Cover-Bild Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima
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19,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 24.07.2020
  • ISBN: 9783038800439
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Kerry Drewery

Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima

Meritxell Janina Piel (Übersetzer), Natsko Seki (Illustrator)

Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Verwundet und zerrüttet begeben sich die beiden Teenager auf die Suche nach ihren Familien. Schließlich finden sie Keiko, Hiros fünfjährige Schwester. Doch das kleine Mädchen geht in dem Chaos der völlig zerstörten Stadt verloren. Ihr Verbleib und Schicksal lässt Ichiro nicht mehr los, hatte er doch Hiro, kurz bevor dieser starb, versprochen, auf die Kleine aufzupassen. Einige Wochen später kehrt er zurück an den Ort des Grauens und begibt sich auf die Suche nach ihr. Überall hinterlässt er Origami-Papierkraniche mit seiner Adresse – in der Hoffnung, dass Keiko überlebt hat …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2020

Großartiges Buch mit viel Recherche dahinter

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In “Der letzte Papierkranich” erzählt Kerry Drewery eine ergreifende Geschichte über den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Die Autorin hat sehr viel recherchiert und das merkt man auch beim Lesen. Besonders ...

In “Der letzte Papierkranich” erzählt Kerry Drewery eine ergreifende Geschichte über den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Die Autorin hat sehr viel recherchiert und das merkt man auch beim Lesen. Besonders toll ist die Tatsache, dass die japanische Illustratorin Natsko Seki ausgewählt wurde, um die Geschichte bildlich zu untermalen.

4,5/5

Das Buch ist in drei Teilen aufgeteilt, wobei der 1. und 3. Teil einen lyrischen Aufbau haben, was sehr interessant ist, weil dadurch andere Betonungen gesetzt werden, als wenn es ein Fließtext wäre. Anfang und Ende der Geschichte spielen in der Gegenwart und werden aus der Sicht der Enkelin Mizuki erzählt. Opa Ichiro spricht mit Mizuki über die selbst aufgebürdete Last eines nicht eingehaltenen Versprechens. Der 2. Teil offenbart den Grund für die Schuldgefühle Ichiros und bringt uns in das Jahr 1945, als die Atombombe Hiroshima traf. Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben dieses tragische Ereignis und begeben sich auf die Suche nach Hiros fünfjährigen Schwester Keiko. Sie finden das kleine Mädchen und Ichiro verspricht Hiro, kurz bevor dieser verstarb, dass er auf Keiko aufpassen wird. Doch der Weg zum Krankenhaus ist weit und Ichiro konnte Keiko nicht länger tragen, sodass er gezwungen war sie zurückzulassen, um Hilfe zu holen. Seitdem hat er sie nie wieder gesehen. Während seiner Suche nach ihr hinterlässt er Origami-Papierkraniche mit seiner Adresse – in der Hoffnung, dass Keiko überlebt hat …

Ich muss zugeben, dass ich anfangs Vorbehalte hatte, weil eine weiße Autorin über Hiroshima aus einer japanischen Sicht schreibt. Es ist kein Own Voice Buch, aber Drewery hat das m.M.n. sehr gut gemacht, aber ich bin keine Japanerin und kann dementsprechend nicht beurteilen, wie das auf japanische Leser_innen wirkt.

Im Buch werden "Ensō" (Kreise, die mit einem Pinselschwung gemalt werden) benutzt, um Gedanken zu akzentuieren. Ensō ist insbesondere im Zen-Buddhismus ein bedeutungsvolles Symbol, das für Ästhetik, Erleuchtung, Stärke und Eleganz steht. Genauso kann es aber sowohl für das Universum als auch für die Leere stehen. Das Ensō ist der „Ausdruck des Moments“ und die Zitate darin sind es ebenso.

Es ist ein Buch mit lebendigen Charakteren und ich hatte mehrere Male Tränen in den Augen. So viele Stellen waren einfach herzzerreißend und die Illustrationen sind so ausdrucksstark und verstärken die Wirkung der Geschichte. Ich denke, Drewery hat die Emotionen, die Verzweiflung, die Angst, die Ungewissheit der Überlebenden der Atombombe großartig eingefangen.


Dennoch habe ich einige Kritikpunkte, was aber evtl. auch Haarspalterei ist. Hin und wieder werden im Buch japanische Begriffe und Phrasen verwendet, die direkt im Anschluss übersetzt werden. Deshalb frage ich mich, ob es denn überhaupt notwendig war, diese einzustreuen? Bei einigen kann ich es nachvollziehen (wie “ganbare”, weil es nicht die eine richtige Übersetzung dafür gibt), aber “tasukete” (“hilfe/hilf mir”)? Und dann wurde “shikata ga nai” (“Kann man nichts machen” / ”Es ist wie es ist”) nicht übersetzt. Es wirkt auf mich fast dekorativ. Es wurde auch der Begriff “pika” benutzt. “Pika” ist eine Abkürzung von “pikadon” (der “helle Blitz” der Atombombe) und wird häufig von Menschen verwendet, die der Bombe am nächsten waren. Beim Lesen war das für mich verwirrend, weil gesagt wurde, dass in dem Moment bzw. kurz nach dem Einschlag der Atombombe jemand mit der “pika” angezündet wurde, und ich habe nicht verstanden, inwiefern man andere mit einem Blitz anzünden sollte? Außerdem meine ich, dass der Begriff “pikadon” zu dem Zeitpunkt noch nicht verwendet und erst im Nachhinein eingeführt wurde.

Ich bin auch über den Satz “Möge Gott mit Ihnen sein” gestolpert, weil ich das mit dem Christentum verbunden habe und der Großteil der Japaner dem Shintoismus oder Buddhismus angehören. Lediglich etwa 1% der Bevölkerung gehört dem Christentum an. Außerdem wird die Reihenfolge der japanischen Namen (zuerst Nachname, dann Vorname) nicht eingehalten, was seltsam war, aber natürlich den Lesefluss nicht gestört hat. Wie gesagt, Kleinigkeiten, deshalb auch der halbe Stern Abzug, wollte das nur anmerken.

Mein Vorschlag: Glossar mit all den Hiroshima-spezifischen Begriffen bzw. allen japanischen Begriffen und Phrasen hinzufügen.

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Veröffentlicht am 29.10.2020

Die Hoffnung bleibt

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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich dieses wundervolle Buch von Kerry Drewery lesen. Es hat mich von der ersten Seite bis zum Schluss gepackt und mitgerissen. Ich stand beim Lesen regelrecht unter Strom ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich dieses wundervolle Buch von Kerry Drewery lesen. Es hat mich von der ersten Seite bis zum Schluss gepackt und mitgerissen. Ich stand beim Lesen regelrecht unter Strom und war gefesselt von den unvorstellbaren Ereignissen, die von der Autorin ausgesprochen realistisch und bildhaft beschrieben werden.

Mehrmals hatte ich einen Kloß im Hals und ich musste mit den Tränen kämpfen, weil mich die Geschichte um Ichiro und Keiko einfach so sehr berührt hat.

Sowohl die Vers- als auch die Erzählform lassen sich wunderbar lesen, ich habe das Buch förmlich verschlungen.

Der Autorin ist ein sehr emotionaler aber auch hoffnungsvoller Roman gelungen, der schon jetzt zu meinen Lieblingen zählt. Ich möchte dieses Buch in meinem Regal nicht mehr missen.

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Veröffentlicht am 22.10.2020

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Kerry Drewery kennen vielleicht einige von euch schon von ihrer Martha Reihe. Mir war der Name zwar geläufig, lesen wollte ich das Buch aber aufgrund der Hiroshima Thematik.

Das Buch ist in drei Teile ...

Kerry Drewery kennen vielleicht einige von euch schon von ihrer Martha Reihe. Mir war der Name zwar geläufig, lesen wollte ich das Buch aber aufgrund der Hiroshima Thematik.

Das Buch ist in drei Teile aufgebaut, wobei sich diese durch mehrere Gründe unterschieden. So spielen Teil 1 und 3 in der Gegenwart und man liest aus der Sicht von Mizuki. In Teil 2 begleitet man seinen Großvater Ichiro, als dieser noch ein Junge war. Man starten am 6. August, dem Tag als die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde.

Ihr könnte euch sicherlich vorstellen, dass dies keine leichte Kost ist. So ist man live dabei, als es passiert und erlebt die Nachwirkungen unmittelbar danach, aber auch die, wo sich erst später zeigen. Ich fand es zutiefst erschreckend und bedrückend, diese Hilfslosigkeit und Ohnmacht. Die Autorin transportierte die Gefühle so gut an mich, dass mir die Geschichte richtig nahe ging.

Die Teile unterscheiden sich noch in ihrem Stil. So ist 2 Teil flüssig und bildhaft aus der Ich - Perspektive von Ichiro erzählt. Was die Eindrücke und Erlebnisse noch einprägsamer macht. Teil 1 und 2 sind in kurzen und prägnanten Sätzen gehalten, erinnern eher an eine Prosa Form. Hier war ich zunächst skeptisch, ob mich auch diese Abschnitte überzeugen können, aber das konnten sie.

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, trotz der schweren Kost. Doch die Geschichte hat mich so fasziniert und ich wollte unbedingt wissen, ob es ein glückliches Ende gibt.


Fazit:
Ein besonderes Buch, welches die Atmosphäre wirklich gut einfängt.
Zunächst diese Zerstörung und Hoffnungslosigkeit, aber auch, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf.
Verpackt in ein wunderbar gestaltetes Buch, welches auch mit seinem ungewöhnlichen Erzählstil überzeugt.

Veröffentlicht am 22.10.2020

Absolut großartig!

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1945: Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben knapp den Atombombenangriff auf Hiroshima. Nach dem ersten Schreck wächst die Sorge, was aus Hiros kleiner Schwester Keiko geworden ist, sie ist morgens ...

1945: Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben knapp den Atombombenangriff auf Hiroshima. Nach dem ersten Schreck wächst die Sorge, was aus Hiros kleiner Schwester Keiko geworden ist, sie ist morgens von den beiden in den Kindergarten gebracht worden. Sie machen sich in der zerstörten Stadt auf die Suche. Ab da belasten ein altes und ein neues Versprechen Ichiro Seele schwer. Erst als er ein alter Mann ist, lockt seine Enkelin Mizuki das Geheimnis aus ihm heraus.

Ein ganz besonderes Buch, schon für Jugendliche geeignet. Die Erzählweise ist ungewöhnlich, Beginn und Ende der Geschichte sind lyrisch, jede Seite bietet kleine Weisheiten, sogenannte Haikus, die mit japanischer Kalligraphiekunst sehr anmutig wirken. Der Mittelteil, der im Jahr 1945 spielt, ist prosaisch, die Atmosphäre der Erzählung wird durch Illustrationen perfekt eingefangen.

Das ganze Buch wirkt hochwertig und aufwendig, wirklich eindrucksvoll.

Und das Beste: Die Geschichte über ein Versprechen, das nicht gehalten werden konnte, über Mut und Verzweiflung, über Schuld und Vergebung aber auch über Hoffnung ist einfach großartig.

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Veröffentlicht am 21.10.2020

In Büchern steckt Magie

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Inhalt:
„Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Verwundet und zerrüttet begeben sich die beiden Teenager auf die Suche nach ihren Familien. Schließlich finden ...

Inhalt:
„Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Verwundet und zerrüttet begeben sich die beiden Teenager auf die Suche nach ihren Familien. Schließlich finden sie Keiko, Hiros fünfjährige Schwester. Doch das kleine Mädchen geht in dem Chaos der völlig zerstörten Stadt verloren. Ihr Verbleib und Schicksal lässt Ichiro nicht mehr los, hatte er doch Hiro, kurz bevor dieser starb, versprochen, auf die Kleine aufzupassen. Einige Wochen später kehrt er zurück an den Ort des Grauens und begibt sich auf die Suche nach ihr. Überall hinterlässt er Origami-Papierkraniche mit seiner Adresse – in der Hoffnung, dass Keiko überlebt hat …“


Schreibstil/Art:
Kerry Drewery hat mich mit ihrem außergewöhnlichen Stil, der mir so übrigens noch nicht begegnet ist, vollkommen mitgerissen und begeistert. Aufgeteilt ist das Buch in insgesamt drei Teile. Der erste und letzte Teil spielt in der Gegenwart und ist in Versen und Prosen niedergeschrieben. Im zweiten Teil wird der Leser in das Jahr 1945 katapultiert und ließt im fließendenden Text die emotionale Geschichte. Illustrationen und Weisheiten runden das Gesamtbild ab und verleihen dem Buch das gewisse Etwas.

Inhaltlich gesehen, erreicht dieses Buch ein ganz hohes Niveau. Die kurzen Kapitel drängen den Leser dazu weiterzulesen und das Leid weiter zu ertragen. Diese Erzählung benötigt nicht viele Worte um wichtige und eindringliche Sätze zu bilden und den Leser zu berühren. Die Wortwahl ist tiefsinnig und bildhaft, einfach perfekt.


Fazit:
Was für eine starke Geschichte! Das Buch hat mich maßlos überrascht und sprachlos zurückgelassen. Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese einfühlsame und wundervolle Geschichte einfach völlig geflasht hat und definitiv zu meinen Favoriten zählen wird.

Ich kann gar nicht sagen wie oft ich Tränen in den Augen hatte oder Gänsehaut am ganzen Körper. Ein ganz großes Kompliment an die Autorin, dass sie stellenweise mit so wenig Worten, so etwas großartiges erschaffen hat. Nichts wirkt aufgesetzt, keine einzige Szene plätschert vor sich hin oder ist langweilig. 


Wenn ich könnte, würde ich mehr als 5 Sterne geben! Das Buch werde ich definitiv weiterempfehlen.

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