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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2018

Solider Einstieg in eine Reihe mit Potzenial

Aschenputtel
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Inhalt:
Sommer in Schweden. Eine junge Frau fährt mit ihrer Tochter im Schnellzug nach Stockholm. Wegen eines unerwarteten Zwischenfalls muss der Zug kurz vor der Stadt halten. Die Mutter verlässt den ...

Inhalt:
Sommer in Schweden. Eine junge Frau fährt mit ihrer Tochter im Schnellzug nach Stockholm. Wegen eines unerwarteten Zwischenfalls muss der Zug kurz vor der Stadt halten. Die Mutter verlässt den Zug um zu telefonieren, doch als die das Bahngleis wieder betritt fährt der Zug schon auf und davon. Sie verständigt das Zugpersonal, das nach ihrer Tochter schauen soll, doch als der Schaffner in das Abteil tritt, fehlt von dem Mädchen jede Spur. Ein Albtraum beginnt, denn bald darauf verschwindet ein weiteres Kind spurlos. Kommisar Alex Recht und sein Team sehen sich einem schwierigen Fall auf Leben und Tod gegenüber.

Meinung:
Bei Aschenputtel bekommt man es mit einem klassischen Thriller mit nordischem Touch zu tun. Das Thema Kindesentführung liegt der Geschichte zu Grunde, bleibt aber nicht die einzige Straftat um die es sich dreht.

Auch wenn die Themen nicht immer ganz einfach sind, hatte ich nicht das Gefühl eines übermäßig blutigen Buches. Manchmal las es sicher sogar eher wie ein Krimi. Hier brauchen Leser also keine Angst vor einem Schocker zu haben. Langweilig ist das Buch trotzdem nicht. Die Geschichte ist spannend, auch wenn sich die Autorin zwischenzeitlich etwas verrennt und so unnötige Längen entstehen.

Die Protagonisten können mich überzeugen und besonders die Mischung aus zivilen Einsatzkräften und Polizisten mit jahrelanger Erfahrung ist mal was anderes. Die Konflikte durch unterschiedliche Ansätze werden deutlichen und zeigen auf, das es manchmal sinnvoll sein kann, wenn Ermittler aus verschiedenen Bereichen kommen. Trotz der gemischten Ansätze brauchen sie aber relativ lange, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Hier ahnt man als Leser schon früher worauf die Geschichte hinausläuft.

Fazit:
Gute Unterhaltung und solides Handwerk. Es besteht noch Verbesserungspotenzial, aber als Einstiegsband der Reihe auf jeden Fall gelungen.

Veröffentlicht am 10.02.2018

Schönes Jugendbuch, das wichtige Themen in Angriff nimmt

Zirkel
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In Zirkel dreht sich alles um eine Truppe junger Mädchen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie gehen zusammen zur Schule und können sich gegenseitig nicht ausstehen, das sind vermeintlich ihre ...

In Zirkel dreht sich alles um eine Truppe junger Mädchen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie gehen zusammen zur Schule und können sich gegenseitig nicht ausstehen, das sind vermeintlich ihre einzigen Gemeinsamkeiten. Doch das Schicksal führt sie zusammen, um gegen böse Mächte anzutreten. Werden sie sich überwinden können um gemeinsam zu kämpfen? Denn es geht nicht nur um das eigene Überleben.

Zirkel ist ein klassisches Jugendbuch. Der Kampf zwischen Gut und Böse mit Teenagern in der Hauptrolle. Soweit nichts Neues. Dieser Teil der Geschichte ist nicht ungewöhnlich, aber solide gemacht. Auch der Stil des Buches ist typisch für ein Jugendbuch und leicht und angenehm zu lesen.
Besonders heraus sticht aber etwas anderes.
Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen den verschiedenen Mädchen und lässt den Leser so wunderbar hinter die Kulissen schauen. Schnell stellt man fest, das Jede so ihre eigenen Probleme mit sich herumträgt und nicht alles so ist wie es scheint. Durch diese Sichtweise wird ein gutes Bild von den Herausforderungen dieses schwierigen Alters gezeigt, das sich auch Themen wie Mobbing, der ersten Liebe, Drogen etc. widmet. Gerade für junge Leser schafft es so Charaktere, in die man sich gut hineinversetzten kann und es bleibt nicht nur an der Oberfläche, wie manch anderes Buch in diesem Genre. Ein Aspekt der mir besonders gut gefallen hat.
Trotzdem fehlt mir noch der letzte Funke, um dem Buch die volle Punktzahl zu geben. So landet es im Endeffekt bei 4 von 5 Sternen.

Fazit:
Schöner Einstieg in eine vielversprechende Reihe.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Ein Klassiker mit Berg- und Talfahrt

Das Parfum
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Lange schon stand das Parfum in meinem Regal und wartete darauf gelesen zu werden. Irgendwie habe ich mich nie so richtig rangetraut. Nachdem ich es nun befreit habe, bin ich froh es gelesen zu haben. ...

Lange schon stand das Parfum in meinem Regal und wartete darauf gelesen zu werden. Irgendwie habe ich mich nie so richtig rangetraut. Nachdem ich es nun befreit habe, bin ich froh es gelesen zu haben. Es konnte mich nicht durchweg überzeugen, hatte aber definitiv eine ganz eigene Sogwirkung.

Diesbezüglich ähnelt das Buch seinem Protagonisten. Einem Mann der gleichermaßen faszinierend und abstoßend ist, der einerseits genial und im Gegensatz dazu völlig plump daherkommt. Trotz oder gerade wegen seiner Gegensätze ist er auf jeden Fall interessant. Allein die Tatsache, das er nicht sehend, sondern riechend durch die Welt läuft, unterscheidet ihn gewaltig von Anderen. Diese ungewohnte Perspektive umschreibt der Autor mal malerisch und poetisch, mal schonungslos und derb. Er dringt dabei Tief in die Seele seines Protagonisten ein und versucht so die Handlungen Grenouilles verständlicher zu machen. Sympathischer macht das den Hauptdarsteller nicht, denn er ist und bleibt ein Monster, aber es erzeugte bei mir ein Quäntchen Mitleid für den armen Teufel.

Genug aber nun von Grenouille, den man sowieso am besten selbst kennenlernt und zurück zum Inhalt.
Die Geschichte gliedert sich in vier Abschnitte von denen mir der Beginnn und Teil drei wirklich klasse gefallen haben. Mit dem zweiten und letzten Abschnitt hatte ich dagegen so meine Probleme. Im zweiten habe ich mich gelangweilt und im Finale war mir alles deutlich zu überzogen. Spätestens dort möchte ich zartbesaiteten von der Lektüre abraten. Allgemein sollte man für den Roman Nerven und eine gewisse Ekelresistenz mitbringen. Wenn man die nötigen Nerven allerdings besitzt, kann ich nur Jedem raten, diesen Klassiker einmal gelesen zu haben.

´Fazit:
Zu Recht ein so bekanntes Buch.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Der mit Abstand schwächste Band bisher

Magisterium
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Eigentlich sollte hier eine begeisterte Rezension über den neuen Teil einer meiner Lieblingsreihen stehen. Leider geht das bei diesem Band nicht, da die Autorinnen an allen Ecken gespart haben.
Allem voran ...

Eigentlich sollte hier eine begeisterte Rezension über den neuen Teil einer meiner Lieblingsreihen stehen. Leider geht das bei diesem Band nicht, da die Autorinnen an allen Ecken gespart haben.
Allem voran an der Seitenzahl. Auch wenn die Bände noch nie besonders lang waren, hat man diesmal das Gefühl mit einem halbfertigen Buch dazusitzen.
Auch an Spannung hat es überraschenderweise gemangelt, was sonst bei den Geschichten kein Problem darstellt. Die spannendsten Szenen wurden hier allerdings nur angerissen und zu einfach aufgelöst.
Hier fehlte es an wirklichem Einfallsreichtum und es wurde weitestgehend der einfachste, wenn auch nicht zwingend logischste Weg gewählt.
Das Flair, dieser Funken Magie, der mich sonst besonders überzeugen kann, ist diesesmal auch abhanden gekommen. Ich hoffe sehr das er sich zum Finale wieder einfindet.

Positives gibt es natürlich auch zu sagen. Es macht Spaß mit den liebgewonnenen Charakteren Abenteuer zu erleben, es liest sich wieder sehr angenehm leicht und die Geschichte steuert endlich aufs Finale zu.
Ich werte diesen Band jetzt einfach mal als Überbrückung vor dem großen Showdown.

Fazit:
Die Autorinnen haben sich mit diesem Band keinen großen Gefallen getan und als Fan der Reihe hoffe ich, das es sich nur um einen Ausrutscher handelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Lesespaß
  • Idee
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.02.2018

Toller Thriller mit Botschaft zum Nachdenken

Abgeschnitten
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Dieses Buch ist mehr als ein herkömmlicher Thriller.
Nicht das es der Geschichte an guten Thrillerelementen mangelt, nein sie ist spannend, gut inszeniert und verursacht Gänsehaut. Darüber hinaus zeigt ...

Dieses Buch ist mehr als ein herkömmlicher Thriller.
Nicht das es der Geschichte an guten Thrillerelementen mangelt, nein sie ist spannend, gut inszeniert und verursacht Gänsehaut. Darüber hinaus zeigt sie aber auch mit erhobenem Zeigefinger auf unser Justizsystem, in dem ein Steuersünden mehr zu befürchten hat, als ein Vergewaltiger oder Mörder. Traurig, aber leider keine Fiktion.
Gekonnt werden diese Mängel in einen temporeichen Fall eingebunden, in dem es den Rechtsmediziner persönlich trifft, da das Leben seiner Tochter auf Messers Schneide steht. Es beginnt eine Reise, die sich durchs halbe Land erstreckt und vor der düsteren Kulisse Helgolands ihren Höhepunkt erreicht.

Wie man es von Fitzek gewohnt ist, spielen besonders psychologische Tricks dabei eine große Rolle, auch wenn es zusätzlich eine Menge körperliche Gewalt gibt. Doch darum geht es im Grunde nur zweitrangig. Wichtiger ist das Täter zu Opfern werden und umgekehrt und warum sie handeln, wie sie handeln. Ich komme selbst aus der Justiz und muss dem Autorenduo leider beipflichten. Gerechtigkeit ist schwer herzustellen und ist nicht immer an der Tagesordnung.

Fazit:
Ein toller Thriller den man gelesen haben sollte. 4 1/2 Sterne gibt es von mir für ein fast perfektes Buch.