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Veröffentlicht am 08.06.2019

Hassliebe

DUMPLIN'
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Vorweg möchte ich sagen das die Protagonistin Willowdean kein Vorbild ist. Sie ist weder nett, noch loyal oder liebenswürdig. Meistens verhält sie sich egoistisch, vorurteilsbehaftet und einfach zickig. ...

Vorweg möchte ich sagen das die Protagonistin Willowdean kein Vorbild ist. Sie ist weder nett, noch loyal oder liebenswürdig. Meistens verhält sie sich egoistisch, vorurteilsbehaftet und einfach zickig. Wenn es nur um sie ginge würde dieses Buch von mir nur einen Stern bekommen. Da es aber zum Glück noch viele andere Figuren in diesem Roman gibt, ziehe ich für sie einfach einen Stern ab und erfreue mich an den anderen Charakteren und einem Buch, das durchaus gute Botschaften vermittelt.
Während wir von Willowdean nur lernen, wie man nicht mit seinen Mitmenschen umgehen sollte, lernen wir von ihrer besten Freundin El das Gegenteil. Sie unterstütz die Menschen um sie herum, steht zu ihrem Freund, auch wenn Menschen über sie lachen und hält auch zu Willowdean, selbst wenn sie wieder nur auf sich schaut.
Oder nehmen wir Bo, Willowdeans Beinahe-Freund, der uns zeigt das es nie zu spät ist eigene Fehler zu erkennen und offen damit umzugehen. Oder Mitch (den Footballspieler) der einfach nur versucht ein netter Kerl zu sein und zwischen so vielen Badboys eine angenehme Abwechselung ist.
In dieser Form könnte ich noch eine Weile weitermachen, da es viele tolle Figuren in dieser Geschichte gibt. Genaugenommen sogar alle ausser der Protagonistin. Deshalb mag ich dieses Buch, auch wenn ich Schönheitswettbewerbe unmöglich finde und texanisches Kleinstadtleben nicht mein Lieblingsthema ist. Ich kann euch nur raten es selber mal mit Dumplin zu probieren und dabei eher hinter die Kulissen zu schauen und sich nicht vom Vordergrund ablenken zu lassen.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Klassisches Schema mit exotischem Element

Clans of London, Band 1: Hexentochter
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Wer sich den Klappentext durchliest wird auf den ersten Blick nicht allzu viel neues entdecken können. Ein gewöhnliches Mädchen, zwei hübsche Jungs, eine neu entdeckte Superkraft (in diesem Fall die Hexerei) ...

Wer sich den Klappentext durchliest wird auf den ersten Blick nicht allzu viel neues entdecken können. Ein gewöhnliches Mädchen, zwei hübsche Jungs, eine neu entdeckte Superkraft (in diesem Fall die Hexerei) und jede menge Probleme.
Eine Geschichte wie man sie im Jugendbuchbereich immer häufiger findet.
Doch das schöne Cover hat mich gleich angesprochen. Und ja ich weiß, dass das oberflächlich ist. Trotzdem haben mich das Cover und die Tatsache das es sich mal nur! um einen Zweiteiler handelt angelacht, sodass ich es lesen wollte.

Bekommen habe ich dabei tatsächlich das ein oder andere Klischee, aber auch einige unerwartete Details, die mir sehr zugesagt haben. Beispielsweise das Vorkommen von Voodoozaubern und den damit verbunden Vorurteilen, die hier aber gleich widerlegt werden. Man bekommt zumindest eine grobe Idee wie Voodoo funktioniert und vielleicht schafft das Buch es ja, das ein paar Ängste bei Lesern genommen werden. Mich würde es freuen.
Ansonsten bleibt das Buch recht klassisch, wobei mir das Grundverständnis von Zauberei besonders gut gefallen hat. Würde Magie in der echten Welt existieren würde ich sie mir so oder ähnlich vorstellen.
Caroline als Protagonistin gefiel mir ganz gut. Sie bemüht sich fair zu ihren Mitmenschen zu sein, was in ihrem Fall nicht immer einfach ist und kämpft für sich ohne das ständig den Herren der Schöpfung zu überlassen. Sie gehört eher zu der toughen Sorte, was ich gerade in Jugendbüchern bevorzuge. Auch die restlichen Figuren gefallen mir gut, auch wenn manche noch sehr blass geblieben sind. Ich erhoffe mir in Band zwei noch deutlich mehr von den unterschiedlichen Magierclans zu erfahren.
Fazit:
Ich bin neugierig, wie es weitergeht und werde daher wohl auch Teil 2 lesen, wenn er erscheint.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Nicht so gut wie Teil 1

Und ein ganzes Jahr
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"Und ein ganzes Jahr" ist der zweite Teil eines Doppelromans. Band 1 ist dabei aus ihrer Sicht geschrieben, Band zwei aus seiner. Bei ihm und ihr handelt es sich um Allyson, eine junge eher schüchterne ...

"Und ein ganzes Jahr" ist der zweite Teil eines Doppelromans. Band 1 ist dabei aus ihrer Sicht geschrieben, Band zwei aus seiner. Bei ihm und ihr handelt es sich um Allyson, eine junge eher schüchterne Amerikanerin und Willem, einen beliebten Niederländer, die sich zufällig auf einer Reise begegnen. Sie verbringen nur einen gemeinsamen Tag in Paris, doch er sollte beide dauerhaft verändern.

Meinung:
Positiv bewerten möchte ich vor allem, das ich nach diesem Buch besser verstehe, warum Willem sich benimmt, wie er sich benimmt. Das war in Band 1 für mich nicht immer nachvollziehbar. Dieser Roman bringt mich ihm auf jeden Fall näher, was aber nicht immer gut ist. Leider ist Willem bei genauem hinsehen ein Typ der mir nicht wirklich gefallen will. Er benimmt sich immer wieder sehr oberflächlich, hat kein Gefühl für Verantwortung und auch keine Empathie für seine Mitmenschen. Wenn es schwierig wird, macht er sich aus dem Staub und lässt andere mit dem Schlamassel zurück. Doch natürlich ist auch nicht alles an ihm schlecht. Ich mag seine nahezu kindische Begeisterungsfähigkeit und seine verletzliche Seite, über die man in diesem Buch viel mehr erfährt als im ersten Teil. Auch mochte ich die Reisen an exotische Orte, die die Szenarie aufgelockert haben. Wie im ersten Band ist mir hier aber auch einiges zu konstruiert und ich vermisse das was wahrscheinlich jeder Leser gerne gesehen hätte - das eigentliche Ende, denn weiter als bei Teil 1 kommt man hier auch nicht. Wer also nur darauf wartet, kann sich dieses Buch getrost schenken.

Fazit:
Kann man machen, muss man aber nicht.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Ich liebe ihn einfach

Dry
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Seit Scythe spielt Neal Shusterman für mich in der obersten Liga, wenn es um Dystopien geht und ich kann ihn nur immer wieder empfehlen. Auch Dry hat mich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil denn das Szenario ...

Seit Scythe spielt Neal Shusterman für mich in der obersten Liga, wenn es um Dystopien geht und ich kann ihn nur immer wieder empfehlen. Auch Dry hat mich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil denn das Szenario ist noch deutlich realistischer als das seiner anderen Werke. Das Buch spielt in Kalifornien, wo die Bewohner eines Tages ein lebensechtes Horrorszenario erwartet – das Wasser versiegt. Aus den Hähnen kommt nichts mehr, die Flüsse führen kein Wasser und selbst die letzten Pools sind schon lange staubtrocken. Während sich manch ein Prepper auf eine solche Katastrophe vorbereitet hat, stehen die meisten Menschen unvorbereitet da. Unter ihnen die Jugendliche Alyssa, deren Geschichte wir mitverfolgen. Wir erleben den Kampf im Supermarkt um die letzten Flaschen und den schleichenden Untergang der Zivilisation, denn wenn ein Schluck über Leben und Tod entscheidet, ist sich jeder selbst der Nächste.

Meinung:
Neal Shusterman hat sich bei diesem Werk Unterstützung von seinem Sohn Jarrod geholt, die ich auf den ersten Blick kaum wahrgenommen habe. Es liest sich genauso gut wie seine anderen Werke und weicht stilistisch kaum ab. Als Besonderheit angetan haben es mir dieses Mal die „Snapshots“ (kurze Nachrichtenberichte über die Dürre und die derzeitige Lage in verschiedenen Bezirken Kaliforniens) die einen umfassenden Blick auf das Szenario und die Lage der Menschen gewährt haben. So konnte man wunderbar den Protagonisten folgen, ohne auf deren Perspektive beschränkt zu sein. Allgemein haben mir die wechselnden Erzähler gefallen, die den Leser näher an die einzelnen Figuren heranbringen. Für mich sorgen diese Wechsel für mehr Nachvollziehbarkeit der individuellen Handlungen.
Die Charaktere waren stimmig, aber nicht außergewöhnlich, sodass ich hier gar nicht groß auf sie eingehen möchte. Für mich sind sie nur Vermittler des wirklich spannenden Szenarios, das ja leider in Kalifornien und anderen Teilen der Welt nicht so unwahrscheinlich ist. Gerade deshalb finde ich es schön, das Shusterman mit seinem Buch auf diesen Umstand hinweist.

Fazit:
Hätte er es am Ende nicht etwas übertrieben mit der schönen heilen Welt, hätte auch dieses Buch von mir die volle Punktzahl erhalten. So muss ich ein halbes Pünktchen abziehen und spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Zu oberflächlich

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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Es geht in Witchmark, wie der Name schon vermuten lässt, um Hexen und Magier. Speziell um Dr. Miles Singer, der seine adelige Herkunft versteckt, um als Arzt in einem Veteranenhospital arbeiten zu können ...

Es geht in Witchmark, wie der Name schon vermuten lässt, um Hexen und Magier. Speziell um Dr. Miles Singer, der seine adelige Herkunft versteckt, um als Arzt in einem Veteranenhospital arbeiten zu können – denn eigentlich müsst er im Dienste seiner Familie stehen und ihnen helfen durch Magie das Wetter zu beherrschen. Doch Miles liebt seine Arbeit als Psychiater und tut sein bestes um ehemalige Soldaten von ihren Kriegstraumata zu befreien. Als eines Tages ein sterbender Patient ins Krankenhaus eingeliefert wird, der Miles verwirrende Geheimnisse anvertraut, gerät seine Welt ins Wanken. Miles droht als Hexe enttarnt zu werden (was schlimme Folgen für ihn hätte) und nicht nur er schwebt in Gefahr. Auch mit den ehemaligen Soldaten stimmt etwas nicht. Der Psychiater muss seine schützende Deckung verlassen und sich aufmachen, Rätsel zu lösen, die weit größere Kreise ziehen, als er erahnen kann.

Meinung:
Witchmark ist ein Fantasyroman, der mich vom Setting her an den 1. Weltkrieg erinnert. Es gibt zwar schon vereinzelt moderne Technologie wie Autos, viel passiert aber noch mit Kutschen oder Fahrrädern. Die Männer tragen noch Schnurrbart und die Reichen lassen sich beim Ankleiden helfen und von Hausmädchen bekochen.
Trotz so mancher Beschreibung fehlte mir beim Lesen allerdings ein wenig das Kopfkino. Die Szenerie blieb eher blass und ich habe auch nach dem Ende noch wenig bildliche Vorstellung von der Stadt, dem Krankenhaus usw. Ebenso bleibt mir die Magie, die die Autorin mit diesem Setting verwebt, eher fremd. Man gewinnt zwar einen Eindruck der Fähigkeiten der Magier, der bleibt für meinen Geschmack aber sehr oberflächlich. Schade eigentlich, da ich die Beeinflussung des Wetters und die Heilerfähigkeiten wirklich interessant fand. Hier hätte C.L. Polk gerne mehr Zeilen darauf verwenden können, die sie bei mancher Wiederholung an anderer Stelle hätte einsparen können.

Gut gefallen sowohl in Länge als auch in Intensität hat mir dagegen die Liebesgeschichte zwischen Miles und einem anderen Mann, über den ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten mag. Lasst euch überraschen Wer mit homosexuellen Liebespaaren nichts anfangen kann, sollte aber auf jeden Fall die Finger vom Buch lassen.
Allgemein waren die beiden Männer meine Lieblingsfiguren in diesem Roman, weil sie authentisch und nachvollziehbar rüber gekommen sind. Die restlichen Figuren blieben farblos und werden mir wohl nicht so lange im Gedächtnis bleiben.

Fazit: 3/5 ♥
Ich muss gestehen, dass ich mir mehr von diesem Buch erhofft hatte. Die Geschichte ist nett, aber bleibt zu oberflächlich.