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Veröffentlicht am 25.08.2020

Cosy Und Jedoch Spannend

Lady Arrington und die tödliche Melodie
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Mary Elizabeth Arrington begibt sich wegen einer Schreibblockadean an ihrem neuen Krimi – Roman wieder auf dem Schiff Queen Anne, an dessen Bord sie nicht die besten Erinerrungen hat. Bei ihrer letzten ...

Mary Elizabeth Arrington begibt sich wegen einer Schreibblockadean an ihrem neuen Krimi – Roman wieder auf dem Schiff Queen Anne, an dessen Bord sie nicht die besten Erinerrungen hat. Bei ihrer letzten Kreuzfahrt beteiligte sie sich an der Suche nach einem Mörder und hofft, dass die Reise dieses Mal etwas entspannter läuft. Allerdings hat der kaltblütige Mord an dem Pianisten Christoph Winkler Mary einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstatt ihre Schreibblockde zu beheben und ihren Roman fertigzustellen, beginnt die Suche eines Mörders, der immer ein Schritt vor der Autorin zu sein scheint.

Charlotte Gardeners Krimi – Roman ist ein eher entspannter Krimi. Es gab nur am Schluss eine kurze Spannung, da in diesem Zeitraum der Mörder und die Vorgeschichte erläutert wurden. Aber von Anfang bis zum Ende des Mittelteils mängelte es ein bisschen an Spannung, zumindestens für meinen Geschmack. Auf dem Klappentext des Buches steht geschrieben, dass Mary selbst ins Visier des Mörders gerät, jedoch habe ich diesen Punkt nicht richtig entdecken können, bis auf dem Bootsturz, der das einzige wirkliche „ins Visier geraten“ war. Ich persönlich hätte mir ein bisschen mehr indirekte Interaktionen zwischen dem versteckten Mörder und Lady Arrington gewünscht. Zwar gab es viele Gespräche und Handlungen zwischen Mary und Henrick de Jong alias Lawrence Chrisholm, allerdings hatte man ihn ja da noch nicht unter Verdacht.

Und wo wir doch schon von Verdacht reden; der Schluss ist der Autorin richtig gut gelungen. Die ganze Geschichte mit dem anscheinend taubstuben Mädchen und ihre unfreundliche „Guvernante“, deren Familiengeschichte und Winklers Wissen darüber, war echt interessant und gleichzeitig auch etwa traurig. Auch die Geschichte dem anscheinend doch nicht so holländischen Henrick de Jong gefiel mir unheimlich gut. Nie im Leben hätte ich es mir denken können, dass man sich so krass gut verstellen kann und somit nicht mal von der eigenen Schwester erkannt wird. Dass er skrupellos und kaltblütig ist und vor einem Mord in der eigenen Familie nicht zurückscheut, nur um an das Geld und die Macht zu kommen, zeigt, dass man nie weiß, mit wem man es wirklich zu tun hat.

Im Großen und Ganzen war ich wirklich zufrieden mit dem Buch, obwohl ein bisschen mehr Spannung immer willkommen wäre, aber es ist schließlich ein Cosy – Krimi – Roman der nicht unbedingt nach jeder Szene und jedem Satz etwas unerwartetes braucht. Es ließ sich sehr angenehm lesen und man kam immer mit, auch wenn man das vorherige Buch nicht gelesen hat.

  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.05.2020

Schade, schade, schade!

Denn das Leben ist eine Reise
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Nachdem sie erfahren hat, dass Per ihr fremdgeht und ihr gemeinsames Kind Len mehr oder weniger hasst, entscheidet sich Aimée ihren alten Bulli aus der Garage zu holen und mit Len ein neues Leben starten.

In ...

Nachdem sie erfahren hat, dass Per ihr fremdgeht und ihr gemeinsames Kind Len mehr oder weniger hasst, entscheidet sich Aimée ihren alten Bulli aus der Garage zu holen und mit Len ein neues Leben starten.

In England angekommen, versucht Aimée alles mögliche, um sich und Len ein normales Leben zu ermöglichen. Allerdings scheint dies nicht sehr leicht zu sein, da es weder leistbare Wohnungen gibt noch ihre Traumstelle frei ist. Schlussendlich schafft sie es aber, gemeinsam mit ihrem alten Kindheitsfreund, Daniel, ihre Träume zu erfüllen und Ängste zu überwinden.

Leider muss ich aber sagen, so schön diese Geschichte auch klingt, ist das Buch nicht so überzeugend gewesen. Man merkt, dass die Autorin anfangs noch richtig begeistert war und sich richtig in die Charaktere und ihre einzelne Geschichten verliebt hatte, allerdings wurde die Handlung und auch die Charaktere, je näher man sich dem Ende näherte, immer monotoner und richtig vorhersehbar.

Das Ende hat mir zwar gefallen, leider war der Rest aber nicht sehr überzeugend. Und auch die Hinsteuerung auf das Ende hat mir nicht besonders gefallen. Es gibt viele fragliche und offen gelassene Momente, die ich gerne anders lesen wollte. Von der Aussprache mit Aimée’s Mutter bis hin zu ihrer Arbeit und Liebesleben. Aimée’s und Daniel’s Geschichte war anfangs sehr schön und spannend gewesen, was aber am Schluss dann leider nicht mehr der Fall war. Mir persönlich kam es so rüber, als würde die Autorin so schnell wie möglich mit dem Buch fertig werden, weil sie etwas besseres machen wollte. Klingt zwar hart, aber leider kommt das so rüber. Am Anfang wurde ihre Geschichte sehr detailliert beschrieben und am Ende wurde noch eine Kussszene und paar Worte hinzugefügt und das war’s auch.

Leider muss ich sagen, dass mir zwar die Hintergrundsgeschichte gefallen hat, ihre Umsetzungg aber total pfutsch war. Deswegen werde ich in Zukunft leider auf Hanna Millers Bücher verzichten, obwohl das mit einem Stich im Herzen kommt, denn ein Buch zu schreiben nicht einfach ist. Zwar war das Cover echt schön und originell, das rettet aber nicht viel.

  • Cover
  • Geschichte
  • Gefühl
  • Erzähstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 11.04.2020

Mehr als man denkt!

The Doll Factory
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London 1850. Eine Zeit, die es in sich hatte. Die meisten Frauen versuchten, so schnell es nur ging, einen (reichen) Mann zu heiraten, um nicht als Schande oder sogenannte „Dirnen“ gesehen zu sehen. ...

London 1850. Eine Zeit, die es in sich hatte. Die meisten Frauen versuchten, so schnell es nur ging, einen (reichen) Mann zu heiraten, um nicht als Schande oder sogenannte „Dirnen“ gesehen zu sehen.

Das wollte auch Iris. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Rose stellt sie Puppen her. Die Malerei war aber schon Iris Leidenschaft gewesen und als der junge Künstler Louis Frost sie anspricht und sie darum betet, ihm Modell zu stehen und ihr oben drauf noch Malunterricht gibt, ist Iris einerseits skeptisch, andererseits froh und aufgeregt. Allerdings ist ihre Familie nicht damit einverstanden, denn obwohl Iris‘ und Roses Familie ziemlich arm ist, möchten ihre Eltern trotzdem nicht haben, dass ihre Tochter als „Dirne“ angesehen wird und stoßen sie wegen ihrer Entscheidung, schlussendlich mit Louis zu arbeiten, von der Familie ab.

Anfangs fühlt sich Iris nicht sehr wohl in Louis Nähe, da sie denkt, er könnte sie nur ausnutzen, wegen ihrem verformten Schlüsselbein, der bei ihrer Geburt gebrochen und nie richtig geheilt worden war. Jedoch beginnt sie nach einer Weile Spaß am modeln zu finden und auch Louis Malunterricht fasziniert sie. Und wie es zu erwarten war, begann sie sich in ihm zu verlieben und überraschenderweise er in sie auch.

Auf der anderen Seite gibt es Silas Reed. Dieser besitzt ein Laden, der voll mit allen möglichen ausgestopften Tiere ist. Nachdem Albie, ein Straßenjunge, der die ganzen Tiere für Silas findet und auch nebenbei Iris hilft, ihn mit der Zuletztgenannten Bekanntschaft macht, beginnt Silas süchtig von ihr zu werden. Bis zum Punkt, wo er sie entführt und sie zwei Wochen gefangen hält. Niemand, bis auf Albie, wusste, was wirklich Sache mit ihm war und deswegen keiner auf so etwas vorbereitet war.

Meiner Meinung nach, hat es die Autorin geschafft, eine mehr oder weniger „normale Lebensgeschichte“ von ein paar Menschen, in ein echtes Kunstwerk zu verwandeln. Nicht vielen gelingt das und ich bin jetzt schon ein Fan der Autorin und werde mir wahrscheinlich in Zukunft mehr ihrer Bücher kaufen. Anfangs wirkte das Buch nicht wirklich vielversprechend, allerdings hat sich das dann auch nach ein paar Kapiteln verändert und ich kann das Buch nur herzlich weiterempfehlen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 20.03.2020

Mehr als eine Geschichte!

Die brennenden Kammern
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Frankreich im Jahre 1562. Die Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten scheinen endlos. Die Geschichte rund um Minou, Piet, Vidal und noch viele andere geht über Carcassone, Toulouse und Puivert. ...

Frankreich im Jahre 1562. Die Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten scheinen endlos. Die Geschichte rund um Minou, Piet, Vidal und noch viele andere geht über Carcassone, Toulouse und Puivert. Es geht hier um mehr als nur das Glauben der Menschen.

Nachdem Marguerite Jouberts, von allen Minou genannt, Vater, Bernanrd Joubert, von seiner Winterreise nach Hause kommt, ahnt sie, dass etwas nicht stimmt. Als sie dann eine Botschaft mit den Worten „Sie weiß, dass sie lebt“ in der Buchhandlung ihres Vaters in Carcassone erhält, beginnt eine spannende Reise, die Minous Leben komplett auf dem Kopf stellen wird.
Ihre Begegnung mit dem niederländischen Hugenotten Piet Reydon scheint für sie unvergesselich zu sein. Und als Minou nach Toulouse gemeinsam mit ihrem Bruder zu deren Tante und Onkel umzieht, kann sie Piet einfach nicht vergessen. Jedoch ist es nicht so einfach. Die Hugenotten haben vor, Toulouse unter ihrer Macht zu stellen und Piet kämpft Seite an Seite mit ihnen.
Minou versucht, nachdem sie erfahren hat, dass ihre kleine Schwester Alis in Gefangenschaft in Puivert sitzt, sie zu retten. Was sich allerdings alles andere als simpel erweist, da sie von der Burgherrin von Puivert, Blanche de Bruyére, verfolgt wird. Diese weiß nämlich, wer Minou wirklich ist und fühlt sich durch sie bedroht, oder besser gesagt, ihre Stellung in der Gesellschaft wird durch Minous Existenz bedroht.
Schlussendlich, nach vielen Toten und Risiken, schafft es Minou Blanche zu besiegen und die verborgene Wahrheit über ihre Herkunft und Familie zu erfahren.

„Die Brennenden Kammern“ von der britischen Autorin und Fernsehmoderatorin Kate Mosse ist das erste Buch einer noch kommenden Reihe, die einem wirklich Gänsehautmomente verpasst, aber auch zu Tränen rühren kann. Jeder ihrer Worte ist mit Bedacht ausgewählt und ihr einfacher, modernen Schreibstil macht die Geschichte nochmal so interessant und spannend. Man hat das Gefühl, man sei wirklich dort, weil alles sehr bildlich und real dargestellt wird. Auch die Gefühle der einzelnen Charaktere werden sehr explizit beschrieben, dass man beim Lesen dasselbe fühlt. Die Vielfalt der Charaktere, die immer wieder wechselnden Szenen und Sichtweisen und die kurzen Kapiteln sind interessant, da man immer wieder einen Eindruck auf die verschiedenen Denkweise der Protagonisten erhält.

Meiner Meinung nach ist der Roman „Die Brennenden Kammern“ lesenswert. Es eignet sich für alle Altersklassen, die nach der Suche nach einer spannenden,historischen, aber auch ein bisschen romantischen Geschichte sind. Ich kann und werde es gerne weiterempfehlen, da man aus diesem Buch auch Vergleiche zur heutigen Welt machen kann, die einem erschüttern und zum nachdenken anregen werden.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre