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Veröffentlicht am 25.04.2026

Die leisen Entscheidungen

Weißer Sommer
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"Weißer Sommer" von Eva Pramschüfer ist ein leiser, eindringlicher Roman, der von feinen Verschiebungen zwischen zwei Menschen erzählt. Alma und Theo lernen sich in Frankreich kennen und lieben. Doch was ...

"Weißer Sommer" von Eva Pramschüfer ist ein leiser, eindringlicher Roman, der von feinen Verschiebungen zwischen zwei Menschen erzählt. Alma und Theo lernen sich in Frankreich kennen und lieben. Doch was sich zunächst wie eine unbeschwerte Liebesgeschichte entfaltet, wird in Rückblenden nach und nach als Geflecht aus Entscheidungen sichtbar, die sich kaum bemerkbar machen und doch Gewicht bekommen.

Gerade diese Erzählstruktur ist eine der großen Stärken des Romans: Die Vergangenheit wird nicht linear erzählt, sondern tastet sich in Fragmenten vor, als würde man Erinnerungen selbst beim Entstehen beobachten. Dadurch entsteht eine Spannung, die nicht laut ist, sondern unterschwellig wirkt. Man liest weniger, um zu erfahren was passiert, sondern um zu verstehen, wie es so weit kommen konnte.

Besonders hervorzuheben ist die Sprache. Pramschüfer schreibt atmosphärisch zugleich poetisch. Ihre Bilder sind präzise, oft zurückhaltend, und gerade deshalb so wirkungsvoll. Der „weiße Sommer“ wird nicht nur als Jahreszeit greifbar, sondern als Zustand: flirrend, hell, beinahe entrückt – und gleichzeitig von einer stillen Melancholie durchzogen. Emotionen müssen nicht direkt benannt werden, sondern werden durch Szenen spürbar.

Im Zentrum steht schließlich der gegenwärtige Sommer – ein Moment der Entscheidung. Alma und Theo sind an einem Punkt angekommen, an dem sich zeigt, ob ihre gemeinsame Geschichte noch eine Zukunft hat. Was den Roman dabei besonders macht, ist seine Ehrlichkeit: Es gibt keine dramatischen Zuspitzungen, sondern ein genaues Beobachten dessen, was zwischen zwei Menschen geschieht, wenn Nähe und Distanz zugleich wachsen.

Weißer Sommer ist damit kein lauter Liebesroman, sondern ein stilles, poetisches Nachdenken über Zeit, Erinnerung und die Summe kleiner Entscheidungen. Ein Buch, das nachklingt – gerade weil es sich nicht aufdrängt.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Wenn aus Zufall Bedeutung wird

The Night We Met
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„The Night We Met“ von Abby Jimenez hat mich von der ersten Seite an begeistert und emotional mitgerissen. Die Geschichte schafft es sofort, eine Verbindung aufzubauen und bleibt durchgehend fesselnd, ...

„The Night We Met“ von Abby Jimenez hat mich von der ersten Seite an begeistert und emotional mitgerissen. Die Geschichte schafft es sofort, eine Verbindung aufzubauen und bleibt durchgehend fesselnd, ohne an Intensität zu verlieren.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir Chris. Seine ruhige, etwas nerdige und vor allem zuverlässige Art macht ihn zu einem unglaublich sympathischen Charakter. Gerade weil er anfangs eher unscheinbar wirkt und Larissa ihn zunächst kaum wahrnimmt, entwickelt sich seine Rolle im Laufe der Handlung umso berührender und bedeutungsvoller. Ein Plädoyer für alle unscheinbaren Jungs, die doch einen zweiten Blick verdienen.

Larissa hingegen ist eine starke Protagonistin, die sich ihren Platz im Leben erkämpfen möchte. Ihre Entwicklung wirkt authentisch und nachvollziehbar, was es leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihr mitzufühlen.

Die Dynamik zwischen den beiden Figuren hat mir besonders gut gefallen. Ihre Geschichte ist emotional, glaubwürdig und voller leiser, aber intensiver Momente, die lange nachwirken.

Ein großer Pluspunkt ist der Schreibstil von Abby Jimenez. Sie schreibt sehr bildhaft und schafft es, Szenen lebendig werden zu lassen, ohne sich dabei in unnötigen Details zu verlieren. Die Gefühle der Protagonisten werden feinfühlig und authentisch dargestellt, sodass man als Leser vollkommen in ihre Welt eintauchen kann.

Insgesamt ist „The Night We Met“ eine sehr schöne, berührende Geschichte über Liebe, Selbstfindung und die Bedeutung von zwischenmenschlichen Verbindungen – ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und das mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Zwischen Salz, Sturm und Schicksal

Born of Salt and Storm
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Mit "Born of Salt and Storm" entführt Sophia Reynard ihre Leser:innen in eine raue, salzgetränkte Küstenwelt voller Geheimnisse, Magie und innerer Konflikte. Im Zentrum steht Tavi, eine einsame Protagonistin, ...

Mit "Born of Salt and Storm" entführt Sophia Reynard ihre Leser:innen in eine raue, salzgetränkte Küstenwelt voller Geheimnisse, Magie und innerer Konflikte. Im Zentrum steht Tavi, eine einsame Protagonistin, deren Leben an den Küsten von Vindermer beginnt – und sich schon bald in eine weit größere, schicksalhafte Richtung entwickelt.

Besonders hervorheben muss man die wunderschöne Gestaltung des Buches. Das Cover passt wunderbar zum maritimen Setting und auch der Farbschnitt macht es zu einem Hingucker.

Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich jedoch etwas herausfordernd. Die Autorin verfolgt klar das Ziel, Spannung durch Ungewissheit aufzubauen, indem sie viele Fragen zunächst offen lässt. Das gelingt zwar, kann aber dazu führen, dass man einzelne Szenen mehrmals lesen muss, um alle wichtigen Informationen zu erfassen. An dieser Stelle hätten zusätzliche Hintergründe zur Welt und ihren Regeln den Zugang erleichtert.

Hat man diese Anfangshürde überwunden, entfaltet sich jedoch ein fesselnder Plot. Neue Gefährten, unerwartete Wendungen und ein angenehmer, atmosphärischer Schreibstil sorgen dafür, dass man immer tiefer in die Geschichte eintaucht. Besonders gelungen ist die Nähe zur Hauptfigur: Man begleitet Tavi intensiv, erlebt ihre Gedanken und Gefühle hautnah. Kursive Passagen bieten zudem spannende Perspektivwechsel, die zusätzliche Tiefe schaffen.

Insgesamt ist "Born of Salt and Storm" eine packende Romantasy, die sich durch ihr maritimes Setting und die raue Küstenatmosphäre von vielen anderen Fantasywerken abhebt. Wer sich auf den etwas anspruchsvolleren Einstieg einlässt, wird mit einer vielschichtigen und emotionalen Geschichte belohnt. Die Neugier auf die Fortsetzung ist definitiv geweckt.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Lieblingsreihe

Fate and Furies
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Das Buch hat für mich alles, was es für eine gute Romantasy braucht - eine spannende Handlung, mit überraschenden Plottwists, eine tolle Found Family, die sich mit unserer starken weiblichen Heldin durch ...

Das Buch hat für mich alles, was es für eine gute Romantasy braucht - eine spannende Handlung, mit überraschenden Plottwists, eine tolle Found Family, die sich mit unserer starken weiblichen Heldin durch alle Bände kämpft - und ein starkes Paar, das sich sowohl innig als auch in manchen Momenten fremd ist. Eins, dass nicht sofort alles festsetzt und nur einander festhält, sondern auch an sich selbst arbeitet. Und genau das alles verkörpert die tolle Reihe von Helen Scheuerer.

Es geht direkt genauso spannend weiter, wie der letzte Band aufgehört hat. Sprachlich schafft es die Autorin die magische Welt als Kopfkino zu erschaffen und sich als ein Teil der Welt zu fühlen. Der Wechsel der Perspektiven von Thea und Wilder bilden ein umfassendes Bild und lassen uns als LeserInnen auch in ihre Gefühlswelt hineinschauen, was Tiefe schafft.

Band vier habe ich direkt vorbestellt und freu mich riesig auf Juni, wenn es erscheint. Die ganze Reihe bekommt einen besonderen PLatz im Bücherregal. Große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Mein Highlight

The Crane and the Nightjar
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The Crane and the Nightjar ist eine düstere, fesselnde Romantasy, die einen von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht. Die Geschichte ist durchgehend spannend und geheimnisvoll aufgebaut, ...

The Crane and the Nightjar ist eine düstere, fesselnde Romantasy, die einen von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht. Die Geschichte ist durchgehend spannend und geheimnisvoll aufgebaut, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Im Mittelpunkt steht eine starke weibliche Hauptfigur, die unerbittlich um ihr Überleben kämpft. Auf ihrem gefährlichen Weg begegnet sie verschiedenen Figuren, die man schnell ins Herz schließt und die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen. Die Dynamik zwischen den Charakteren und die stetig wachsende Bedrohung sorgen dafür, dass die Spannung nie nachlässt.

Der Schreibstil lässt einen förmlich durch die Seiten fliegen – jede Enthüllung weckt sofort die Neugier auf das, was als Nächstes kommt. Besonders das Ende hat mich begeistert: spannend, überraschend und genau so gestaltet, dass man sofort weiterlesen möchte.

Für mich ist The Crane and the Nightjar eine süchtig machende Romantasy voller Atmosphäre, Geheimnisse und Emotionen. Nach diesem packenden Abschluss freue ich mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung.

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