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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2023

Ein (Bilder)Buch zum Eintauchen

Die Neapolitanische Saga 1: Meine geniale Freundin
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und stundenlangem Drin-Schmökern-Schauen-und-Schwärmen.

Denn dies ist ein Buch, von dem ich nicht genug bekommen kann! Und das, obwohl diese Graphic Novel auf einem schon sehr bekannt Buch - ...

und stundenlangem Drin-Schmökern-Schauen-und-Schwärmen.

Denn dies ist ein Buch, von dem ich nicht genug bekommen kann! Und das, obwohl diese Graphic Novel auf einem schon sehr bekannt Buch - und das (fast) weltweit - basiert!

Dennoch gibt es hier sehr viel Neues zu entdecken in der Geschichte der beiden Freundinnen Lila und Elena, die sich als Kinder in einem recht einfachen Viertel in Neapel kennenlernen und trotz unterschiedlicher Wege in die Erwachsenenwelt einander verbunden bleiben, bis die eine auf einmal nicht mehr zu erreichen, bzw. zu fassen ist.

Mehr möchte ich zum Inhaltlichen nicht sagen, das den meisten Interessent*innen bereits bekannt sein sollte und für die weiteren eine Überraschung bleiben sollte, deshalb jetzt zu dieser wundervollen Ausgabe, die die Lesenden in eine ganz eigene Welt entführt, welche durch die Bilder entsteht. Ich jedenfalls bin richtiggehend hinein geglitten und sehe die ganze Geschichte jetzt nochmal in einem ganz anderen Licht! Sehr zu empfehlen und zwar nicht nur für Ferrante-Fans!

Veröffentlicht am 08.07.2023

Drei Generationen - drei Schicksale

Das Licht zwischen den Schatten
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... die sich über ingesamt 70 Jahre erstrecken und zwar von 1919 bis 1989 und sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in einigen anderen Ländern abspielen - wobei Deutschland ja über die ...

... die sich über ingesamt 70 Jahre erstrecken und zwar von 1919 bis 1989 und sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in einigen anderen Ländern abspielen - wobei Deutschland ja über die meiste im Roman beschriebene Zeit ja auch geteilt ist.

Konrad, Brigitte und André: eine Familie oder doch keine? Nun, es geht sehr lebhaft zu in diesem überaus handlungsreichen, sich über weit mehr als 800 Seiten erstreckenden Roman, der viele spannende und keineswegs nur rosige Aspekte der deutsch-deutschen Geschichte behandelt.

Allerdings wäre hier aus meiner Sicht weniger deutlich mehr gewesen, denn die Handlung quillt quasi über vor Klischees. Spionage, das Vergehen des Nationalsozialismus sowohl an Juden als auch an kranken Menschen, die RAF, die strenge Sportschulung der DDR und noch einiges mehr wird hier ausgebreitet, wodurch die Handlung aus meiner Sicht viel zu sehr ins Klischeehafte, Plakative abrückt.

Unter dieser reichhaltigen Handlung leidet stellenweise die Beschreibung der Personen - zahlreiche Akteure werden leider nicht so recht zum Leben erweckt, haben nur wenige individuelle Züge und wenig Wiedererkennungswert, der hier doch eine sehr große Rolle spielt.

Die Lektüre lohnt sich zwar durchaus, ich kann Ihnen aber nicht versprechen, dass Sie sich überhaupt nicht ärgern werden!

Veröffentlicht am 06.07.2023

Gesunden mit Putin

Putin im Wartezimmer
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Eine Gruppe von Übergewichtigen ganz unterschiedlichen Alters findet sich mitten in der Pandemie im Wartezimmer ihrer Hausärztin zusammen, um gemeinsam zu lernen, mit ihrem Körper besser umzugehen - in ...

Eine Gruppe von Übergewichtigen ganz unterschiedlichen Alters findet sich mitten in der Pandemie im Wartezimmer ihrer Hausärztin zusammen, um gemeinsam zu lernen, mit ihrem Körper besser umzugehen - in einer Art Abendkurs.

Der Start des Kurses liegt ziemlich eng mit dem des Angriffskrieges auf die Ukraine zusammen: kein Wunder, dass die Patienten in der Zeit, in der sie auf Frau Doktor warten müssen - und das müssen sie eigentlich immer - darüber sprechen. Was ich auch ganz verständlich finde, allerdings nicht die Art, wie sie das tun - das ähnelt schon eher Fachgesprächen von Politikern oder Wissenschaftlern - denn es sind doch immer inhaltlich recht hoch angesetzte Gespräche, die dort geführt werden. Wenn man die Quellensammlung hinten im Buch sieht, weiß man auch warum das so ist.

Dies ist ein Aspekt im Roman, den ich als recht unrealistisch empfinde - ich hätte mir hier deutlich emotionalere, am Schicksal der Bevölkerung anteil nehmende Diskussionen gewünscht und nicht darüber, was Putin, Selenskij oder auch deutsche Politiker in diesem Zusammenhang sagen. Das war mir alles zu weit weg von der Realität, Gefallen fand ich eher an den ßig , in dem die Ärztin von ihren Patienten erzählte und man diese nach und nach besser kennen und verstehen lernte.

Bis kurz vor Schluss war ich eher mittelmäßig berührt, aber dann wurden die Zügel nochmal richtig angezogen und es zeigte sich, wie aus der den doch sehr unterschiedlich gepolten Gruppenmitgliedern unter ganz besondere Umständen eine Art Familie wurde,. Dieser sehr runde und gelungene Abschluss hat das Buch aus meiner Sicht dann doch noch zu etwas sehr Besonderem gemacht.

Veröffentlicht am 24.06.2023

Einen angenehmen Geschmack...

Royal Taste
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...hat dieses Buch "Royal Taste" bei mir hinterlassen. Ich beschäftige mich so gerne mit den verschiedensten Speisen, dass das auch kein Wunder ist.

Auf der anderen Seite bin ich eine sehr kritische Verkosterin ...

...hat dieses Buch "Royal Taste" bei mir hinterlassen. Ich beschäftige mich so gerne mit den verschiedensten Speisen, dass das auch kein Wunder ist.

Auf der anderen Seite bin ich eine sehr kritische Verkosterin sowohl von Speisen jeder Art als auch von Lektüre darüber. Wobei sich über Geschmack natürlich nicht streiten lässt!

Worum es geht. Die angehenden Kulinarikerinnen Penelope und Helena treffen auf dem Nachtmarkt einen jungen Mann, Elijah Little, von dessen Empanadas sie so angetan sind, dass Helena auf die Idee kommt, ihn zu einem kulinarischen Experten auszubilden. Beide Freundinnen sind nämlich gerade auf der Suche nach Themen für ihre Abschlussprojekte, nach deren Vollendung sie professionell in ihrem Beruf tätig sein können.

Elijah scheint aus einfachen Verhältnissen zu kommen, kennt sich aber mit köstlichen Gerichten durchaus gut aus. Helena nimmt im Rahmen ihrer Ausbildung kein Blatt vor den Mund, weswegen es sowohl mit Elijah als auch mit Penelope mehrfach zu Zerwürfnissen kommt.

Ein warmherziger und keineswegs oberflächlicher Roman, dem man aber nicht zu sehr vertrauen sollte, wenn es um historische Fakten geht. Diesbezüglich spielt die Autorin nämlich mit der Wahrheit und das nicht zu knapp. Was aus meiner Sicht durchaus reizvolle Szenarien ergibt, zumal sie sich auch mit Vorurteilen und deren Wirkung befasst.

Ein ungewöhnlicher Roman, den es sich zu lesen lohnt!

Veröffentlicht am 16.06.2023

Die Eifel in all ihrer Pracht - und mit all ihren Tücken

Eifelfrauen: Das Haus der Füchsin
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1920: Der Erste Weltkrieg ist gerade erst vorbei, Deutschland biegt sich unter den Reparationszahlungen, da erbt die junge Johanna aus heiterem Himmel von einer Tante, von deren Existenz sie überhaupt ...

1920: Der Erste Weltkrieg ist gerade erst vorbei, Deutschland biegt sich unter den Reparationszahlungen, da erbt die junge Johanna aus heiterem Himmel von einer Tante, von deren Existenz sie überhaupt nicht wusste, ein Haus in einem kleinen Dorf in der Eifel. Tante Lisbeth hinterlässt ihr darüber hinaus auch ihre zahlreichen Tiere, inklusive der Verbots, diese zu töten. Und sie kann nur das vollständige Erbe annehmen - oder ablehnen!

Trotz der Vorbehalte ihrer Eltern - der Vater besitzt eine Zigarettenfabrik in Trier, zu Hause hat es nie an etwas gemangelt - begibt sie sich zunächst für eine Probezeit in die Eifel. Und übt sich dort in einem Leben als Bäuerin, wobei ihre Nachbarin Kätt, verwitwete Schwiegertochter des dortigen Gastwirtes, ihr ein große Stütze ist, gerade in Zeiten von Hunger und Not. Und Johanna lernt weitere Menschen kennen, die sie mag und die ihr eine Hilfe sind - aber leider auch andere. Dennoch entscheidet sie sich für ein Leben in der Eifel.

Insgesamt schlägt der Roman einen weiten Bogen bis zum Ende der 1930er Jahre: man kann sich denken, dass sich in diesen Jahren nicht nur bei Johanna eine ganze Menge tut. All diese Ereignisse und Entwicklungen schildert Autorin Brigitte Riebe, eine promovierte Historikerin, mit der gewohnten exzellenten Sachkenntnis und unglaublicher Empathie. Auch wenn ich generell eine Vorliebe für die Romane dieser Autorin habe, war der vorliegende ein ganz besonderes Highlight für mich, habe ich doch wie Johanna (fast) mein ganzes Leben am Rande der Eifel (wenn auch an der Nordseite) verbracht. Wer gerne historische Romane liest und es liebt, dabei sowohl etwas hinzuzulernen als auch bedingungslos in die Handlung eintauchen und sich dieser quasi vollkommen preisgeben möchte, der ist hier an der richtigen Adresse. Ich jedenfalls bin nach Beendigung der Lektüre überaus unwillig wieder daraus "erwacht" und in meinen Alltag gewechselt!