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Veröffentlicht am 22.03.2026

Noch fünf Tage

Noch fünf Tage
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Lia arbeitet als Spitzenköchin in einem Londoner Sternerestaurant bis sie bei einem unverschuldeten Unfall die Verantwortung übernehmen soll. Der Besitzer des Restaurants lässt ihr keine Wahl und stellt ...

Lia arbeitet als Spitzenköchin in einem Londoner Sternerestaurant bis sie bei einem unverschuldeten Unfall die Verantwortung übernehmen soll. Der Besitzer des Restaurants lässt ihr keine Wahl und stellt ihr dafür einen tollen neuen Arbeitsplatz in Aussicht bei einer reichen Familie als Privatköchin in der Schweiz zu arbeiten, ihre Tochter darf eine Privatschule besuchen. Das Silvester-Dinner ist das letzte was Liz zubereitet, wenig später sind ihre Arbeitgeber und auch ihre beiden Kinder tot. Liz überlegt nur knapp den Giftanschlag.

In einer Privatklinik soll sich Liz etwas erholen, denn ihr bleiben noch fünf Tage bis zu ihrem Tod. Sie möchte so viel Zeit wie möglich mit ihrer Tochter verbringen und sie versucht dem Grund des Verbrechens und dem Mörder auf die Spur zu kommen, ist sie nur Beifang gewesen oder steckt mehr dahinter. Unterstützung bekommt sie von ihrer persönlichen Krankenschwester, mit der sie bald eine Freundschaft verbindet.

Nach einem etwas holprigen Start habe ich allerdings kaum noch aufhören können zu lesen. So ungewöhnlich und interessant. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, oft weit zurück und dann aus Lis Arbeitsalltag bei ihren reichen Arbeitgebern. Ich habe durch diese Geschichte auch einiges gelernt und auch Dinge über Lebensmittel erfahren, die ich noch nicht wusste, aber vielleicht auch gar nicht hätte wissen wollen.

Emotional hat mich das Buch sehr berührt, gerade mit dem Wissen von Lis bevorstehenden Todes und der damit verbundenen Schwierigkeit das Beste für die Zukunft ihrer Tochter zu bewirken, hat mir doch manches Mal die Tränen in die Augen getrieben. Der Plot war dann doch eine große Überraschung. Alles in allem gute Krimiunterhaltung der etwas anderen Art.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Weinseliger Sommerkrimi

39 Grad Mord
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Hannah hat mit ihrem Krimi einen Bestseller gelandet, hat den Vorschluss für den nächsten Krimi schon ausgegeben und möchte aber ganz was anderes schreiben. Zutiefst unglücklich lässt sie sich auf den ...

Hannah hat mit ihrem Krimi einen Bestseller gelandet, hat den Vorschluss für den nächsten Krimi schon ausgegeben und möchte aber ganz was anderes schreiben. Zutiefst unglücklich lässt sie sich auf den Vorschlag von ihrem Lektor ein, in einem tollen Ferienhaus in Italien ihrer Schreibblockade auf die Sprünge zu helfen. Sommer, Sonne, leckeres Essen und ein guter Wein lässt sie etwas entspannen. Dann wird sie in einen Mordfall verwickelt, die Ereignisse überschlagen sich und sie kann kaum Luft holen.

Der Anfang hat mir gut gefallen, vor allem das Setting, eine Sonnenterrasse mit Blick aufs Meer und ein paar Gläser Wein. Aber im späteren Verlauf wird die Geschichte zur Farce. Tatsächlich belässt Hannah es nicht bei einem Gläschen Wein, sondern ist fast dauerhaft knülle. Die Autorin lässt die italienische Polizei sehr inkompetent dar stehen, was die Leute so von sich geben und wie sie reagieren tut schon fast weh. Hannah agiert total unlogisch und begibt sich selbst in Gefahr.

Der Unterhaltungswert ist trotz der aberwitzigen Story da, als Urlaubslektüre durchaus geeignet, vielleicht bei einem Glas Wein.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Eisnebel

Eisnebel
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Theo hat an die Zeit vor ihrem 4ten Lebensjahr keine Erinnerung, ihre Kindheit bei ihren Adoptiveltern war auch keine Freude und sie schlägt sich mit Diebstählen und Lügen durch ihre Teenagerzeit. Als ...

Theo hat an die Zeit vor ihrem 4ten Lebensjahr keine Erinnerung, ihre Kindheit bei ihren Adoptiveltern war auch keine Freude und sie schlägt sich mit Diebstählen und Lügen durch ihre Teenagerzeit. Als sie den wohlhabenden Connor Dalton kennenlernt, wendet sich das Blatt und sie hat Hoffnung auf ein bisschen Glück, wenn nicht seine Familie wäre. Zur Weihnachtszeit verbringt die ganze Familie die freien Tage abgeschottet von der restlichen Welt umgeben von schneebedeckten Wäldern in ihrem luxuriösen Winterdomizil. Da Connor und Theo heiraten wollen, begegnen ihr die Mutter, die Großeltern, der Onkel sowie die Schwester von Connor mit Misstrauen. Merkwürdige Dinge passieren und Theo bekommt Drohbriefe. 20 Jahre zuvor ist in einer der Hütten Connors Vater ums Leben gekommen und um diesen Vorfall rangt sich ein Geheimnis, da sich auch eine junge Frau mit einem kleinen Kind in der Hütte aufgehalten haben sollen.

Die Geschichte startet spannend. Das Setting mit dem abgelegenen Domizil und den Schneestürmen ist super und vermittelt etwas Grusel. Leider passieren viel zu viele Dinge, die nicht nachvollziehbar sind alle Leute in dieser Geschichte verhalten sich merkwürdig. Die Familienzusammenkünfte sind eine Farce. Für mich einfach viele logische Schwächen und der rote Faden verliert sich komplett.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Schattenmädchen

Schattenmädchen
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Es gibt ein Wiedersehen mit dem Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment, worauf ich mich sehr gefreut habe. Es fängt mit einem Vermisstenfall an, die junge Studentin Isabelle Karlsson ist nach einer ...

Es gibt ein Wiedersehen mit dem Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment, worauf ich mich sehr gefreut habe. Es fängt mit einem Vermisstenfall an, die junge Studentin Isabelle Karlsson ist nach einer Party im Konferenzraum des erfolgreichen Technologieunternehmens Bubble Buy. Die Firma steht wegen der bevorstehenden Übernahme eines chinesischen Konzerns stark unter Druck. Nach anfänglichem Desinteresse hängt sich das Ermittlerteam dann doch voll rein. Als dann noch in dem privaten Firmen-Appartement von dem CEO Martin Zenberg das Handy von Isabelle unter dem Sofa gefunden wird, sind Fredrika und Henry nicht mehr zu stoppen. Da sie nicht über genügend Beweise verfügen, müssen sie Martin wieder aus der U-Haft entlassen. Durch einen Tipp erfährt Fredrika von der vor Jahren ermordeten Studentin Petra Olsen, zu der es einige Parallelen gibt. Auch könnte es eine Verdingung zu geheimen Studentenverbindungen geben. Lange treten Fredrika und Henry auf der Stelle, auch private Probleme machen beiden Ermittlern zu schaffen.

Das ist wieder eine richtig gute Geschichte, flüssig erzählt und gut recherchiert. Durch ihre Hartnäckigkeit schießt Fredrika oft übers Ziel hinaus und muss gebremst werden. Im ihrem Privatleben verhält sie sich völlig unnormal und ich wollte sie oft schütteln und sie fragen, warum sie ihren Freund so behandelt. Die Auflösung ist eine Überraschung und meiner Meinung ist der Fall nicht komplett aufgelöst.

Das Buch enthält am Ende die Leseprobe zu dem nächsten Teil der Autorin, er heißt Teufelsring und erscheint im Sommer 2026. Zu meiner Überraschung gibt es im Netz nirgendwo einen Hinweis auf das Buch und ich hoffe, es erscheint wirklich noch dieses Jahr.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Der unsichtbare Elefant

Der unsichtbare Elefant
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Thomas Siebenmorgen ist ein hart arbeitender Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Ohne Vorwarnung klettert er eines Abends über die Brüstung im Innenhof der Firma und stürzt ab und zerstört ...

Thomas Siebenmorgen ist ein hart arbeitender Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Ohne Vorwarnung klettert er eines Abends über die Brüstung im Innenhof der Firma und stürzt ab und zerstört dabei noch ein sehr teures Kunstwerk eines bekannten asiatischen Künstlers. Thomas war ein Jasager und hat sich so sehr von Kollegen/Vorgesetzten ausnutzen lassen, dass er fast kein Privatleben hatte.

Besonders betroffen ist die Maria, die Kollegin von Thomas, die ihn hat abstürzen sehen und ihm nicht mehr helfen konnte. Die Chefs der Kanzlei wollen Schadensbegrenzung erreichen und lassen den unabhängigen Anwalt Simon aus dem Büro in München einfliegen, der sich auch mit den Eltern und Kollegen von Thomas auseinandersetzt. Besonders gut gefallen hat mir der Schlagabtausch von Simon und dem früheren Mitarbeiter (Seniorpartner) der Kanzlei, der sich vor kurzem selbständig gemacht und die Kanzlei verlassen hat.

Die Geschichte von Thomas hat mich sehr berührt und der eindringliche Schreibstil und die Thematik hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Was hat Thomas genötigt seinem Leben ein Ende zu setzen? Diese Frage wird nicht befriedigend beantwortet. Sehr interessant ist die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart und der Einfluss von früheren Traumata der Vorfahren auf unser Leben.

Das letzte Drittel des Buches hat mich allerdings etwas irritiert zurückgelassen. Es gibt zu viele lose Fäden, die nicht zusammenlaufen. Es gibt Hinweise auf Kultur, Kunst, Religion usw. Da hat der Autor zu viel gewollt. Das etwas offene Ende könnte vielleicht ein Hinweis sein, dass es noch einen Nachfolgeband gibt. Das Buch ist allerdings trotz meiner zwiespältigen Gefühle sehr lesenswert. Die Figuren Maria, Victor, Simon und Inaaya sind mir sehr ans Herz gewachsen und haben mich nachhaltig beeindruckt.

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