Spannender Historienroman
Das Haus in CharlottenburgWir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf ...
Wir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf triste Hinterhöfe, träumt von einem besseren Job und einer anständigen Wohnung. Per Zufall begegnet sie dem Architekten Johann, der sich gemeinsam mit seinem Freund Louis ein Projekt auf die Fahnen geschrieben hat, bei dem durch genossenschaftlichen Wohnungsbau den Mietern endlich wieder mehr Rechte zukommen sollen und ihnen auch eine angemessene Wohnsituation verschaffen soll. Auch Elise beginnt, von diesem Projekt zu träumen und sich dafür einzusetzen. Doch vielen Grundbesitzern, allen voran Louis' vermögender Mutter Leonora, ist die Genossenschaft ein Dorn im Auge, fürchten sie doch um ihre gut fließenden Einküfte...
Die Geschichte hat mich absolut umgehauen. Was sich zunächst nur als historisch gut recherchierte Geschichte rund um die Wohnungsnot in Berlin andeutete, entwickelte sich im Verlauf fast zu einem Thriller, so haben sich nach und nach die Ereignisse rund um die skrupellose Leonora überschlagen, so dass man kaum zum Atemholen kam. Eine so abwechslungsreiche und spannende Geschichte habe ich lange nicht mehr gelesen. Themen wie Freundschaften, zarte Romanzen, aber auch Not und Zerrissenheit sowie absoluter Geschäftssinn bis hin zu kriminellen Elementen beherrschen diesen Roman, ohne hierbei zu viel zu wollen. Alles passte genau zusammen und am Ende machte alles einen Sinn. Großes Kino, von der Autorin würde ich gerne mehr lesen!