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Veröffentlicht am 20.04.2020

Liebevoll, mystisch und spannend gleichermaßen – ein herausragendes Buch, das süchtig macht

Sommersonnenwende
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Die 17jährige Leila zieht gemeinsam mit ihrer Familie von Berlin nach Binz auf Rügen. Hier hat ihre Mutter die „Villa Bella Vista“ gepachtet, um Feriengäste zu beherbergen. Leila integriert sich schnell ...

Die 17jährige Leila zieht gemeinsam mit ihrer Familie von Berlin nach Binz auf Rügen. Hier hat ihre Mutter die „Villa Bella Vista“ gepachtet, um Feriengäste zu beherbergen. Leila integriert sich schnell auf der Insel ein und findet Freunde – und im attraktiven Lennard von nebenan einen Jungen, der ihr stärker den Kopf verdreht, als ihr lieb ist. Lennard ist der absolute Frauenschwarm in Binz, zeigt leider aber keinerlei Interesse an Leila. Noch dazu suchen Leila seit dem Umzug mysteriöse Visionen heim, die auf ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit und der der „Villa Bella Vista“ hindeuten. Ihre neue Mitschülerin Norma vertraut ihr an, dass auch sie diese Visionen hat und dass diese etwas mit Lennard zu tun haben. Wird es ein Happy End für Leila geben?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… „Sommersonnenwende – Schattenspiel“ hat mich einfach restlos verzaubert! Es handelt sich dabei zwar um ein sehr umfangreiches Buch, aber man wünscht sich als Leser trotzdem, dass es nie zu Ende geht. Ich mag die ideale Mischung aus romantischer Lovestory, realistisch-lustigem New Adult-Roman und fast schon thrillermäßiger Spannung durch die Rückblenden sehr.

Die Charaktere sämtlicher Figuren sind facetten- und detailreich herausgearbeitet, das Herzblut der Autorin für ihre Darsteller wird spürbar. Auch kleine Charakterzüge wurden liebevoll herausgearbeitet, so dass sämtliche Personen authentisch und realistisch wirken. Mit Leila und Lennard hat Grete Donner zwei Protagonisten erschaffen, die der Leser regelrecht liebt gewinnt – ich jedenfalls freue mich schon darauf, ihnen im 2. Teil wieder zu begegnen. Leila ist einfach nur ein tolles Mädchen, mit dem man sich gut identifizieren kann und das man gerne zur Freundin hätte – eine absolute Identifikationsfigur. Schön finde ich, dass es auch so viele Nebenfiguren gibt, die in ihrer Besonderheit den beiden Protagonisten in nichts nachstehen.

Noch dazu ist der Schreibstil einfach so unbeschwert, dass sich das Buch ideal zum Hinwegträumen in eine andere Welt eignet: Es ist so jugendlich-frisch-frech geschrieben, dass ich des Öfteren laut loslachen oder vor mich hin schmunzeln musste. Man fühlt sich direkt wieder in die eigene unbedarfte Gedanken- und Gefühlswelt als Teenager bzw. junger Erwachsener hineinversetzt und kann Leila sehr gut verstehen. An anderen Stellen hingegen ist der Stil absolut romantisch-gefühlvoll und mit so einer Übermacht an Liebe zwischen den Zeilen, dass einem schier die Luft weg bleibt - das Prickeln zwischen den Protagonisten wird deutlich spürbar. Dann ist das Buch wieder so spannend und fesselnd, dass ich mit Leila mitfiebern musste, ob das Ganze noch gut ausgehen wird. Die mythisch-mysteriöse Atmosphäre, geschaffen durch gruselige Rückblenden, gibt der ganzen Geschichte noch einmal einen besonderen Touch. Insgesamt also ein absolut facettenreicher Schreibstil, dem man sehr gut folgen kann und will.

Die Idee hinter der Geschichte finde ich noch dazu absolut faszinierend. Sie startet mit einem Rückblick auf Geschehnisse in der Vergangenheit, von denen lange nicht klar wird, wie diese mit Leilas Leben in Verbindung stehen und dieses beeinflussen. Sie lebt ein ganz normales Teenagerleben, hat aber immer wieder Visionen und Rückblenden in verschiedene frühere Zeitepochen. Für mich als Leser war es sehr spannend und aufregend, hinter die geheimnisvollen Rätsel des Beziehungsgeflechtes Leila – Norma – Lennard zu kommen und die Gegenwartsgeschichte mit den Vorkommnissen aus dem Prolog zu verknüpfen. Diese Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so herzustellen, dass der Plot durchgängig logisch und sinnhaft bleibt, erscheint mir wie ein glattes Meisterstück! Zu keinem Zeitpunkt hat die Geschichte Lücken oder offen gebliebene Handlungsstränge aufgewiesen – mein ganz großer Respekt an die Autorin, bei so viel Geschehen noch den Überblick zu behalten und alle Stränge sinnvoll miteinander zu verweben! Der Leser fiebert regelrecht auf Happy End hin und wird ziemlich lange hingehalten. Teilweise mag das auch an etwas langatmigen Beschreibungen von Nebensächlichkeiten (z.B. Leilas Alltagsgeschehen) liegen, mich hat dies aber nicht weiter gestört.

Fazit:
Alles in allem ein ganz wunderbares Buch, das süchtig macht – meine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Seichter Krimi mit schönem Barcelona-Urlaubsflair

Mord in Barcelona
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Comissari Jaume Soler aus Barcelona steht vor einem neuen, rätselhaften Fall: Auf dem Friedhof Montjuic wird in einem Grab die Leiche einer deutschen Touristin gefunden. Auf den ersten Blick sieht es wie ...

Comissari Jaume Soler aus Barcelona steht vor einem neuen, rätselhaften Fall: Auf dem Friedhof Montjuic wird in einem Grab die Leiche einer deutschen Touristin gefunden. Auf den ersten Blick sieht es wie ein Raubmord aus, da das Handy und die teure Profi-Kamera des Opfers spurlos verschwunden sind. Doch was hat die Tote nachts auf dem Friedhof zu suchen gehabt? Comissari Soler und sein Team kommen nicht wirklich mit den Ermittlungen voran und so beschließt seine vorlaute Schwester Montse angetrieben von Ignacia, der resoluten Mutter der beiden, selbst nachzuforschen und Jaume auf eigene Faust zu „unterstützen“ – nicht ahnend, dass sie sich damit in große Gefahr begibt.

„Mord in Barcelona“ ist ein Cosy Crime, der eher schlicht gehalten ist. Die Ermittlungsarbeit geht nur langsam voran, alles plätschert gemächlich vor sich hin, zum Teil zieht sich die Handlung etwas. Gerade zu Beginn wird sehr viel Zeit mit der detaillierten Beschreibung der Personen, Umstände und Örtlichkeiten verbracht. Zum Ende hin kommt es zu wenigen Spannungsmomenten, aber auch dort fehlt das wirkliche Überraschungsmoment, die Auflösung scheint konstruiert und nicht sehr einfallsreich. Ich hätte mir auch eine etwas verstricktere, überraschendere Auflösung gewünscht. Die gesamte Handlung empfand ich als eher schlicht gestrickt und teilweise wirr zusammengefügt.

Des Weiteren war mir keine der Figuren wirklich sympathisch. Comissari Jaume Soler bleibt als Protagonist blass, er wirkt träge, schwerfällig und wenig überzeugend. Das Verhalten von Ignacia und Montse ist kaum tolerierbar, sie hintergehen ihren Bruder/ Sohn aus Gründen, die sich dem Leser bis zum Ende hin nicht erschließen. Familiärer Zusammenhalt geht anders. Auch die Nebenfiguren können nicht wirklich überzeugen und bleiben farblos.

Der Aufbau und Ablauf ist durch recht kurze Kapitel mit Datums- und Uhrzeitangaben gut nachvollziehbar, auch wird durch das Nennen der jeweiligen Namen deutlich, aus wessen Sicht das folgende Kapitel dargestellt wird. Dieser Perspektivenwechsel lässt den Leser die Personen besser kennen lernen und deren Handlungen verstehen. Allerdings ist dem ausschweifend beschreibenden Erzählstil eher müßig zu folgen, Nebensächlichkeiten wird viel Raum durch detaillierteste Beschreibungen eingeräumt.

Was mir hingegen gut gefällt ist das Lokalkolorit: Barcelona wird sehr deutlich und ausführlich in all seinen Facetten dargestellt, ich habe mich wie auf einem Spaziergang durch diese wunderschöne Stadt gefühlt. Absolut passend dazu ist das Cover, welches ein absolutes Urlaubs-Feeling vermittelt und Lust auf einen Besuch an der spanischen Küste macht.

Fazit:
Alles in allem ein eher schwacher Krimi mit blassen Figuren, der teilweise auch als Reiseführer hätte fungieren können. Aufgrund der anschaulichen Beschreibungen Barcelonas, seiner Bewohner und der kulinarischen Besonderheiten gibt es einen Extra-Punkt für das Lokalkolorit, das Buch an sich konnte mich aber leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Seichte Nordsee-Romanze mit Hund

Die Liebe gibt Pfötchen
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Seit dem tragischen Tod ihres Mannes Axel hat Martina keinen anderen Mann mehr angesehen. Warum auch, ist sie doch voll ausgelastet mit zwei kleinen Kindern, dem frechen Hund Capone, der Führung ihres ...

Seit dem tragischen Tod ihres Mannes Axel hat Martina keinen anderen Mann mehr angesehen. Warum auch, ist sie doch voll ausgelastet mit zwei kleinen Kindern, dem frechen Hund Capone, der Führung ihres eigenen Unternehmens und ihrem ehrenamtlichen Engagement für den Tourismusverband ihrer Heimat Lichterhaven an der Nordsee. Martina könnte ihr Leben ganz so wie bisher weiterführen – wäre da nicht der attraktive Thorsten, der sie einfach nicht in Ruhe lässt. Thorsten ist offensichtlich bis über beide Ohren in Martina verliebt und versucht hartnäckig, ihre um sich erbaute Mauer einzureißen. Und so ganz kann sich Martina dem auch nicht entziehen, spürt sie doch bei jeder Begegnung ein aufgeregtes Vögelchen im Magen flattern. Doch sie hat Axel vor seinem Tod ein Versprechen gegeben, welches sie einzuhalten gedenkt. Doch sie hat die Rechnung ohne Hund Capone gemacht – dieser mag Thorsten sehr und so arrangiert er die ein oder andere „zufällige“ Begegnung zwischen seinen beiden Lieblingsmenschen…

Was mich an „Die Liebe gibt Pfötchen“ direkt angesprochen hat, war das wunderschöne Cover: Ein absolut niedlicher Hund vor der Urlaubskulisse eines Nordseestrandes – ein Bild, zu dem man auch in der Buchhandlung greifen würde.

Absolut gut gelungen ist auch Lichterhaven als fiktiver Ort an der Nordsee. Man kann sich als Leser sehr gut vorstellen, wie es dort wohl aussieht, wie es riecht und sich anfühlt, durch den Ort zu schlendern. Lichterhaven ist einfach ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und in dem jeder jeden kennt – mit allen Vorteilen (enger Zusammenhalt) und Nachteilen (reger Dorftratsch). Das Nordseeflair wurde sehr gut eingefangen und macht Lust auf eine Reise in Deutschlands Norden.

Mir persönlich war die Protagonistin Martina anfangs nicht besonders sympathisch. Natürlich hat sie schlimme Zeiten durchgestanden und ihr Engagement im familiären und geschäftlichen Rahmen ist bewundernswert, aber sie wirkt oftmals zickig und ablehnend, gerade Thorsten gegenüber. Dieser hingegen ist zu Beginn des Buches sehr forsch und aufdringlich, warum er so einen Narren an Martina gefressen hat wird nicht erläutert, dazu muss man wohl einen der Vorgänger-Bände aus der „Lichterhaven“-Reihe gelesen haben. Schade, ich hätte mich über eine kurze Erläuterung gefreut, die auch Quereinsteiger wie mich abholt. Verwirrt haben mich auch die vielen Nebenfiguren, die Leser aus den Vorgängerbänden kennen und sich dementsprechend über ein Wiedersehen freuen, für einen „Neueinsteiger“ aber eher nebensächlich sind.

Capone ist an sich ein supersüßer Hund, dessen Verhalten auch absolut authentisch dargestellt wird, mich in vielen Szenen zum Schmunzeln gebracht hat und in den man sich als tierlieber Leser sofort verliebt. Gerade deshalb fand ich seine „Vermenschlichung“ in Form kursiv abgedruckter „Gedankenmonologe“ auch unnötig, sie haben das Tier, das ich prinzipiell als intelligent einschätze, dümmlich und kindisch dastehen lassen. Schade, das hat das Wollknäuel nicht verdient.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich deshalb gut, flüssig und schnell lesen. An manchen Stellen wird das Buch etwas langatmig, insbesondere dadurch, dass sich viele Themen wiederholen. Als sehr anstrengend empfand ich beispielsweise, dass Martina ständig von ihren Gewichtsproblemen erzählt und Thorsten diese revidieren muss – hier war ich irgendwann wirklich genervt. Insgesamt war es mir zu wenig Inhalt für viele Seiten.

Fazit: Ein modernes Märchen, in dem alles etwas zu schön ist um wahr zu sein. Auf jeden Fall aber ein netter Roman für unkomplizierte Stunden am Nordseestrand, mit dem ich nur leider nicht wirklich warm geworden bin.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Die Gentleman-Gangster

Der Mackenzie Coup
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Michael „Mike“ Mackenzie hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Als junger Unternehmer hat er ein Vermögen verdient und kann sich alles leisten, was er möchte. Doch einige begehrenswerte Dinge ...

Michael „Mike“ Mackenzie hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Als junger Unternehmer hat er ein Vermögen verdient und kann sich alles leisten, was er möchte. Doch einige begehrenswerte Dinge kann sich selbst der passionierte Kunstliebhaber nicht kaufen, da Gemälde der National Gallery of Scotland nun einmal unverkäuflich sind. Doch gerade das macht ihren Reiz aus – und so ist der gelangweilte Mike nicht schwer davon zu überzeugen, einem scheinbar genialen Coup beizuwohnen. Gemeinsam mit zwei Freunden arbeitet er einen Plan aus, wertvolle Kunstwerke aus der Archivsammlung des Museums zu entwenden. Ohne kriminelle Hilfe geht dies aber nicht und so wendet er sich an Edinburghs stadtbekanntesten Kriminellen Chib Calloway – ohne zu ahnen, dass dieser seine eigenen gefährlichen Pläne verfolgt.

Ian Rankins „Der Mackenzie Coup“ ist ein angenehm geschriebenes Buch, welches zunächst ruhig und unaufgeregt wie ein Roman über Kunst beginnt. Es ist an sich flüssig zu lesen, hat aber gerade zu Beginn auch seine Längen, da dem eigentlichen „Coup“ eine etwas langatmige Heranführung vorausgeht. Ab der zweiten Hälfte kommt dann aber doch Spannung auf, welche sich kontinuierlich steigert. Das gesamte Buch ist leider etwas vorhersehbar und so kommt auch die Wendung am Ende wenig überraschend.

Gut gefallen haben mir die Figuren. Rankin kreiert sehr unterschiedliche Charaktere, die aber in ihren jeweiligen Facetten stets authentisch und gut nachvollziehbar für den Leser bleiben.

Alles in alle ein angenehm zu lesendes Buch für ruhige Stunden.

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Veröffentlicht am 29.03.2020

Spion wider Willen

Der Empfänger
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Anfang der 1930er Jahre befindet sich Amerika in großem Aufruhr: Ein möglicher Kriegseintritt steht unmittelbar bevor und im bunten Melting Pot New Yorks treffen Menschen unterschiedlichster Gesinnung ...

Anfang der 1930er Jahre befindet sich Amerika in großem Aufruhr: Ein möglicher Kriegseintritt steht unmittelbar bevor und im bunten Melting Pot New Yorks treffen Menschen unterschiedlichster Gesinnung aufeinander. Mitten im Aufruhr lebt Josef Klein, der auf der Suche nach einem besseren Leben aus Düsseldorf ausgewandert ist und dort seinen Bruder Carl zurückgelassen hat. Josef möchte mit dem politischen Leben der Stadt nichts zu tun haben, er geht seinem Job als Flyerverteiler nach und widmet sich in der Freizeit seinem Lieblingshobby, dem Amateurfunken. Doch genau deshalb zieht er die Aufmerksamkeit deutscher Spione auf sich, welche geheime Informationen über den Atlantik senden möchten. Josef wird unter Druck gesetzt und schneller in den gefährlichen Sumpf des deutschen Spionage-Netzwerkes hineingezogen, als ihm lieb ist.

„Der Empfänger“ von Ulla Lenze begleitet einen deutschen Auswanderer auf seiner Reise von Düsseldorf nach New York über Neuss nach Buenos Aires bis hin ins Exil nach Costa Rica, vom dem aus er sich 1956 zurückerinnert. Es werden somit fast vierzig Jahre Welt- und Lebensgeschichte abgebildet, zwar in scheinbar wild durcheinander gewürfelten Kapiteln, aber jederzeit nachvollziehbar und verständlich. Die persönliche Veränderung des Protagnistens wird vom Leser somit deutlich miterlebt, seine Entwicklung vom freudigen Aufbruch nach Amerika hin zum resignierten Flüchtling spürbar. Josef Klein ist eine eher introvertierte Persönlichkeit und somit werden seine Emotionen eher unterschwellig vermittelt. Seine Geschichte orientiert sich wohl an einem wahren Vorbild, auf das aber nicht näher eingegangen wird und zeigt insbesondere auf, wie leicht man aus der Not heraus an die falschen Leute geraten kann und nicht mehr aus deren Einflussgebiet herauskommt.

Trotz einem sehr guten Wortschatz und einer ansprechenden Erzähl- und Ausdrucksweise zieht sich die Geschichte teilweise etwas in die Länge. An einigen Stellen werden dem Leser Informationen gegeben, welche dieser nicht einordnen kann und die im weiteren Verlauf auch keine Rolle mehr spielen. Leider habe ich mich hierdurch an manchen Stellen etwas gelangweilt.

Das Cover finde ich sehr gelungen, es zeigt einen Mann in Kleidung des vergangenen Jahrhunderts. Allerdings ist dieser nicht deutlich zu erkennen, da einige Stellen – so auch das Gesicht des Mannes – verwischt sind. Dies drückt für mich aus, dass der Mann gerne anonym bleiben möchte, er sich zurückzieht, da er es bisher im Leben schwer hatte. Es passt somit wunderbar zu Josef Klein und seiner Geschichte.

Sehr gut gefällt mir der große Lerneffekt, der sich beim Lesen einstellt: Man bekommt eine gute Vorstellung von der Stimmung und Atmosphäre des New Yorks vor dem 2. Weltkrieg, wie ausgewanderte Deutsche dort gelebt haben und was sie umgetrieben hat. Eine interessante Perspektive, die mir so bis dato unbekannt war.

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