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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2022

Spannende Fortsetzung

Faust
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Bei ihrem letzten Einsatz hat Sara Nowak alles riskiert. Es ist ihr gelungen, das Stasinetzwerk und die ehemaligen versteckten Agenten der Stasi in Schweden zu enttarnen. Eine Rückkehr in den Polizeidienst ...

Bei ihrem letzten Einsatz hat Sara Nowak alles riskiert. Es ist ihr gelungen, das Stasinetzwerk und die ehemaligen versteckten Agenten der Stasi in Schweden zu enttarnen. Eine Rückkehr in den Polizeidienst scheint schwierig, zumal sie über ihren vorherigen Einsatz und den nachfolgenden Geschehnissen Stillschweigen bewahren musste. Aber sie bekommt die Chance in der Mordkommission weiter zu ermitteln.

Die aktuellen Mordfälle lassen vermuten, dass es sich um einen beginnenden Bandenkrieg handeln könnte. Dabei gab es gleich mehrere Tote an einem idyllisch gelegenen See in Schweden. Sara ist bereit sich dieses Mal richtig tief in die Mordermittlungen reinzuknien. Doch dann kommt diese Meldung über den toten Pfarrer, der sie wenige Tage zuvor mehrfach versucht hatte telefonisch zu erreichen. Hier deutet alles auf einen Selbstmord hin. Sara jedoch beschließt, sich das Haus des Opfers näher anzusehen. Für sie deutet alles darauf hin, dass der ermordete Pfarrer damals auch ein Mitglied der terroristischen Gruppe bei der Stasi war und dass er vermutlich ermordet wurde, weil er endlich mit ihr reden wollte.

Als die Fakten klar waren, floss das Buch fast unaufgeregt vor sich hin. Trotzdem passierte immer wieder etwas. Mit manchen Geschehnissen konnte man überhaupt nicht rechnen. Aber mir persönlich waren die Ereignisse und Fakten zumindest in dieser Phase zu viel vermischt. Die Mordfälle, die Stasi, die noch aktive ehemalige Terrorzelle und dann auch noch die RAF. Ich hatte zu tun, dass alles irgendwie gedanklich zu verarbeiten und musste mich gerade im Mittelteil zum Weiterlesen zwingen. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse, die Wolken lichteten sich und auch ich konnte vieles verstehen.

Völlig überraschend dann das Ende, das irgendwie alles rund und zu einem Abschluss gebracht hat. Von mir den Tipp den Vorgängerband „Geiger“ vielleicht doch vorher lesen, dann versteht man vieles an der Handlung besser.

Von mir gibt es dann doch die Leseempfehlung und auf Grund der Längen aber auch wegen des spektakulären Endes dann doch vier Lesesterne.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Wieder absolut gelungen

Der Unbekannte
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Nathanael ist blind und das schon seit langer Zeit. Er kann sich kaum erinnern, wie es war, als er noch sehen konnte. Lediglich die Umstände, die dazu führten, dass er sein Augenlicht verlor, die sind ...

Nathanael ist blind und das schon seit langer Zeit. Er kann sich kaum erinnern, wie es war, als er noch sehen konnte. Lediglich die Umstände, die dazu führten, dass er sein Augenlicht verlor, die sind nach wie vor für ihn ominös und er kann sich kaum erinnern. Die Polizei hat ihm damals erzählt, dass sein Vater die Familie, seine Mutter und seine Schwester erschossen hatte. Nur er ist durch einen Zufall davongekommen, aber hat dabei sein Augenlicht eingebüßt.

Gundula, seine Freundin, ermuntert ihn jetzt doch die Polizeiunterlagen einzusehen, um endlich selbst Klarheit zu bekommen, was damals passiert ist. Möglicherweise hilft ihm das auch sich endlich zu erinnern, was damals passiert ist.
Aber so einfach ist es dann doch nicht. Die Akten von damals sind verschwunden und der ermittelnde Polizist will nicht mit ihm reden.

Und plötzlich geht es Schlag auf Schlag. Die Ereignisse überschlagen sich und irgendwie überlegt man als Leser, was gewesen sein könnte. Selbst dann als ich dachte, jetzt habe ich die zündende Idee, war doch alles ganz anders.

Wieder ist es Christine Brand gelungen, nicht nur die persönlichen Geschichten der Protagonisten fortzuführen, sondern das Ganze auch noch spannend in einen Kriminalfall zu verpacken. Dabei gelang es ihr ganz wunderbar die Spannung aufzubauen und auch zu halten. Ach ja, der Epilog, da gab es den Moment, wo ich mir das Grinsen nicht verkneifen konnte.

Interessant fand ich im Nachwort den Hinweis auf tatsächliche Gruppierungen, die damals einen Anschlag auf den Schah von Persien geplant hatten. Die Autorin lies sich davon inspirieren.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 04.05.2022

Krimigenuss pur

Bornholmer Flucht
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Bei ihrer Rückkehr aus Deutschland findet Sarah Pirohl im Haus ihres Freundes eine merkwürdige Nachricht vor. Diese Nachricht ist insofern eigenartig, weil es genau dieselben Worte sind, die auch ihr Vater ...

Bei ihrer Rückkehr aus Deutschland findet Sarah Pirohl im Haus ihres Freundes eine merkwürdige Nachricht vor. Diese Nachricht ist insofern eigenartig, weil es genau dieselben Worte sind, die auch ihr Vater in Deutschland zu ihr gesagt hatte. In der Nachricht geht es um die ständig weiterlebende Idee und dass Sarah ihnen helfen würde. Von ihrem Freund Frederik, einem dänischen Journalisten der sich schon länger mit den Machenschaften und dem Netzwerk von Sarahs Vater auseinandersetzt, fehlt jede Spur. Warum ist er verschwunden? Wurde er möglicherweise entführt? Sarah ist aufgrund der Nachricht zutiefst besorgt und verunsichert.

Der Fund einer Leiche am nächsten Tag beunruhigt Sarah sehr. Es stellt sich zum Glück schnell heraus, dass es nicht Frederik ist. Aber wer ist der Tote dann? Wo ist Frederik? Hat er etwas damit zu tun?

Plötzlich ist Sarah unmittelbar betroffen und kann aufgrund dessen auch nur eingeschränkt ermitteln. Zu gerne würde sie helfend eingreifen, auch weil sie weiß, dass es sich um einen Angriff ihres Vaters handelt.

Dieser Krimi war bedingt durch die Extremsituation, in der sich Sarah befindet, schon irgendwie anders. Es gab diesen Toten, aber man wusste nicht, was passiert ist. Genau wie die ermittelnden Beamten überlegte ich beim Lesen mit, was nun genau geschehen ist. Dabei entwickelte sich die Handlung wirklich spannend und vor allem unvorhersehbar weiter.

Gut gefallen hat mir, dass auch Hannah Jacob wieder dabei war. Sie gefällt mir als Protagonistin genauso gut wie Sarah Pirohl.

Wie das Buch nun ausgegangen ist, das sollte jeder selbst lesen. Mich hat dieser Krimi wieder gut unterhalten und empfehle ihn zu gerne weiter. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Lesenswert

Am roten Strand
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Es ist bereits geschehen. Der Ermittler Ben hat in seinem letzten Fall den pädophilen Täter erschossen. Ob es dabei mir rechten Dingen zuging, ob er gemäß den Richtlinien gehandelt hat und den Täter in ...

Es ist bereits geschehen. Der Ermittler Ben hat in seinem letzten Fall den pädophilen Täter erschossen. Ob es dabei mir rechten Dingen zuging, ob er gemäß den Richtlinien gehandelt hat und den Täter in Notwehr erschossen hat, dass wird von der internen Ermittlung geprüft.

Während Ben noch mit sich hadert und hofft, dass seinen Schilderungen der Ereignisse Glauben geschenkt wird, kommen die Ermittler mit ihren Recherchen im Netzwerk der Pädophilen weiter. Schnell können sie weitere Täter in Haft nehmen. Dann passiert das Unglaubliche. Ein Täter verstirbt in der Untersuchungshaft. Es stellt sich heraus, dass der Tatverdächtige durch einen Anschlag zu Tode kam. Auch ein weiterer Tatverdächtiger wird vor dem Zugriff durch die Polizei ermordet.

Interessant und aufschlussreich fand ich die Schreibweise des Autors. Alle Beteiligten kommen in jeweils mitunter sehr kurzen Abschnitten zu Wort. Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten damit zurecht zu kommen, da permanent neue Leute zu Wort kamen. Aber das gab sich relativ schnell. So gelang es mir aber auch recht schnell Zugang zu den Protagonisten zu bekommen und sehr viel tiefere Einblicke in ihr Seelenleben und ihre Gefühle zu erhalten.

Das Buch lebt aber auch von der Antipathie gegen die Opfer. Man ist schon geneigt zu hoffen, dass die Polizei die Täter nicht finden wird, da sie den damaligen Opfern durch deren Tod ja späte Genugtuung gegeben haben. Aber es weckt auch Bedenken gegen einzelne Ermittler, die selbst wohl doch nicht so immun gegenüber der Pädophilie sind. Das lässt vermuten, dass hier noch nicht alles zu Ende erzählt ist und das es ein weiteres Buch um das Team geben wird.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Einfach nur magisch

Schwarzlicht
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Der Fund einer toten Frau in einer Art Zauberkiste gibt Schwedens Polizei Rätsel auf. Da die Frau von Schwertern durchbohrt ist, deutet alles auf einen missglückten Zaubertrick hin, oder war es doch eher ...

Der Fund einer toten Frau in einer Art Zauberkiste gibt Schwedens Polizei Rätsel auf. Da die Frau von Schwertern durchbohrt ist, deutet alles auf einen missglückten Zaubertrick hin, oder war es doch eher ein brutaler Mord? Da die Polizei mit ihren Ermittlungen nicht weiterkommen, bitten sie den Mentalisten Vincent um Hilfe und Unterstützung. Er hat durch seine ihm eigene Art die Möglichkeit Dinge zu sehen und zu analysieren, wie andere Kollegen es nicht vermochten. Unterstützung erhält er dabei von der Polizistin Mina Dabiri. Zu Mina findet er schnell Zugang und fühlt sich sogar zu ihr hingezogen, denn Mina ist mit ihrem extremen Hang zur Sauberkeit auch anders. Beide kommen durch ihre Besonderheit am ehesten miteinander klar.

Als es einen weiteren Todesfall gibt, der auf ähnliche Art und Weise ums Leben gekommen ist, wird den Ermittlern klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Doch wer steckt dahinter, was ist das Ziel des Täters? Vincent und Mina nähern sich dem Täter und es gelingt ihnen durch ihr anderes Denken Schlussfolgerungen zu ziehen, auf die andere nie gekommen wären.

Dieser Krimi lebt durch die Besonderheiten der beiden Ermittler. Es ist faszinierend zu lesen, wie es beiden gelingt aus einzelnen Puzzlestücken eine brauchbare Spur zu finden. Dabei ist das Ganze auch so erzählt, dass es niemals langweilig wird. Beiden Erzählern gelingt es die Spannung auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten und Wendungen einzubauen, mit denen man niemals gerechnet hätte.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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