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Veröffentlicht am 23.07.2019

Tolle Grundidee, die mich aber furchtbar in der Umsetzung enttäuscht!

Licht und Schatten
1

Inhaltserzählung:
Mein Name ist Aren und meine Geschichte ist deine Geschichte ist unsere Geschichte. Sie ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse. Sobald ich diese Geschichte beendet habe, wird es ...

Inhaltserzählung:
Mein Name ist Aren und meine Geschichte ist deine Geschichte ist unsere Geschichte. Sie ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse. Sobald ich diese Geschichte beendet habe, wird es ab meine Haustür klopfen. Ich werde sie öffnen und der Kampf zwischen Gut und Böse wird sein Ende finden. Vor meiner Tür wird kein Engel stehen, es wird auch kein Prophet sein, kein Zauberer oder Bote des Himmels. Es wird jemand sein, den du auf den nächsten Seiten näher kennenlernen wirst. Aus diesem Grund nimmt diese ihren Anfang auch nicht im Jetzt. Sie beginnt vor langer Zeit mit der Geburt der ersten reinen Seele, die uns schon damals Frieden gebracht hätte, wäre ihr Dasein nicht so schnell im Keim erstickt worden. Und die erste Geburt beginnt und endet mit dem Tod.
(Seite 7/8)

„Die Geschichte dieser Welt beginnt damit, dass wir Schwestern auf diesen Planeten kamen. Und mit wir meine ich nicht nur Eka, Riva, deine Mutter oder mich. Lass mich der Reihe nach erzählen und mit unserer Ankunft beginnen – wir waren die Dreiundzwanzig Mütter und wir kamen vor sieben Millionen Jahren auf diese Erde. Jede der Dreiundzwanzig Mütter vertritt ihre eigenen Lehren und diese Lehren begannen wir, mit den Menschen zu teilen.“ (Seite 116 und 119)

Der Name der Mutter war Yrma, der Name des Vaters Solomon, und ehe die Sonne an diesem Morgen neu entzündet werden konnte, war ein Kind zur Welt gekommen und sein Name sollte Vida sein. Und genau da beginnt unsere Geschichte. Es war ein eiskalter Wintertag im Jahre 1704. (Seite 17)

Die Schwestern verließen Sankt Petersburg an demselben Tag, an dem sie die Nachricht von Yrmas Tod erreichte. Sie traten die weite Reise in die Tiefen des Zarenreiches nicht nur an, weil Solomon sie darum gebeten hatte, sie erfüllten auch ihre Pflicht gegenüber Vidas Mutter. Die Schwestern hatten gewusst, dass Vida eines Tages geboren werden würde, so wie sie auch wussten, dass Yrma die Geburt des Kindes nicht überleben würde. Die Welt lockte, aber die Schwestern widerstanden ihrem Ruf. Ihre Aufgabe war es nicht nur, Solomon bei der Erziehung seiner Tochter zur Seite zu stehen, sondern auch, Vida zu unterrichten und ihr das Wissen ihrer Mutter näherzubringen. Solomon war den Tanten sehr dankbar dafür, denn er war weder ein Lehrer, noch hatte er das Wissen, diese Lehren weiterzugeben. Wenn es nötig war, konnte er ein Krieger sein, aber das letzte Mal, dass er in den Kampf gezogen war, lag schon sehr lange zurück und er hoffte, es würde nie wieder dazu kommen.
(Seite 36 und 39)

„Du wurdest geboren, um das Licht auf die Welt zurückzubringen. Du bist unser aller Hoffnung. Aus diesem Grund umgibt dich mehr Gefahr als je einen Menschen zuvor.“ (Asha zu Vida, Seite 113)



Autor:
Zoran Drvenkar, wurde 1967 in Kroatien geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Nach einer schweren Zeit in der Schule wurde ihm klar, dass ein Klassenzimmer nicht der richtige Ort für ihn ist. Angefangen mit Gedichten schrieb er bald schon Kurzgeschichten, die er mit der Zeit immer weiter ausbaute. Seit 1989 ist er als freier Schriftsteller tätig und ein vielfach ausgezeichneter Kinder-und Jugendbuch-Autor. Er schreibt auch unter den Pseudonymen Victor Caspak und Yves Lanois. In seiner literarischen Karriere wurde er z.B. vom Autor Paul Maar gefördert, den er bei einer freiberuflichen Tätigkeit beim Berliner Tagesspiegel kennen lernte. Heute wohnt der Autor in einer alten Kornmühle bei Berlin.


Bewertung:
Die ganze Buchaufmachung ist ja umwerfend! Der Umschlag ist nach Leinenart hergestellt, das Cover und der Titel passen nicht nur zueinander, auch zur Geschichte sind beides hervorragend gewählt. Die Kapitel sind nummeriert und zusätzlich namensiert, also mit den jeweiligen Charakterbezeichnungen, um die es in den Kapiteln geht, vermerkt. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und sicher nicht für jeden Leser gut lesbar. Er hat etwas leicht poetisches und schwerlastiges. Gerade der Anfang liest sich etwas holprig und die Geschichte wirkt konstruiert und undurchsichtig. Trotzdem hat mich die Leseprobe sehr neugierig gemacht, weil ich darin Potenzial gesehen habe.

„Sie liebt das Leben.“ „Alle Lebenden lieben das Leben.“ „Wieso lieben dann die Toten nicht den Tod?“ „Weil er nicht zum Leben gehört. Deswegen ...“ „Es sind die Toten, die über dich reden. Sie sagen, du seist die Herrscherin, die kommt und bleibt und nicht mehr weicht. Sie erzählen, dass du von der Zukunft gesehen wurdest. Seitdem ist alles anders.“ (Gisele und Vida, Seite 202)

Es gibt viele Charaktere in der Geschichte und diese haben ihre eigene kleine Geschichte, die sich mit dem Hauptgeschehen um Vida verbinden. Für mehr Verständnis zu meinen Erläuterungen, muss ich auch zu einigen wichtigen Charakteren im Buch etwas schreiben:

~Aren, der Erzähler, der Vida kennengelernt hat

~Vida, das Kind des Lichts und die einzige Hoffnung für die Menschheit

~Solomon, Krieger und Vater von Vida, der sich mit ihr als Schmied im Dorf Warroch vor der Dunkelheit versteckt.

~Yrma, eine der Dreiundzwanzig Mütter und Mutter von Vida, die bei ihrer Geburt starb.

~Iskar, der Wächter, erschaffen von der Göttin und eine der Dreiundzwanzig Mütter und ist auf der Jagd nach Vida.

~Solea, die selbst ernannte Göttin und eine der Dreiundzwanzig Mütter, die ihre Schwestern verraten hat.

~Dohos und Adriana (Kraljica), die Herrschaften, die Unglück über die Menschen bringen und für die Göttin arbeiten.

~Der Bär, der von Vida gerettet wurde und seither auf der Suche nach ihr ist.

~Madame Dujon, verlor Mann und Kind, und ist auf dem Weg zu ihren Brüdern nach Jenisseibucht.

~Jelisa, die Großfürstin in Sankt Petersburg, die noch jünger als Vida ist und ihre Seele retten soll.

~Ivar, der Grausame, ist ein ehemaliger Armeegeneral und nun ein Rebell, der die Reisenden überfällt.

~Die Eskorte von Vida besteht aus Generalleutnant Uljan, Major Geromir und Husar Lenko von Bornstein. Sie geleitet die Gruppe nach Sankt Petersburg zur Großfürstin.

~Riva, Asha und Eka, eine der Dreiundzwanzig Mütter und Vidas Tanten;

Riva kannte sich mit der Vergangenheit so gut aus, dass ihr Vida jede historische Frage stellen konnte, die ihr in den Kopf kam, immer hatte Riva eine Antwort parat.

Eka dagegen war erdverbunden und immer im Jetzt. Eka war so mit der Fauna und Flora verbunden, dass sie von einem Moment zum anderen verschwinden konnte, ohne wirklich zu verschwinden.

Sobald alle Antworten ausgeschöpft waren und keiner mehr weiterwusste, wandten sie sich alle an Asha. Während ihre zwei Schwestern die Erde und die Vergangenheit im Auge behielten, hatte Asha ihren Fokus auf das Denken gerichtet. Sie war es, die alle Zeichen und Formeln kannte, sie war in den Gebieten der Mathematik bewandert und konnte einen Gedanken in klare Zahlen umwandeln. (Seite 35 / 36)

„Wie kannst du nur so mutig sein?,“ fragte sie. „Ich bin nicht mutig, ich habe nur Angst.“ „Ist das nicht dasselbe?“ „nicht für die, die sich fürchten.“
(Großfürstin und Vida, Seite 566)


Es gibt noch weitere Charaktere, allerdings sind sie in meinen Augen nicht wichtig und hätten ganz wegbleiben können. So ganz habe ich das ganze Erbe von Vidas Mutter nicht verstanden. Die Erklärungen dazu sind sehr gut, nur in Verwendung durch Vida kommt es irgendwie nicht ganz raus. Vida wird so hoch als Rettung gehalten, aber sie wirkt letztendlich nur halb so retterlich und bewirkt nicht halb so viel, was man ihr nachsagt. Schade, so wirkt sie wie ein Abklatsch ihres von allen gelobten Ichs. Die kleine Zwischengeschichte mit dem Bär finde ich poetisch und bringt etwas sonderbares in das Buch. Doch sein Erscheinen ist eher nebensächlich, da das Ende sein Dasein in ein Nichts verwandelt. Der Autor hat seine Aufgabe / sein Ziel weggeschrieben. Nicht so notwendig sind die Charaktere Madame und Ivar ebenso. Sie sollen wohl das gewisse Extra reinbringen, finde es aber enttäuschend, dass sie nicht wirklich einen Sinn haben. Auch die richtige Auseinandersetzung zwischen Solea und Solomon wie auch zwischen Solea und ihren Schwestern sind nicht richtig wiedergegeben. Es fehlt da einfach richtig! Auch die Auseinandersetzung mit den Herrschaften und dessen Geschichte sind sehr karg niedergeschrieben.

„... deine Zukunft ist jetzt ein Teil von dir, selbst wenn du sie nicht verstehst. Niemand kann sie dir wegnehmen. Aber sei dir bewusst, dass sich deine Zukunft nur verwirklichen kann, wenn du sie beschützt. Und genau da beginnt das Problem. Du bist ungeschützt, Vida, deine Kräfte schlummern noch und du weißt nicht, wer du wirklich bist.“ (Asha und Eka, Seite 115)

Es gibt einige gekünstelte Erklärungen zu den Vorgängen im Buch, also Erläuterungen zu Geschehnissen und Geheimnissen, die aufgesetzt wirken. Das gefiel mir nicht und machte die Szenen so überzogen. Auch gibt es Irreführungen für mich wie das Alter von Vida und Jelisa, die viel jünger dargestellt werden als sie auf mich wirkten. Ich konnte das Alter gar nicht nachvollziehen. Das Alter passt überhaupt nicht zu den Verhaltensweisen, die viel zu erwachsen dargestellt werden.

Er lebte sein Leben wie jemand, der die Einsamkeit liebte, er wusste nur, dass er nichts als die Einsamkeit besaß. Es ist immer leicht, etwas zu lieben, was einem keine Wahl lässt. (Seite 20)

Das Ende ist unvollständig abgehandelt, der Kampf gegen die Dunkelheit und den Tod ist nicht ausreichend ausgeschrieben und vieles ist offen geblieben. Auch ist es sehr salopp geschrieben. Und wer ist Aren? Er spricht im Epilog, erzählt die ganze Geschichte und erwähnt im Prolog, dass er Vida kennenlernte … und dann ist Schluss. Ein richtiger Cliffhanger. Das erweckt auf mich den Eindruck, dass es ein zweiten Band geben wird, doch der Autor hat sich dazu nicht geäußert. Es wird also keinen weiteren Band geben, der alles Offene schließt. Bereits vor dem letzten Drittel kam mir dies bezüglich große Unruhe, die mich leider bestätigt hat.

Wenn der Wille stark wird und sich in Entschlossenheit verwandelt, dann schlägt er Wurzeln. (Eka, Seite 90)


Fazit:
Eine wirklich besondere und einmalige Geschichte und Charaktere. Der Autor hat mich aber sehr enttäuscht!!! Ich bin fassungslos, wie er das Buch hat enden lassen. Nicht, weil es schnell abgehandelt wurde, sondern weil es unzureichend an Informationen zusammengehalten wurde. Ebenso ist das Ende als Cliffhanger geschrieben, als würde ein zweiter Band folgen – dass es nicht so ist, frustriert zusätzlich und ärgert mich! Auch in der Geschichte zwischendrin ist nicht reibungslos erzählt.

Die Grundidee ist neuartig und fesselt. Die Umsetzung ist nicht ganz befriedigend umgesetzt. Der Autor hat das ganze Potenzial, das sich in seiner Fantasie zusammengerafft hat, nicht vollends ausgeschöpft. Besonders das Ende schlägt heftig auf die Sternebewertung – von mir gibt es unbefriedigende 3,5 Sterne! Mit all den schönen Momenten in der Geschichte bleibt mir vor allem die große Enttäuschung und Frustration! Ich werde sicher kein Werk mehr von dem Autor lesen oder hören. Somit kann ich das Buch an alle weiterempfehlen, die sich gerne irritieren und frustrieren lassen … scheinen ja genug Leser davon zu geben ... und als Jugendroman würde ich das Buch auch nicht einordnen, da es viel zu schwere Kost ist und anspruchsvoll. Für mich eher als Fantasyroman einzuordnen.

Ein Mensch sollte einem Menschen in der Not immer zur Seite stehen, so sind meine Gedanken zum Leben. (Deka Mani, Seite 199)


Zuletzt möchte ich dem BELTZ & Gelberg-Verlag und dem vorablesen-Team für das Rezensionsexemplar bedanken! Ich wollte es ja unbedingt lesen!


Erstellt am 21. Juli 2019

Veröffentlicht am 10.07.2019

Typischer Krimi mit wenig Spannung, indem die Sprecherin brilliert!

Cherringham - Folge 34
1

Klappentext:
Brimley Manor hat seine besten Tage hinter sich. Schon lange. Das einst prächtige Anwesen ist inzwischen ein Museum für allerlei verstaubte Kuriositäten des ehemaligen Eigentümers. Doch dann ...

Klappentext:
Brimley Manor hat seine besten Tage hinter sich. Schon lange. Das einst prächtige Anwesen ist inzwischen ein Museum für allerlei verstaubte Kuriositäten des ehemaligen Eigentümers. Doch dann bricht ein Feuer aus - und Jack und Sarah entdecken immer mehr Hinweise, die auf Brandstiftung deuten! Die Angestellten von Brimley Manor scheinen allerdings nicht besonders interessiert, den Brand aufzuklären. Sie verhalten sich rätselhaft und offenbar gibt es mehr als ein dunkles Geheimnis, das sich um dieses Haus rankt. Und jemand scheint fest entschlossen, Jack und Sarah aufzuhalten, bevor sie diese Geheimnisse lüften können ...

Autoren:
Neil Richards hat als Produzent und Autor für Film und Fernsehen gearbeitet sowie Drehbücher für die BBC, Disney und andere Sender verfasst, für die er bereits mehrfach für den BAFTA nominiert wurde. Für mehr als zwanzig Videospiele hat der Brite Drehbuch und Erzählung geschrieben, u.a. "The Da Vinci Code" und, gemeinsam mit Douglas Adams, "Starship Titanic". Darüber hinaus berät er weltweit zum Thema Storytelling. Bereits seit den späten 90er-Jahren schreibt er zusammen mit Matt Costello Texte, bislang allerdings nur fürs Fernsehen. "Cherringham" ist die erste Krimiserie des Autorenteams in Buchform.

Matthew Costello ist Autor erfolgreicher Romane wie "Vacation" (2011), "Home" (2014) und "Beneath Still Waters" (1989), der sogar verfilmt wurde. Er schrieb für verschiedene Fernsehsender wie die BBC und hat Dutzende Computer- und Videospiele gestaltet, von denen "The 7th Guest", "Doom 3", "Rage" und "Pirates of the Caribbean" besonders erfolgreich waren. Er lebt in den USA. Bereits seit den späten 90er-Jahren schreibt er zusammen mit Neil Richards Texte, bislang allerdings nur fürs Fernsehen. "Cherringham" ist die erste Krimiserie des Autorenteams in Buchform.

Sprecherin:
Sabina Godec war bereits lange Zeit leidenschaftliche Schauspielerin und Interpretin klassischer Theaterrollen, bevor ihr Weg sie von der Bühne an das Mikrofon führte. Ihre variantenreiche Stimme setzt sie mittlerweile in allen Feldern des Sprechens ein – sei es als Station Voice für 3sat, bei den Aufnahmen von Hörbüchern und Hörspielen oder bei der Synchronisation von Filmen und Computerspielen.


Bewertung:
Zunächst möchte ich angeben, dass das mein erstes Werk der beiden Autoren ist, dass ich je gelesen oder gehört habe. Der Klappentext wie auch die Hörprobe fand ich sehr interessant und hat meine Neugier geweckt. Daher habe ich mich für die Hörrunde bei der Lesejury für ein Hörexemplar beworben.

Das Cover reiht sich in die gesamte Krimi-Reihe ein und stellt das Coperate Identitiy-System perfekt abgewandelt dar! Es ist sofort erkennbar, dass dieses Hörbuch zur Reihe gehört! Das Cover verrät nicht viel und hat die typische Krimi-Ausstrahlung. Obwohl ich nicht so der Krimi-Leser bin, gefällt es mir richtig gut. Auch empfinde ich es als typisch britisch. Ich finde es sehr gut gelungen.

Das Hörbuch hatte ich ganz schnell durch, weil die Sprecherin eine wunderbar entspannte und einnehmende Stimme und Tonlage hat. Ihr konnte ich wirklich lange zuhören, ohne pausieren zu müssen. Sie belebt die Geschichte und hat bei mir viel mehr an Spannung aufgebaut, als die Geschichte für mich hergibt.

Der Fall um den Brandstifter und das Museums-Anwesen erschienen mir in der Hörprobe viel fesselnder als es letztlich ist. Die Charaktere finde ich klasse dargestellt und etwas kurios, was zu der Geschichte und dem Fall hervorragend passt. Der Verlauf der Geschichte hat für mich aber eindeutig viel zu wenig Spannung und plätschert etwas vor sich hin. Sehr schade, da ich finde, auch ein Krimi kann mit Spannung aufwarten - auch ohne Blut. Ich bin deshalb kein großer Krimi-Fan im Allgemeinen, zog mich die Hörprobe jedoch sehr an, sodass ich mich in diese Hörrunde gewagt habe.


Fazit:
Gut ausgearbeitete Charaktere, hervorragende Sprecherin und leider eine mäßig spannende Geschichte. Hier fehlt mir viel zu viel Spannung und Tempo. Allein die Sprecherin hat dafür gesorgt, dass ich das Hörbuch durchweg anhören konnte. Diese Art der Krimi-Erzählung sagt mir nicht zu und ich werde daher auch keine weiteren Geschichten dieser Reihe hören oder gar lesen.

Für alle klassischen Krimi-Fans sehr geeignet, ein ganz unaufgeregter und seichter Genuss.

3,5 Sterne

An den Verlag und dem Lesejury-Team dennoch ein großes Dankeschön für den Hördownload und die Chance, mal was neues habe wagen zu können!


Erstellt am 6. Juli 2019

Veröffentlicht am 14.06.2019

Ungeschönter und informativer Einblick in die Gefängnis-Welt!

Knast
1

Klappentext:
Über 30 Jahre arbeitete Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Häftlinge vertrauten ihm. Sie erzählten von den dunklen Seiten des Lebens ...

Klappentext:
Über 30 Jahre arbeitete Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Häftlinge vertrauten ihm. Sie erzählten von den dunklen Seiten des Lebens und ließen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. Hautnah erlebte er Konflikte und Tragödien. Persönlich und eindringlich erzählt Joe Bausch von der Welt hinter Gittern, in der ganz eigene Regeln herrschen. Und er gibt wichtige Denkanstöße, wie Häftlinge resozialisiert und Verbrechen verhindert werden können. Der Knast steht nicht am Rande der Gesellschaft - er ist vielmehr ihr Spiegel. Joe Bausch gewährt Einblicke in eine Welt, die wir nur allzu gerne vergessen würden. Er gibt dem Knast eine Stimme.

Autor und Sprecher:
Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff (Joe Bausch) wird am 19. April 1953 in Ellar geboren. Die Fächer Theaterwissenschaft, Politik, Germanistik und Rechtswissenschaften studierte er an der Universität in Köln und an der Phillips Universität Marburg. Darauf folgte an Medizinstudium an der Universität in Bochum, welches er 1985 mit Examen abschloss. Von Beruf ist Bausch Arzt, Schauspieler und Drehbuchautor. Seine ersten regelmäßigen Auftritte als Schauspieler hatte er im Tatort Dr. Joseph Roth. Mit dem Buch "Knast", welches 2012 erscheint, feiert er sein Debüt als Autor.


Bewertung:
Das Cover ist schlicht und zeigt den Autor selbst. Der weiße Hintergrund passt zu seinem Beruf als Knastarzt und zum Knast selbst.

Der Autor erzählt authentisch und ruhig über den Alltag in einem deutschen Gefängnis, in dem er als Arzt arbeitet. Dabei unterteilt er seine Erlebnisse in unterschiedlichen Themen auf, wie

Zeit
Das Lazaret
Frauen der Gefangenen
B-Zellen
Arbeit im Knast
Sexualität
Krankheit und Arztgänge
Unterbringung
Rechtsradikale im Knast
Geheimcode-Sprache
Abgeschobene Häftlinge
Kindersoldaten
Supervision
Lebenslänglich
Sicherungsverwahrung
ect.

Zu Anfang gibt der Autor eine kleine Einleitung zu seiner Person, wie er zu der Arbeit im Gefängnis kam und zu dem Hörbuch von sich. Dann erzählt er nach und nach von den verschiedenen Erlebnissen geordnet nach den Knast-Themen. Seine Stimme ist angenehm, wenn auch für mich etwas ungewöhnlich. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.


Fazit:
Ungeschönt und ausführlich berichtet der Autor aus dem Alltag der Menschen im Gefängnis. Nicht alles ist so ernst, manches ist recht witzig und locker. Auch solche Erlebnisse lässt er nicht aus. Sein Erzählstil hat mich mit in den Gefängnis-Alltag gerissen und die Sortierung der Themen empfand ich als sehr angenehm.

Ein informativer Einblick in eine zu wenig beachtete Welt in Deutschland.

Veröffentlicht am 01.03.2019

Große Gefühle mit großartiger Geschichte und lebendigen Charakteren!

Vicious Love
2

VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer ...

VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten -
Mitreißend, verboten, sexy — die Sinners of Saint werden dein Herz im Sturm erobern!

"Ich liebe diese Reihe!" Kylie Scott, Spiegel-Bestseller-Autorin


Die Autorin:
L. J. Shen lebt mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht gerade an ihrem neuesten Roman schreibt, genießt sie gern ein gutes Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf Netflix.

Die Übersetzerin:
Über Patricia Woitynek konnte ich nach langer Recherche nichts herausfinden.


Bewertung:
"Vicious war, wie sein Name schon sagte, gemein. Dumm nur, dass mein Hass auf ihn von einer dünnen Schale umgeben war, die sich wie Liebe anfühlte. Aber ich gelobte mir, sie zu zertrümmern und nur noch den Abscheu zuzulassen, ehe er mich kaputtmachte."
(Emilia, Seite 28)


Puh, wo fange ich bloß an? Es gibt so viel darüber zu erzählen ...

Zunächst die Aufmachung: Das Cover ist schlicht gehalten und zieht einen dennoch in seinen Bann. Die Art der Grafik und die extrem unterschiedlichen Farben, schwarz und beige-rosé, spiegeln in meinen Augen die Geschichte und die Charaktere perfekt wieder. Hier würde ich einen nackten Mann oder ein Pärchen unpassend finden. Das Cover drückt für mich Erotik aus und zugleich Eleganz.

Der Schreibstil der Autorin lässt auch gar nichts zu wünschen übrig: Er ist sehr flüssig, bringt die Schwere seicht rüber und lässt einen bei 447 Seiten glauben, dass es nur 200 Seiten sind! ich bin nur so darüber geflogen und es war viel zu schnell vorbei! ^-) Die Autorin lässt sowohl Vicious als auch Emilia aus deren Sicht erzählen, was den Leser eine intensivere Bindung zu Beiden aufbauen lässt. Es fühlt sich an, als ist man hautnah dabei.

"Ich würde ein Elite-College in Los Angeles besuchen, ein paar Stunden von Todos Santos entfernt, und sie würde hier ausharren. Jede zweite Woche würde ich zurückkommen, und sie wäre immer noch hier. Um für mein Wohlergehen zu sorgen. Um mir zu Diensten zu sein. Mich zu beneiden. Sie würde klein und bedeutungslos bleiben. Und vor allem- mein."
(Vicious, Seite 37)


Ich finde Vicious aus psychologischer Sicht wahnsinnig spannend und anziehend. Furchtbar wie kaputt er innerlich ist, dass er Emilia- die er abgöttisch liebt- zerstören will und aus innerem Zwang sogar muss (!), damit er etwas Befriedung an Frieden spüren kann ... und gleichzeitig auch, weil er sie hasst, dafür, dass sie seiner Stiefmutter so ähnlich sieht- auch wenn ihr Charakter es nicht tut. Er hat sie immer wieder gedemütigt, weil er sie dafür hast, dass sie Jo so ähnlich sieht! Auf der anderen Seite hat er sie götterhaft geliebt und wollte sie nicht zerstören! Und er wollte sie nicht mit den Jungs teilen! Da spielen Egoismus und Fürsorge beider maßen die führende Rolle!

Die Kontrolle über Emilia hilft ihm, am Leben teilhaben zu können- auf seine Art- und sich irgendwie gut zu fühlen und nicht wie ein Stück Dreck. Er tut mir sehr leid, sowohl er auch richtig wütend macht mit seinem ganzen Verhalten. Aber das macht ihn so interessant- die zwei Facetten in ihm.

"Brauchst du Hilfe, Helferlein", raunte er mir zu. ich hasste ihn dafür, dass er mich so nannte. "Was immer ich brauchen könnte", zischte ich, "will ich nicht von dir." Vicious quittierte das mit einem wölfischen Grinsen. "Das habe ich zu entscheiden. Aber ich bin noch zu keinem Entschluss gelangt."
(Emilia, Seite 59)


Emilia ist viel zu gut für die Welt! Mehrmals gibt sie sich auf für ihre Familie. Sie ist wie Vic in ihrem Denken und ihren Gefühlen immer wieder zwiegespalten. Es hat schon etwas trauriges, wie sie sich für Rose verantwortlich fühlt. Da frage ich mich, was da im Elternhaus abgelaufen ist. Darüber lässt sich aber nichts rauslesen. ich nehme an, die Autorin wollte den familiären Fokus mehr auf Vicious legen... ich weiß gar nicht richtig, wer mir mehr leidtut! Ich würde mich an Roses Stelle total schlecht fühlen (was in der Geschichte gar nicht wirklich rüberkommt; eher so, als sei es selbstverständlich, was Emilia für sie tut). Rose wird sehr unterschiedlich dargestellt. Vielleicht wollte die Autorin zeigen, dass Rose im Wesen sehr stark und selbstständig ist, aber die Krankheit dies oft verhindert. Könnte ich mir gut vorstellen. Sonst würde dieses hin und her für mich auch nicht passen.

Die Beziehung zwischen Vicious und Emilia ist zweifellos kompliziert verstrickt. Auf der anderen Seite ist das ja im wahren Leben auch so, wenn sich solche Persönlichkeiten begegnen. Da kann es ja nur schwierig werden! Aber trotzdem bangte ich immer, dass die Beiden sich zusammenraffen!

Er hält sich für unwichtig und Emilia einfach zu gut, als dass er sie sie haben könnte... Und er schämte sich wegen dem, was ihm angetan wurde. Er wollte sie auch nicht einfach nur ins Bett loten, weil er sie viel zu sehr liebte und respektierte, was er immer wieder durchscheinen lässt- sich selbst aber nicht wirklich eingestehen will. Warum auch? Die größte Liebe seines Lebens bisher hat er grausam verloren ... seine Mutter! Liebe bedeutet für ihn Schmerz! Von außen gesehen, ziemlich suspekt und unlogisch. Psychologisch gesehen macht es total Sinn! Jemand, der mit Psychologie nichts anfangen kann, versteht das einfach nicht- wie Vic sich verhält! Was sein Problem genau ist und warum er Emilia nicht einfach fragt, ob er mit ihr ausgeht.

"Im selben Moment, in dem ich sie in ihrem dürftigen Outfit gesehen hatte, wusste ich, dass sie mir gehörte. Nur wusste sie das noch nicht."
(Vicious, Seite 63)


Gesehen, zwei Minuten getalked, und zack- hoffnungslos verliebt! Wer's glaubt!!!!! Das finde ich total an den Haaren herbeigezogen!!! Echt total unglaubwürdig!!!! Das gefällt mir auch sehr an der Figur von Vic: die Autorin lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Gefühlen, die miteinander kämpfen. Kann sehr gut transportiert werden.


Ich musste voll Schmunzeln und war genauso überrascht wie Emilia und der Tätowierer, als Vicious ihn aus seinem eigenen Studioraum rauswirft! Ihn rauzuschmeißen, weil er mit Emilia vögeln will!!!! Einfach der Hammer!!! Diese durchplatzte Ungeduld... Zum Griemeln!!!! Nachdem sie ihn durch den Tag schleift... Er lässt auch einige Male seine sanfte und verletzte Seite bei Emilia durchblicken, wie als er ihr ein Date anbietet. Das sind mit Abstand meiner allerliebsten zwei Szenen!


Also entweder war Dean echt zu naiv und blöd, dass er Emilias Gefühle gegenüber Vicious nicht gemerkt hat (war ja mehr als auffällig) oder er hat es absichtlich gemacht wie so eine Art Konkurrenzkampf zwischen den Zeilen. Ist für mich außerhalb dieser Varianten nicht nachvollziehbar!

"Ein schweres Leben brachte jede Menge Hindernisse und Herausforderungen mit sich, aber man war auch umgeben von Menschen, die man liebte, die einem wichtig waren. Ein schlechtes Leben war gleichbedeutend mit Leere. Es musste nicht zwingend hart oder schwierig sein, aber es fehlten darin besagte Menschen."
(Emilia, Seite 69)


Die Grenze ist echt schmal von solchen gesellschaftlichen Bomben und persönliche Wertungen. Aber ich finde, das die Geschichte hier nicht Frauenerniedrigend ist... natürlich, sieht Vic Emilia als Objekt, aber das ist sein Gedankengut und er handelt danach. Es überdeckt weder die ganze Geschichte noch ist es Kern davon: Es ist lediglich eine der Auswirkungen seiner kaputten Seele. Das ist für mich ein großer Unterschied, so mal man auch seine andere Seite kennenlernt.

Fazit:
Die Geschichte ist durchweg aufregend: Du weißt hier nie, wann du in der nächsten Szene wütend bist, erregt oder die Augen rollst! Echt toll! Die Autorin hat eine fantastische Art, mit den Lesern zu spielen! Wieder eine neue Autorin für mich entdeckt, und es versteht sich ja von selbst, dass ich die restlichen Bände verschlingen werde- auch wenn ich mir mehr von Vicious und Emilia wünsche! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Bände so extrem fesselnd sind wie dieses Buch hier. Aber ich werde mich überraschen lassen.

Ich möchte mich noch nach der langen "Rede" bei dem Lübbe Verlag und der Lesejury bedanken. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! Es war meine erste Leserunde bei euch!

Leider kann ich nicht mehr als fünf Sterne vergeben, da es nicht mehr gibt! Für alle, die es prickelnd mögen, aber auch eine solide Geschichte dabei lesen möchten (hier geht es nämlich nicht nur um Erektionen). Keine Angst vor dem Bad Boy ... der will nur spielen!

ANMERKUNG: Leider hat buecher.de meine Rezension außer einige Sätze nicht veröffentlicht. Vielleicht ein Systemfehler.


Erstellt am 6. Mai 2018

Veröffentlicht am 01.03.2019

Stilvolle, seichtlose Erotik mit Thriller-Spannung!

Dirty
1

Klappentext:

»Eigentlich müsste ich Angst vor ihm haben. Es ist falsch, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle. Aber er hat mich aus meiner persönlichen Hölle entführt. Und dafür werde ich ihm ewig ...

Klappentext:

»Eigentlich müsste ich Angst vor ihm haben. Es ist falsch, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle. Aber er hat mich aus meiner persönlichen Hölle entführt. Und dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.«

Dirty liebt es, mit der Lust der Frauen zu spielen. In seiner eigens hierfür eingerichteten Spielhöhle lässt er nur »Auserwählte«, die er über seine speziell dafür angelegte Website findet. Er entscheidet, welche der Bewerberinnen in den Genuss kommen, von ihm beglückt zu werden. Bis eine Frau auf ganz anderem Weg in seinem Bett landet und ihm völlig unerwartet unter die Haut geht.

Olivia hat mit ihrem Leben abgeschlossen, seit sie von Ernesto Castellano, gefürchteter Geschäftsmann und Drogenboss, entführt wurde und in dessen Villa Tag für Tag unglaubliches Leid erfährt. Als eines Nachts ein geheimnisvoller Fremder ihr Gefängnis betritt, schöpft sie neuen Lebensmut. Obwohl er sie mit einer Waffe bedroht, bringt er sie von dem Anwesen weg und nimmt sie mit zu sich. Als dieser Mann sich dann auch noch um ihre körperlichen sowie seelischen Wunden kümmert, wird sie sich seiner ungeahnten Anziehungskraft bewusst. Doch bringt er ihr wirklich die lang ersehnte Freiheit?

Die Autorin
:
Gleich mit ihrem Debütroman "Auf Umwegen ins Herz" landet Sarah Saxx einen Amazon Kindle-Bestseller und lebt seither ihren Traum: Leser mit romantischen Geschichten tief im Herzen zu berühren und dieses gewisse Kribbeln auszulösen. Die 1982 im Sternzeichen Zwillinge geborene Tagträumerin liebt Milchkaffee, wilde Achterbahnfahrten und Jazzmusik. Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern.

Bewertung:

Ich durfte den Roman von Vorablesen lesen. Und es hat sich definitiv gelohnt! Die Autorin war mir bis dato unbekannt, und ich freue mich jedesmal, wenn ich durch Bücher, neue Autoren kennenlerne!

Das Cover passt hervorragend zum Titel und auch zu der Geschichte. Ich selbst mag solche Muskelmänner nicht, aber der Klappentext dazu hat mich neugierig gemacht. Ich hatte mal wieder Lust auf einen erotischen Roman, der aber nicht vulgär und frauenerniedrigend ist. Und dieser hier ist stilvoll erotisch, aber keinesfalls langweilig und seicht. Die perfekte Mischung Erotik erwartet den Leser hier!

»Letzte Diskussionen im Flur waren verklungen, ich hatte Autos ein und aus fahren hören, bis es irgendwann so still geworden war, dass ich nur noch meinen Atem und meinen Herzschlag hörte. Meine Absicherung, dass ich immer noch am Leben war. In einem Leben, das nicht länger lebenswert war.«
(Olivia)


Die Charaktere gefallen mir sehr gut, selbst die Nebencharaktere. Die Autorin hat sie glaubhaft geschrieben. Olivias Gefühle und Gedanken konnte sie realistisch transportieren, sodass es auch zu dem Leidensweg von Olivia passt. Nur, dass sie sich von Dirty nach ihrer Entführung von ihm direkt so sexuell angezogen fühlt, fand ich doch etwas übertrieben- nach all dem, was sie durchgemacht hatte!

Überspitzt fand ich die Szene, wo sie sich vor Dirtys Augen selbst befriedigt und ihn dabei auch noch in die Augen sieht. Erotischer und intimer geht es ja gar nicht ... und ist weitaus schwieriger als Sex mit jemanden zu haben, auch wenn man dabei selbst die Kontrolle behält. Das hat irgendwie wieder nicht zu Olivias schmerzhaften Gefühlen und Gedaken gepasst. Bis dahin war die Geschichte sehr glaubwürdig, aber ab da, hat mich schon etwas die Enttäuschung gepackt. Es fiel mir für einen Moment schwer, weiterzulesen, obwohl der Schreibstil von Anfang bis Ende durchgehen sehr leicht und flüssig ist. Als ich es geschafft hatte, dranzubleiben und weiterzulesen, flog ich wieder über die Seiten und kam schnell zu dem Ende. Sehr schade! Ich hätte noch etwas weiterlesen können! Aber es blieben keine Fragen offen, alles klärte sich bis dahin.

»Ich schloss die Augen. Es zu hören, was sie für mich empfand, noch dazu mit dieser Liebe in ihrer Stimme, war das beste Geständnis überhaupt.«
(Dirty)


Die Spannung war von Anfang an da, aber intensiv wurde es erst ab der Entführung von Olivia. Leider bezieht sich der zweite Teil auf Rich, Dirtys besten Freund. Einen zweiten Teil würde ich gerne von Dirty und Olivia lesen, obwohl sich alles bereits im ersten Teil geklärt hat. Für die nicht ganz nachvollziehbaren Szenen - die sehr minimal sind - muss ich einen halben Stern abziehen, aber ich kann es sehr gut weiterempfehlen für diejenigen, die auf stilvolle Erotik mit ein paar vulgären Wörtern stehen. Diese ziehen sich nämlich nicht durch den ganzen Text und entwürdigen auch nicht die Frau. Super gut gemischt!

Das ist sicher nicht das letzte Buch der Autorin, das ich lesen werde!

4,5 Sterne! Und eines meiner Lieblingsbücher!


Erstellt am 17. April 2018