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Yakko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2017

Auf der Suche nach dem roten Schmetterling

Du bist mein Feuer
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Caleb sieht Veronica in einer Bar tanzen und ist sofort von ihrer Ausstrahlung fasziniert und fühlt sich direkt zu ihr hingezogen. Nach ihrer ersten Begegnung erweist er sich bereits als Retter in der ...

Caleb sieht Veronica in einer Bar tanzen und ist sofort von ihrer Ausstrahlung fasziniert und fühlt sich direkt zu ihr hingezogen. Nach ihrer ersten Begegnung erweist er sich bereits als Retter in der Not. Da sie gerade erst ihre Wohnung verloren hat, bietet er ihr außerdem an, bei ihm einzuziehen und obwohl Veronica sich zunächst dagegen sträubt, nimmt sie Calebs Hilfe schließlich an. Es beginnt eine langsame, zaghafte Liebesgeschichte zwischen zwei auf dem ersten Blick völlig verschiedenen Charakteren.

Veronica – oder Red, wie Caleb sie nennt – wirkt sehr verschlossen und scheint bereits in ihrem jungen Leben viele Schicksalsschläge erlebt zu haben. Ihr fällt es schwer, andere Menschen, insbesondere aber die männlichen Geschöpfe, an sich heran zu lassen. Caleb dagegen ist der Sohn eines wohlhabenden Elternhauses und ein begehrter junger Mann auf dem College; dessen ist er sich zudem sehr bewusst und scheint diese Rolle zu genießen. Doch obwohl Caleb zunächst wie der klischeehafte Mann wirkt, steckt in ihm viel mehr, als er an der Oberfläche vermuten lässt.

Caleb versucht langsam Veronicas Vertrauen zu gelangen, und auch sie öffnet sich immer mehr.
Beide Hauptfiguren sind mir sehr sympathisch und sie ergänzen sich trotz der unterschiedlichen Lebensumstände ganz toll. Die Beziehung zueinander wächst von Seite zu Seite, als Leser fühlt und leidet man mit. Durch ihren Schreibstil schafft es die Autorin, diese langsam wachsende Beziehung sehr authentisch zu beschreiben, dabei kommen die Emotionen nicht zu kurz – immer wieder fühlt man sich in einer Achterbahn der Gefühle.
Die Nebenfiguren bekommen nicht allzu viel Handlung, auch wenn besonders Veronicas beste Freundin sehr häufig am Geschehen beteiligt ist. Aber das passt sehr gut zum Buch. Etwas gestört hat mich jedoch immer wieder der Ausdruck der Figuren untereinander. Klar, es sind junge Menschen, doch hin und wieder war mir die Sprache doch etwas zu vulgär, insbesondere wenn man bedenkt, dass Veronica Caleb gegenüber sehr zurückhaltend ist.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, überwiegend aus Veronicas und Calebs. Jedoch werden auch die Perspektiven zweier weiterer Figuren beschrieben, was mir nicht sonderlich gefallen hat. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin diese Kapitel eingeschoben hat, um das Verhalten derjenigen zu erklären, war aber meines Erachtens überflüssig, da es auch ohne nachvollziehbar für den Leser gewesen wäre.

Insgesamt ist „Du bist mein Feuer“ - wobei der englische Titel „Chasing Red“ viel passender ist – ein tolles Buch, das voller Spannung und Gefühlen steckt und trotz der Länge nie langweilig oder zäh ist, perfekt für Liebhaber dieses Genres.

PS: Einen Pluspunkt gibt es außerdem von mir, weil die Musik von Lifehouse erwähnt wird!

Veröffentlicht am 04.10.2017

Mitreißend und wundervoll

Sieben Tage voller Wunder
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Nach ihrer fünfwöchigen Reise in die Heimat, steht für Hannah der Rückflug nach London an. Aufgewühlt von den Ereignissen ihres Lebens, lässt sie sich auf dem Flughafen auf einen kleinen Flirt mit Logan ...

Nach ihrer fünfwöchigen Reise in die Heimat, steht für Hannah der Rückflug nach London an. Aufgewühlt von den Ereignissen ihres Lebens, lässt sie sich auf dem Flughafen auf einen kleinen Flirt mit Logan Carter ein, der ebenfalls Passagier desselben Fluges ist. Als das Flugzeug plötzlich abzustürzen droht, ist Logan bei ihr, um ihre Hand zu halten und sie zu unterstützen. Wie durch ein Wunder überleben sie den Absturz und es beginnt ein dramatischer Kampf um‘s Überleben in der kanadischen Wildnis.

Das Buch ist wahrlich kein Liebesroman, wie ich zu Beginn ehrlich gesagt erwartet hatte, vielmehr ist es ein packendes, mitreißendes Drama, das mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut gefesselt hat.
Sieben lange Tage kämpfen Hannah und Logan um ihr Leben, trotzen den eisigen Temperaturen sowie den lauernden Gefahren und zeigen auf eine eindrucksvolle Weise, zu welchen übermenschlichen Handlungen man in Extremsituationen fähig ist.

Die Geschichte wird aus Hannahs Perspektive erzählt, der Autorin gelingt es durch ihren Schreibstil, die Spannung durchweg aufrecht zu erhalten und die Emotionen der Protagonisten packend und nachvollziehbar zu übermitteln. Obwohl es ja nur um zwei Figuren geht, wird das Buch nie langatmig oder zäh, im Gegenteil. Die beiden Hauptfiguren sind von Beginn an überaus sympathisch und ergänzen sich toll. Als Leser leidet man bei jedem Rückschritt mit und freut sich mit ihnen gleichermaßen über kleine Erfoge. Gleichzeitig hatte ich fast ununterbrochen einen Kloß im Hals, so dramatisch und berührend ist diese Geschichte erzählt. Gerade Hannah macht eine tolle Entwicklung durch, insbesondere ihre vielen Gedankengänge bezüglich ihres vorherigen Lebens. Durch Logan gelingt es ihr nicht nur, neuen Lebensmut und Kampfgeist zu entwickeln, sondern auch einige Aspekte ihres Lebens zu hinterfragen.

Das Ende ist eine Achterbahn der Gefühle gewesen, ich muss zugeben, im ersten Moment wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Nachdem ich jedoch darüber nachgedacht habe, ist es für mich grandios und fast schon eine Meisterleistung, wie sich das Buch wie ein Puzzle am Ende zusammenfügt und absolut schlüssig und nachvollziehbar wird.

Ja, dieses Buch hat mich wirklich aufgewühlt und nachhaltig beeindruckt. Es ist eine Geschichte, wie wahrlich voller Wunder steckt.

Veröffentlicht am 19.09.2017

Tolle Ideen für die kreative Küche

Meine DIY-Küche
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Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße ...

Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße hatte ich mir im Vorfeld nicht angesehen), aber dennoch in der Gestaltung sehr modern und ansprechend.

Zu Beginn findet man zunächst Informationen über die Grundausstattung, um die Rezepte gut umsetzen zu können. Die 44 vorhandenen Rezepte werden in drei Hauptkategorien unterteilt: Hurra, ein freier Nachmittag – Rezepte, die nicht allzu viel Zeit benötigen; Schönes Wochenende – alles, was man für ein Wochenendfrühstück braucht, oder wenn einfach etwas mehr Zeit zur Verfügung steht; Endlich Ferien – hier findet man Rezepte, die an Urlaub in ferne Länder erinnern sollen.

Die Rezepte sind insgesamt sehr vielfältig, man erwartet bei einem DIY Kochbuch vor allem Rezepte für Produkte, die man sonst fertig kaufen würde, meist ohne dabei an ein klassisches „Fertigprodukt“ zu denken. So z. B. Granola, Kimchi, Sriracha oder eingelegte Gurken. Die Rezeptbeschreibungen sind insgesamt eher kurz gehalten, der Sprachstil ist ebenfalls modern und absolut passend zum Buch. Zu den Rezepten sind jeweils einige Fotos enthalten, die sehr ansprechend sind, jedoch nicht unbedingt als Schritt-für-Schritt-Anleitung geeignet sind, da sich die meisten Rezepte auf einer Doppelseite befinden.

Ich habe bereits einige Rezepte ausprobiert, das Granola bereits mehrfach in verschiedenen Abwandlungen, einiges steht noch auf meiner Liste. So manche Rezepte sind relativ aufwändig, einige davon sind auch nicht so wirklich meins (z.B. das Verarbeiten von lebenden Organismen). Toll finde ich allerdings, dass sich sehr viele der Rezepte als Geschenke aus der Küche eignen, besonders für Weihnachten habe ich schon einige schöne Ideen sammeln können.
Insgesamt gehören die meisten Rezepte der Kategorie "gesund" an, vieles davon ist auch vegan.

Einige der Rezepte passen für mich allerdings nicht so richtig zu einem DIY Kochbuch, z. B. Sushi oder verschiedene Backwaren wie Brot, aber auch Pasta. Zum einen ist gerade Sushi zu kompliziert, um es auf einer Doppelseite abzuhandeln (genau wie Macarons), zum anderen gehören solche Rezepte für mich eher in klassische Kochbücher. Da erschließt sich mir der DIY Gedanke nicht so recht.

Dennoch ist es insgesamt ein wirklich schönes Büchlein als Einstieg in die DIY-Küche, das tolle Ideen für Geschenke beinhaltet. Für meinen Geschmack hätte das Format etwas großzügiger sein können, damit auch die Fotos noch besser zur Geltung kommen.

Veröffentlicht am 14.07.2017

Unglaublich berührend und schön geschrieben

Liebe findet uns
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Heather hat vor kurzem die Uni erfolgreich beendet und möchte vor ihrem Berufseinstieg bei der Bank of America noch einmal gemeinsam mit ihren Freundinnen Amy und Constance durch Europa reisen. Auf der ...

Heather hat vor kurzem die Uni erfolgreich beendet und möchte vor ihrem Berufseinstieg bei der Bank of America noch einmal gemeinsam mit ihren Freundinnen Amy und Constance durch Europa reisen. Auf der Zugfahrt nach Amsterdam trifft sie Jack, einen Freigeist, der den Zielen seines Großvaters anhand dessen Reisetagebuches nachreist. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, gemeinsam setzen sie ihre Reise fort. Bis Jack plötzlich verschwindet...

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Heather erzählt. Sie ist eine starke, schlagfertige junge Frau mit großen beruflichen Zielen. Doch bevor sie für den Ernst des Lebens bereit ist, möchte sie gemeinsam mit ihren besten Freundinnen noch viel erleben. Heather ist meiner Meinung nach eine sehr tiefgründige, vielfältige Figur, die innerhalb des Buches eine tolle Entwicklung durchlebt, vor allem durch ihre Liebe zu Jack.
Jack ist wie ein moderner Hemingway; er reist durch Europa, auf den Spuren nach der Vergangenheit seines Großvaters. Er ist unbeschwert, fühlt sich frei von jeglichen spießigen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und möchte ungewöhnliche Orte erleben. Jack ist von Anfang an sehr sympathisch, die schnellen, oft frechen Dialoge zwischen ihm und Heather sind toll zu lesen und zeigen, wie perfekt beide schon zu Beginn harmonieren.

Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und sanft, und doch spürt man als Leser sehr früh das starke Band zwischen ihnen. Ich war immer wieder sehr berührt und konnte mich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen.
Auch die Nebenfiguren, hauptsächlich Amy und Constance sind sehr gut beschrieben, die jungen Frauen zeigen durchgehend, wie tief ihre Freundschaft verwurzelt ist und wie groß ihr gegenseitiges Vertrauen zueinander ist.
Die vielen verschiedenen Orte, die Heather und Jack gemeinsam bereisen, sind sehr detailgetreu und interessant beschrieben. Als Leser spürt man förmlich die Begeisterung der beiden Hauptfiguren für jedes einzelne Reiseziel. Einiges, was beide auf ihrer Reise durchleben, stimmt mich als Leser ebenfalls nachdenklich.

Der Schreibstil des Autors ist für mich unglaublich schön und berührend, fast schon lyrisch. Außergewöhnlich ist für mich hierbei, dass der Schreibstil sich der Stimmung und auch der Entwicklung der Figuren anpasst, insbesondere im zweiten Teil des Buches. Auch schwingt durchgehend eine gewisse Melancholie mit – ohne dabei aber jemals kitschig oder überzogen zu sein.

Insgesamt bin ich einfach begeistert von diesem Roman, der mich nachhaltig berührt und in seiner Geschichte und Erzählweise beeindruckt hat. „Liebe findet uns“ ist für mich jedenfalls nicht mit anderen Liebesgeschichten vergleichbar, die ich bisher gelesen habe. Die Geschichte bietet einige überraschende Wendungen, die sie durchweg spannend machen, auch ist nichts davon wirklich vorhersehbar. Für mich eine absolute Empfehlung!

Veröffentlicht am 03.06.2017

Geht ans Herz

Das Brombeerzimmer
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Nora hat vor einem Jahr ganz plötzlich ihre große Liebe Julian verloren. Die Trauer ist nach wie vor sehr groß, eine Form der Bewältigung ist für sie das Kochen von Marmelade. Zufällig erhält Nora einen ...

Nora hat vor einem Jahr ganz plötzlich ihre große Liebe Julian verloren. Die Trauer ist nach wie vor sehr groß, eine Form der Bewältigung ist für sie das Kochen von Marmelade. Zufällig erhält Nora einen Brief von Julians Großtante Klara, von der sie zuvor noch nie gehört hatte, außerdem ein tolles Rezept für ihre Brombeermarmelade. Bald stellt sich heraus, dass es innerhalb Julians Familie einige Geheimnisse um Klara gibt. Sie beschließt, sie zu besuchen und lernt dabei nicht nur Klara selbst, sondern auch Mandy kennen und freundet sich sofort mit ihr an.

Die Geschichte ist unglaublich schön und berührend beschrieben, das Buch ist so viel mehr als ein gewöhnlicher Frauen- oder gar Liebesroman. Anne Töpfer hat einen tollen Schreibstil, besonders die Trauer um Julian ist sehr nachvollziehbar für den Leser, und kommt dabei ohne Kitsch oder dergleichen aus. Es werden sehr viele Aspekte aufgegriffen; eine komplizierte, geheimnisvolle Familiengeschichte, Trauerbewältigung, aber auch das Knüpfen von neuen ehrlichen Freundschaften. Keiner der Aspekte kommt innerhalb der Geschichte zu kurz.

Die Figuren sind überaus sympathisch ausgearbeitet, und zwar jede einzelne. Nora ist eine starke junge Frau, die auf ihre Art und Weise mit dem Verlust ihres Mannes in so jungen Jahren umgeht. Toll ist innerhalb der Geschichte ihre Entwicklung zu erkennen, durch ihre spontane Reise und die tollen Menschen, die sie kennenlernt, gelingt ihr erstmals ein Schritt nach vorne. Klara stellt man sich als liebenswerte, wenn auch leicht verbitterte, alte Dame vor, die aber vor allem das Herz am rechten Fleck hat. Aber auch Katharina und vor allem Mandy überzeugen mich total.

Insgesamt ist „Das Brombeerzimmer“ ein wunderschönes Buch, das sehr ans Herz geht. Selten treffen so viele liebenswerte Charaktere innerhalb einer Geschichte aufeinander. Das Ende kam für mich irgendwie plötzlich, ich hätte sehr gerne noch einige Seiten weiter gelesen, da die Geschichte sicher noch sehr viel Erzählpotential bietet. Vielleicht erwartet uns noch eine Fortsetzung? Einfach ein tolles Buch!