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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2025

Ziemlich provokant

Bring dein Herz zum Tanzen
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Natürlich nicht denen gegenüber, deren Herz und vor allem auch der Körper zum Tanzen gebracht werden sollen. Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist - gut und schön. Nicht auf die gängigen Schönheitsideale ...

Natürlich nicht denen gegenüber, deren Herz und vor allem auch der Körper zum Tanzen gebracht werden sollen. Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist - gut und schön. Nicht auf die gängigen Schönheitsideale zu achten - noch besser.

Aber deswegen alle herauszufordern, ja zu provozieren, die diese Werte mißachten (könnten) - nein, das ist nicht der richtige Weg. Es gibt hier relativ wenig Neues und/oder Wertvolles. Ich finde, dieses Buch muss man nicht haben, geschweige denn lesen!

Veröffentlicht am 01.01.2025

You gotta fight for your right...

Altern
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...to party? No, to work! Das ist nur ein Punkt, an dem die Ansichten von Frau Heidenreich und mir unendlich weit auseinander gehen. Konkret geht es um das Rentenlalter, das sie deutlich nach oben korrigieren ...

...to party? No, to work! Das ist nur ein Punkt, an dem die Ansichten von Frau Heidenreich und mir unendlich weit auseinander gehen. Konkret geht es um das Rentenlalter, das sie deutlich nach oben korrigieren möchte. Ich jedoch, über 20 Jahre jünger, sehe meiner Rentenzeit die mit über 6,5 Jahren noch in weiter Ferne ist, mit großer Freude, ja: Sehnsucht entgegen. Denn dann kann ich endlich all das tun, was ich schon lange wollte und vor allem deutlich entspannter leben. Ich werde den Gedanken nicht los, dass Frau Heidenreich aufgrund ihrer offenbar ausgesprochen gut laufenden freien Tätigkeit einen ganz anderen Blick auf das Arbeitsleben hat. Das ist nur ein Punkt von mehreren, aber der für mich wichtigste, aber eines steht fest: hier geht es um das Altern von Elke Heidenreich, garniert mit Zitaten und Bonmots aus ihren Kreisen. Da kann ich leider nicht so richtig viel mit anfangen, auch wenn es durchaus die ein oder andere nette Passage gibt. Und schnell gelesen ist es noch dazu!

Veröffentlicht am 30.12.2024

Zieht sich wahnsinnig

Bright Young Women
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Und ständig sind alle von allen genervt in dieser Geschichte um einen Serientäter und seine Opfer, vor allem jedoch um dessen Umfeld, die maßgeblich in den 1970er Jahren spielt, jedoch weit bis ins 21. ...


Und ständig sind alle von allen genervt in dieser Geschichte um einen Serientäter und seine Opfer, vor allem jedoch um dessen Umfeld, die maßgeblich in den 1970er Jahren spielt, jedoch weit bis ins 21. Jahrhundert hinein greift.

Eigentlich ein spannendes Thema: Ein Serienmörder schleicht sich in ein eigentlich für Männer verschlossenes Wohnheim einer Studentinnenverbindung, verletzt mehrere Frauen und ermordet zwei. Offenbar ist es nicht das erste Mal, dass er dies tut - so langsam (also wirklich sehr, sehr langsam) fließen die Handlungen zusammen.

Es sind mehrere Frauen, die im Fokus stehen, aber sie sind nicht so eindeutig dargestellt, dass es eine klare Abgrenzung voneinander gibt. Das machte die Lektüre für mich zusätzlich schwer und so kann ich diesen Roman leider nicht weiterempfehlen. Mit Spannungsliteratur hat er aus meiner Sicht ausgesprochen wenig zu tun!

Veröffentlicht am 28.12.2024

Sperrige Geschichte über Trennung und Zusammenhalt

Samtene Scheidung
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Leider habe ich keinen richtigen Zugang zu den Charakteren bekommen und konnte mich so auch überhaupt nicht in die Handlung und noch weniger in die einzelnen Figuren einfinden, weil ich mich ein bisschen ...

Leider habe ich keinen richtigen Zugang zu den Charakteren bekommen und konnte mich so auch überhaupt nicht in die Handlung und noch weniger in die einzelnen Figuren einfinden, weil ich mich ein bisschen hilflos fühlte - zu vieles ging hier als selbstverständlich durch und wurde nicht näher begründet. Gleichzeitig habe ich ein schechtes Gewissen, denn mir ist so, als ob die Charaktere zu mir herabblicken und sagen "das ist nur, weil Du Dich nicht auf uns einlässt". Aber leider habe ich dazu überhaupt keinen Weg gefunden, auch wenn ich es gleich mehrmals probiert habe.

Veröffentlicht am 27.12.2024

Wer Chöre kennt, wird hier einiges erkennen

Der Chor
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Ich habe als Teenagerin in einem Chor mit einem ebenfalls baltischen Dirigenten gesungen, der war allerdings Lette und mein Onkel. Was zunächst auf sanften Druck seinerseits begann, machte bald richtig ...

Ich habe als Teenagerin in einem Chor mit einem ebenfalls baltischen Dirigenten gesungen, der war allerdings Lette und mein Onkel. Was zunächst auf sanften Druck seinerseits begann, machte bald richtig viel Spaß, zumal meine gleichaltrigen Freundinnen dort auch mitsangen.

Wir sangen allerdings nur auf Lettisch, wenn auch viele Nichtlettinnen mit dabei waren - Ehefrauen lettischer Männer, die umgekehrte Version gab es nicht im Chor. Allerdings waren viele Kinder lettischer Elternteile wie ich dabei, die teils die Sprache beherrschten. Was aber durchaus vergleichbar war mit dem Chor von Anna Katharina Hahn: wir waren allesamt Laien, sangen nur zum Vergnügen, auch wenn wir gelegentlich auftragen. Wahrscheinlich war das Niveau unseres gemischten Chores deutlich niedriger als das des hier vorgestellten Stuttgarter Frauenchores mit estnischer Dirigentin.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, insbesondere die Passagen, in denen der Chor übte. Die meisten Gedanken der einzelnen Sängerinnen waren mir zum großen Teil überhaupt nicht fremd, sondern für eine so willkürlich zusammengewürfelte Gruppe durchaus üblich.

Allerdings verließ die Handlung für meinen Geschmack zum Ende hin zu sehr das musikalische Umfeld und wurde zu einer Art Gehacke untereinander. Die Situation der schon älteren Sängerin Lena hätte deutlich eindringlicher und in Teilen auch würdevoller dargestellt werden können - jedenfalls nach meinem Geschmack.

Aber insgesamt war es ein musikalischer Lesegenuß, bei dem ich viele Lieder - auch unter den estnischen (mein Vater war Este) - wieder erkannte und es vor allem musikliebenden Leser:innen jedweder Herkunft von Herzen empfehle!