Ein Spiel des Lebens - Die düstere Wahrheit der Buchesser
The Book EatersDie Geschichte rund um Devon Fairweather, einer Bücheresserin, und ihrem Sohn Cai, ein Gedankenesser, die in Sunyi Deans Roman „The Book Eaters“ die Rolle der Hauptcharaktere übernehmen, sind ein eher ...
Die Geschichte rund um Devon Fairweather, einer Bücheresserin, und ihrem Sohn Cai, ein Gedankenesser, die in Sunyi Deans Roman „The Book Eaters“ die Rolle der Hauptcharaktere übernehmen, sind ein eher außergewöhnliches Mutter-Sohn-Duo. Da Devon aus einer der 6 Buchesserfamilien, die in Vereinigten Königreich noch lebten, stammte, wurde sie als eine der noch wenig verbliebenen Frauen zweimal Zwangsverheiratet, um die Reihen der Buchesser am Leben zu halten. Aus ihrer ersten Ehe kam eine Tochter, Salem, zur Welt. Ihre zweite Ehe hingegen erwies sich als der letzte Tropfen welcher das Fass in Devons Leben zum Überlaufen brachte. Ihr Sohn, Cai wurde als Gedankenessen geboren und diese ernährten sich von den Gedanken anderer, wobei sie, um diese essen zu können, Teile des Gehirnes der Opfer raussaugen müssen. Aber es gibt eine Lösung, um diesen Hunger zu stillen: Erlösung. Doch nur eine Familie, die Ravenscars, weiß wie man Erlösung herstellt und seit deren Verschwinden ist Devon ständig in Bewegung um welche für ihren Sohn zu bekommen. Hiermit beginnt das eigentliche Abenteuer der zwei Außenseiter in einer Welt der Außenseiter.
Allgemein finde ich diesen Roman sehr gut gelungen. Angefangen beim Cover- und Seitendesign. Der Farbschnitt auf der Seite hat was authentisches an sich: Es lässt ein neues Buch komplett alt und beschädigt aussehen, ohne dass es störend ist. Auch das Material, aus dem das Buch an sich gemacht ist, hat eine positive Bemerkung verdient. Wir alle kennen es, wir wollen das Buch soweit es geht aufmachen, ohne den Buchrücken zu zerstören. Nun, bei diesem Paperback ist es möglich, was mich sehr glücklich macht.
Bei der Originalität der Weltbildung brauch ich gar nicht anzufangen. Es ist zwar ein Fantasyroman, welches aber in der realen Welt spielt. Aber die Idee, Menschen Bücher essen zu lassen und daraus ganze Clans und Rangordnungen zu schaffen ist absolut genial.
Der Spannungsbogen wird gleichmäßig aufgebaut und man hat selten das Gefühl, dass die Handlung langweilig ist. Die Geschichte wird aus Devons Sicht erzählt und spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Des letzteren hilft dabei, die Geschichte hinter Devons handeln besser zu verstehen und gibt gleichzeitig tiefere Einblicke in das Leben des Buch- und Gedankenesser. Allerdings muss man aussetzen, dass die Themen des Romans sehr dunkel sind und sehr viele Geschehnisse grafisch dargestellt werden, und damit meine ich seeehr grafisch. Also wer sich vor Mord und Blut nicht scheut, kann dieses Buch ohne Probleme lesen. Persönlich hätte es mir aber gefallen, wenn es für Menschen, die so etwas nicht unbedingt lesen wollen oder sich durch einzelne Sachen getriggert fühlen, eine Triggerwarnung am Anfang gegeben hätte.
Überraschenderweise, definitiv im positiven Sinne, ist die Queere Repräsentation im Buch. Es ist toll zu sehen, dass auch solch düstere Fantasybücher queere Charaktere an den Tag bringen können.
Es gibt aber eine Sache, die mich beim Lesen teilweise gestört hat: Die vielen Überlieferungsfehler. Beim Übersetzen eines fremdsprachigen Buches kann es immer eieder passieren, dass nicht alles zu 100% richtig übersetzt wird, denn Fehler passieren und das ist vollkommen in Ordnung. In diesem Buch ist es aber schon so oft vorgekommen das Sätze keinen sinn ergeben oder das Wörter fehlen oder gar sinnlos doppelt dastehen. Es kommt zwar nicht regelmäßig vor, aber oft genug dass es auffällt.
Im Großen und Ganzen kann ich aber Sagen, dass es sich definitiv lohnt, das Buch zu lesen. Man taucht in einer vollkommen neuen Welt ein, die sowohl magisch als auch tragisch ist. Die Idee, Bücheresser zu erfinden ist meiner Meinung nach genial, vor allem da man als Leserate sich sehr gut mit dem verschlingen von ganzen Büchern auskennt, aber auf einer ganz anderen Art und Weise als Devon.. Man sollte sich aber auf eine düstere Geschichte vorbereiten, in denen misogyne Patriarchen die Stränge ziehen und wo nicht jeder gleich gestellt wird. Eine tolle Geschichte für ruhige oder stürmische Herbsttage.