Endlich geht es weiter – auch wenn nicht alles rund läuft!
KnochenkälteMit Knochenkälte kehrt David Hunter endlich zurück – ein Wiedersehen, auf das ich mich sehr gefreut habe. Simon Beckett bleibt seinem Stil treu: Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und zieht einen sofort ...
Mit Knochenkälte kehrt David Hunter endlich zurück – ein Wiedersehen, auf das ich mich sehr gefreut habe. Simon Beckett bleibt seinem Stil treu: Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und zieht einen sofort in die kalte, düstere Atmosphäre der Geschichte hinein. Die Stimmung ist bedrückend, stellenweise unheimlich und typisch Beckett – genau das, was man sich von einem Hunter-Fall erhofft. Allerdings entfaltet sich die Handlung zunächst sehr gemächlich. Bis etwa zur Mitte des Buches bleibt die Geschichte recht ruhig, beinahe zu gleichförmig. Gerade im Vergleich zu den früheren Bänden fehlt hier zeitweise die Spannung und auch der sonst so prägnante forensische Fokus tritt etwas in den Hintergrund. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass sich das Geschehen zieht. Das Finale ist schlüssig und nachvollziehbar, hinterlässt bei mir jedoch einen leicht konstruierten Eindruck. Die Auflösung funktioniert, wirkt aber weniger organisch als in anderen Fällen und scheint etwas zu sehr auf ein bestimmtes Ende hinzuführen. Trotz dieser Schwächen ist Knochenkälte ein solider Thriller und insgesamt ein lesenswertes Buch. Simon Beckett schreibt atmosphärisch stark und versteht es weiterhin, düstere Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Für mich reicht es daher für 4 von 5 Sternen, auch wenn zwischendurch Spannung und Tiefe etwas verloren gehen