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Veröffentlicht am 05.05.2021

Toller Mix aus Thriller, Abenteuer und Love-Story, mit jeder Menge Glamour

Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind?
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Die Studentin Cara ist an einem berühmten britischen Elite-College angenommen worden und sucht verzweifelt nach einer günstigen Unterkunft. Sie kann sich nur mithilfe von Gelegenheitsjobs über Wasser halten. ...

Die Studentin Cara ist an einem berühmten britischen Elite-College angenommen worden und sucht verzweifelt nach einer günstigen Unterkunft. Sie kann sich nur mithilfe von Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Als die Ravens, eine ebenso exklusive wie mysteriöse Studentenverbindung, ihr ein Zimmer in ihrem Wohnheim anbieten, nimmt sie das Angebot erleichtert an. Was sie zunächst nicht weiß: die Aufnahme in die Verbindung ist an ein Aufnahmeritual geknüpft. Cara muss auf drei aufeinander folgenden Verbindungsbällen mit einem unbekannten Partner aus einer anderen Verbindung ein Paar spielen. Gemeinsam muss das zusammengestellte „Match“ anspruchsvolle Aufgaben lösen, um in die jeweilige Verbindung aufgenommen zu werden. Im Laufe der Zeit stellt sich Cara immer mehr die Frage, welche Ziele die Verbindung verfolgt und wem sie eigentlich in ihrem Umfeld trauen kann. Warum warnt ihre beste Freundin sie so eindringlich vor den Ravens? Und was hat es mit der verschwundenen Raven-Anwärterin Beverly auf sich?

Die Story von „Matching Night“ ist raffiniert gestrickt und nimmt sehr schnell an Fahrt auf. Spannend für Cara und für den Leser ist zunächst einmal der Auswahlprozess des Matches. Es macht Spaß, die abenteuerlichen und aufregenden Prüfungen mitzuverfolgen, die Cara und ihr Partner im Anschluss absolvieren müssen. Dabei wechselt die Autorin mit Leichtigkeit von einem Genre ins andere. Nervenaufreibende Passagen wechseln sich mit der Beschreibung der glamourösen, fast märchenhaften Verbindungsbälle ab. Man taucht gerne ein in die luxuriöse Welt der Ravens. Kaum entwickelt sich eine Liebesgeschichte, schleichen sich fast schon thrillerhafte Aspekte mit ein. Das fand ich an der Story überraschend und das hat mir sehr gut gefallen. Über allem jedoch schwebt die Frage: Was geht hier eigentlich vor sich? Und wem kann Cara wirklich trauen?

So ziemlich jede wichtige Figur hat ein Geheimnis, das sie nicht preisgeben will. Die Protagonistin Cara ist eine positive, impulsive Figur, die um die Finanzierung ihres Studiums kämpft und bei der in Liebesdingen das Herz den Verstand zum Teil sehr erfolgreich ausschaltet. Ihr Schwanken zwischen zwei Jungs wird nachvollziehbar erzählt. Ihr Geheimnis ist ihre traumatische letzte Beziehung, die sie in ihrem Handeln immer noch beeinflusst, die aber weitgehend im Dunkeln bleibt.

Caras beste Freundin Hannah recherchiert an einem Artikel für die Studentenzeitung über die Verbindung der Ravens. Sie scheint über wichtige und brisante Informationen zu verfügen, die sie aber nicht weitergeben kann und will. Sie warnt Cara mehrfach vor den Ravens und auch vor Taylor, Caras bestem Freund. Taylor ist ein echter Womanizer, der mit Cara zwar heftig flirtet, aber in schwierigen Situationen immer für sie da ist. Warum aber bezeichnet ihn Hannah als gefährlich? Josh ist eine interessante Figur. Er ist der Sohn der amerikanischen Präsidentin. Wenn er sich nicht hinter die Fassade des arroganten Präsidentensohns zurückzieht, ist er rücksichtsvoll und hilfsbereit. Warum spielt er diese Rolle gegenüber Cara? Und warum setzt er alles daran, in eine Verbindung aufgenommen zu werden?

Ohne Klischees kommt auch diese College-Geschichte leider nicht aus. Natürlich gibt es im Figuren-Arsenal die intrigante Zicke, die gemein zu Protagonistin ist, ohne dass es einen konkreten Grund dafür gibt. Die männlichen Helden, die dem Herz von Cara gefährlich werden können, werden beide als äußerst attraktiv und selbstbewusst geschildert. Ich würde mir männliche Protagonisten für eine solche Geschichte wünschen, die vor allem mit anderen Eigenschaften punkten können.

Zum Schluss von „Matching-Night“ gibt es eine sehr überraschende Wendung, die die Story in einem ganz neuen Licht zeigt. Selbstverständlich hat die Autorin einen fiesen Cliffhanger mit eingebaut, aber zum Glück gibt es schon den zweiten Band.

Fazit:
„Matching Night“ ist ein rundum gelungener Mix aus Thriller, Abenteuergeschichte, Lovestory und jeder Menge Glamour. Sehr gefallen hat mir, dass der Leser nie genau weiß, wie die Figuren und Situationen einzuschätzen sind. Jede der Hauptfiguren hat ein Geheimnis. Niemandem kann man wirklich trauen. Eine völlig überraschende Wendung am Ende der Geschichte ist ein gelungener Schachzug der Autorin und macht extrem neugierig auf den zweiten Band.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

Spannende, bewegende Geschichte, deren Potenzial nicht voll ausgeschöpft wird

The Story of a Love Song
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Die 25-jährige Luca hat eine schwere Angststörung seit sie bei einem Pop-Konzert nur durch einen Zufall eine Brandkatastrophe überlebt hat. Seitdem ist nichts mehr in ihrem Leben wie zuvor. Luca, die sich ...

Die 25-jährige Luca hat eine schwere Angststörung seit sie bei einem Pop-Konzert nur durch einen Zufall eine Brandkatastrophe überlebt hat. Seitdem ist nichts mehr in ihrem Leben wie zuvor. Luca, die sich von der Welt zurückgezogen hat, erhält auf Umwegen einen Brief ihres (ehemaligen) Brieffreunds Griffin und der hat es in sich. Griffin ist enttäuscht und wütend, weil seine vertraute Brieffreundin den Briefkontakt vor Jahren einfach abgebrochen hat und bringt das sehr deutlich zum Ausdruck. Er weiß nicht, was Luca in der Zwischenzeit passiert ist und auch Luca hat keine Ahnung davon, dass Griffin zu einem erfolgreichen Rockstar geworden ist. Luca erkennt, dass sie ihren Freund durch den Kontaktabbruch tief verletzt und in einer schweren Lebensphase im Stich gelassen hat. Sie beschließt, ihm zu antworten. Es entsteht schnell wieder eine enge Freundschaft, bei der sich Luca und Griffin per Brief persönlichste Dinge anvertrauen. Luca will Griffin nach all den Jahren endlich persönlich kennenlernen und macht sich trotz großer Ängste auf den Weg nach Kalifornien, um Griffin zu suchen, ahnt aber immer noch nicht, dass Griffin der Sänger einer der bekanntesten Bands der Welt ist.

Die Grundidee der Geschichte um Luca und Griffin ist sehr interessant und außergewöhnlich. Nach einem starken Anfang folgt eine unterhaltsame, spannende Story, die nicht völlig überraschend abläuft, den Leser aber an vielen Stellen packt.

Die Story beginnt mit einem Briefwechsel zwischen den beiden Protagonisten. Über die Briefe erfährt der Leser viel über die Charaktere der Figuren, ihre Gemeinsamkeiten und die Beziehung zueinander. Sie sind voller witziger Ideen und in stilistischer Hinsicht ein Highlight des Romans. Schön ist es, Luca und Griffin über ihren Briefwechsel aus verschieden Lebensjahren quasi beim Erwachsenwerden beobachten zu können.

Spannend wird die Geschichte als Luca nach vielen Jahren ihren ersten Brief an Griffin schreibt. Wird Griffin antworten? Wie wird er reagieren? Auch auf das erste Zusammentreffen von Luca und Griffin fiebert man als Leser hin. Allerdings fällt es weit weniger magisch aus, als ich es erwartet hatte. Und noch etwas anderes passiert während dieses ersten Treffens: Die Freundschaft von Luca und Griffin gerät ganz leicht in eine Schieflage. Luca ist eine Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt - trotz aller Schwierigkeiten mit ihrer Angststörung. Sie ist New-York-Times-Bestseller-Autorin und in ihren Briefen komplett auf Augenhöhe mit Griffin. Durch einen missglückten Scherz von Griffin ist sie beim ersten Treffen geschockt, kurz vor einer Panik und wird von Griffin quasi aus der Situation gerettet. Ab dieser Szene wirkt Luca häufig eher defensiv und Griffin sehr selbstsicher, Rockstar-mäßig. Das fand ich etwas schade.

Griffin und Luca werden ein Paar. Wie es zu erwarten war, ist die Beziehung der beiden Figuren allerdings mit Problemen behaftet. Luca erlebt während einer Reise mit Griffin zwei für sie traumatische Situationen und erleidet dabei heftige Panikattacken. Wie sehr Luca diese Situationen mitnehmen, wird aus der Sicht von Griffin erzählt. Besser hätte ich es gefunden, wenn Luca ihre Gefühle aus ihrer eigenen Perspektive geschildert hätte. Dass die Erlebnisse schlimm für sie waren, kann man sich vorstellen. Dass Luca aufgrund dieser Panikattacken die Entscheidung trifft, sich von Griffin zu trennen, war für mich nicht so richtig nachvollziehbar.

Mehr Einblick bekommt man in das Gefühlsleben von Griffin, der unter der Trennung von Luca enorm leidet. Mit ihm konnte ich wirklich mitfühlen. Seine Verlustängste sind spürbar, Lucas Gefühle nicht so sehr. An dieser und auch an anderen Stellen zeigt sich, dass man aus der Geschichte noch mehr hätte machen können. Es gibt zwar einige schöne, emotionale Szenen im Buch, aber richtige Gänsehautmomente waren eher selten. Auch aus der Rockstar-Thematik hätte man mehr machen können. Man erlebt Griffin nicht wirklich als Musiker, der die Menschen verzaubert. Das hätte der Figur aber noch mehr Faszination verliehen. Ich hätte mir eine Szene gewünscht, bei der Luca Griffin live erleben kann.

Der Schluss im Epilog ist zwar etwas klischeehaft ausgefallen, aber dass ganz am Ende der Story der vor vielen Jahren geschriebene erste Brief der kleinen Luca an Griffin steht, war eine sehr schöne Idee.

Sowohl Luca als auch Griffin sind interessante, gut ausgearbeitete Figuren. Luca ist klug, witzig, in ihren Briefen selbstironisch und als Schriftstellerin erfolgreich, hat aber diese Angststörung, die sie in ihrem Leben enorm einschränkt. So lebt sie von anderen Menschen völlig abgeschieden alleine mit ihrem Hausschwein. Der einzige soziale Kontakt von Luca ist ihr Psychiater Dr. Maxwell. Der „Doc“ ist eine liebenswert schrullige, warmherzige Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Griffin ist eine vielschichtige Persönlichkeit. In seinen Briefen zeigt er sich als ein tiefgründiger, verletzlicher Mensch mit einem schrägen Humor. Dass er dazu noch gefeierter Rock-Musiker ist, macht ihn zu einer besonderen Figur. Die Konstellation aus beiden Figuren bietet viele Möglichkeiten für eine emotionale, mitreißende Story.

Fazit: „The Story of a Love Song“ ist eine spannende, teilweise auch bewegende Geschichte mit einer tollen Grundidee. Die Figuren sind interessant angelegt und bieten viel Potenzial für eine besondere Story mit Tiefgang, das allerdings nicht voll ausgeschöpft wurde. Auch wenn „The Story of a Love Song“ etwas hinter meinen hohen Erwartungen zurückgeblieben ist, enthält sie viele schöne Ideen, nicht zuletzt den zum Teil sehr originellen Briefwechsel zwischen den Protagonisten.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 07.02.2021

Spannend und voller überraschender Wendungen

Cronos Cube 3
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Cronos Cube 3 schließt nahtlos an die Handlung von Teil 2 der Story an. Zack muss nach drei Monaten Isolationshaft in das Straflager Gundremmingen, wo er zu Aufräumarbeiten im radioaktiv verseuchten Müll ...

Cronos Cube 3 schließt nahtlos an die Handlung von Teil 2 der Story an. Zack muss nach drei Monaten Isolationshaft in das Straflager Gundremmingen, wo er zu Aufräumarbeiten im radioaktiv verseuchten Müll eingesetzt wird. Die staatliche Überwachungsorganisation META bezichtigt ihn, der Terrorist Orion zu sein, der im Internet Videos von Anschlägen postet. Doch Zack weiß, dass die Videos von seinem Freund Lachlan stammen. Lachlan soll unter Einfluss der von der Turmgesellschaft eingesetzten Mind-Control-Waffe Erion zum Chaosbringer werden. Zack bekommt von unerwarteter Seite Unterstützung und setzt nun alles dran, Lachlan aus dem Einfluss der Sekte zu befreien.

Mit Cronos Cube hat Thekla Kraußeneck eine Jugendbuchreihe aus dem Bereich Sci-Fi-Gaming vorgelegt, die ihresgleichen sucht, was Spannung, Komplexität und Überraschungseffekte anbelangt. Wer Cronos Cube 3 lesen möchte, sollte unbedingt vorher auch die Bände 1 und 2 gelesen haben, um ein Gefühl für die Figuren und die außergewöhnliche Geschichte und die Raffinesse der zahlreichen Wendungen der Handlung zu bekommen.

Cronos Cube 3 ist deutlich düsterer und politischer als die beiden Vorgängerbände. Das Verspielte, Bunte, Märchenhafte aus der Cronos Welt gibt es fast gar nicht mehr. Es überwiegen die dunklen Aspekte wie die Schilderung des Gefängnisses in Celladom. Aber auch in der realen Welt geht es ganz schön zur Sache. Was Zack passiert, seine Inhaftierung und der Abtransport ins Straflager, die brutalen Methoden der Turmgesellschaft, wie der Mordversuch an Morris, sind keine leichte Kost. Das Lesealter sollte daher aus meiner Sicht auch erst mit 16 Jahren beginnen und nicht mit 14 Jahren, wie vom Verlag empfohlen.

Die Geschichte wird in einem hohem Tempo und enorm spannungsreich erzählt. Auch in dieser Hinsicht hat die Autorin im Vergleich zu den ersten Bänden einen Zahn zugelegt. Der Leser hat immer nur kurz Zeit, in etwas ruhigeren Sequenzen Luft zu holen. Die in sich logischen und perfekt vorbereiteten Twists, die sowohl auf den Fortgang der Geschichte, aber auch auf die Motivationen und Handlungsweisen der Figuren bezogen sind, lassen den Leser staunen. Die Story ist wie ein Puzzle, dass sich aus enorm vielen Teilen Stück für Stück zusammensetzt und ein völlig unerwartetes Bild ergibt. Man bekommt in Band 3 von Cronos Cube einen neuen Eindruck von den Mitgliedern und Zielen der Turmgesellschaft, einer Sekte, die sich aufschwingt, mit übelsten Mitteln die Kontrolle über die Menschheit zu erlangen.

Zentrales Thema ist der freie Wille des Menschen, der in Cronos 3 mehreren Figuren durch Manipulation und Gehirnwäsche komplett genommen wird. Das hat sich in den Vorgängerbänden schon angedeutet, durch die Mind-Control-Waffe Erion, die aber bei Weitem nicht die einzige Methode der Manipulation in der Story bleibt. Inwieweit sich einzelne Figuren dieser Gehirnwäsche entziehen können, ist interessant zu beobachten.

Beeindruckend, für den Leser aber auch eine Herausforderung, ist der Detailreichtum der Geschichte. Beide Welten, Cronos und die reale Welt, sind unglaublich gut recherchiert und durchdacht. Einige Fragen bleiben allerdings offen, z.B. warum Melpo, die viel länger der Strahlenbelastung in ihrem Elternhaus ausgesetzt war als Zack, offensichtlich nicht an der Strahlenkrankheit leidet, oder aus welchen Gründen Lachlans Freund Morris gerettet wurde. Ich bin mir allerdings sicher, dass sich diese Fragen im vierten Band klären werden.

Obwohl klar ersichtlich ist, dass die Autorin alle noch so kleinen Handlungsstränge der Geschichte komplett im Griff hat, war die Story für mich persönlich an einigen Stellen etwas zu detailreich. Tatsächlich musste ich manchmal zurückblättern, um manche Handlungsaspekte oder Personen noch einmal nachzuschlagen. Auch die Kampfhandlungen waren zwar sehr spannend, aber für meinen Geschmack manchmal zu ausführlich geschildert.

Die Figuren in Cronos Cube sind vielschichtig, schillernd, werden mit all ihren Eigenheiten dargestellt und lassen sich zum Teil gar keiner Gut-Böse-Kategorie zuordnen. Das macht die Geschichte sehr interessant. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass die Figuren in mehreren Fällen manipuliert werden und gegen eigene Einstellungen handeln. Das sorgt für unglaubliche Aha-Effekte und Wendungen, nach dem Motto: „Trau keinem – nicht mal dir selbst“, führte bei mir aber auch dazu, dass ich mit den meisten Figuren nicht so richtig warm werden konnte.

Eine Figur, die sich mir am meisten erschlossen hat, mit der ich mitgefiebert und mitgelitten habe, die auch eine deutliche Entwicklung zum Positiven erfährt, stirbt zum Schluss. Das war zwar folgerichtig und zu erwarten, hat mich aber trotzdem etwas enttäuscht, auch wenn sich ein „Weiterleben“ in der virtuellen Welt von Cronos andeutet. Auf die Fortsetzung der Reihe bin ich auf alle Fälle sehr gespannt.

Fazit:
Cronos Cube 3 ist eine unglaublich gut durchdachte, facettenreiche und außergewöhnliche Story, voller unerwarteter Wendungen, spannender Momente und hervorragend recherchierter Details. Die Handlung ist düsterer, aber auch raffinierter als die der beiden Vorgängerbände.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2021

Tolle Urban-Fantasy-Geschichte mit viel Action und Romantik

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
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Die 17-jährige Emilia liebt mathematische Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das berühmte Voynich-Manuskript ohne Probleme lesen kann, spürt sie, dass gerade etwas Besonderes geschieht. Das Manuskript ...

Die 17-jährige Emilia liebt mathematische Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das berühmte Voynich-Manuskript ohne Probleme lesen kann, spürt sie, dass gerade etwas Besonderes geschieht. Das Manuskript gilt als nicht entschlüsselbar und als ein großes Geheimnis der Menschheit. Sie trifft kurz darauf auf den düsteren und geheimnisvollen Ben, der sie aus einer schwierigen Situation rettet. Emilia ist eine Silberalchemistin und verfügt über besondere Fähigkeiten, erfährt sie von Ben. Sie muss bald erkennen, dass sie ins Kreuzfeuer rivalisierender Geheimorden geraten ist, die sich ihre Begabungen zunutze machen wollen. Mit dem Goldalchemisten Ben als Beschützer an ihrer Seite gerät sie in ein Abenteuer, das ihr Leben komplett verändert.

Kira Licht präsentiert mit „Kaleidra“ eine ebenso mitreißende wie dicht gewobene, handlungsreiche Geschichte, deren Fäden die Autorin allerdings immer fest in den Händen hält. Emilia wird genauso wie der Leser unvorbereitet mit der Welt der Alchemisten konfrontiert und muss sich hier erst zurechtfinden. Die Autorin breitet den Aufbau der geheimnisvollen Logen der Silber-, Gold- und Quecksilberalchemisten Schritt für Schritt vor dem Leser aus. Dabei zeigt sich eine vielschichtige Welt voll von uralten Feindschaften und Allianzen, von magischen Artefakten und von Mitgliedern mit besonderen Fähigkeiten. Alchemisten können, je nach Ordenszugehörigkeit, bestimmte chemische Elemente nutzen und im Kampf einsetzen, was in der Geschichte des Öfteren recht spektakulär geschieht. Dass die Alchemisten wie eine Mischung aus dem hochmodernen Geheimdienst MI6 und einem mittelalterlichen Geheimorden wirken, macht die Story besonders reizvoll.

Emilia wird vom Orden der Goldalchemisten gebeten, für sie das komplette Voynich-Manuskript zu entschlüsseln, weil sie der einzige Mensch ist, der es lesen kann. Doch dabei bleibt es nicht. Das Manuskript enthält Hinweise, wo die Bausteine für das Wasser des Lebens zu finden sind. Emilia und Ben begeben sich in mehreren Zeitreisen zu verschiedene Orten der Erde, um die Bausteine zu bergen. Die einzelnen Missionen sind zwar knapp, aber äußerst spannend erzählt und erinnern in ihrem Setting zum Teil an die Indiana-Jones Filme. Die ohnehin schon spannenden Szenen bekommen noch einen besonderen Kick, weil der Orden der als hinterhältig und bösartig geschilderten Quecksilber-Alchemisten Emilia und Ben verfolgen. Natürlich lässt es sich die Autorin nicht entgehen, bei einer der Missionen ein alchemistisches Kampf-Feuerwerk zu entzünden. Eine überraschende Wendung am Ende des Buches sorgen für einen Cliffhanger, der sehr neugierig auf den zweiten Band von „Kaleidra“ macht.

Trotz aller Action lässt die Autorin noch Raum für eine romantische Liebesgeschichte. Diese Story gewinnt ihren Reiz daraus, dass Ben fast schon unsympathisch wirkt, mit seinem schroffen, überheblichen Befehlston Emilia gegenüber. Erst im Laufe der Geschichte entdeckt Emilia, dass hinter diesem Verhalten noch deutlich mehr steckt. Lange Zeit bleibt offen, wie Ben denn nun wirklich zu Emilia steht. Der Leser rätselt, genauso wie Emilia, wie Bens kryptische Andeutungen zu verstehen sind. Der wohl schönste Moment dieser offenen, schwebenden Liebesstory ist der „Beweis“ von Ben, dass er lügen kann. Sein absolut romantisches Liebesgeständnis macht er sofort zunichte, indem er es als Lüge kennzeichnet. Dass es Mitgliedern des Silber- und des Goldordens strengstens verboten ist, als Paar zusammen zu sein, erhöht den Romantikfaktor neben Bens schwer einzuschätzendem Verhalten noch zusätzlich.

Sehr viel Wert legt die Autorin auf eine Ausarbeitung ihrer Figuren. Emilia ist mit ihrer Vorliebe für Mathematik und Naturwissenschaften, ihrem impulsiven Wesen und natürlich ihrer besonderen Fähigkeit der Entschlüsselung von Strukturen und Codes eine interessante Hauptfigur. Sie ist schlagfertig, witzig, mutig und lässt sich vom machohaften Verhalten Bens kein bisschen einschüchtern. Erst im Verlauf der Geschichte zeigen sich alle Facetten der Figur des Ben, die sich deutlich vom Bad-Boy-Grundmuster abheben. Hinter seinem verschlossenen, abweisenden Verhalten, verbirgt sich ein verantwortungsbewusster, ernsthafter und absolut zuverlässiger Mensch, ein echter Beschützer. Interessant ist bei der Figur, dass Ben sowohl Kampfmaschine als auch hochgebildeter Adliger ist. Wie sich der schroffe Ben langsam, aber stetig der fröhlichen, impulsiven Emilia gegenüber öffnet, ist differenziert und romantisch erzählt.

Fazit:
Kaleidra ist eine spannende Geschichte voller Action mit einer sehr romantischen Liebesstory. Hinzu kommt die Schilderung der wirklich interessanten, gut durchdachten Welt der Alchemisten. Diese Kombination macht das Buch zu einem tollen Fantasy-Schmöker und einer Leseempfehlung für alle Romantasy-Fans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2020

Tolle Grundidee, enttäuschendes Ende

Love Show
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Die 17-jährige Ray verbringt schon ihr ganzes Leben auf einer kleinen Insel vor Neuseeland und ist mit sich und der Welt im Reinen. Was sie nicht weiß: Sie ist Teil einer großen, inszenierten Fernsehshow ...

Die 17-jährige Ray verbringt schon ihr ganzes Leben auf einer kleinen Insel vor Neuseeland und ist mit sich und der Welt im Reinen. Was sie nicht weiß: Sie ist Teil einer großen, inszenierten Fernsehshow und steht unter ständiger Beobachtung von Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt. Als sie sich gegenüber ihrem besten Freund Noah nicht so verhält, wie die Macher der Show es geplant hatten, wird ein junger Schauspieler in ihre vermeintliche Realität eingeschleust. Er soll dafür sorgen, dass Ray sich vor laufender Kamera in ihn verliebt. Der Plan geht auf. Aber was ist von dieser Liebe zu halten? Was passiert, wenn Ray herausfindet, dass ihr Leben ein Fake ist?

Der Plot der Geschichte ist einfallsreich und spannend, auch wenn er an den Film „Truman Show“ erinnert. Der Leser taucht zunächst in die detailliert und bilderreich geschilderte Inselwelt von Aroha Island ein, was wirklich Spaß macht. Schnell entwickelt sich ein Spannungsbogen, als Ray in Noahs Garten ein Kabel und eine versteckte Kamera findet. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich dem Leser die Frage: Was wird passieren, wenn Ray erkennt, dass ihr Leben auf einer großen Lüge basiert? Als auch noch der junge Schauspieler Liam auf den Plan tritt, entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Aber auch Rays Jugendfreund Noah, mit dem sie aufgewachsen ist und dem sie sich tief verbunden fühlt, ist sichtlich in Ray verliebt. Es bleibt auch in Bezug auf diesen Handlungsstrang spannend, weil sich Ray sowohl zu Noah als auch zu Liam hingezogen fühlt. Wie wird sich Ray entscheiden?

Deutlich herausgearbeitet ist der Kontrast zwischen der zynischen, menschenverachten Welt der Fernsehshow und dem beschaulichen Inselleben auf Aroha Island. Die Passagen, die sich im Fernsehstudio abspielen, sind optisch gekennzeichnet und unterscheiden sich in Sprache und Ton deutlich vom Rest der Geschichte.

Die Hauptfiguren sind von der Autorin gut durchdacht worden. Ray ist mit der Natur und den Bewohnern der Insel sehr verbunden. Sie ist offen und freundlich, kann ihre Interessen aber trotzdem gut wahren und sich behaupten. Dabei ist sie kein bisschen zynisch und wirkt dadurch an manchen Stellen etwas naiv, was sich mit ihrer Weltunterfahrenheit erklären lässt. Obwohl Noah der impulsive, ungebändigte Charakter in der Geschichte ist, sind sich die Beiden in ihrer Liebe zur Insel doch sehr ähnlich. Liam, der einen ganz anderen Erfahrungshintergrund hat, hebt sich deutlich von Noah und Ray ab. Es lässt sich gut nachvollziehen, dass das Fremde an ihm auf Ray anziehend wirkt. Liebevoll gezeichnet sind Figuren, wie die Lehrerin Otti, mit ihren mit viel gutem Willen hergestellten, aber schier ungenießbaren Suppen und Smoothies. Sehr klischeehaft hingegen fällt Mr. X aus, der den Gegenpol zu Ray und Noah bildet und in seinen Eigenschaften sehr eindimensional böse ausgefallen ist.

+Achtung Spoiler+
Während die Geschichte noch in der ersten Hälfte einen interessanten Plot vorweist und spannende Fragen aufwirft, hätte ich mir für die zweite Hälfte mehr Informationen und Tiefe gewünscht. Unklar bleiben manche Lebensumstände von Ray, z.B. wie viel sie von der Außenwelt weiß und vor allem inwieweit sie Medien nutzen kann. Die Erschütterung von Ray, als sie entdeckt, dass ihr Leben nur ein Fake ist, wird zwar angesprochen, aber sie ist nicht so geschildert, dass man richtig mitfühlen kann. Ihr Abschied von der Insel und damit von ihrer Lebensperspektive wird kaum erwähnt. Der endgültige Abschied von ihrer wohl wichtigsten Bezugsperson, von ihrem Ziehvater Jim, wird eher nebenbei erzählt.

Das Ende der Geschichte hat mich persönlich richtig enttäuscht. Eine der Hauptfragen, für welchen der beiden Jungs sich Ray nun entscheidet, wird nicht beantwortet. Dass sich am Schluss Mr. X als jemand erweist, der einen kaltblütigen Mehrfachmord plant, und für Einschaltquoten über Leichen geht, war mir des Bösen zu viel. Auch dass die Insel Aroha und damit das Filmset durch einen Tsunami auf einen Schwupps verschwindet, löst zwar ziemlich viele Probleme in der Story, lässt den Leser aber etwas ratlos zurück. Ich hätte mir ein differenzierteres Ende gewünscht, das eine Auseinandersetzung von Ray mit den Menschen enthält, die ihr etwas vorgespielt haben. Das offene Ende war mir deutlich zu offen. Ich hätte gerne gewusst, und wenn auch nur in Ansätzen, wie Ray es schafft, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine Lebensperspektive in der realen Welt zu finden.

Fazit:
„Love Show“ verfügt über eine wirklich tolle Grundidee. Man taucht in die inszenierte Welt der Protagonistin Ray ein und verfolgt mit Spannung den Verlauf der Geschichte. Das Ende der Story ist leider enttäuschend, da zu viele Fragen offen bleiben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere