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Veröffentlicht am 29.10.2020

Der Heimweg

Der Heimweg
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Ich habe schon mehrere Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und was ich bis jetzt immer sehr angenehm fand war, dass sie nicht zu sehr sexuelle Gewalt und wie soll ich es sagen, abartiges Thematisieren. ...

Ich habe schon mehrere Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und was ich bis jetzt immer sehr angenehm fand war, dass sie nicht zu sehr sexuelle Gewalt und wie soll ich es sagen, abartiges Thematisieren. Dem ist hier leider nicht so, der Heimweg hat mich da etwas an die Bücher von Cody McFadyen erinnert was das angeht.

In Der Heimweg geht es um häusliche Gewalt und dies in verschiedenen Formen, körperlich, psychisch und sexuelle, wer das nicht lesen kann und möchte, sollte um das Buch einen Bogen machen.

Auf der einen Seite mochte ich das Buch, es war wie gewohnt spannend und auch verwirrend. Man denkt, man wüsste was man da liest und dann macht es Bäm und man denkt sich nur noch WTF. Ich mag diesen Effekt beim Lesen, wenn man so völlig überrascht ist, klar man denkt sich schon, dass da was nicht ganz koscher ist, aber die Auflösung ist dann wie ein Schwall kaltes Wasser ins Gesicht.

Doch die, ich kann es nicht anders sagen, abartigen Szenen haben mir das Lesen erschwert. Immer wieder musste ich das Buch auf die Seite legen und es zunächst sacken lassen. Den Gedanken hinter der Geschichte oder eher das Motiv fand ich durchaus schlüssig und interessant. Und ich habe auch keine Probleme damit, wenn es blutig wird. Doch dadurch, dass der Autor das ganze hier so real erscheinen lässt, ging mir die Geschichte bzw. die Schicksale ziemlich an die Nieren.

Die Charaktere fand ich gut durchdacht und schlüssig in ihrem Handeln. Sie wirkten echt und authentisch. Allgemein konnte mich die Handlung, vielleicht ein bisschen zu sehr in ihren Bann ziehen. Auf jeden Fall extrem spannend und fesselnd. Auch das Nachwort mochte ich, sollte man definitiv mitlesen.

Fazit:
Ein typischer Fitzek, aber brutaler als gewohnt in meinen Augen.
Spannend, fesselnd und mitreißend.
Aber durch die Thematik, häusliche Gewalt die expliziert dargestellt wird, vielleicht nicht für jeden etwas.
Grausam und brutal, doch mit dem typischen WTF Momenten, den ich so bei Fitzek Büchern liebe.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Mortina – Wer klopft da an die Tür?

Mortina – Wer klopft da an die Tür?
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Wer klopft da an die Tür? ist mittlerweile schon der dritte Band der Mortina Reihe. Das niedliche Zombie-Mädchen Mortina ist etwas für Leser:innen ab 5 Jahren und auch wenn sie ein Zombie ist, wird es ...

Wer klopft da an die Tür? ist mittlerweile schon der dritte Band der Mortina Reihe. Das niedliche Zombie-Mädchen Mortina ist etwas für Leser:innen ab 5 Jahren und auch wenn sie ein Zombie ist, wird es nicht zu gruselig. Man kann die Teile unabhängig voneinander lesen, sodass ihr auch mit Band 3 starten könnt. In diesem Band wird es, wie das Cover schon verrät winterlich. So passt es super in die Jahreszeit.

Mortina findet einen neuen Freund, doch braucht dieser sogleich ihre Hilfe, der geister Junge hat nämlich seinen Namen vergessen und sein Leuchten verschwindet immer mehr. Da muss Mortina natürlich helfen und so versuchen sie herauszufinden, wie der Junge einmal hieß.

Das Buch ist wunderschön illustriert. So befindet sich auf jeder Seite ein farbiges Bild, welches die einzelnen Szenen einfängt. Den Stil der Autorin, die auch die Zeichnungen angefertigt hat, kann man schon gut am Cover erkennen. Die Zeichnungen sind eher ein bisschen düster gehalten und erinnern mich ein bisschen an den Stil von Tim Burton. Richtig toll finde ich die vielen Details, die man auf den Illustrationen findet.

Die Geschichte fand ich im Vergleich zu den vorherigen Bänden etwas schwach. Mir hat irgendwie der letzte Pep gefehlt, das besondere Etwas. Aber nicht falsch verstehen, die Geschichte ist solide. Und es ist schön, wie Mortina einen für sie völligen fremden Jungen hilft. Ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt beim Lesen oder besser gesagt beim Bilder anschauen. Der Text Anteil ist eher gering, sodass viele Szenen durch die Zeichnungen leben.

Mortina ist richtig cool und ich bin schon gespannt auf ihr nächstes Abenteuer. Dieses kleine Zombie-Mädchen muss man einfach mögen. Besonders genial fand ich die Szene, in der sie leise sein wollte und deswegen in Einzelteilen aus dem Fenster gesprungen ist, um sich unten dann wieder zusammenzunähen. Der Vorteil, wenn man ein Zombie ist.

Fazit:
Wieder ein sehr süßes Kinderbuch über ein Zombie -Mädchen, das gar nicht so gruselig ist.
Die farbigen Illustrationen sind der Hammer, mit wunderbaren Details und eher ein bisschen skurril und düster.
Super geeignet zum Vorlesen oder selber lesen.
4,5Sterne

Veröffentlicht am 29.10.2020

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All das Ungesagte zwischen uns
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Wenn mich jemand nach meinen Lieblingsautorinnen fragte, war Colleen Hoover immer mit dabei. Zweimal hat sie es schon geschafft, Jahreshighlights zu schreiben. Deswegen weiß ich nicht recht, ob ich mich ...

Wenn mich jemand nach meinen Lieblingsautorinnen fragte, war Colleen Hoover immer mit dabei. Zweimal hat sie es schon geschafft, Jahreshighlights zu schreiben. Deswegen weiß ich nicht recht, ob ich mich verändert habe, oder es an der Geschichte lag, denn diese lag mir so überhaupt nicht. Eins vorweg, sie ist nicht schlecht, nein, eine Geschichte wie man sie oft antrifft in diesem Genre, aber zwischen uns hat es einfach nicht gefunkt.

Da wäre die Storyline, die ich leider nach dem Lesen des Klappentextes vorhersehbar fand. Die großen Oh Wow Momente blieben aus. Und leider auch die Gefühlte, schwer vorstellbar bei einem Hoover Buch, aber ich habe nichts empfunden beim Lesen. Wobei, das stimmt nicht ganz, ich war genervt. So schrecklich genervt, weil nicht miteinander gesprochen wurde. Ja, hätte ich mir vermutlich bei dem Titel denken können, aber leider hat es erst beim Lesen klick gemacht.

Dieses nicht miteinander reden ist ein häufiges Instrument in Büchern, doch hier war es für mich einfach zu viel. Zu viel was nicht gesagt wurde, vermutlich liegt das an mir, weil ich lieber eine unbequeme Wahrheit höre, als in einer Lüge zu leben und es so auch praktiziere. Natürlich könnte ich auch zu einem gewissen Grad verstehen, warum nicht gesprochen wurde. Aber je mehr Konflikte dadurch entstanden sind, desto geringer wurde mein Verständnis.

Doch es war nicht alles schlecht. Der Schreibstil von Hoover ist wie gewohnt sehr flüssig und angenehm zu lesen. Und ich mochte Miller total und auch seinen Grandpa. Die beiden zusammen waren spitze. Auch Jonah war mir sympathisch. Clara war ein Paradebeispiel für einen Teenager und für mich sehr ansprechend, was mir das Lesen erschwert hat. Morgan fand ich durchaus schlüssig in ihrer Rolle und auch nachvollziehbar.


Fazit:
Leider nicht mein Buch.
Die weiblichen Protagonisten konnten mich nicht überzeugen, Clara fand ich sehr anstrengend.
Miller und Jonah hingegen mochte ich, sie haben die Geschichte für mich aufgewertet.
Auch wenn der Titel es schon verrät, empfand ich all das ungesagte als ziemlich nervig.
Das Buch ist nicht schlecht, es gibt 2 schöne Lovestorys und es zeigt auf, wie sich Konflikte hochschaukeln können, wenn man nicht ehrlich und offen miteinander spricht.
Doch war es für mich zu anstrengend wie das ganze umgesetzt wurde.

Veröffentlicht am 22.10.2020

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Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima
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Kerry Drewery kennen vielleicht einige von euch schon von ihrer Martha Reihe. Mir war der Name zwar geläufig, lesen wollte ich das Buch aber aufgrund der Hiroshima Thematik.

Das Buch ist in drei Teile ...

Kerry Drewery kennen vielleicht einige von euch schon von ihrer Martha Reihe. Mir war der Name zwar geläufig, lesen wollte ich das Buch aber aufgrund der Hiroshima Thematik.

Das Buch ist in drei Teile aufgebaut, wobei sich diese durch mehrere Gründe unterschieden. So spielen Teil 1 und 3 in der Gegenwart und man liest aus der Sicht von Mizuki. In Teil 2 begleitet man seinen Großvater Ichiro, als dieser noch ein Junge war. Man starten am 6. August, dem Tag als die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde.

Ihr könnte euch sicherlich vorstellen, dass dies keine leichte Kost ist. So ist man live dabei, als es passiert und erlebt die Nachwirkungen unmittelbar danach, aber auch die, wo sich erst später zeigen. Ich fand es zutiefst erschreckend und bedrückend, diese Hilfslosigkeit und Ohnmacht. Die Autorin transportierte die Gefühle so gut an mich, dass mir die Geschichte richtig nahe ging.

Die Teile unterscheiden sich noch in ihrem Stil. So ist 2 Teil flüssig und bildhaft aus der Ich - Perspektive von Ichiro erzählt. Was die Eindrücke und Erlebnisse noch einprägsamer macht. Teil 1 und 2 sind in kurzen und prägnanten Sätzen gehalten, erinnern eher an eine Prosa Form. Hier war ich zunächst skeptisch, ob mich auch diese Abschnitte überzeugen können, aber das konnten sie.

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, trotz der schweren Kost. Doch die Geschichte hat mich so fasziniert und ich wollte unbedingt wissen, ob es ein glückliches Ende gibt.


Fazit:
Ein besonderes Buch, welches die Atmosphäre wirklich gut einfängt.
Zunächst diese Zerstörung und Hoffnungslosigkeit, aber auch, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf.
Verpackt in ein wunderbar gestaltetes Buch, welches auch mit seinem ungewöhnlichen Erzählstil überzeugt.

Veröffentlicht am 21.10.2020

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King - Er wird dich lieben
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Ich und T.M. Frazier, das ist so eine Sache. Zum einen liebe ich ihren lockeren und direkten Stil. Ich mag es, wie sie die Verletzlichkeiten, all die Ecken und Kanten ihrer Charaktere darlegt. Aber trotzdem ...

Ich und T.M. Frazier, das ist so eine Sache. Zum einen liebe ich ihren lockeren und direkten Stil. Ich mag es, wie sie die Verletzlichkeiten, all die Ecken und Kanten ihrer Charaktere darlegt. Aber trotzdem nervt mich ihr Männer und Frauenbild total. Er der starke Mann, der sie beschützen muss und natürlich immer wieder dieses ,,Du gehörst mir,, und ,,Du bist mein Besitz,,. Aber wenn man drüber hinwegsehen kann und es schafft, sich in der Geschichte fallen zu lassen, dann kann man richtig Spaß beim Lesen haben.

Gerade nach einem stressigen Tag, wenn man leichte Kost braucht und sich nicht so anstrengend will beim Lesen, finde ich so eine Geschichte ideal. Und die Liebesgeschichte ist trotz der Klischees schön. Ich mag dieses graue und brutale, dass die Autorin nichts romantisiert. Und ich muss ihr zustehen, dass sie mich einfach jedes Mal wieder mit ihrem Geschichten in ihren Bann ziehen kann.

Für mich weiß ich, auf was ich mich bei der King Reihe einlasse und kann die negativen Aspekte, wie zum Teil bedenkliche Lovestorys, Gewalt gegenüber Frauen etc. für mich als Fiktion abhacken.