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Veröffentlicht am 05.04.2020

Kunstwerke und Träume

The Doll Factory
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In der Mitte des 19. Jahrhunderts unterschied sich die Welt noch sehr von der, wie wir sie heute kennen. Allerdings hatten die Menschen auch damals schon große Träume und Hoffnungen, die sich nicht an ...

In der Mitte des 19. Jahrhunderts unterschied sich die Welt noch sehr von der, wie wir sie heute kennen. Allerdings hatten die Menschen auch damals schon große Träume und Hoffnungen, die sich nicht an die Gegebenheiten der Epoche hielten. So auch Iris, die ihre Tage damit verbringt, sich die Hände in einer Puppenmanufaktur wund zu arbeiten und heimlich von einer Karriere als Künstlerin träumt. Ihre persönliche, große Kehrtwende kommt mit dem Maler Louis Frost, der ihr Einblick in die Welt der Kunst gewährt. Nebenbei entwickelt sich eine bittersüße Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten, die jedoch nicht ungestört bleiben soll; ein heimlicher Verehrer plant seinen eigenen Ausgang für die Geschichte Iris` und bringt ihre Welt erneut ins Wanken.

Das Cover des Buches ist ein Blickfang, der dem Leser, im Nachhinein betrachtet, viel mehr über die Geschichte erzählt, als man zu Beginn annehmen möchte. Nun betrachte ich die Details mit Hintergrundwissen und interpretiere sie auf eine andere Weise. Der Inhalt wird gut widergespiegelt, ohne dem Leser wichtige Aspekte im Vorhinein zu verraten.
Aufbau und Farbgebung passen gut zusammen und gefallen mir ausgesprochen gut.

Macneal schafft es mit Zeitgemäßen Sorgen und Problemen das Gefühl zu verschaffen, man befände sich tatsächlich zu der gegebenen Zeit an Ort und Geschehen. Der Inhalt ist realistisch dargestellt und wirkt nicht erzwungen, die Charaktere sind angemessen aufgebaut und vermittelt das Gefühl, dem Leser die Geschichte persönlich zu erzählen. Ein Lob an dieser Stelle, für die unglaubliche Recherchearbeit, die die Autorin geleistet haben muss. Viele geschichtliche Aspekte sind gut wiedergegeben worden und haben mich einiges über die Kunst und das London der Vergangenheit gelehrt.
Der Einstieg in das Buch geht butterweich, wieder loszukommen entpuppt sich allerdings als eine Herausforderung. Häufig ist die Zeit um mich herum verflogen und ein Blick auf die Uhr und Seitenzahl haben mir einen kurzen Schrecken eingejagt. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen, was es schwer gemacht hat, mich an die Abschnittseinteilung zu halten. Der Erzählstil mit den verschiedenen Perspektiven und die Länge der Kapitel waren in perfekten Einklang, um den Leser weder zu langweilen noch zu erschlagen oder lückenhaft zu wirken.

Die Geschichte baut sich immer wieder erneut zu einem Höhepunkt auf, ohne die Details am Rand zu vergessen. Ihnen wird besonders viel Aufmerksamkeit zugesprochen. Zu Schluss habe ich mich gar nicht mehr von den Seiten losreißen können, da sich die Handlung so drastisch zugespitzt hat.

'The Doll Factory' ist das erste Buch, bei dem ich mir nie so ganz sicher war, wen ich alles zu den wichtigsten Schlüsselfiguren zählen sollte, da, wie im echten Leben, jede Person einen wichtigen Einfluss auf den Fluss der Geschichte hat und jede Handlung die Geschichte verändern kann. Wie im Schmetterlingseffekt (kleiner Wink an jeden, der das Buch gelesen hat). Jede Person hat ein einzigartiges und unfehlbares Auftreten; mit ihren eigenen Stärken und Schwächen wirken sie lebendig und glaubwürdig. Handlungen werden nicht schöngeredet und die Charaktere müssen sich ihr Fehlverhalten eingestehen, auch den Preis dafür zahlen.
Die Autorin gewährt dem Leser Einblick auf die tiefsten Ebenen der Psyche ihrer Protagonisten und bringt ihn damit zum Nachdenken. Über sein eigenes Handeln, Moral und seinen Einfluss auf seine Mitmenschen.
Der Mensch wird nicht als unantastbares Individuum dargestellt, sondern so wie er ist; zerbrechlich und beeinflussbar. Selbst ihre stärksten Charaktere zeigt Elizabeth Macneal verwundbar und empfänglich für ihre Umwelt, was sie noch realistischer erscheinen lässt.

Iris hebt sich mit ihrem Aussehen und ihrer Persönlichkeit stark von dem klassischen Bild der weiblichen Protagonistin ab und vermittelt eine ganz neue, imperfekte Darstellung, mit der sich jeder identifizieren kann.

Silas Reed unser (es fällt mir doch schwer ihn so zu bezeichnen) Antagonist gibt dem Leser Einblicke in die dunkelsten Ebenen der menschlichen Seele, die nur durch intensiven Schmerz und Leid erreicht werden können. Er ist kein klassischer „Bösewicht“, viel eher ein verletztes Tier, dass langsam dem Wahnsinn verfällt. Ein deutlich realistischeres Bild von dem, zu was wir Menschen unter bestimmten Umständen fähig sind. Es war jedes Mal interessant, die Welt aus seinen Augen zu betrachten und seine Interpretation der Realität nachzuvollziehen zu versuchen.

Sehr berührt hat mich die Geschichte des kleinen Albie, der sich in einem grausamen Dilemma wiederfinden musste. Sein Geld verdient er mit toten Tieren, die er an Silas verkauft, welcher aus diesen neue Präparate für seinen Laden herstellt. Er lebt mit seiner Schwester in einem heruntergekommenen Bordell, in dem er ihr hilft, mit der grausamen Wirklichkeit klarzukommen.
Albie´s größter Traum ist es, sich ein Gebiss aus Seekuh-Elfenbein zu kaufen, das nicht so zerbrechlich wie Porzellan und nicht so gelb wie die aus Waterloo ist.

Obwohl ich viele Handlungsaspekte bereits recht früh erahnt habe, so wurde ich spätestens in ihrer Umsetzung überrascht. Es gab kein Kapitel, in dem die Geschichte langweilig wurde oder das als Lückenfüller diente.
Gegen Ende wirkte die Handlung ein wenig gequetscht, was sich allerdings, auf das ganze Buch angewandt, als Fehleinschätzung entpuppt. Der Leser soll Raum zum Interpretieren, Ausführen und Spekulieren haben.

Fazit:
Dieses Buch ist eines, das allein in einer Nische steht und Seinesgleichen sucht. Ein Meisterwerk einer Art, die ich so noch nicht gesehen habe. Von der ersten Seite an konnte mich das Buch überzeugen und hat mich auf eine unvergessliche Reise geschickt, die ich nur jedem weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.02.2020

Auf der Flucht vor sich selbst

Die Tochter – Deiner Vergangenheit entkommst du nicht!
4

Inhalt

Kathi hatte eine belastete Kindheit, und wie es in Dörfern so üblich ist, weiß jeder Bescheid. Als alleinerziehende Mutter kämpft sie mit allen Mitteln darum, dass ihre einzige Tochter nicht das ...

Inhalt

Kathi hatte eine belastete Kindheit, und wie es in Dörfern so üblich ist, weiß jeder Bescheid. Als alleinerziehende Mutter kämpft sie mit allen Mitteln darum, dass ihre einzige Tochter nicht das selbe Schicksal erleiden muss.

Ihr fallen immer wieder Widersprüchlichkeiten an dem Verhalten ihrer Tochter, Lucy, auf und nachdem ihre Klassenkameradin, die Lucy zunehmend gehänselt hatte, spurlos verschwindet, klingeln bei Kathi alle Alarmglocken. Dass Kathi zudem die letzte Person war, die das Mädchen lebend gesehen hat, rückt sie schnell in ein schlechtes Licht und Misstrauen flammt auf.
Rückendeckung erhält sie lediglich von der neu zugezogenen Jennifer, mit der sie schnell eine intensive Freundschaft aufbaut. Trotz diesem Anker findet sich Kathi immer häufiger von ihrer Vergangenheit konfrontiert und sie scheint die Kontrolle über ihr hart aufgebautes Leben zu verlieren.

Wird sie von der geballten Faust des Lebens umgehauen werden oder schafft sie es, die Oberhand zu erlangen?

Handlung und Charaktere

Rose Klay zielt es direkt auf die empfindlichsten Stellen der menschlichen Psyche und der gesellschaftlichen Moral ab. Aktuelle Themen, die jederzeit jeden von uns treffen können und unterbewusst viele belasten. Sie schafft es, ohne langwierige Phasen der Eintönigkeit, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und lässt ihn auch nach dem Ende nicht los.
Die Handlung wird auf verschiedenen Ebenen erzählt und lässt den Leser von Beginn es Buches an mitfiebern.
Jede auftretende Person ist liebevoll ausgearbeitet und individuell einzigartig. Leicht schließt man sie in sein Herz oder wünscht ihnen einen Unfall mit ihrem Auto. Diese Verbundenheit rückt den Leser gleich noch viel intensiver in den Mittelpunkt der Geschichte und lässt ihn in keinem Fall unberührt.
Wer Handlungen liebt, die auf mehreren Ebenen erzählt werden und einen zum Nachdenken anregen, der wird sich bei diesem Buch gut aufgehoben fühlen.

Schreibstil und Cover

Das Cover vermittelt einen ersten Einblick in das Buch. Außerordentlich gut drück es die Gefühle der Protagonistin Kathi aus. Wie die urteilenden Blicke des Vorortes Lohausen auf sie gerichtet werden, sie und ihre Vergangenheit enthüllen wollen. Sowie ihr verzweifelter Versuch, dem zu entkommen.
Die Handlung erlebt man überwiegend aus der Sicht von Kathi. Durch den einzigartigen Schreibstil der Autorin, kann der Leser zu jedem Zeitpunkt mit ihr mitfühlen und ihre Perspektive gut nachvollziehen. Das Buch ist flüssig und spannend geschrieben – häufig konnte ich es gar nicht weglegen, während die Stunden um mich herum verflogen sind. Bildhafte Beschreibungen und emotionale Themen gehen einem unter die Haut und packen einen, wie eine kalte Hand im Nacken.

Fazit

Mit ihrem ersten Buch schafft es Rose Klay direkt, den Leser von sich zu überzeugen. „Die Tochter“ ist ein Buch, das Seinesgleichen sucht, den Leser auf eine emotionale Reise schickt und den Leser auf jeder neuen Seite zu überraschen vermag.
Meine ausdrückliche Kaufempfehlung gilt für dieses Kunstwerk der Buchgeschichte.
Ich freue mich jetzt schon riesig über weitere Bücher der Autorin.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 07.02.2020

Die Krähe zieht erneut in die Schlacht

Blutige Gnade
4

Scheinbar zusammenhanglose Gräueltaten schockieren die Frankfurter Kommissare und stellen ihre Fähigkeiten erneut auf eine harte Probe. Eine unbekannte „Big-Story“ bringt einen jungen Journalisten in sein ...

Scheinbar zusammenhanglose Gräueltaten schockieren die Frankfurter Kommissare und stellen ihre Fähigkeiten erneut auf eine harte Probe. Eine unbekannte „Big-Story“ bringt einen jungen Journalisten in sein verfrühtes Grab, ein mysteriöser Einbruch ohne Beute wirft Fragen auf.
Als wäre eine unaufgeklärte Mordserie nicht genug, um Mara Billinsky und ihre treuen Kollegen auf Trab zu halten, muss sie sich obendrauf den Geistern ihrer Vergangenheit stellen. Doch wer zieht im Hintergrund die Fäden und wo sind die Knotenpunkte all dieser Ereignisse? Gibt es diese überhaupt?

Ein Thriller voller überraschender Wendungen und tiefen Emotionen.

Wer die Vorgängerbände kennt, der weiß sehr gut, was für ein Mensch Mara Billinsky ist. Ihren Titel als „ Die Krähe“ hat sie sich hart erarbeitet, ebenso den Respekt ihrer Kollegen und Vorgesetzten. Sie ist schlagfertig, selbstbewusst, scharfsinnig und mutig. Unsere starke Protagonistin engagiert sich für ihre Fälle und ist mit Herzblut dabei, ihren Job möglichst gut auszuführen.
Ihre Persönlichkeit ist einzigartig und aussagekräftig – kein Charakter, den ich bisher kennenlernen durfte, kommt ihr auch nur ansatzweise nahe.
Obwohl ihr Teampartner Jan Rosen, bekannt als „Der Spatz“, eine Art Gegenteil darstellt, ergänzt er sie mit seiner intelligenten und ruhigen aber zugleich sensiblen Persönlichkeit perfekt, und symbolisiert somit eher ihr Gegenstück.
Allerdings baut der Leser nicht nur Gefühle zu den beiden Kommissaren auf, auch viele andere Charaktere werden bis in ihre Psyche vorgestellt. Während so manche einem an´s Herz wachsen und man mit ihnen mitfiebert, widern einen andere zutiefst an und man hofft nur, dass sie in irgendeiner Weise bestraft werden.
Das Buch vermittelt einen tiefsitzenden Eindruck zu aktuellen und wichtigen Themen und bringt den Leser dazu, in manchen Lebensaspekten umzudenken und sein eigenes Verhalten, sowie seine Taten zu überdenken. Häufig saß ich sprachlos und geschockt vor den Seiten und habe gar nicht bemerkt, wie die Stunden um mich herum vergangen sind. Die Realität des Buchen hat mich als Leser mit eingebunden, als stünde ich neben den Protagonisten.
Themen, um die man unter normalen Umständen einen bogen machen würde, werden einem nahegelegt und grausame Wahrheiten ausgesprochen.
Leo Born bietet dem Konsumenten gerade genug Informationen, um zu rätseln und zu spekulieren, aber nie alle Aspekte beisammen zu haben. Dadurch wird man Kapitel für Kapitel überrascht ohne Passagen der Eintönigkeit.
Perspektivenwechsel sorgen für Abwechslung und halten die Spannung oben, bildhafte Formulierungen lassen einen tiefer in die Realität der Hauptpersonen tauchen und bewirken Gänsehautmomente.

Wie auch in den Vorgängern sind Schreibstil und geschichtlicher Aufbau grandios gelungen.
Zumal das Buch so aufgebaut ist, dass es egal ist, ob man es als Fan der Reihe oder absoluter Quereinsteiger liest – es ist für jeden geeignet.

Mit dem vierten Teil seiner Mara Billinsky Reihe beweist Leo Born mal wieder auf geschickte Art und Weise, dass es sich lohnt, die Reihe zu verfolgen. Trotz der hohen Messlatte, war das Buch ein großer Erfolg und lässt auf viele weitere Bücher dieser Art hoffen.

  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2020

Ein Gefälle zum Schwung holen

Heartbreaker
1

„Da neunundneunzig Prozent von allem, was aus deinem Mund kommt, mit der Firma zu tun hat, sollte dich die Tatsache, dass ich das meiste von dem, was du sagst, ignoriere, nicht weiter schockieren. Außerdem ...

„Da neunundneunzig Prozent von allem, was aus deinem Mund kommt, mit der Firma zu tun hat, sollte dich die Tatsache, dass ich das meiste von dem, was du sagst, ignoriere, nicht weiter schockieren. Außerdem dachte ich, die Anzeige wäre ziemlich lustig.“
Lautet die Erklärung Hudson´s, als sein Bruder ihn auf die Anzeige zu einer Stellung als persönlichen Puffer aufmerksam macht.

Der erfolgreiche Unternehmer Sawyer Carlyle leidet zunehmendst darunter, dass seine Familie versucht, ihn weg von seinem Schreibtisch und mehr in das „normale“ Leben zu drängen. Und was hilft da besser als eine Freundin?
Damit jegliche Verkuppelungsversuche im Sande verlaufen, stellt Sawyer Clover Lee als persönlichen Puffer ein.
Besiegelt wird dieses Übereinkommen mit einem Vertrag – dessen Grenzen die Beiden schnell austesten und das gefährliche Gebiet dahinter erkunden.

Schnell wird man vom Humor der Autorin gefesselt und findet sich inmitten einiger Referenzen wieder. Avery Flynn fesselt den Leser mit der etwas anderen Liebesgeschichte und überrascht ihn immer wieder.
Die Charaktere starten schön ausgearbeitet und ausdrucksstark. Jeder hat die Gelegenheit, bestimmte Personen besonders in sein Herz zu schließen und sich in ihnen wiederzuerkennen.
Überraschenderweise überstürzt das Buch sich nicht direkt in der Handlung und baut etappenweise Beziehungen und Emotionen auf – zumindest zu Beginn.

Der Wendepunkt kommt nach etwa einem Drittel des Buches, wenn die Protagonisten sich nur noch im Kreis drehen. Emotionen gehen verloren und die Verbindung der Beiden wird durch überflüssige und unglaubwürdige erotische Szenen zerstört. Sobald die Handlung Spannung aufbaut und in eine interessante Richtung geht, wird der Moment durch Sex unterbrochen und anschließend nicht weiter verfolgt.
Leider konnte das Buch seinen einzigartigen Handlungsstrang nicht bis an das Ende verfolgen und ist stattdessen auf die Klischeeschiene abgerutscht.
Die Charaktere waren vorhersehbar, Persönlichkeitszüge sind verwischt und erloschen und es kamen mehr und mehr klassische Probleme an die Oberhand.

Der Anfang ist sehr gut gelungen, das Ende hat leider nachgelassen.


Sehr positiv ist der Schreibstil, der sich flüssig und locker lesen lässt. Man steigt leicht wieder in das Buch ein und merkt stellenweise gar nicht, wie die Zeit um einen herum vergeht.
Beschreibungen sind gut gelungen und nur selten wirkten sie nicht angemessen.

Mein Fazit ist, dass das Buch sehr viel Potenzial hat, das leider nicht gänzlich genutzt wurde. Der Einstieg ist besonders und unfassbar gut – das Ende leider klischeehaft und verwaschen.
Blieben die Protagonisten sich treu, wären sie erfrischend und eindrucksvoll.
Wen diese Tatsache nicht sonderlich stört, hat hier ein wirklich fantastisches Buch gefunden. Für Alle, die jedoch etwas suchen, das sich selbst bis zum Schluss treu bleibt und nicht auf halber Strecke nachlässt, könnte es vielleicht beim nächsten Teil versuchen, der vielversprechend klingt.

  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 07.01.2020

Viel untergegangenes Potenzial

Dragon Hunter Diaries - Drachenküssen leicht gemacht
1

Thaisa Moore ist auf das Dechiffrieren von alten Manuskripten sowie Mythologien und lang vergessene Sprachen spezialisiert, ein großer Vorteil, wie sie schnell feststellt. Nach einem prägnanten Aufeinandertreffen ...

Thaisa Moore ist auf das Dechiffrieren von alten Manuskripten sowie Mythologien und lang vergessene Sprachen spezialisiert, ein großer Vorteil, wie sie schnell feststellt. Nach einem prägnanten Aufeinandertreffen mit Archer Andras, der nicht bis zur Öffnung des Antiquitätengeschäftes in dem Thaisa jobbt, warten kann, wird sie nach und nach in dessen magische Welt gezogen. Ihr scheinbar Seelenverwandter ist nicht nur Anführer der Schattendrachen, sondern steht auch im Konflikt mit seinem Bruder. Noch bevor sie die Gelegenheit hat, das ganze Ausmaß ihrer neuen Partnerschaft zu verstehen, gerät sie zwischen die Fronten und die Gemüter erhitzen sich.

Der zweite Band der Dragon Hunter Diaries Reihe hält einige Überraschungen und interessante Charaktere bereit.
Das Cover gliedert sich gut an den Vorgänger an und passt ausgezeichnet zum Inhalt.
Obwohl nicht wirklich Vorwissen von Nöten war, um den Kern der Geschichte zu verstehen, war es als Quereinsteiger schwer hinterherzukommen und mangelnde Erklärungen haben das nicht vereinfacht.
Während sich bei unserer Heroine nach und nach die Puzzleteile an ihren Platz gefügt haben, saß ich häufig mit noch mehr Fragezeichen da. Leider wurden zu wenig Fragmente bereitgestellt, um mitfiebern zu können.

Unsere Protagonisten sind durchaus interessant, Nebencharaktere toppen das allerdings deutlich. Jeder scheint seine Geheimnisse zu haben und es war ein spannender und äußerst überraschender Vorgang, diesen auf die Schliche zu kommen.

Interessante Geschichte und vielschichtige Charaktere wurden jedoch durch mangelnde Umsetzung zu nieder gemacht. Formulierungen und Beschreibungen ließen stellenweise stark zu wünschen übrig. Obwohl dies natürlich Geschmackssache ist, bewegte es sich in einem Rahmen, der den meisten Lesern einen unglücklichen Blick in die Gesichter treiben würde.
Man bekommt den Eindruck, dass zwei Autoren dieses Buch geschrieben haben.
Katie MacAlister´s humorvoller Schreibstil lässt sich wiederfinden. Schade nur, dass er zum Teil unangebracht und übertrieben wirkt.

Einem Großteil der Leserschaft – mich eingeschlossen – ist ebenfalls aufgefallen, dass es wirkte, als seien Kapitel herausgeschnitten worden. Die Geschichte wirkte lückenhaft und hat damit für Verwirrung gesorgt. Zudem konnten sich die Charaktere so nicht richtig entfalten und ihre Beziehungen zueinander wirkten unglaubwürdig und überstürzt.
Eine Auftrennung in zwei Bücher mit ausreichend Zeit und Platz zur Entfaltung hätte dem Band gut getan.

Positiv lässt sich anmerken, dass, trotz der holpernden Geschichte und den unausgereiften Charakteren, sich das Buch gut und fließend hat lesen lassen. Es war ein spannender Ausflug in ein anderes Leben, dass viel Potenzial bietet.

Nach dem, was ich von anderen gelesen habe, ist es der erste Band durchaus wert, gelesen zu werden. Diesen hier würde ich jedoch nur für größere Fans der Autorin empfehlen.

  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere