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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2021

Liebe!

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Für dieses Buch Worte zu finden ist gar nicht so einfach. Atmosphärisch wäre auf jeden Fall eines davon. Doch ich glaube tatsächlich, dass es mir gelesen fast besser gefallen hätte. Bereits zu Anfang hatte ...

Für dieses Buch Worte zu finden ist gar nicht so einfach. Atmosphärisch wäre auf jeden Fall eines davon. Doch ich glaube tatsächlich, dass es mir gelesen fast besser gefallen hätte. Bereits zu Anfang hatte ich etwas Probleme dem Schauspiel zu folgen, sodass ich dreimal beginnen musste um zu verstehen wann er jetzt was tut und ob er heraus findet wo die Uhr her kommt. Nachdem ich mal drin war ging es. Lediglich die Szenenwechsel zu Grace oder in die Vergangenheit waren kurz nochmal etwas überraschend, aber auch daran gewöhnte ich mich. Thaniel mochte ich schnell recht gerne, genauso wie Mori, einfach weil sie greifbar waren. Auch wenn besonders die anderen Protagonisten der Geschichte anderer Meinung sind, so fand ich Mori durch seine berechenbare Art so unfassbar gut. Grace hingegen konnte ich die ganze Zeit über nicht sonderlich gut einschätzen und zumeist war sie mir auch nicht wirklich sympathisch, was sie vielleicht hätte sein sollen, da sie doch sehr emanzipiert war.

Ansonsten fallen mir wirklich gar nicht so viele weitere Worte für das Buch ein. Ich mochte das Setting, die Charaktere und es war die Atmosphäre, die Natasha Pulley erschaffen hat, die mich in ihren Bann zog. Das ruhige Erzähltempo, die Liebe zum Detail, die zumeist logischen Handlungen - welche bei so einer Geschichte oft gar nicht einfach sind. Um zu verstehen was ich meine, müsste man es jedoch "leider" lesen. Es gab auch die eine oder andere überraschende Wendung, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet habe, die mir aber absolut unter die Haut ging. Während die Geschichte bis kurz vor Schluss so vor sich hinplätschert, was nicht negativ gemeint ist, geht es gegen Ende dann nochmal richtig ans Eingemachte. Selbst hier kommt kein Stress auf, man ist einfach nur gebannt und möchte wissen wie es weiter geht.

Im Grunde könnte man vielleicht sagen, dass dieses Buch absolut unspektakulär ist, aber in mir hat es eine Saite zum Klingen gebracht, die immer noch nachhallt. Es war eine wundervolle Erzählung voller Humor, Charme und Gefühl. Die Art von Jonas Minthe hat all dies noch unglaublich gut unterstrichen, denn er spricht ruhig und bedächtig. Er gibt den Protagonisten eine Stimme und Natasha Pulley gibt ihnen ein Gesicht. Ich bin mir sicher, dass ich diese Geschichte irgendwann auch noch lesen werde, einfach um all die kleinen Details zu greifen, die mir beim Hören durch die Lappen gingen.

Fazit:

Eine atmosphärische und ergreifende Erzählung über eine besondere Freundschaft, die man einfach gelesen/ gehört haben sollte.

Veröffentlicht am 14.12.2021

Gefällt!

Infinitas – Fluch aus Glut und Asche
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Klingt es böse, wenn ich sage, dass ich mit wenig Erwartungen an das Buch ging? Ich dachte erst, dass das sicher eine sehr klischeehafte Liebesgeschichte unter alten Liebenden wird, der dann irgendwie ...

Klingt es böse, wenn ich sage, dass ich mit wenig Erwartungen an das Buch ging? Ich dachte erst, dass das sicher eine sehr klischeehafte Liebesgeschichte unter alten Liebenden wird, der dann irgendwie noch was spannendes anhaftet. Okay, ganz so falsch lag ich damit nicht, aber die Umsetzung fand ich einfach umwerfend. Es war genau das richtige Maß an Drama, Gefühl und Geschichte. Zudem gab es keine Logikfehler - zumindest habe ich keine gefunden-, was oft ja gar nicht so einfach zu vermeiden ist, wenn man plötzlich von der Antike ins Jetzt geschleudert wird. Das hat Marina toll gelöst. Und ja, es bleiben unglaublich viele Fragen offen, aber man bekommt immer zu einem gewissen Punkt auch einige Antworten. Was meine Frustgrenze für solche Fälle angeht, wurde diese genau getroffen. Ein Kapitel später und ich hätte weniger Lust am Lesen gehabt. Das variiert natürlich bei jedem, aber für mich war's eben genau richtig.

Die Geschichte selbst gefiel mir auch sehr gut. Durch ein Bloggertreffen auf der FFM 21 wusste ich von Marinas Leidenschaft für Italien bzw. Rom. Genau darum packte mich die Neugierde, weswegen ich einige Dinge nach las. Tja, wer hätte gedacht, dass es damals schon Hochhäuser gegeben hat und diese sogar einen eigenen Namen hatten?! Ansonsten fand ich die Protagonisten sehr angenehm und auch greifbar. Ich mochte das dezente hin und her zwischen Aliqua und Santo. Die Geschichte wird aus beiderlei Sichten erzählt, aber auch so, dass man immer noch einmal ein bisschen was zu vergangenen Situationen aus der Sicht des anderen erzählt bekommt, was es einfacher mach die Gedankengänge nachzuvollziehen. Mir hat dieser erste Band der Dilogie unglaublich gut gefallen und ich freue mich schon jetzt darauf in die Fortsetzung abzutauchen und die letzten Geheimnisse um Aliqua und Santo zu lüften.

Fazit:

Eine schöne Geschichte zweier Menschen und einem scheinbar dunkeln Geheimnis, das zwischen ihnen steht.

Veröffentlicht am 14.12.2021

Grandiose Fortsetzung

Die Jagd nach dem Willomitzer
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In diesem Band hatte Ludmilla wohl wieder die eine oder andere Anwandlung zu nerven, aber es hielt sich tatsächlich in Grenzen und es war absolut verständlich, dass sie so reagierte. Also ein gerechtfertigtes ...

In diesem Band hatte Ludmilla wohl wieder die eine oder andere Anwandlung zu nerven, aber es hielt sich tatsächlich in Grenzen und es war absolut verständlich, dass sie so reagierte. Also ein gerechtfertigtes Nerven. Die Geschichte geht außerdem spannend weiter. Denn wer sich noch an Band 3 erinnert, der wird auch noch wissen, dass es Ludmilla ein großes Anliegen war dem Willomitzer so viele Freiheiten wie möglich zu schenken. Doch leider wird ihr das entsprechend zum Verhängnis nachdem sie durch einen Angriff von Zamir außer Gefecht gesetzt wird. Hierdurch lernen wir wieder neue und fantastische Orte in Eldrid kennen und dürfen erneut miterleben, wie unfassbar tiefgreifend die Freundschaft zwischen den drei unterschiedlichen Wesen Ludmilla, Eneas und Lando ist. Doch auch auf der Erde geht es heiß her. Das Buch hat mir unfassbar viel Freude bereitet und ich bin schon super gespannt wie alles enden wird.

Die Geschichte ist wie immer sehr schön zu lesen und das Cover ist bisher mein absoluter Liebling, was aber einfach der Farbe geschuldet ist, die ich absolut liebe. Ich weiß gar nicht was ich noch groß sagen soll, außer, dass ich diese Fortsetzung einfach von Herzen empfehlen kann. Es gibt einen Vorfall im Buch, welcher vielleicht von der einen oder anderen Person schwerer verarbeitet wird, aber ich hoffe sehr, dass Annina hier konsequent bleibt und diesen nicht wieder rückgängig macht. Ansonsten könnt ihr euch auf ein temporeiches Abenteuer in der Welt des magischen Lichts freuen, das aber noch genug ruhigere Passagen zum Luft holen bietet.

Fazit:

Eine grandiose Fortsetzung, die richtig neugierig auf den abschließenden Band macht.

Veröffentlicht am 14.12.2021

Wechselbad der Gefühle

Die Götter müssen sterben
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Als das Buch vorgestellt wurde, war mir klar, dass ich es lesen möchte. Nachdem ich vor einigen Jahren "Wolfssucht" der Autorin gelesen hatte, wusste ich, dass es nicht mein letztes Buch sein wird. Die ...

Als das Buch vorgestellt wurde, war mir klar, dass ich es lesen möchte. Nachdem ich vor einigen Jahren "Wolfssucht" der Autorin gelesen hatte, wusste ich, dass es nicht mein letztes Buch sein wird. Die wenigen Seiten der damaligen Lektüre packten mich schon auf eine besondere Art, da wollte ich mir eine Geschichte über Götter, Amazonen und andere Mythen nicht entgehen lassen. Da ich es in einer Leserunde las, dauerte es tatsächlich geschlagene 2 Monate bis wir das Buch durch hatten. Zwei brachen es kurz vor Ende ab, aber ich las es mit einer weiteren Person fertig. Das "Problem" war oftmals sich auf die Geschichte einzulassen. Es ist keine Geschichte, die man einfach schnell an einem Wochenende weg liest - zumindest für mich nicht. Oft ging bei mir nach der Arbeit einfach gar nichts mehr in den Kopf. In ruhigen Momenten konnte ich jedoch voll abtauchen und plötzlich waren 50 Seiten gelesen.

Es ist ein unfassbar komplexes Buch mit unglaublich viel Inhalt, wobei die Amazonen im Vergleich zu den Göttern stets im Vordergrund stehen. Während um einen herum ein Krieg tobt, Intrigen gesponnen werden, auf Traditionen gepocht wird, spielt diese Geschichte. Eine Geschichte, die zum einen ein Teil des Ganzen ist und zum anderen so viel mehr. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, dass es dem gerecht wird, wie ich es empfand. Es war unfassbar emotional, aber nicht auf diese Art, die einem sein letztes Essen durch den Kopf gehen lässt, sondern auf eine tiefere Art. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Personen ist oft subtil, nichtssagend, aber dennoch wird alles gesagt.

Auch wenn es in der Geschichte recht gewalttätig vor sich geht, so hat es mich dennoch oft sehr bewegt. Die Brutalität in Kombination mit dem Einfühlungsvermögen hat mich einfach überwältigt. Es hat einfach alles unglaublich gut ins Verhältnis gepasst. Begonnen von Schreibstil, über die Beziehungen der Charaktere, die Charaktere selbst, das Setting, die Atmosphäre, die Darstellung der Götter, bis hin zum Ende. Einziger Kritikpunkt, und da kann das Buch nichts dafür, dass ich immer den richtigen Moment zum Lesen abpassen musste. Mehr gibt es nicht zu sagen. Wer auf der Suche nach einer brutalen sowie düsteren Göttergeschichte mit ganz viel Frauenpower ist, der ist hier auf jeden Fall gut bedient.

Fazit:

Eine wirklich atemberaubende und bildgewaltige Interpretation des Krieg von Troja und der Geschichte der Amazonen.

Veröffentlicht am 14.12.2021

Tragisch, bewegend, schaurig.

Teufelsnacht
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Maud ist ein emanzipiertes Mädchen, dass keine Lust hat sich all den Regeln und Gepflogenheiten zu beugen. Bereits in jungen Jahren widersetzt sie sich und schleicht sich im Moor herum. Ihre Mutter liebt ...

Maud ist ein emanzipiertes Mädchen, dass keine Lust hat sich all den Regeln und Gepflogenheiten zu beugen. Bereits in jungen Jahren widersetzt sie sich und schleicht sich im Moor herum. Ihre Mutter liebt sie, doch im Grunde ist sie eine Fremde für sie, da sie die meiste Zeit unpässlich ist. Nach deren Tod bemerkt ihr Vater, der sich selbst am nächsten steht, dass er dies zu seinem Vorteil nutzen kann. Doch auch Maud zieht ihre Vorteile daraus, denn so nah war sie ihrer Freiheit noch nie. Doch nicht jedes Buch, das sie liest, ist gut für sie, wie beispielsweise die Tagebücher ihres Vaters. Mehr als einmal war ich schockiert über das Bild der Frau zu dieser Zeit. Die gottesfürchtigen Heuchler, die jede Woche zur Kirchen springen, als könne dies sie von ihren Sünden rein waschen. Allen voran Mauds Vater mit seinem Gottkomplex.

Die Geschichte hat ein recht langsames Erzähltempo, aber genau richtig um die passende Atmosphäre aufzubauen, besonders durch kleine Details wie den Moorgeruch, ein Schatten hier und etwas bedrückende Stimmung dort. Michelle Paver schaffte es, dass ich den großartigen Edmund Stearne bereits recht schnell nicht leiden konnte, um es mal nett auszudrücken. Umso mehr mochte ich Maud, fühlte mit ihr, verzieh ihr jeden Fehler, die neben denen ihres Vater sowieso sehr geringfügig wirkten. Es war keine ultimative Spannung, lediglich ein leichter Schauer, der einem in einem unbedachten Moment, den Rücken hinunter kroch, aber einfach so gut geschrieben, dass ich das Buch nicht weg legen wollte. Ich denke, dass es auch ein bisschen am Klappentext liegt, der ein bisschen mehr verspricht, als es wirklich ist, was aber nicht schlimm ist, denn dennoch überzeugte mich das Buch - eben anders als erwartet. Es gab überraschende Wendungen, emotionale Szenen und hielt mich beim Lesen gebannt. Der Schreibstil war sehr angenehm und durch die knackigen Kapitel fliegt man gerade zu über die Seiten.

Fazit:

Ich mochte es sehr gern und kann es jedem ans Herz legen, der sich gerne von einer irgendwie tragischen, aber auch schaurigen Geschichte berieseln lassen möchte.