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Veröffentlicht am 09.12.2022

Schmerz fühlen und Gerechtigkeit erfahren

Der Todeskünstler
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Der zweite Fall für FBI Special Agent Smoky Barett und ihr Team. Wie im ersten Fall geht es wieder um einen Psychopathen, der seinen Opfern die inneren Organe entnimmt, nachdem er sie getötet hat. Und ...

Der zweite Fall für FBI Special Agent Smoky Barett und ihr Team. Wie im ersten Fall geht es wieder um einen Psychopathen, der seinen Opfern die inneren Organe entnimmt, nachdem er sie getötet hat. Und wieder geht es um einen Menschen, der als Kind nicht geliebt sowie misshandelt wurde und sich als Erwachsener rächen will.
Dieses Mal kommt es noch härter. Die sechszehnjährige Sarah Langstrom wird zunächst Zeuge der Ermordung ihrer Eltern, da ist sie erst sechs Jahre alt. Danach wandert sie immer abwechselnd von Kinder-/Waisenhäusern zu Pflegeeltern, wobei der Todeskünstler die Pflegeeltern der Reihe nach beseitigt. Alle die Sarah liebt, tötet er. Nur sie lässt er am Leben – er will ein Kunstwerk mit seinen Vorstellungen aus ihr formen, ihr bisheriges Leben zerstören – sie soll leiden und verstehen warum. Sarah übergibt Smoky Barett ein Tagebuch, wo ihr ganzes bisheriges Leben dokumentiert ist.

Mein Fazit:
Die ersten 50 Seiten dienen lediglich der Vergangenheitsbewältigung von Smoky Barett und sind langatmig. Was ihr widerfahren ist und was sie bisher als Leid spürte, wurde schon im ersten Band ausführlich erläutert.
Danach geht die Handlung erst richtig los und es wird spannend und abscheulich brutal. Ungeklärt bleibt, warum er ausgerechnet Sarah ausgesucht hat – reiner Zufall?
Die einzelnen Kapitel werden überwiegend aus der Ich-Perspektive von Smoky Barett erzählt, wobei zwischendurch aus dem Tagebuch von Sarah berichtet wird, was die Polizei letztlich auf die richtige Fährte bringt.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Vom Gejagten zum Jäger wider Willen

Die Hank-Thompson-Trilogie
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Hank Thompson hat als Jugendlicher eine sportliche Karriere als Baseballspieler vor sich, als ein Beinbruch dem ein Ende setzt.
Aktuell arbeitet er als Barkeeper in der Lower East Side von New York und ...

Hank Thompson hat als Jugendlicher eine sportliche Karriere als Baseballspieler vor sich, als ein Beinbruch dem ein Ende setzt.
Aktuell arbeitet er als Barkeeper in der Lower East Side von New York und ist meistens betrunken.
Als ihn sein Nachbar Russ Miner bittet, vorübergehend auf seine Katze aufzupassen, da er dringend verreisen muss, ahnt Hank zunächst nicht, auf was er sich da einlässt. Denn in dem Katzenkäfig befindet sich ein Schlüssel, hinter dem jede Menge obskure Gestalten her sind.
In der Bar, wo er arbeitet, wird er verprügelt und so übel zugerichtet, dass ihm anschließend eine Niere entfernt werden muss. Nach seinem Krankenhausaufenthalt kommt er nicht zur Ruhe. Immer wieder tauchen diese Typen auf und verlangen diesen ominösen Schlüssel von ihm.
Bei der Jagd danach eskaliert die Gewalt und es kommt zu Todesopfern, wofür die Polizei Hank Thompson verantwortlich macht. Er soll der Sündenbock, sozusagen der „Prügelknabe“ für die Handlungen sein.

Mein Fazit:
In dieser Rezension habe ich lediglich den ersten Teil der Hank Thompson-Trilogie „Der Prügelknabe“ bewertet, da ich alle drei Bände als einzelne Bücher habe.
Der Erzählstil ist ohne viel Umschreibungen und Schnörkel. Die Handlungsabläufe reihen sich aneinander wie eine Kettenreaktion, alles Schlag auf Schlag. Wer eine solch lakonische Schreibweise mag, ist hier genau richtig.
Spannung hat sich mir beim Lesen nicht aufgebaut. Die zum Teil vulgäre Schreibweise ist ebenfalls nicht mein Stil.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Wenn aus Fake Fakt wird

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Patrick Dostert ist ein erfolgreicher und geschätzter Kollege in dem Unternehmen, wo er beschäftigt ist. Außerdem hat er eine Frau, die er über alles liebt.
Das ändert sich schlagartig, als eines Morgens ...

Patrick Dostert ist ein erfolgreicher und geschätzter Kollege in dem Unternehmen, wo er beschäftigt ist. Außerdem hat er eine Frau, die er über alles liebt.
Das ändert sich schlagartig, als eines Morgens die Kriminalpolizei vor der Tür steht und ihn damit konfrontiert, dass er eine Frau belästigt und gestalkt haben soll. Das behauptet zumindest deren Freundin Jana Gehlen und Yvonne Voigt ist seitdem verschwunden.
Im Laufe der Ermittlungen werden zunächst Jana Gehlen und später auch Yvonne Voigt tot aufgefunden. Die Beweise gegen Dostert werden immer erdrückender und schließlich führen sie zu dessen Festnahme.
Eine Welt bricht für ihn zusammen, den zuerst wird er in seiner Firma gekündigt und dann verlässt ihn auch noch seine Frau.
Im Gefängnis – in immer wieder eingefügten Zwischenberichten (gut zu erkennen durch Kursivschrift im Text) - berichtet Drostert von seinem Gefängnisaufenthalt. Er wird vertreten von dem renommierten Strafverteidiger Dr. Göbel, der ihm seine Aussagen glaubt und um die Beschaffung von Beweisen bemüht ist, die Dosterts Unschuld beweisen sollen.
Schlussendlich führt eine Aussage zur Überführung des Täters, die nur er wissen konnte, denn die Polizei hat dieses Indiz nicht an die Öffentlichkeit oder an die Presse weitergegeben.

Mein Fazit:

Ein neuer, rasanter Psychothriller von Arno Strobel, der fast bis zum Schluss offenlässt, wer der Täter ist. Im Verlauf der Handlung versteht es Strobel immer wieder geschickt, neue Fährten zu legen.
Deepfakes spielen in diesem Thriller eine entscheidende Rolle. Sie sind wegen der technischen Möglichkeiten nur schwer als solche zu erkennen. Es ist ein leichtes, Sprachnachrichten und Videos zu fälschen und das kann einem Angst und Bange machen.
Das Cover dieses Buches gibt es sowohl in einer „FAKE“- als auch in einer „FAKT“-Version. Der Inhalt ist bei beiden Büchern der gleiche.
Ein echter Pageturner und eine klare Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 09.11.2022

Schuldig oder nicht schuldig

Der Polizist
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In der Kleinstadt Clanton im Bundesstaat Mississippi wird ein Deputy in seinem eigenen Haus erschossen.
Stuart (Stu) Kofer war ein angesehener Polizist, der als Army-Veteran in den Polizeidienst eintrat. ...

In der Kleinstadt Clanton im Bundesstaat Mississippi wird ein Deputy in seinem eigenen Haus erschossen.
Stuart (Stu) Kofer war ein angesehener Polizist, der als Army-Veteran in den Polizeidienst eintrat. Aber Kofer hat noch eine andere, eine dunkle Seite. Nach Feierabend spricht er dem Alkohol zu und kommt meist sinnlos betrunken nach Hause. Dort misshandelt er regelmäßig seine Freundin Josie Gamble und ihre beiden Kinder Kiera und Drew Allen, die bei ihm wohnen. Als er eines Abends seine Freundin bewusstlos schlägt und die Kinder denken sie sei tot, geschieht das Unfassbare. Drew geht in das Schlafzimmer, wo Kofer auf dem Bett liegt, um seinen Rausch auszuschlafen, nimmt sich die Dienstwaffe des Deputys und erschießt ihn.
Der Anwalt und Strafverteidiger Jack Brigance wird zum Pflichtverteidiger bestellt und versucht den Mord als Selbstschutz darzustellen. Ein aufsehenerregender Geschworenenprozess mit unvorhersehbarem Ende nimmt seinen Lauf.

Mein Fazit:
Ein sehr gutes Cover zeigt den Einband des Buches: Die Fahrt eines Wagens durch den Wald mit einer unbeleuchteten Straße aus der Vogelperspektive aufgenommen.
Bei dem Roman kommt John Grisham sein Jurastudium und seine anschließende fast zehnjährige Tätigkeit als Anwalt mit Spezialgebiet auf Strafverteidigung bei Prozessen mit Körperverletzung zugute. Er weiß also, worüber er schreibt. Sehr interessant fand ich das Procedere bei der Auswahl der 12 Geschworenen.
Spätestens mit dem Beginn der Gerichtsverhandlung knistert es in diesem Buch vor Spannung – sofern man dieses Genre mag – und man möchte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen.
Am Ende will man allerdings m.E. beim Leser den Eindruck erwecken, dass die Story mit einem Happyend schließt, wovon man aber weit entfernt ist. Viele Fragen und Antworten bleiben offen.

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Veröffentlicht am 29.10.2022

Opfersuche eines Mörders über Social Media

Das Profil
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Der erste Fall für Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihrem jungen Assistenten Alpay Eloğlu von der Hamburger Mordkommission. Das ungleiche Ermittlerduo muss sich erst zusammenfinden, wozu kaum Zeit ...

Der erste Fall für Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihrem jungen Assistenten Alpay Eloğlu von der Hamburger Mordkommission. Das ungleiche Ermittlerduo muss sich erst zusammenfinden, wozu kaum Zeit bleibt, was aber im Laufe der Ermittlungen gelingt.
Dieser Fall bringt die Ermittler an Ihre Grenzen, die lange Zeit nicht wissen, wo sie ansetzen sollen. Die Vorgehensweise des Mörders ist immer die Gleiche. Er sucht auf Instagram nach weiblichen Opfern mit langen blonden Haaren. Wenn da nicht der Mord an Nils Funke, einem Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes, den man auf einem Kinderspielplatz eingegraben bis zum Kehlkopf im Sandkasten gefunden hat, wäre. Das passt zwar nicht in das Schema des Mörders, aber eine Verbindung scheint zu bestehen. Fragt sich nur welche? Erst als die Mitarbeiter der Operativen Fallanalyse (OFA) in die Ermittlungen eingebunden werden, wird der Zusammenhang deutlich.
Die Suche nach einem tief traumatisierten Menschen nimmt an Fahrt auf.

Mein Fazit:
Hier ist der Debütroman eines Autors entstanden, der aus dem Genre als Theater- und Drehbuchautor (schrieb u.a. für die Soaps GZSZ und Rote Rosen) kommt.
Die Jury des Rowohlt Verlages hat den dort eingereichten Wettbewerbsplot unter dem Namen „Der Schlüsseldienst“ von H. Borck als Roman unter dem Namen „Das Profil“ veröffentlicht.
Sehr einprägsam beschreibt Borck den Umgang mit Instagram, wie gefährlich es sein kann, sich im Netz zu präsentieren und seine Persönlichkeit offenzulegen.
Der Autor bedient sich einer leichten Schreibweise ohne verschachtelte Sätze. Die Charaktere werden so beschrieben, dass man sich darunter etwas vorstellen kann. Immer wieder wird zwischendurch die Kindheit und das spätere Leben des Täters dem Leser verdeutlicht und wie es zu den Handlungen kommen konnte.
Der Roman liest sich von Anfang bis Ende überwiegend flüssig.
Im März 2023 soll der nächste Roman von Hubertus Borck unter dem Titel „Die Klinik“ mit den beiden Ermittlern Erdmann und Eloğlu erscheinen und ich bin schon gespannt darauf.

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