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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2021

Ein beunruhigendes Worst-Case-Szenario...

Systemfehler
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...bei dem die Menschen in der Not ihr wahres Gesicht zeigen und sich die Frage stellt "Einmal Verbrecher, immer Verbrecher?".
Das Cover erweckt durch seine alarmierenden Farben bereits eine Weltuntergangsstimmung.
Der ...

...bei dem die Menschen in der Not ihr wahres Gesicht zeigen und sich die Frage stellt "Einmal Verbrecher, immer Verbrecher?".
Das Cover erweckt durch seine alarmierenden Farben bereits eine Weltuntergangsstimmung.
Der Einstieg ins Buch gelingt gut durch den lockeren und verständlichen Schreibstil.
Trotz mancher Technik-Begrifflichkeiten ist es nicht nur für Gaming- und PC-Fans interessant zu lesen. Durch die technische Entwicklung ist dieses Buch für verschiedene Generationen ansprechend, da man einen Einblick bekommt mit welchen technischen Angeboten jeder groß geworden ist. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind in Erzählungen zu mehreren Charakteren untergliedert. Zum Schluss enden sie meist mit aktuellen Lageberichten zur katastrophalen Situation.
Die Geschichte spielt an mehreren Schauplätzen und bietet die Sicht auf das Leben der einzelnen Mitglieder der Familie Faber samt Großmutter und Tante und des neuen BND-Mitarbeiters Nelson Carius.
Der Vater Daniel und seine Schwester Claudia geraten in den Mittelpunkt von verschiedenen Ermittlungen, nachdem die ersten Systeme lahmgelegt wurden. Der Sohn Ben ist in seiner trotzigen Teenagerphase, macht demnach was er will und handelt durch seine unzuverlässige Art seinem Vater erst den Ärger ein. Daniel ist smart und zielstrebig und beginnt sein Problem auf eigene Faust zu lösen. Nelson ist daran beteiligt die Schuldigen zu finden und verfolgt bei seiner Arbeit beim BND auch private Ziele bei der Suche nach seinen verschwundenen Eltern. Er ist ein sympathischer Mann, mit einem guten Bauchgefühl und ergänzender Cleverness.
Eine turbulente Story, die sehr realistisch erzählt welche Auswirkungen es haben kann, wenn das Internet lahmgelegt wird. Diese Worst-Case-Szenarien fordern nicht nur viele Leben, sondern geben auch die Gefahr von Antidemokraten und Verschwörungsfanatikern preis. Die Geschichte verdeutlicht unsere Abhängigkeit von der Technik, die sich nicht nur auf die alltäglich notwendigen Geräte bezieht, sondern auch auf die Psyche. Manche Darstellungen in diesem Buch sind somit etwas überspitzt, so benimmt sich beispielsweise der Großteil der Bevölkerung unsolidarisch und vergisst jegliche Tugend und Moral. Es wird teilweise eine Vernarrtheit und Mitläuferschaft von Verschwörungsfanatikern gezeigt, die erschreckend viele Bürger ansteckt.
Bei diesem Buch ist Nervenkitzel garantiert und es bietet eine gute, durchgängige Grundspannung, die sich immer wieder zuspitzt, bis es letztendlich zu einen finalen Showdown kommt.
Die Suche nach den Verursachern und ihren Motiven bleibt lange spannend, auch wenn ein vorzeitiger Verdacht entsteht, wer dahinter stecken könnte, klärt sich alles erst zum Schluss auf. Von mir gibt es somit eine klare Leseempfehlung, auch für das abschließende Interview mit Wolf Harlander zu diesem Buch, das noch einmal einen interessanten Abschluss bietet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Unter dem Sturm
1

Ein Cover, das die ländliche Umgebung der schwedischen Dörfer widerspiegelt und meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Buches passt. So wurde auch der Titel passend gewählt, der gelegentlich im Buch ...

Ein Cover, das die ländliche Umgebung der schwedischen Dörfer widerspiegelt und meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Buches passt. So wurde auch der Titel passend gewählt, der gelegentlich im Buch aufgegriffen wird. Die ländliche Idylle und die Eigenheiten des Dorflebens werden in der Story gut geschildert und man fühlt sich unmittelbar in den schwedischen Süden versetzt. So bringen zudem die Nennung von schwedischen Traditionen und Namen ein entsprechendes Flair mit sich.
Der Einstieg in die Geschichte gelingt leicht, durch die relativ kurzen Sätze, die ohne unnütze Informationen Aussagen genau auf den Punkt bringen. Auch die Kapitellängen finde ich sehr ansprechend, da sie nicht zu lang sind. Die Erzählung wechselt hauptsächlich zwischen den Erlebnissen von dem Ermittler Vidar und Isak, dem Neffen des vermeintlichen Täters Edvard. Im Buch vernachlässigen die beiden Protagonisten über Jahre hinweg ihr eigenes Privatleben auf der Suche nach der Wahrheit und kommen ihr nur sehr langsam näher. So spielt die Story über einen längeren Zeitraum, der in drei Abschnitte unterteilt ist. Man erlebt mit wie Isak aufwächst und sich von einem lieben Jungen in eine Richtung entwickelt, die ihm anscheinend vorherbestimmt sein soll. Durch ihren familiären Hintergrund werden Isak und auch sein Onkel Edvard schnell vorverurteilt. So ist Isak verunsichert und gibt sich seinem Schicksal hin, ohne anzuzweifeln, ob wirklich das düstere Wesen seines gewaltbereiten Großvaters in ihm steckt.
Auch bei dem Polizisten Vidar ist eine Entwicklung zu erkennen, doch auch diese nimmt einen unguten Verlauf. Er ist vernünftig, arbeitet gewissenhaft, aber verbeißt sich in den Fall Edvard und vernachlässigt so seine Familie und zieht sich innerlich zurück. Nur die Klärung der Frage, ob es wirklich Edvard oder doch jemand anderes war, der damals die fröhliche Lovisa getötet hat, kann ihre Leben wieder in geordnete Bahnen lenken. Auf der Suche nach einer Antwort vergehen viele Jahre, die auch einige Schicksalsschläge mit sich bringen.
In diesem Buch rätselt man mit, ob der Verurteilte auch der tatsächlich der Täter war und wie es wirklich abgespielt haben könnte. Bis zum Schluss werden Zweifel geschürt und es findet sich eine schlüssige Auflösung. Am Ende nimmt der ansonsten recht ruhige Krimi an Fahrt auf und der Puls erhöht sich noch einmal beim Lesen. Insgesamt herrscht in der Geschichte eine drückende Grundstimmung, die allerdings auf eine fesselnde Weise zum Weiterlesen drängt. Auch sind gelegentlich Szenen mit einem leicht erotischen Touch zu finden, die das Buch auf ihre Weise auflockern.
In der Story begibt man sich auf eine jahrzehnteübergreifende Suche nach der Wahrheit und beobachtet Leben, die durch diese Tat beeinflusst werden und einen Verlauf nehmen, der hätte besser sein können. Man bekommt einen Einblick in Familiendramen mit Vorurteilen und schnellen Verurteilungen, die der Realität nur allzu nah sind. So ist auch dieses Buch eine Erzählung, die sich in dieser Art wirklich abspielen könnte. Die düstere Atmosphäre dieser Geschichte zieht einen in seinen Bann und wirkt mit ihren ländlichen Beschreibungen sehr ansprechend. Der schwedische Schreibstil ist eine angenehme Abwechslung und so empfehle ich das Buch guten Gewissens weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2021

Kurzweiliges und facettenreiches Thriller-Vergnügen

Eiskalte Thriller Box
1

Die Box lädt bereits mit einem mörderisch passenden Cover zum Zuhören ein. Jedoch erzeugt nicht nur das Cover Spannung, sondern auch die knackigen Hörbücher von größtenteils bekannten Autoren.
Zunächst ...

Die Box lädt bereits mit einem mörderisch passenden Cover zum Zuhören ein. Jedoch erzeugt nicht nur das Cover Spannung, sondern auch die knackigen Hörbücher von größtenteils bekannten Autoren.
Zunächst war ich recht überrascht über die Länge der einzelnen Geschichten, doch die Autoren haben es geschafft in kurzen Geschichten viel Nervenkitzel zu erzeugen. Hieran sind auch die SprecherInnen nicht ganz unschuldig, die nahezu vollständig überzeugen konnten. So hatte jedes einzelne Hörbuch eine passende Erzählstimme. Nicht nur die SprecherInnen waren vielseitig, sondern ebenso die Thriller. Keiner glich dem anderen und beim Zuhören wurde es nicht langweilig.
In dieser Box ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Die erste Geschichte von Tsokos zeigte den Stil, den man vom Autor gewohnt ist und bot einen idealen Einstieg. Persönlich hat mir die Geschichte von Holbe am besten gefallen, da sie außergewöhnlich und auch stellenweise humorvoll war. Sehr viel Spannung erzeugte die Geschichte von Poznanski, die eine besondere Atmosphäre durch die Stimme des Sprechers bekam. Die Geschichten von Etzold und Jackson waren nicht nach meinem Geschmack, aber sicherlich für entsprechende Liebhaber ansprechend. Die letzte Geschichte von Tremayne bot einen idealen Abschluss und hielt noch einmal viele Überraschungen parat.
Insgesamt war es eine sehr unterhaltsame Box, bei der natürlich nicht alle Geschichten und SprecherInnen jedem gleich zusagen. Sie bot klassische Mordermittlungen, Stalking, historische Aspekte, familiäre Dramen und verworrene Szenarien. Über eine weitere Box dieser Art würde ich mich demnach freuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2021

Eine wunderbare Geschichte, die zwei großartige Sachen vereint: Sylt und Pferde

Sylter Rosen
1

Ein Cover, das bereits zu einem sommerlichen Abenteuer auf der Insel Sylt einlädt, verbunden mit einer Geschichte, die einen in ihren Bann zieht.
Das Buch lässt sich durchgehend flüssig lesen und man möchte ...

Ein Cover, das bereits zu einem sommerlichen Abenteuer auf der Insel Sylt einlädt, verbunden mit einer Geschichte, die einen in ihren Bann zieht.
Das Buch lässt sich durchgehend flüssig lesen und man möchte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Erzählstil ist locker und sehr bildhaft, man fühlt sich beim Lesen pudelwohl. Die Geschichte packt durch ihre Höhen und Tiefen und so beinhaltet das Leben der Protagonistin Lisa viele Rückschläge und Hürden, aber auch besondere Momente, die einen emotional mitnehmen.
Lisa ist eine sympathische junge Frau, die an das Gute in ihrem Freund Markus geglaubt hat und leider eines Besseren belehrt wurde. So sitzt sie nicht ganz freiwillig auf Sylt fest und muss sich nach einem Betrug ihrer vermeintlichen Liebe auf der Insel durchschlagen. Ihre etwas unsichere Art ist dabei nicht ganz hilfreich. Doch zeigt sie in dieser Geschichte ihr liebevolles Wesen und knüpft so wichtige Kontakte. Allerdings stellt sie ihre Sehnsüchte auch gelegentlich zurück und lässt sich bei Entscheidungen leicht beeinflussen. Im Laufe der Geschichte ist eine Entwicklung bei ihr gut mitzuverfolgen. Dies ist u.a. der Verdienst ihres wunderbaren Freundes Henning mit seinem Partner Carsten, die mit ihrer herzensguten und hilfsbereiten Art Lisa immer zur Seite stehen. Auch der raue Hofmitarbeiter Kristian des Hofs Pferdeglück, auf dem sie Zuflucht findet, lockt sie aus der Reserve. Selbst die Hoftochter Wiebke kann Lisa mit ihrem divenhaften Verhalten auf Dauer nichts anhaben. Noch viele weitere Charaktere beleben die Geschichte und schaffen Situationen, die einen emotional abholen. Die Story birgt spannende Abschnitte, wie das Verschwinden des betrügerischen Markus und die Konfrontation mit einem traumatischen Pferdeerlebnis aus Lisas Vergangenheit, aber auch romantische Szenen, wie abendliche Begegnungen mit Kristian oder humorvolle Aspekte, wie die nordische Art mancher Figuren. Der Ausgang der Geschichte bleibt bis zum Ende offen und so fiebert man bis zum letzten Satz auf ein gewünschtes Happy End hin.
Insgesamt eine Story, die einen Einblick in das Leben einer Autorin und Pferdenärrin bietet und so auch beim Leser die Liebe zu den Huftieren schürt. Zudem weckt sie bei Sylt-Fans direkt Sehnsüchte und bekannte Orte sind wunderbar beschrieben. Auch gelegentliche Aussagen auf Platt bereiten Freude beim Lesen. Die Geschichte hat vieles zu bieten und so ist nicht nur für Sylt- oder Pferde-Fans etwas dabei. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2021

Eine Story zum Mitfiebern, Kopfschütteln, Schmunzeln und Verzweifeln

Stadt, Land, Mann
1

Ins Auge sticht zunächst das schön gestaltete Cover, das sehr gut zur Story passt.
Sobald man reinliest merkt man, dass das Buch fröhlich, humorvoll und locker geschrieben ist. Besonders mag ich die Kapitellängen, ...

Ins Auge sticht zunächst das schön gestaltete Cover, das sehr gut zur Story passt.
Sobald man reinliest merkt man, dass das Buch fröhlich, humorvoll und locker geschrieben ist. Besonders mag ich die Kapitellängen, da sie nicht zu lang sind und somit das Buch abwechslungsreich zu lesen ist. Auch das Setting in einem kleinen, idyllisch beschriebenen Örtchen im Schwarzwald gefällt mir gut. Aufgelockert wird die ganze Atmosphäre zudem durch das Schwäbisch mancher Bewohner. Die Protagonistinnen sind ein Schlag für sich. Ina ist eine Pseudo-Vegetarierin, bei der man vom Schmunzeln ins Kopfschütteln gerät. Sie verliebt sich gerne in den Falschen und könnte Mr. Right unmittelbar vor der Nase haben, ohne es zu merken. Sie plant mit jedem Mann direkt ihr ganzes Leben und trägt fast ununterbrochen eine rosarote Brille. Nathalie ist eine vermeintlich gute Freundin, die in erster Linie nur an ihr eigenes Wohl denkt. Sie ist für Ina bedingt eine Bereicherung und hat Glück diese naive, aber auch liebenswerte Freundin an ihrer Seite zu haben. Nathalie macht zunächst einen vernünftigen Eindruck, hat aber auch eine unaufrichtige und oberflächliche Seite. Gefallen haben mir allerdings ihre 10-Punkte-Listen, die ich als treffend und unterhaltsam empfand. Der sexy Barkeeper Nick ist ein A****loch, wie er im Buche steht und denkt nur an sein Vergnügen. Ob Ina ihn ändern kann? Oder bricht er ihr letzten Endes das Herz? Der liebe und gutherzige Olli ist da ideal zum ausheulen. Auch, wenn er durch seine Aufmerksamkeit und Vernunft das hat was ein Mann braucht, ist er doch der nette Junge von nebenan, der den Frauen meist zu langweilig ist.
Die Story an sich ist stellenweise turbulent und hält immer mal wieder Überraschungen bereit. So steht natürlich die Liebe im Mittelpunkt, aber auch die Karriere und Freundschaft.
Stadt, Land, Mann ist ein humorvolles Buch, bei dem man hofft/froh ist nicht wieder solo zu sein. Ein ideales Buch für jeden, der gerne schmunzelt, unglücklich verliebt ist, genug von Männern hat, daran erinnert werden muss seinen Partner zu schätzen und und und, bei dem man allerdings die Protagonistinnen nicht allzu ernst nehmen sollte. Als Bonus nimmt man mit, wie man charakterlich besser nicht sein sollte und wie wichtig eine gewisse Reife ist. Alles in allem fühlte ich mich gut unterhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere