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Veröffentlicht am 29.12.2019

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Pinch of Nom
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Ein wirklich tolles und unkonventionelles Kochbuch, das sicher nicht nur Übergewichtigen gefällt. Es ist innovativ, witzig und optisch attraktiv gestaltet - und enthält eine Menge "Plus". Das ist in diesem ...

Ein wirklich tolles und unkonventionelles Kochbuch, das sicher nicht nur Übergewichtigen gefällt. Es ist innovativ, witzig und optisch attraktiv gestaltet - und enthält eine Menge "Plus". Das ist in diesem Fall nicht als eine positive Benotung zu verstehen, sondern als Zusatz- bzw. Ersatzstoff.

Ja, die Briten: dass die ein bisschen anders ticken als wir Mitteleuropäer, das ist uns wohl bekannt. Vor allem im Hinblick auf die Politik. Aber auch in anderen Disziplinen. Ich besuche England seit Jahrzehnten und habe mich dort von jeher mit Kochbüchern eingedeckt. Da gab es viel, wovon man hier nur träumen konnte wie tolle vegetarische Kochbücher bereits in den 1980er Jahren sowie auch solche zur internationalen Kochkunst. Meine ersten drei Kochbücher zur arabischen Küche hatte ich von dort, ebenso wie die für das vegetarische Kochen.

Alles super, auch wenn es hier nicht immer alles zu kaufen gab. Aber es gab immer Wege zu variieren. Das ist auch hier der Fall und aus meiner Sicht dringend Notwendig. Denn Produkte wie Kochspray und fettarmen Käse habe ich nicht aus meiner Küche verbannt - die gab es dort nie!
Zudem habe ich ein anderes Problem - hier wird haufenweise blähendes Gemüse verwendet - wenn man während der Diät auf diese Rezepte angewiesen ist, ist das nicht nur ein Problem für Magenkranke - nein, auch der Magen kräftigerer Menschen wird in dieser Zeit empfindlicher.


Dennoch sicher für viele ein gefundenes Fressen - für mich eher nicht, denn die meisten Rezepte passen nicht so ganz zu mir.

Veröffentlicht am 29.12.2019

Norwegen unter den Nazis

Schicksalstage am Fjord
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Eine schwere und tragische Zeit, über die ich trotz wiederholter Lektüre noch viel zu wenig weiß. Hier geht es um Familie Bakken, die mehrheitlich im Widerstand tätig ist. Vater, Sohn und Schwiegersohn ...

Eine schwere und tragische Zeit, über die ich trotz wiederholter Lektüre noch viel zu wenig weiß. Hier geht es um Familie Bakken, die mehrheitlich im Widerstand tätig ist. Vater, Sohn und Schwiegersohn bringen sich wieder und wieder in Gefahr.

Auch die Frauen hoffen auf baldige Befreiiung des Landes und die Rückkehr einer norwegischen Regierung. So auch Ingrid, die jüngste Tochter der Familie. Ihre jahrelange Freundschaft zu Solveig, ihrer Freundin aus Kindertagen, möchte sie dennoch nicht aufgeben Und das obwohl deren Familie eng an den Nazis hängt. Aber Solveig hilft in schwierigen Zeiten. Und durch sie lernt Ingrid Georg aus Hamburg kennen. Der gehört zu den Besatzern, ist aber alles andere als ein Nazi. Und er findet, dass die Liebe trotz der schwierigen politischen Situation möglich ist und bringt Ingrid damit in eine Zwickmühle - und das ist noch mild ausgedrückt.

Ein Roman, in dem das Dilemma des Einzelnen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. In dem wir es mit Wendehälsen, Verrätern, aber auch Unterstützung von unerwarteter Seite zu tun bekommen.


Nicht immer vermag die Autorin die Atmosphäre eindringlich genug zu transportieren, auch stilistisch werden die vielen Ideen und gut entwickelten Spannungsbögen nicht immer passend transportiert. Dennoch ist dieser Roman ausgesprochen lesenswert, weil er so nah ist an der Realität. Er macht das Dilemma Ingrids deutlich, ihre Unfähigkeit, sich zu entscheiden. Ein besonderer Roman, den ich nicht so schnell vergessen werde!

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Neue Sphären für Ophelia

Die Spiegelreisende 3 - Das Gedächtnis von Babel
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Beziehungsweise eine neue Welt. Denn es hat sie auf eine fremde Arche verschlagen, die sowohl für sie als auch für den Leser völlig neu ist. Denn die Uhren dort ticken vollkommen anders als auf Pol und ...

Beziehungsweise eine neue Welt. Denn es hat sie auf eine fremde Arche verschlagen, die sowohl für sie als auch für den Leser völlig neu ist. Denn die Uhren dort ticken vollkommen anders als auf Pol und erst Recht als auf Anima.

Auf Babel hofft sie, ihren Ehemann Thorn wiederzufinden, von dem sie seit fast drei Jahren getrennt ist - unfreiwillig, denn er fiel auf Pol, seiner Heimatarche, in Ungnaden und musste verschwinden. Alles deutet darauf hin, dass er auf Babel ist. Oder doch nicht? Es ist sehr schwer für Ophelia, dort Fuß zu fassen, da sie völlig auf sich allein gestellt ist - nicht einmal ihre Patentante begleitet sie diesmal.

Insidergerede meinerseits? Nun ja, aber wir befinden uns ja auch schon im dritten Teil der Saga, also mittendrin im Epos um die Spiegelreisende von der Arche Animanämlihc und den Intendanten der Arche Pol. Anders kann man da kaum drauf zugehen, denn es ist, wie es ist: zu diesem Zeitpunkt steckt der Leser mittendrin und hat auf jeden Fall bereits die Entscheidung getroffen, sich auf diese Story voll einzulassen. Wer so weit gelesen hat, will auch die ganze Geschichte, also alle vier Teile. Denn mittendrin kann man hier nicht starten, dann kapiert man nämlich gar nichts mehr!

Ophelia muss sich richtig auf Babel einlassen, eine freundlich und hell wirkende Arche, hinter deren Fassade leider Intrigen und Missgunst lauern und das nicht zu knapp. Aber es gibt auch ein paar Wesen, die anders ticken, Ophelia muss sie nur finden! Und findet sie auch Thorn? Oder führt ihre Reise zu ihm sie doch nur wieder auf eine weitere Irrfahrt?

Diese intelligente Fantasygeschichte macht wirklich Spaß, denn sie spinnt die politischen Intrigen von uns Erdenbürgern weiter und treibt sie in neue Räume, nämlich auf die 21 Archen. Autorin Christelle Davos gelingt es aufs Prächtigste, politische Ränke und Verschwörungen, aber auch Alleingänge irgendwelcher Machthaber oder auch Möchtegerns zu karrikieren und in eine andere Welt zu übertragen. Ein Epos, das nicht nur Jugendliche lieben werden, sondern alle, die sich gerne mal die ein oder andere neue Welt erschließen - wenn diese schlüssig und sinnvoll konstruiert ist und mit Stil und Humor dargeboten wird. All das schafft Christelle Davos mit ihrer Spiegelreisenden!

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Veröffentlicht am 28.12.2019

In freiem Fall

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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befindet sich Ally nicht nur während ihres Absturzes, sondern auch danach. Ganz besonders danach! Doch dazu mehr.

Zunächst begegnen wir ihr, wie sie aus einem abgestürzten Flugzeug krabbelt: ...

befindet sich Ally nicht nur während ihres Absturzes, sondern auch danach. Ganz besonders danach! Doch dazu mehr.

Zunächst begegnen wir ihr, wie sie aus einem abgestürzten Flugzeug krabbelt: gerade noch mal davongekommen und ihres Liebsten verlustig. Der saß nämlich am Steuerknüppel des kleinen Fliegers. Ally muss sich nun in jeder Hinsicht komplett neu orientieren; zunächst jedoch aus der Wildnis herausfinden.

Dass es in den letzten Jahren ganz schön bunt hergegangen ist in ihrem Leben, erfahren wir nicht nur von ihr, sondern auch von ihrer Mutter Maggie. Die beiden berichten nämlich im Wechsel.

Dadurch entsteht ein vielschichtiger Thriller mit Emotionen, in dem die Entwicklungen der Hauptpersonen eindringlich geschildert werden. Leider aber wenig atmosphärisch, ebenso wie die Charaktere der Figuren für mich wenig greifbar sind.

Dadurch wird die Spannung, die sich durch immer wieder neu eingestreute Details aufbaut, leider stark eingeschränkt. Vieles ist unlogisch und schwer nachzuvollziehen - obwohl ich ausgesprochen neugierig war, habe ich die Lektüre immer wieder sinken lassen und mich gefragt: "Was sollte das jetzt eigentlich?"

Ich bin also hin- und hergerissen, sowohl in Bezug auf den Inhalt als auch auf die Leistung der Autorin: manches ist (fast) grandios, anderes wiederum sehr verwirrend, teilweise schon dilletantisch. Dass das nicht an der Übersetzung liegt, weiß ich, denn diese wurde von der von mir hochgeschätzten Susanne Goga angefertigt, was für mich ein Grund mehr war, um zu dieser Lektüre zu greifen. Was sich - wie geschildert - leider nur teilweise lohnte.

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Veröffentlicht am 23.12.2019

Ja, und?

Die Weihnachtsgeschwister
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Richtig viel los war nicht in diesem Weihnachtsroman von Alexandra Hennig von Lange: drei längst erwachsene Geschwister treffen sich nicht mehr oft - aber das Weihnachtsfest bei den Eltern ist ein fester ...

Richtig viel los war nicht in diesem Weihnachtsroman von Alexandra Hennig von Lange: drei längst erwachsene Geschwister treffen sich nicht mehr oft - aber das Weihnachtsfest bei den Eltern ist ein fester Termin, bei dem alle mit Kindern und Partnern auflaufen und die Eltern machen lassen.

Außer Elisabeth, der mittleren Tochter. Die erträgt stoisch die Unverschämtheiten ihrer älteren Schwester Tamara und des jüngeren Bruders Ingmar und versucht, ihren Eltern eine Stütze zu sein. Was ihr so ganz und gar nicht gedankt wird.

Ich muss sagen, dass dieser kurze Roman ganz und gar nicht schlecht geschrieben ist - nein, die Autorin hat stilistisch eindeutig was drauf. Auch die Charaktere sind gut gezeichnet, zumindest die der drei Geschwister.

Aber: so etwas möchte ich an Weihnachten nicht lesen, denn es ist Lektüre, die mir schlechte Laune bringt. Und die kann ich vor und an den Feiertagen alles andere als gebrauchen!

Ich lasse Sie nicht länger im Regen stehen: die Geschwister bekommen ihren Teil ab und zwar alle drei (was ich mit Blick auf Elisabeth als ziemlich ungerecht empfand). Und zwar leider auf eine absolut unoriginelle Art und Weise. Und auf eine komplett belanglose. So, dass ich mich fragte: "Ja, und? Was soll ich jetzt hiermit?" Wobei es durchaus eine Botschaft gibt, aber die wird mit dem Holzhammer serviert.

Nein, mein Roman war das nicht. Ganz und gar nicht.

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