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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Spiel des Lebens - Die düstere Wahrheit der Buchesser

The Book Eaters
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Die Geschichte rund um Devon Fairweather, einer Bücheresserin, und ihrem Sohn Cai, ein Gedankenesser, die in Sunyi Deans Roman „The Book Eaters“ die Rolle der Hauptcharaktere übernehmen, sind ein eher ...

Die Geschichte rund um Devon Fairweather, einer Bücheresserin, und ihrem Sohn Cai, ein Gedankenesser, die in Sunyi Deans Roman „The Book Eaters“ die Rolle der Hauptcharaktere übernehmen, sind ein eher außergewöhnliches Mutter-Sohn-Duo. Da Devon aus einer der 6 Buchesserfamilien, die in Vereinigten Königreich noch lebten, stammte, wurde sie als eine der noch wenig verbliebenen Frauen zweimal Zwangsverheiratet, um die Reihen der Buchesser am Leben zu halten. Aus ihrer ersten Ehe kam eine Tochter, Salem, zur Welt. Ihre zweite Ehe hingegen erwies sich als der letzte Tropfen welcher das Fass in Devons Leben zum Überlaufen brachte. Ihr Sohn, Cai wurde als Gedankenessen geboren und diese ernährten sich von den Gedanken anderer, wobei sie, um diese essen zu können, Teile des Gehirnes der Opfer raussaugen müssen. Aber es gibt eine Lösung, um diesen Hunger zu stillen: Erlösung. Doch nur eine Familie, die Ravenscars, weiß wie man Erlösung herstellt und seit deren Verschwinden ist Devon ständig in Bewegung um welche für ihren Sohn zu bekommen. Hiermit beginnt das eigentliche Abenteuer der zwei Außenseiter in einer Welt der Außenseiter.

Allgemein finde ich diesen Roman sehr gut gelungen. Angefangen beim Cover- und Seitendesign. Der Farbschnitt auf der Seite hat was authentisches an sich: Es lässt ein neues Buch komplett alt und beschädigt aussehen, ohne dass es störend ist. Auch das Material, aus dem das Buch an sich gemacht ist, hat eine positive Bemerkung verdient. Wir alle kennen es, wir wollen das Buch soweit es geht aufmachen, ohne den Buchrücken zu zerstören. Nun, bei diesem Paperback ist es möglich, was mich sehr glücklich macht.
Bei der Originalität der Weltbildung brauch ich gar nicht anzufangen. Es ist zwar ein Fantasyroman, welches aber in der realen Welt spielt. Aber die Idee, Menschen Bücher essen zu lassen und daraus ganze Clans und Rangordnungen zu schaffen ist absolut genial.
Der Spannungsbogen wird gleichmäßig aufgebaut und man hat selten das Gefühl, dass die Handlung langweilig ist. Die Geschichte wird aus Devons Sicht erzählt und spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Des letzteren hilft dabei, die Geschichte hinter Devons handeln besser zu verstehen und gibt gleichzeitig tiefere Einblicke in das Leben des Buch- und Gedankenesser. Allerdings muss man aussetzen, dass die Themen des Romans sehr dunkel sind und sehr viele Geschehnisse grafisch dargestellt werden, und damit meine ich seeehr grafisch. Also wer sich vor Mord und Blut nicht scheut, kann dieses Buch ohne Probleme lesen. Persönlich hätte es mir aber gefallen, wenn es für Menschen, die so etwas nicht unbedingt lesen wollen oder sich durch einzelne Sachen getriggert fühlen, eine Triggerwarnung am Anfang gegeben hätte.
Überraschenderweise, definitiv im positiven Sinne, ist die Queere Repräsentation im Buch. Es ist toll zu sehen, dass auch solch düstere Fantasybücher queere Charaktere an den Tag bringen können.
Es gibt aber eine Sache, die mich beim Lesen teilweise gestört hat: Die vielen Überlieferungsfehler. Beim Übersetzen eines fremdsprachigen Buches kann es immer eieder passieren, dass nicht alles zu 100% richtig übersetzt wird, denn Fehler passieren und das ist vollkommen in Ordnung. In diesem Buch ist es aber schon so oft vorgekommen das Sätze keinen sinn ergeben oder das Wörter fehlen oder gar sinnlos doppelt dastehen. Es kommt zwar nicht regelmäßig vor, aber oft genug dass es auffällt.

Im Großen und Ganzen kann ich aber Sagen, dass es sich definitiv lohnt, das Buch zu lesen. Man taucht in einer vollkommen neuen Welt ein, die sowohl magisch als auch tragisch ist. Die Idee, Bücheresser zu erfinden ist meiner Meinung nach genial, vor allem da man als Leserate sich sehr gut mit dem verschlingen von ganzen Büchern auskennt, aber auf einer ganz anderen Art und Weise als Devon.. Man sollte sich aber auf eine düstere Geschichte vorbereiten, in denen misogyne Patriarchen die Stränge ziehen und wo nicht jeder gleich gestellt wird. Eine tolle Geschichte für ruhige oder stürmische Herbsttage.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 18.05.2025

Zwei Töchter, zwei Schicksale, eine Geschichte

Die Inselschwimmerin
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Die Inselschwimmerin - Zwischen Mut, Liebe und Hass, eine Geschichte für alle.

Die Geschichte, die Lorraine Kelly geschrieben hat, ist eine Mischung aus Familiendramen und harte Schicksalsschläge. Es ...

Die Inselschwimmerin - Zwischen Mut, Liebe und Hass, eine Geschichte für alle.

Die Geschichte, die Lorraine Kelly geschrieben hat, ist eine Mischung aus Familiendramen und harte Schicksalsschläge. Es war eine relativ emotionale Handlung, die beim Lesen nicht einfach zu übersehen war. Dadurch, dass es einen ständigen Perspektivenwechsel gab, konnte man sehr viel über Evie, ihrer Schwester Liv, deren Vergangenheit und die von deren Eltern erfahren. Es war eine angenehme Leseerfahrung, da man der Schreibstil einfach war und man sich nicht ständig fragen musste, was als Letztes geschah. Auch war es an manchen Stellen extrems lustig, da die Autorin sehr gute Witze, aber auch amüsante Vergleiche zog (ich sag nur FETTER AAL)!

Allerdings gab es auch ein paar kritische Punkte, die man ansprechen muss. Zum einen war ein Teil der Handlung, nämlich die von Maureen und Andrzej, relativ langweilig und überflüssig und blockte eher die Geschichte der Hauptcharaktere. Dadurch, dass deren Handlung auch eher im letzten Drittel des Romans stattfand, war es eher eine kleine Überwindung, das Buch zu Ende zu lesen, was sehr schade ist da der Anfang und die Mitte sehr spannend waren. Der Schluss ist eher schwach und hatte nicht viel zur Handlung beigetragen.

Im Großen und Ganzen kann man aber mit Entschlossenheit sagen, dass es Wert ist das Buch zu lesen. Vor allem für Enthusiasten der schottischen Kultur und Geografie ist Die Inselschwimmerin eine perfekte Nachmittagslektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 25.08.2020

Cosy Und Jedoch Spannend

Lady Arrington und die tödliche Melodie
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Mary Elizabeth Arrington begibt sich wegen einer Schreibblockadean an ihrem neuen Krimi – Roman wieder auf dem Schiff Queen Anne, an dessen Bord sie nicht die besten Erinerrungen hat. Bei ihrer letzten ...

Mary Elizabeth Arrington begibt sich wegen einer Schreibblockadean an ihrem neuen Krimi – Roman wieder auf dem Schiff Queen Anne, an dessen Bord sie nicht die besten Erinerrungen hat. Bei ihrer letzten Kreuzfahrt beteiligte sie sich an der Suche nach einem Mörder und hofft, dass die Reise dieses Mal etwas entspannter läuft. Allerdings hat der kaltblütige Mord an dem Pianisten Christoph Winkler Mary einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstatt ihre Schreibblockde zu beheben und ihren Roman fertigzustellen, beginnt die Suche eines Mörders, der immer ein Schritt vor der Autorin zu sein scheint.

Charlotte Gardeners Krimi – Roman ist ein eher entspannter Krimi. Es gab nur am Schluss eine kurze Spannung, da in diesem Zeitraum der Mörder und die Vorgeschichte erläutert wurden. Aber von Anfang bis zum Ende des Mittelteils mängelte es ein bisschen an Spannung, zumindestens für meinen Geschmack. Auf dem Klappentext des Buches steht geschrieben, dass Mary selbst ins Visier des Mörders gerät, jedoch habe ich diesen Punkt nicht richtig entdecken können, bis auf dem Bootsturz, der das einzige wirkliche „ins Visier geraten“ war. Ich persönlich hätte mir ein bisschen mehr indirekte Interaktionen zwischen dem versteckten Mörder und Lady Arrington gewünscht. Zwar gab es viele Gespräche und Handlungen zwischen Mary und Henrick de Jong alias Lawrence Chrisholm, allerdings hatte man ihn ja da noch nicht unter Verdacht.

Und wo wir doch schon von Verdacht reden; der Schluss ist der Autorin richtig gut gelungen. Die ganze Geschichte mit dem anscheinend taubstuben Mädchen und ihre unfreundliche „Guvernante“, deren Familiengeschichte und Winklers Wissen darüber, war echt interessant und gleichzeitig auch etwa traurig. Auch die Geschichte dem anscheinend doch nicht so holländischen Henrick de Jong gefiel mir unheimlich gut. Nie im Leben hätte ich es mir denken können, dass man sich so krass gut verstellen kann und somit nicht mal von der eigenen Schwester erkannt wird. Dass er skrupellos und kaltblütig ist und vor einem Mord in der eigenen Familie nicht zurückscheut, nur um an das Geld und die Macht zu kommen, zeigt, dass man nie weiß, mit wem man es wirklich zu tun hat.

Im Großen und Ganzen war ich wirklich zufrieden mit dem Buch, obwohl ein bisschen mehr Spannung immer willkommen wäre, aber es ist schließlich ein Cosy – Krimi – Roman der nicht unbedingt nach jeder Szene und jedem Satz etwas unerwartetes braucht. Es ließ sich sehr angenehm lesen und man kam immer mit, auch wenn man das vorherige Buch nicht gelesen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.05.2020

Schade, schade, schade!

Denn das Leben ist eine Reise
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Nachdem sie erfahren hat, dass Per ihr fremdgeht und ihr gemeinsames Kind Len mehr oder weniger hasst, entscheidet sich Aimée ihren alten Bulli aus der Garage zu holen und mit Len ein neues Leben starten.

In ...

Nachdem sie erfahren hat, dass Per ihr fremdgeht und ihr gemeinsames Kind Len mehr oder weniger hasst, entscheidet sich Aimée ihren alten Bulli aus der Garage zu holen und mit Len ein neues Leben starten.

In England angekommen, versucht Aimée alles mögliche, um sich und Len ein normales Leben zu ermöglichen. Allerdings scheint dies nicht sehr leicht zu sein, da es weder leistbare Wohnungen gibt noch ihre Traumstelle frei ist. Schlussendlich schafft sie es aber, gemeinsam mit ihrem alten Kindheitsfreund, Daniel, ihre Träume zu erfüllen und Ängste zu überwinden.

Leider muss ich aber sagen, so schön diese Geschichte auch klingt, ist das Buch nicht so überzeugend gewesen. Man merkt, dass die Autorin anfangs noch richtig begeistert war und sich richtig in die Charaktere und ihre einzelne Geschichten verliebt hatte, allerdings wurde die Handlung und auch die Charaktere, je näher man sich dem Ende näherte, immer monotoner und richtig vorhersehbar.

Das Ende hat mir zwar gefallen, leider war der Rest aber nicht sehr überzeugend. Und auch die Hinsteuerung auf das Ende hat mir nicht besonders gefallen. Es gibt viele fragliche und offen gelassene Momente, die ich gerne anders lesen wollte. Von der Aussprache mit Aimée’s Mutter bis hin zu ihrer Arbeit und Liebesleben. Aimée’s und Daniel’s Geschichte war anfangs sehr schön und spannend gewesen, was aber am Schluss dann leider nicht mehr der Fall war. Mir persönlich kam es so rüber, als würde die Autorin so schnell wie möglich mit dem Buch fertig werden, weil sie etwas besseres machen wollte. Klingt zwar hart, aber leider kommt das so rüber. Am Anfang wurde ihre Geschichte sehr detailliert beschrieben und am Ende wurde noch eine Kussszene und paar Worte hinzugefügt und das war’s auch.

Leider muss ich sagen, dass mir zwar die Hintergrundsgeschichte gefallen hat, ihre Umsetzungg aber total pfutsch war. Deswegen werde ich in Zukunft leider auf Hanna Millers Bücher verzichten, obwohl das mit einem Stich im Herzen kommt, denn ein Buch zu schreiben nicht einfach ist. Zwar war das Cover echt schön und originell, das rettet aber nicht viel.

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  • Figuren
Veröffentlicht am 11.04.2020

Mehr als man denkt!

The Doll Factory
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London 1850. Eine Zeit, die es in sich hatte. Die meisten Frauen versuchten, so schnell es nur ging, einen (reichen) Mann zu heiraten, um nicht als Schande oder sogenannte „Dirnen“ gesehen zu sehen. ...

London 1850. Eine Zeit, die es in sich hatte. Die meisten Frauen versuchten, so schnell es nur ging, einen (reichen) Mann zu heiraten, um nicht als Schande oder sogenannte „Dirnen“ gesehen zu sehen.

Das wollte auch Iris. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Rose stellt sie Puppen her. Die Malerei war aber schon Iris Leidenschaft gewesen und als der junge Künstler Louis Frost sie anspricht und sie darum betet, ihm Modell zu stehen und ihr oben drauf noch Malunterricht gibt, ist Iris einerseits skeptisch, andererseits froh und aufgeregt. Allerdings ist ihre Familie nicht damit einverstanden, denn obwohl Iris‘ und Roses Familie ziemlich arm ist, möchten ihre Eltern trotzdem nicht haben, dass ihre Tochter als „Dirne“ angesehen wird und stoßen sie wegen ihrer Entscheidung, schlussendlich mit Louis zu arbeiten, von der Familie ab.

Anfangs fühlt sich Iris nicht sehr wohl in Louis Nähe, da sie denkt, er könnte sie nur ausnutzen, wegen ihrem verformten Schlüsselbein, der bei ihrer Geburt gebrochen und nie richtig geheilt worden war. Jedoch beginnt sie nach einer Weile Spaß am modeln zu finden und auch Louis Malunterricht fasziniert sie. Und wie es zu erwarten war, begann sie sich in ihm zu verlieben und überraschenderweise er in sie auch.

Auf der anderen Seite gibt es Silas Reed. Dieser besitzt ein Laden, der voll mit allen möglichen ausgestopften Tiere ist. Nachdem Albie, ein Straßenjunge, der die ganzen Tiere für Silas findet und auch nebenbei Iris hilft, ihn mit der Zuletztgenannten Bekanntschaft macht, beginnt Silas süchtig von ihr zu werden. Bis zum Punkt, wo er sie entführt und sie zwei Wochen gefangen hält. Niemand, bis auf Albie, wusste, was wirklich Sache mit ihm war und deswegen keiner auf so etwas vorbereitet war.

Meiner Meinung nach, hat es die Autorin geschafft, eine mehr oder weniger „normale Lebensgeschichte“ von ein paar Menschen, in ein echtes Kunstwerk zu verwandeln. Nicht vielen gelingt das und ich bin jetzt schon ein Fan der Autorin und werde mir wahrscheinlich in Zukunft mehr ihrer Bücher kaufen. Anfangs wirkte das Buch nicht wirklich vielversprechend, allerdings hat sich das dann auch nach ein paar Kapiteln verändert und ich kann das Buch nur herzlich weiterempfehlen.

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