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Veröffentlicht am 25.04.2021

Ein neues Ermittlerduo aus Dänemark

Die guten Frauen von Christianssund
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... genauer gesagt aus Christianssund, einer Kleinstadt unweit von Kopenhagen, führt die Autorin Anna Grue ein: nämlich den Kommissar Flemming Torp und seinen Jugendfreund, Werbefachmann Dan Sommerdahl, ...

... genauer gesagt aus Christianssund, einer Kleinstadt unweit von Kopenhagen, führt die Autorin Anna Grue ein: nämlich den Kommissar Flemming Torp und seinen Jugendfreund, Werbefachmann Dan Sommerdahl, der sich als eine Art männliche und jüngere Miss Marple in die offiziellen Ermittlungen einschaltet und mehr noch - sehr eigenmächtig auf eigene Faust zu ermitteln beginnt.

Dan gerät eher zufällig ins Geschehen: Er ist aufgrund eines Burnouts für längere Zeit krankgeschrieben, als sein Freund Flemming von einem gemeinsamen Essen zum Tatort gerufen wird - und das ist ausgerechnet Dans Arbeitsplatz - um direkt alle informationen aus erster Hand zu bekommen, nimmt er Dan, der als einziger Mitarbeiter aufgrund des Treffens mit Flemming nicht tatverdächtig ist, mit vor Ort - und wird ihn so schnell nicht mehr los. Opfer ist eine Putzfrau, die Estin Lilliana, die, wie sich rasch herausstellt, inoffiziell in Dänemark weilte und schwarz arbeitete. Allmählich tut sich hinter diesem einen Fall, der weitere Geschehenisse nach sich zieht, ein ganzes Netzwerk auf - sind es möglicherweise "gute Frauen aus Christianssund", die dahinterstecken? Und wenn ja; wer sind sie, was ist ihre Motivation, was ihre Zielsetzung ist.

Das Privat- und Berufleben der beiden Herren Dan und Flemming - etwa Mitte 40 - wird ausgiebig beleuchtet, Beziehung zu den Mitmenschen im engeren und weiteren Umfeld werden durchaus auch mal im Detail dargestellt. Ebenso werden weitere relevante Figuren eingeführt, was die Erzählung von Zeit zu Zeit ein wenig langatmig, wenn nicht gar schwerfällig werden lässt. Insgesamt aber ein zeitweise durchaus spannender, gut geschriebener und origineller Krimi im Stil eines klassischen Whodunnit. Das Buch beinhaltet einen Leseeindruck zum nächsten Teil der Reihe - und für mich steht jetzt schon fest, dass ich die Geschicke von Flemming und Dan weiterverfolgen werde!

Veröffentlicht am 25.04.2021

Der zweite Fall für Sommerdahl und Torp

Der Judaskuss
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Ein neuer Fall für das dänische Ermittlerduo aus Christianssund, einer fiktiven Kleinstadt unweit von Kopenhagen, für Kommissar Flemming Torp und seinen Jugendfreund, Werbefachmann Dan Sommerdahl, steht ...

Ein neuer Fall für das dänische Ermittlerduo aus Christianssund, einer fiktiven Kleinstadt unweit von Kopenhagen, für Kommissar Flemming Torp und seinen Jugendfreund, Werbefachmann Dan Sommerdahl, steht ins Haus - genauer gesagt zwei Einzelfälle: ein Mordfall für Flemming und eine Erpressung für Dan, der aufgrund seiner Ermittlungserfolge als eine Art männliche und jüngere Miss Marple angeheuert wird - er soll einem Heiratsschwindler das Handwerk legen.

Schnell gibt es Überlappungen zwischen den beiden Fällen, die zu einer recht extremen religiösen Sekte führen. Wie im ersten Buch steht hier Raffinesse ganz eindeutig vor Spannung, was dem Erzählverlauf jedoch überhaupt nicht abträglich ist, nein, ganz neue, für einen Krimi eher ungewöhnliche Aspekte treten hier in den Vordergrund. Diese haben mit diversen Bereichen der Menschlichkeit: Mitmenschlichkeit, Zwischenmenschlichkeit, aber auch Unmenschlichkeit zu tun und gipfeln in höchsten moralischen Widersprüchen. Dabei werden in den sehr atmosphärischen Schilderungen Anna Grues sowohl die Figuren als auch die Lokalitäten so anschaulich dargestellt, dass man meinen könnte, man sei mit dabei.

Das Privat- und Berufleben der beiden Herren Dan Sommerdahl und Flemming Torp - etwa Mitte 40 - wird wie auch im ersten Band ausgiebig beleuchtet, wobei wiederum Dan im Mittelpunkt und somit an vorderster Front steht. Abgesehen von einigen zu detaillierten Szenen ein durchaus spannender, gut geschriebener und origineller Krimi im Stil eines klassischen Whodunnit, der aus meiner Sicht eine klare Steigerung im Vergleich zu Band 1 beinhaltet - für mich zählt diese Reihe schon jetzt zu meinen Lieblingskrimis! Klar, dass ich die Geschicke von Flemming und Dan weiterverfolgen werde!

Veröffentlicht am 25.04.2021

Verworrene Hinterlassenschaften

Was von Dora blieb
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Eher durch Zufall gerät Isa an die Hinterlassenschaften ihrer Großmutter Dora - nachdem sie sich eine Auszeit nehmen will vor dem Hintergrund einer heftigen Ehekrise, drückt ihre Mutter ihr eine Kiste ...

Eher durch Zufall gerät Isa an die Hinterlassenschaften ihrer Großmutter Dora - nachdem sie sich eine Auszeit nehmen will vor dem Hintergrund einer heftigen Ehekrise, drückt ihre Mutter ihr eine Kiste in die Hand mit Unterlagen ihrer Schwiegermutter.

Isa findet darin wirklich Zerstreuung sowie interessante Informationen aus früheren Zeiten. Wobei der Leser Isa stets einen Schritt voraus ist: weil abwechselnd jeweils ein Kapitel von Isa und Dora erzählt wird und das in der dritten Person, also durch einen allwissenden Erzähler.

Der allerdings mit seinen Informationen stellenweise geizt - meines Erachtens immer dann, wenn es so richtig interessant wird!

Auch so fühle ich mich nicht ausreichend informiert: leider gelingt es Autorin Anja Hirsch nicht dem Charakter Dora Leben einzuhauchen. Es sind jähe Abbrüche, die zum nächsten Thema führen.

Am interessantesten fand ich ihre Jahre als junge Frau in Essen an der Kunsthochschule. Dort, wo sie enge Freunde hat, richtig lebt: interessiert sich mitten in den Wilden Zwanzigern für Kunst und Kultur, wirkt teilweise richtig avantgardistisch. Doch dann erlebt sie gerade durch die erwähnten Freunde eine Riesenenttäuschung und bricht den Kontakt.

Später ist sie verheiratet mit einem deutlich älteren Mann, der in Nazideutschland gewissen Einfluss hat. Ihr Sohn wird sogar auf eine Eliteschule geschickt. Das sind alles wirklich nur punktuelle Informationen, kleine Brocken, die die Autorin uns zuwirft.

Isas eigene Geschichte ist mindestens genauso wirr - und dabei deutlich belangloser. Nein, leider kein Buch, das ich weiterempfehlen kann, obwohl die Inhaltsangabe durchaus zu locken vermag!

Veröffentlicht am 23.04.2021

Vermisst in Sankt Peter Ording

Nordwesttod
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wird Nina Brechtmann, eine Umweltaktivistin, die ihre Überzeugung sowohl privat als auch beruflich auslebt. Damit stellt sie sich gegen ihre Familie (jedenfalls aus deren Sicht), die die bauliche Erweiterung ...

wird Nina Brechtmann, eine Umweltaktivistin, die ihre Überzeugung sowohl privat als auch beruflich auslebt. Damit stellt sie sich gegen ihre Familie (jedenfalls aus deren Sicht), die die bauliche Erweiterung ihrer Hotelkette plant: durch nicht nur einen Riesenbau direkt am Meer. Mutter und Schwester reagieren bei Befragungen höchst merkwürdig, aber sie sind nicht die Einzigen.

Und das Ermittlungsteam muss sich auch erst zusammenraufen, besteht es doch aus dem frisch ernannten Dienststellenleiter Hendrik Norberg und aus Anna Wagner, einer Expertin für Vermisstenfälle, die gerade erst aus Bayern an die Nordsee gezogen ist. Und beide haben privat nicht gerade kleine Päckchen zu tragen!

Dazu kommt, dass auf der Dienststelle nicht nur einfache Charaktere tätig sind. Autorin Svea Jansen gelingen besonders die Personendarstellungen sehr gut, was bei einem Krimi, der vor allem durch seine Figuren getragen wird, ebenso wichtig wie lobenswert ist.

Es kommt auch ordentlich Spannung auf, denn es gibt zahlreiche potentielle Täter, wie Anna und Hendrik nach und nach herausfinden. Ein schöner Krimi, dem ein paar Nebenschauplätze weniger nicht geschadet hätten - so wurde es stellenweise recht unübersichtlich.

Insgesamt jedoch habe ich diesen ersten Fall des Teams von Schleswig Holsteins Nordseeküste sehr genossen und freue mich schon auf den nächsten Band mit Hendrik und Anna!

Veröffentlicht am 21.04.2021

Zu Zwillingen zusammenwachsen

Sternzwillinge
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Alex hat ja schon einiges erlebt in letzter Zeit und vor allem der Tod ihres Großvaters hat ihr ganz schön zugesetzt. Und jetzt muss sie sogar noch in dessen Bett schlafen - die erste Nacht war ziemlich ...

Alex hat ja schon einiges erlebt in letzter Zeit und vor allem der Tod ihres Großvaters hat ihr ganz schön zugesetzt. Und jetzt muss sie sogar noch in dessen Bett schlafen - die erste Nacht war ziemlich gruselig. Aber sie hat ja ihre Clique, mit der sie durchs Dorf turnt und Spaß hat - außer, wenn sie, wie jetzt, eine Mutprobe bestehen muss.

Das schafft sie nicht direkt, aber Klaus, der Anführer der Dorfclique, hat so einige Ideen und so landen sie in einem alten Haus mit fehlender Außenwand, in dem alle zusammen eine Nacht verbringen. Aber warum Alex als Einzige wach bleibt und Klara kennen lernt, die offenbar in dem Haus wohnt - das ist ihr schleierhaft, vor allem, weil sie dieses sehr nette und dennoch ziemlich eigenartige Mädchen den anderen vorstellen möchte.

Und dann soll sie noch mit jemandem gemeinsam ein Werk vollenden, das vor langer Zeit von Zwillingen begonnen wurde - dabei ist sie gar kein Zwilling. Macht nichts, sagt einer von denen, die ihr auf dem Weg dorthin zu Gefährten werden: ihr werdet zusammenwachsen. Und das kann Alex sich so gar nicht vorstellen, vor allem, als sie erfährt, um wen es geht!

Autorin Monika Spang hat ein besonderes und ziemlich ungewöhnliches Kinder- und Jugendbuch geschrieben. Ich war sehr gespannt auf diese sehr eigene Geschichte, musste dann aber erkennen, dass sie nur in Teilen spannend war - aus meiner Sicht gibt es stellenweise Längen, anderswo geht es zu schnell voran, so dass ich zeitweilig die Übersicht verloren und das Buch erst mal zur Seite gelegt habe.

Der Schluss hat mich dann mit einigem versöhnt - nicht nur ist er rund, nein, er beinhaltet auch eine sehr schöne Botschaft, die wir uns alle hinter die Ohren schreiben sollten.