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Veröffentlicht am 05.11.2017

be brave and never forget to learn

Good Night Stories for Rebel Girls
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„Mischief isn´t something you think up. It just happens” Astrid Lindgren.

“Good night stories for rebel girls” is a cooperative work of the two Authors Elena Favilli and Francesca Cavallo. Furthermore, ...

„Mischief isn´t something you think up. It just happens” Astrid Lindgren.

“Good night stories for rebel girls” is a cooperative work of the two Authors Elena Favilli and Francesca Cavallo. Furthermore, both are the founders of the “Timbuktu labs”, a lab that creates toys for kids. That book is supposed to read to kids.

“To the rebel girls in the world: dream bigger, aim higher, fight harder. And, when in doubt, remember: you are right.”

The book includes 100 stories about well-known but also unknown women in the world. Just to name a few: Ada Lovelace, Astrid Lindgren, Hypatia, Malala and Rosa Parks. Each story is supported by an illustration of one out of 60 female artists from all over the world. That illustrations vary between a photography-like image or just a caricature of the presented rebel girl. Which you like most will depend on your own taste.

I do really like the haptic of the cover. It touched like velvet when you stroke it. Inside it starts with the text “That book belongs to: …” That remembered me to the books in my Childhood and gives it a personal touch.

The following pages narrate stories about different rebel girls from the beginning of our time reckoning. Some are easygoing, some are sad, but all were quite impressive to me. The stories are not filled with too much data about the personalities, and for some readers this might be too less informative. But in my opinion, it´s a good start for kids to learn about famous women and what they achieved. I don´t think that a very detailed story will be the right before to go to bed. For all who are interested in more, they are free to go to a book store or library to find out more about the one or another rebel girl.

At the end of the books are two nearly empty pages where the kids can write and draw down their own story and picture. I liked that possibility, regardless of whether it will be used or not.
All in all “Good night stories for rebel girls” is a lovely books for kids in elementary school age, who are interested in what can be possible if you just believe in your dreams.

Veröffentlicht am 05.11.2017

kleiner Roboter, großes Herz

Der Roboter, der Herzen hören konnte
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„Er hatte nicht gemerkt, dass er mir verzieh, weil niemand ihm beigebracht hatte, was Verzeihung war. Doch von allen den komplexen menschlichen Gefühlen, für die er sich hätte entscheiden können, schien ...

„Er hatte nicht gemerkt, dass er mir verzieh, weil niemand ihm beigebracht hatte, was Verzeihung war. Doch von allen den komplexen menschlichen Gefühlen, für die er sich hätte entscheiden können, schien er ausgerechnet die Liebe zu verstehen.“ S. 201

Als eines Tages der kleine Roboter Tang unter einem Baum im Garten von Ben und Amy Chambers sitzt, weiß keiner so recht, wie er dort hingekommen ist. Roboter wie er sind Klassiker. Heute werden nur noch hochmoderne Androiden produziert, die kochen und Wäsche waschen können. Doch Tang ist anders. Das merkt vor allem Ben. Als er entdeckt, dass sein kleiner Freund kaputt ist, macht er sich auf die Suche nach seinem Besitzer um ihn reparieren zu lassen und geht mit Tang auf eine Reise, die alles verändert.

„Der Roboter, der Herzen hören konnte“ ist eine unglaublich liebevoll geschriebene Geschichte über einen Mann und seinen Roboter, der in der hochmodernen Androidenwelt keinen Platz mehr hat.

Das Cover in seinen warmen Gelb- und Rottönen ist mir sofort ins Auge gestochen. Die Schlichtheit passt perfekt zu der Geschichte.

Tang werden in diesem Buch menschliche Eigenschaften wie Empathie, Sprache und die Fähigkeit zu Lernen verliehen. Er ist auf dem Wissenstand eines Kindes und nicht nur einmal vergisst man während des Lesens, dass es eigentlich ein Roboter ist. Im Laufe des Buches reifen Tang wie auch Ben durch die Geschehnisse, die sie gemeinsam erleben. Sie lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen und für einen anderen zu Sorgen. Der Charakter von Ben wird anfangs als gleichgültig, melancholisch und antriebslos dargestellt, so dass dessen Beziehung mit seiner Frau in die Brüche geht. Durch die Reise wandelt er sich zu Positiven, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Technik des Roboters Tang wird eher als schnell zusammen geschustert beschrieben, was sich auch in seiner Sprache wiederspiegelt. Genaue Details erfährt der Leser nicht darüber, aber das empfand ich auch nicht als allzu wichtig beim Lesen. Viel mehr gefallen hat mir hier die Botschaft, dass es egal ist, wenn man anders ist. Man sollte immer zu sich selber stehen, denn wahre Stärke kommt aus dem Herzen, selbst wenn dieses nur ein kleiner Ölzylinder ist.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Es werde Licht

Die letzten Tage der Nacht
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„Nur weil etwas nicht tut, was es tun sollte, ist es nicht sofort nutzlos.“ Thomas Edison

In den letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bahnte sich in Amerika eine Schlacht an, wie sie seinesgleichen suchte. ...

„Nur weil etwas nicht tut, was es tun sollte, ist es nicht sofort nutzlos.“ Thomas Edison

In den letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bahnte sich in Amerika eine Schlacht an, wie sie seinesgleichen suchte. Der „Stromkrieg“ zwischen Westinghouse und Edison um das Patent der Glühbirne und die Praktikabilität des Wechselstromes sollte in die Geschichte eingehen. Der junge Anwalt Paul Cravath nimmt sich diesem schier aussichtslosen Wettstreit an. Es sollte sein bedeutendster Fall werden…

Das Cover von „Die letzten Tage der Nacht“ hatte es mir sofort angetan und die Idee mittels Glühbirne eine erleuchtete Freiheitsstatur zu symbolisieren fand ich sehr gut gelungen.

Den sogenannten „Stromkrieg“ gab es tatsächlich und auch der Großteil der in „Die letzten Tage der Nacht“ verwandten Situationen und Geschehnisse sind tatsächlich vorgefallen. Graham Moore hat mit seinem Roman eine historische Fiktion auf wahren Begebenheiten erschaffen, wenn gleich auch die Zeitachse der Handlungen im Roman etwas von der der Historie abweicht. In seinem Nachwort geht der Autor auf die realen Geschehnisse ein und erläutert, wie und warum er sie in seinem Roman anders umsetzte. Als Leser empfand ich seine „belleristische Bearbeitung“ der Geschehnisse als sehr gelungen.

Jedes Kapitel ist zu Beginn mit persönlichen Zitaten von Thomas Edison, Nikola Tesla, Karl Popper u.a. versehen und geben stets einen kleinen Hinweis auf den Inhalt des folgenden Kapitels.

Als Leser empfiehlt es sich ein wenig physikalisches Vorwissen vorzuweisen, denn gerade in den anfänglichen Kapiteln wird vieles über den Aufbau von Glühbirnen, Wechsel- und Gleichstrom erläutert. Dies mag für den einen oder anderen Leser etwas dröge erscheinen, ist aber für das Verständnis der Thematik sehr wertvoll.

Abschließend kann ich nur sagen, dass „Die letzten Tage der Nacht“ ein wirklich lesenswertes und gut geschriebenes Buch, welches uns als Büchernarren die Wichtigkeit von Licht umso mehr vor Augen führt.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Liebe überwindet auch die Zeit

Das saphirblaue Zimmer
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Vielleicht finde ich meine Märchenwelt. Doch ohne dich wird auch sie dunkel und leer sein.

Olive, Lucy und Kate sind jede für sich in ihrer Zeit drei starke und leidenschaftliche Frauen, denen in der ...

Vielleicht finde ich meine Märchenwelt. Doch ohne dich wird auch sie dunkel und leer sein.

Olive, Lucy und Kate sind jede für sich in ihrer Zeit drei starke und leidenschaftliche Frauen, denen in der Welt so manches geschenkt und auch wieder genommen wurde. Alle drei verbindet eine tiefe Liebe und Verbundenheit zu einem Mann. Doch ihrer aller Geschichten sind durch eine tragische Entscheidung verbunden, die im saphirblauen Zimmer unter dem Dach getroffen wurde und sich durch die Zeit zieht…

„Das saphirblaue Zimmer“ aus der Feder von Karen White, Beatriz Williams und Lauren Willig ist eine kleine Zeitreise ins New York Ende des 19. Jhd., in die 20iger Jahre des 20. Jhd. und in die Zeit des zweiten Weltkriegen 1944. Die Protagonistinnen Olive, Lucy und Kate sind jede für sich starke Persönlichkeiten, die sich gegen die Gepflogenheiten ihrer Zeit und teilweise auch ihrer Familie stellen. Jede von ihnen erzählt ihre Geschichte mit ihrem ganz eigenen Ton und als Leser wird man mitgenommen in die unterschiedlichen Welten.

Die Erzählungen der drei Frauen wechseln sich stets ab und behalten die Reihenfolge während des ganzen Buches über bei. Da die Schicksale von Olive, Lucy und Kate miteinander verbunden sind, entdeckt man als Leser das Geheimnis ihrer Verbindung mal durch die eine oder andere Person. Die Geschichte von Kate wird aus der Ich-Perspektive erzählt, die von Olive und Lucy aus der 3. Person. Dadurch habe ich mich als Leser eher zu Kate hingezogen gefühlt. Aber jede Geschichte für sich ist mit einer ganz eigenen Feinfühligkeit geschrieben.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist der rote Faden, der sich beständig durch die Geschichte zieht und dem immer wieder neue Informationen hinzugefügt werden, die am Ende ein Großes Ganzes ergeben. Natürlich hat man als Leser immer wieder zwischendurch den einen oder andern „Aha-Moment“ und kommt der Verbindung der dreien näher, aber es sind immer wieder kleine Wendungen in der Geschichte, die einen das Buch nur äußerst ungern aus der Hand legen lassen und man es am liebsten in einem Rutsch lesen würde.

Für mich war dieser Roman ein wunderbares, auch immer wieder leicht knisterndes Lesevergnügen, welches ich nur unbedingt weiterempfehlen kann! Alleine schon das Cover lädt zum Träumen ein….

Veröffentlicht am 05.11.2017

der Mut erwachsen zu werden

Gehe hin, stelle einen Wächter
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„Alle wollen mir auf merkwürdige, immer gleiche Art klarmachen, dass alles nur an den Negern liegt, aber die Neger sind nicht schuld, genauso wenig, wie ich fliegen kann, und, bei Gott, ich würde am liebsten ...

„Alle wollen mir auf merkwürdige, immer gleiche Art klarmachen, dass alles nur an den Negern liegt, aber die Neger sind nicht schuld, genauso wenig, wie ich fliegen kann, und, bei Gott, ich würde am liebsten zum Fenster hinaus- und davonfliegen.“ S. 190

Jean Luise ist erwachsen geworden, lebt in New York und kehrt nur noch in den Ferien nach Maycomb zurück. Die offene Stadt New York hat sie und auch die allgemeine Haltung zur Rassentrennung verändert. In Maycomb jedoch ticken die Uhren noch anders und der „Klan“ findet immer mehr Gehör. Als sich Jean Luise, wie schon als Kind, in den Gerichtssaal stielt und einer Rede von Stadtbewohnern beiwohnt, muss sie feststellen, dass scheinbar auch ihr Vater seine Haltung zur farbigen Bevölkerung geändert hat. Doch sieht Jean Luise wirklich das große Ganze?

„Gehe hin, stelle einen Wächter“ von Harper Lee galt lange als verschollen und wurde erst 2015 weltweit veröffentlicht. Es wurde schon vor „Wer die Nachtigall stört“ verfasst, seine Handlung kann aber als Fortsetzung von 2. Buch angesehen werden. Die kleine Scout ist erwachsen und das Thema der Rassentrennung ist so aktuell wie in ihrer Kindheit. Jean Luise muss erkennen, dass die Menschen noch immer nicht bereit sind ihre farbigen Mitmenschen als ihres gleichen zu erkennen und auch ihr Vater scheint von seiner rechtschaffenden Rolle abgedriftet zu sein.

Harper Lee hat mit ihrem Roman ein gesellschaftskritisches Buch erschaffen, welches aufzeigt, dass 20 Jahre lange nicht genug sind, um Rassentrennung und Vorurteile aufzuheben. Es spiegelt auf eine mitunter schmerzliche Weise wieder, wie sehr sich Menschen verändern können im Laufe des Erwachsen werden und das es viel Mut erfordert seine eigene Haltung zu erkennen und auch zu vertreten. Genauso sehr zeigt Harper Lee auf, wie festgefahren und engstirnig das Denken der Menschen oftmals ist, und dass es viel Besonnenheit und mitunter auch ein Entgegenkommen in Richtung der Unruhestifter erfordert, um ein Umdenken in den Köpfen der Bevölkerung zu erreichen.

Harper Lee ist es gelungen durch ihre starke Erzählkraft nicht zu Scout in ihrem Denken reifen zu lassen, sondern auch den Leser. Auch wenn die Thematik der Rassentrennung in den Staaten heute weitgehend vom Tisch ist, so finden viele Vorurteile sicher heute noch Anklang.

Obwohl nicht ganz so stark wie „Wer die Nachtigall stört“, ist es reifer in seiner Erzählkunst und der Leser findet sich in Jean Luise manchmal eher wieder als in der kleinen Scout.