamer Roman sein wird. Ist es jedoch leider nicht, jedenfalls nicht in meinen Augen. Er ist nicht einmal schlecht geschrieben, die Inhalte erreichen mich ganz einfach nicht. Was witzig sein soll, ist einfach nur belanglos. Leider kein Buch, das ich weiter empfehlen kann!

Veröffentlicht am 14.04.2025

Die Reichen bleiben reich

Die Erbin
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Köln/Bonn 1957: Der Nationalsozialismus hat das ehemalige Deutsche Reich, jetzt die Bundesrepublik Deutschland, von unten nach oben gekehrt. Wer sich mit Handwerk oder Handel über Wasser halten konnte, ...



Köln/Bonn 1957: Der Nationalsozialismus hat das ehemalige Deutsche Reich, jetzt die Bundesrepublik Deutschland, von unten nach oben gekehrt. Wer sich mit Handwerk oder Handel über Wasser halten konnte, wurde ausgebombt und ist oft genug ganz und gar verarmt. Die Flüchtlinge aus dem Osten haben sowieso nichts, egal was sie früher einmal waren und Juden gibt es nicht mehr. Nur viele Reiche sind immer reicher geworden und ihre Seilschaften aus der Nazizeit funktionieren immer noch. Nur aufpassen müssen sie, dass nichts davon auffliegt und ihr schönes System offenlegt!

Familie Liefenstein ist gehört schon lange dazu zu den Reichen und daran hat weder Anfang noch Ende des Nationalsozialismus etwas geändert. Sie haben einfach den Wohnsitz gewechselt und sind aus Berlin ins Rheinland gezogen, wo sie ebenfalls eine Niederlassung besitzen.

Cosima, deren Vater verstorben ist, hat eine starke soziale Ader und möchte für die Frauen, die nun allein ihre Kinder durchbringen müssen, eine Stiftung einrichten. Das findet auch ihr Onkel Theodor, seit einigen Jahren das Familienoberhaupt, ganz toll - nur müssen bestimmte Grenzen unbedingt gewahrt werden.

Zudem passieren einige geheimnisvolle Dinge, denen Cosima auf den Grund gehen möchte. Dabei lernt sie neue Menschen kennen, die anfänglich kaum einzuschätzen sind. Die Leser*innen sind ihr immer einen Schritt voraus, da ein Teil der Handlung in der Vergangenheit liegt und wir dadurch miterleben, was ihr zunächst verborgen bleibt. Ein spannendes und sehr gut recherchiertes Buch, das ich jedem empfehle, der Freude an zeithistorischen Romanen hat!

Veröffentlicht am 12.04.2025

Das Verschwinden der Geschwister Van Laar

Der Gott des Waldes
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Bear und Barbara waren Geschwister, ohne sich je gekannt zu haben. Denn Bear verschwand bereits vor Barbaras Geburt. Umso verstörender ist es für die Eltern, beziehungsweise für die Mutter - der Vater ...

Bear und Barbara waren Geschwister, ohne sich je gekannt zu haben. Denn Bear verschwand bereits vor Barbaras Geburt. Umso verstörender ist es für die Eltern, beziehungsweise für die Mutter - der Vater ist ein seltsam emotionsloser Mann - dass die Tochter Jahre später dasselbe Schicksal ereilt.

Die Van Laars sind quasi eine Legende - sie sind im Besitz von haufenweise Geld und von einem Areal, auf dem sie ein Sommercamp für Jugendliche eingerichtet haben, das überaus straff organisiert ist. Natürlich wird es nicht von ihnen selbst geführt - nein, dafür gibt es Personal. Wie eigentlich für alles. Diverse Szenarien scheinen möglich, den Lesern offenbaren sich allmählich Abgründe, die unauflösbar erscheinen.

Das Universum der Van Laars und ihrer Umgebung ist mit wenigen Ausnahmen eine absolute Männergesellschaft. Frauen haben hier nichts oder nur wenig zu melden - außer, sie agieren quasi unter dem Radar.

Ein eindringlich geschriebener Roman, in dem die Stimmung sich von Seite zu Seite ändern kann, die Autorin versteht es meisterlich, unterschiedliche Atmosphären zu generieren und diese abrupt wieder aufzuheben.

Das Buch habe ich bis zum Ende mit großer Faszination gelesen, allerdings empfand ich die Auswahl des Personals, das im Detail eine kleinere oder größere Rolle spielte, als deutlich zu breit aufgestellt: ständig wurden neue Charaktere mehr oder weniger detailliert eingeführt, deren Namen, Funktionen und Eigenschaften man sich merken musste. Bei einem so großen Aufgebot wäre ein dem Roman vorangestelltes Personalverzeichnis überaus hilfreich gewesen.

Veröffentlicht am 10.04.2025

Aus der Luft gegriffen

Höllische Küste
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ist der aktuelle Mordfall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen, nicht gerade, aber er fällt sozusagen aus der Luft: Es ist ein Fallschirmsprung im Tandem, bei dem Jaline Amundsen, Hochzeitsplanerin ...

ist der aktuelle Mordfall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen, nicht gerade, aber er fällt sozusagen aus der Luft: Es ist ein Fallschirmsprung im Tandem, bei dem Jaline Amundsen, Hochzeitsplanerin auf Sylt, ums Leben kommt. Dabei war sie gerade am Ziel ihrer Wünsche - nämlich dem Sprung zusammen mit dem von ihr sehr bewunderten Trainer gekommen - und dann so ein Ende! Wie sich schnell herausstellt, ist es kein Unfall, denn die Ausrüstung war manipuliert worden.

Und es gibt eine ganze Reihe von Verdächtigen - von den eifersüchtigen Partnern bis hin zu Geschäftspartnern ist alles möglich. Zudem ist nicht klar, ob der Anschlag der jungen Jaline oder dem Trainer gegolten hat - Gründe gäbe es für beide.

Ein ganzes Defilée an möglichen Tätern muss von Liv und ihrem Team "abgegrast" werden, zudem gerät sie diesmal unfreiwillig zwischen Fronten, da zwei ihrer Sylter Kollegen um eine bald frei werdende Führungsposition konkurrieren.

Wie immer geht es auch um Livs Beziehung zum Gerichtsmediziner Sebastian Gerlich. Allerdings geht es diesmal eher um die Frage, ob und wann geheiratet werden soll. So steht wieder einmal auch Privatleben der Ermittlerin im Fokus der Handlung, das Autorin Sabine Weiss so geschickt mit der Krimihandlung verwoben hat, dass wie bei einem Puzzle alles genau zusammenpasst. Zudem wimmelt es diesmal sozusagen vor Verdächtigen - es gibt so viele, dass ich mir wieder einmal bei der Lektüre dieser Krimireihe ein Personenverzeichnis gewünscht habe!

Auch dieser nunmehr neunte ist ein spannender Fall, dessen Auflösung ich leider als ein wenig vorhersehbar empfand. Dennoch lohnt sich die Lektüre! Ob Sie jetzt hier oder mit einem anderen Band starten, ich könnte mir vorstellen, dass sie wie ich diese Reihe, bei der sich die Protagonistin dank zahlreicher Alleinstellungsmerkmale von der Masse abhebt, lieben werden. Auf den nächsten Fall freue ich mich jedenfalls schon jetzt!

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