Cosy Crime mit Biss – ein vorsichtiges Kennenlernen mit Agatha Raisin
Agatha Raisin und die tote TherapeutinAgatha Raisin und die tote Therapeutin ist bereits der sechsundzwanzigste Band der beliebten Cosy-Crime-Reihe von M. C. Beaton, die nach dem Tod der Autorin weiter große Fangemeinden begeistert. Schon ...
Agatha Raisin und die tote Therapeutin ist bereits der sechsundzwanzigste Band der beliebten Cosy-Crime-Reihe von M. C. Beaton, die nach dem Tod der Autorin weiter große Fangemeinden begeistert. Schon das Cover vermittelt mit seiner ruhigen, ländlichen Szenerie den trügerischen Frieden des kleinen englischen Dorfes Carsely in den Cotswolds.
Für mich war es der erste Roman mit Agatha Raisin, was den Einstieg für mich stellenweise etwas herausfordernd gemacht hat. Agatha ist eine sehr eigenwillige Figur: impulsiv, direkt und nicht selten übergriffig – gleichzeitig aber clever, ehrgeizig und loyal gegenüber den Menschen, die ihr nahestehen. Besonders ihr Hang dazu, Situationen emotional aufzubauschen, sorgt immer wieder für amüsante Momente, verlangt Neulingen wie mir jedoch auch etwas Geduld ab.
Ausgangspunkt der Handlung ist eine neu ins Dorf gezogene Therapeutin, die mit zweifelhaften Methoden und unangenehmem Gerede schnell für Unruhe sorgt. Als sie ermordet wird, rückt Agatha selbst ins Zentrum der Ermittlungen. Die Geschichte nimmt daraufhin rasch Fahrt auf: Es kommt zu weiteren Gewalttaten, Verdächtigungen wechseln häufig, und Agatha gerät mehrfach in gefährliche Situationen. Unterstützt wird sie dabei von vertrauten Personen aus ihrem Umfeld.
Die Handlung ist sehr temporeich, teilweise fast überladen. Die Anzahl der Morde war mir persönlich stellenweise zu hoch, und nicht jede Entwicklung wirkte für mich ganz schlüssig. Dennoch bleibt die Geschichte sehr unterhaltsam, lebt von überraschenden Wendungen und vom typischen britischen Humor, der besonders im dörflichen Miteinander, dem Tratsch und den zwischenmenschlichen Spannungen zum Tragen kommt.
Insgesamt war es für mich kein riesengroßes Highlight, aber eine angenehme und sehr kurzweilige Lektüre. Trotz kleiner Kritikpunkte hat der Roman mein Interesse an der Reihe geweckt – vor allem, weil Agatha Raisin mit all ihren Macken eine ungewöhnliche, aber einprägsame Ermittlerin ist, der man gern noch einmal begegnen möchte.