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Veröffentlicht am 20.06.2021

Eine versunkene Stadt, eine Suche voller Magie und Rätsel und ein anmaßender Engel ...

Zepter aus Licht
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"Es gibt keinen Baum, der noch nie von einer Brise geschüttelt wurde. Alles hat seinen Preis."

"Zepter aus Licht" ist der Auftakt zu Marah Woolfs neuen "AtlantisChroniken". Mit diesem Buch hat Marah wieder ...

"Es gibt keinen Baum, der noch nie von einer Brise geschüttelt wurde. Alles hat seinen Preis."

"Zepter aus Licht" ist der Auftakt zu Marah Woolfs neuen "AtlantisChroniken". Mit diesem Buch hat Marah wieder einmal bewiesen, warum sie zu meinen Lieblingsautorinnen zählt. Die Reise in dieses Abenteuer war absolut fantastisch und die Wartezeit auf Teil 2 wird sich zu einer Qual entwickeln, weil ich sofort wissen will, wie es weitergeht. Marahs bekannte Cliffhänger sind da natürlich auch nicht unbedingt hilfreich.

Inhalt: Nefertari ist eine Schatzjägerin und ständig auf der Suche nach gestohlenen und verschollenen Kunstgegenständen. Eines Tages steht plötzlich der Engel Azrael vor ihrer Tür und beauftragt sie das verschollen Zepter aus Licht zu finden. Im Gegenzug gibt er als Engel des Todes ihrem todkranken Bruder Malachi einen Todesaufschub um Heilung zu finden. Natürlich überlegt sie da nicht lange, denn es gibt nichts, was sie nicht findet, auch wenn dieser arrogante Engel ihr den letzten Nerv raubt.

Meine Meinung: Dieses Buch ist ein wahres Schmuckstück. Das Cover des Umschlages ist perfekt, nicht zu überladen aber mit glänzenden Details ein wahrer Blickfang und auch unter dem Buchumschlag kann sich das Buch sehen lassen. Das Vorsatz bzw. das Papier, das den Buchblock vorn und hinten im Buch mit den Buchdeckeln verbindet ist farbig gestaltet, vorne mit einer farbigen Darstellung vom versunkenen Atlantis und hinten mit einem Zitat und einer Darstellung der ägyptischen Wüste. Die Überschriften der Kapitel und auch die Seitenzahlen sind mit Details versehen, so dass das Leseerlebnis noch einmal besonderer wird. Am Ende des Buches finden wir wieder ein Rezept, die ja schon eine Tradition in Marahs Büchern haben. Eine Zeittafel, ein Personenverzeichnis und ein Plan vom Tal der Könige geben auch noch einmal einen Überblick.

Marah Woolf hat sich mit ihrem Schreibstil zu einer wahren Königin in der Romantasy-Branche entwickelt. Seit ihrer AngelusSaga kann sie locker mit den ganz großen amerikanischen Autorinnen mithalten und "Zepter aus Licht" beweist wieder einmal, dass sie ein unglaubliches Talent besitzt, das mit jedem Buch gewachsen ist. Der Schreibstil ist locker leicht, spannend, aber auch sehr gefühlvoll. Romantasy vom Feinsten - man spürt das Abenteuer, die Verzweiflung und den Herzschmerz und muss mit jeder Faser mit der Geschichte mitfühlen.

In den AtlantisChroniken hat die Autorin etwas gewagt, was ich bisher noch nie gelesen habe und woran sich kaum ein Autor heranwagt. Sie hat die Mythologie aller Welten vereint und ein Reich geschaffen, in dem Alle, Götter, Engel, Dschinn und andere unsterbliche Wesen, gemeinsam existieren. Atlantis war ihre Stadt, in der die Unsterblichen regierten und nach dem Untergang Atlantis haben sich die Götter und Engel auf unterschiedliche Orte aufgeteilt. Zeus ging in den Osten, Osiris in den Süden, Odin in den Norden und Chaac in den Westen. Somit vereint sie die Mythologien und schafft ein völlig neues Universum mit unglaublich vielen Möglichkeiten. In "Zepter aus Licht" spielt die ägyptische und muslimische Mythologie die Hauptrolle, aber wer sagt, dass wir in Teil 2 nicht die nordischen Götter kennen lernen werden. Ich finde das absolut unglaublich und es wird eine Welt geschaffen, die völlig unvorhersehbar ist, weil so vieles möglich wäre. Marah hat auch einen Bezug zu einige ihrer anderen Werke hergestellt, so dass wir sogar die Helden aus BookLess oder GötterFunke wieder treffen könnten. Diese Vereinigung der Mythologien ist ihr wirklich sehr gut gelungen und ich wurde sofort in diese Welt hineingesogen und bis jetzt noch immer nicht losgelassen, obwohl ich das Buch (leider) schon zu Ende gelesen habe.

Die Geschichte spielt einerseits in Großbritannien, zum Großteil in London, und andererseits in Ägypten. Wir lernen einige Mitglieder des englischen Adels kennen, aber auch die verwunschenen Wüsten Ägyptens und seine archäologischen Meisterwerke. Zwei Settings, die eigentlich nicht zusammenpassen, hier aber ein wunderbare Einheit bilden.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nefertari, kurz Taris, und dem Todes-Engel Azrael, in der Ich-Perspektive erzählt, was wunderbar erfrischend ist, weil man so die Gefühle beider Protagonisten kennt und nichts der Fantasie überlassen wird. Die Protagonisten sind keine Teenager mehr, sondern Mitte 20 und somit zum Glück viel erwachsener als es in diesem Genre normalerweise üblich ist. Somit wird uns naives Teenager-Drama zum Glück erspart.
Taris ist eine Bad-Ass-Protagonistin vom Feinsten, genau so wie ich weibliche Heldinnen liebe. Unglaublich frech und selbstbewusst macht sie ihr Ding und schert sich nicht was andere von ihr denken. Gleichzeitig hat sie aber auch eine liebevolle Seite und mit ihrer Cleverness hat sie nicht nur Azrael beeindruckt. Ihr freches Mundwerk hat mir mehrmals einen Grinser entlockt.
Azrael ist vieles aber kurz beschrieben einfach nur ein TRAUM. Ich liebe diesen Engel. Man kann sofort die Anziehung zwischen Taris und Azrael spüren und die Funken sprühen nur so. Taris gibt Azrael ständig Konter und ist kein liebes Frauchen, das sich ihm hingibt, sondern steht gleichauf mit seiner riesigen Persönlichkeit. Zwei einmalige Charaktere, die man einfach lieben muss.

Auch die Nebencharaktere sind liebevoll und sehr detailreich ausgearbeitet. Da gibt es zum Beispiel Horus, den ägyptischen Himmelsgott, der mit Charme und Witz sofort das Herz erobert. (Und auch ein bisschen ein Muttersöhnchen ist. ) Oder Taris Cousine Kimmy, die endlich selbständig ihr Leben gestalten will und mich die ganze Zeit an Penelope Featherington von "Bridgerton" erinnert hat. Auch der ägypischte Chaos-Gott Seth hat seinen Auftritt. Normalerweise trägt dieser Gott ja immer die Rolle des Bösewichtes, aber ob es in den "AtlantisChroniken" auch so ist, werden wir noch erfahren. Auf jeden Fall wird er bestimmt noch eine tragende Rolle spielen, ebenso wie Azraels beste Freundin Enola, eine Pari, die mir etwas suspekt vorkommt.

Die Geschichte beginnt verheißungsvoll und erinnert an Tomb-Raider vermischt mit Romantasy und vereint alles, was ich an Büchern so liebe: eine fantastische Welt, ein spannendes Abenteuer, eine unsterbliche Liebe und tiefe Gefühle. Das ganze Buch über blieb eine Spannung erhalten, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Band 1 endet natürlich mit einem Cliffhänger, was bei der Autorin ja nicht anders zu erwarten war, und ich kann es kaum abwarten bis Teil 2 endlich erscheint. Liebe Marah: Bitte beeile dich und gib mir Futter für mein hungriges Herz .

Ich habe rein gar nichts an der Geschichte auszusetzen und "Zepter aus Licht" wandert direkt auf den Stapel meiner Lieblingsbücher. Endlich wieder mal eine tolle Lovestory vereint mit einer spannenden und fesselnden Geschichte - ich liebes es - ein absolutes Jahreshighlight für mich und ich kann die Geschichte wirklich jeder Romantasy-LiebhaberIn ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Das Finale der japanischen Fantasy-Saga ...

Im Schatten des Drachen
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"Das Leben ist nicht gerecht, Yumeko-chan ... Das Leben ist Gleichgewicht. Vor dem Frühling muss der Winter kommen. Vor der Sonne muss es Dunkelheit geben. Was ist, ist das, was sein muss."

"Im Schatten ...

"Das Leben ist nicht gerecht, Yumeko-chan ... Das Leben ist Gleichgewicht. Vor dem Frühling muss der Winter kommen. Vor der Sonne muss es Dunkelheit geben. Was ist, ist das, was sein muss."

"Im Schatten des Drachen" ist der finale Band der "Schatten"-Trilogie von Julie Kagawa. Die Autorin hat ja japanische Wurzeln und diese in die gesamte Reihe einfließen lassen. Eine absolut geniale Reihe, die ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Inhalt: Eine uralte Beschwörung droht das Kaiserreich Iwagoto für tausend Jahre in düsteres Chaos zu stürzen. Allein der Gestaltwandlerin Yumeko und ihrem geliebten Samurai Tatsumi kann noch die Rettung gelingen. Dafür mussten sie bereits zahlreiche Gefahren überwinden – und schreckliche Opfer bringen. Doch der größte Kampf steht ihnen und ihren Weggefährten noch bevor. Denn im Verborgenen lauert ein Feind, mit dem niemand gerechnet hat ...

Meine Meinung: Das Cover des Buches ist, wie bereits seine Vorgänger, sehr hübsch und asiatisch angehaucht. Die englischen Cover finde ich aber noch ein bisschen besser, weil sie die düstere Stimmung der Bücher besser widerspiegeln. Das deutsche Cover wirkt etwas kindlich, obwohl das Buch einen recht brutalen Inhalt hat. Trotzdem ist das Buch sehr aufwändig gestalten und macht sich im Bücherregal sehr hübsch.

Zum Schreibstil von der Autorin werde ich nicht viel sagen, der hat sich zu seinen Vorgängern nicht verändert und ist gleich toll geblieben. Im Gegenteil, er ist sogar noch etwas besser geworden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und lebte in einer komplett eigenen Welt, in der ich rings um mich kaum mehr etwas mitbekommen haben. Diese Geschichte hat mich sofort in seinen Bann gezogen und wird mich wohl nie wieder loslassen. Ich war total beeindruckt von Julie Kagawas Talent.
Auf Menschen, die keinerlei Ahnung von der japanischen Kultur haben, könnte die Geschichte und die Taten der Protagonisten etwas befremdlich wirken, auch werden ständig japanische Ausdrücke verwendet. Es gibt zwar ein Glossar am Ende des Buches, man sollte aber doch zumindest ein bisschen Ahnung haben. Die Autorin hat die japanische Kultur, mitsamt ihrer Weisheiten, Mythen und Gepflogenheiten so gut in die Geschichte eingebracht; alles erinnert an einen japanischen Action-Anime. Eine Anime-Serie davon wäre so genial und würde wahrscheinlich internationale Durchbrüche feiern.

Ich habe gelacht, geweint, innerlich verzweifelt geschrien und war total fasziniert. Die Spannung ging nie verloren und auch die Liebe und Freundschaft kam nicht zu kurz. Die Charaktere waren einzigartig ausgearbeitet, kein Ei glich dem Anderen. Das Fuchsmädchen und der Meister der Dämonen, der Pfau und der Hund ... so viele Gefühle, die die Autorin perfekt in die Geschichte eingebaut hat. Gleichzeitig war die Geschichte aber auch düster und brutal und natürlich fanden auch wieder viele Wesen der japanischen Mythologie Einzug.

Ich hätte mir kein besseres Ende wünschen können. Ich bin kein Fan von rosaroten Geschichten, in denen alles Friede-Freude-Eierkuchen endet. Für mich war dieses Finale perfekt gelöst, weil es kein allumfassendes Happy-End gibt.

Sehr empfehlenswert für alle Anime- und Manga-Fans. Ich habe keinerlei Kritik an das Buch, es war für mich einfach perfekt!
5 Sterne +++ Ich liebe diese Reihe

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Ein japanisches Abenteuer à la Inu Yasha ...

Im Schatten des Fuchses
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"Die Spinne webt ihr Netz nicht in Sekundenschnelle, ebenso wenig wie der Albatros mit nur wenigen Flügelschlägen über Ozeane fliegt. Viele erachten das, was sie tun müssen, als unmöglich, und dennoch ...

"Die Spinne webt ihr Netz nicht in Sekundenschnelle, ebenso wenig wie der Albatros mit nur wenigen Flügelschlägen über Ozeane fliegt. Viele erachten das, was sie tun müssen, als unmöglich, und dennoch bewältigen sie ihre Aufgaben meisterlich, denn sie fangen einfach an ... Ein Schritt nach dem anderen, kleiner Fuchs."

"Im Schatten des Fuchses" ist der erste Teil der "Schatten"-Trilogie von Julie Kagawa mit japanischen Mittelalter-Fantasy-Setting. Ich habe bisher noch nichts von der Autorin gelesen und frage mich warum, denn hiermit konnte sie mich absolut verzaubern!

Inhalt: Die junge Yumeko ist eine Gestaltwandlerin – halb Mensch, halb Füchsin. Im Kloster der Stillen Winde lernt sie unter der liebevollen Anleitung von Mönchen, ihre Gabe zu kontrollieren. Doch eines Nachts greifen mörderische Dämonen die Tempelanlage an und setzen sie in Brand. Yumeko gelingt es als Einziger zu fliehen, mit einem letzten Vermächtnis der Mönche in der Tasche: einer geheimnisvollen Pergamentrolle, die sie in einem Tempel in Sicherheit bringen soll. Darauf befindet sich der Teil einer uralten Beschwörung, die so gefährlich ist, dass sie einst in drei Teile zerrissen und an verschiedenen Orten aufbewahrt wurde. Unterwegs trifft Yumeko den Samurai Tatsumi, der auf der Suche nach eben jener Pergamentrolle ist. Gemeinsam setzen sie ihren Weg fort. Tatsumi weiß nicht, dass Yumeko hat, wonach er sucht. Yumeko weiß nicht, dass Tatsumi ein Geheimnis hütet, das sie beide umbringen könnte. Und beide ahnen nicht, dass sie sich niemals ineinander verlieben dürfen.

Meine Meinung: Das Cover des Buches ist einfach toll. Asiatisch angehaucht, erkennt man sofort das Setting des Buches, auch wenn es etwas kindlich wirkt. Ich habe bereits ein Auge auf das Buch geworfen, als es im Englischen erschienen ist. Das englische Cover wirkt gefährlicher und düsterer. Ich kann gar nicht sagen, welches mir mehr gefällt. Ich finde beide auf ihre Weise toll. Und im Inneren finden wir eine schön illustrierte Karte dieser wundervollen Welt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Alles ist sehr detailliert und bildhaft beschrieben, man könnte beinahe sagen etwas ausschweifend. Ich finde diese "Ausschweifungen" aber echt toll. Sie machen die Geschichte lebendig. In meinem Kopf hat sich beim Lesen ein Anime abgespielt - und zwar ein richtig toller Anime. Es wurde kein einziges Mal langweilig. Eine magische Welt, einzigartige Charaktere, spannende Kämpfe und ein Hauch von Liebe - die ganze Geschichte ist so magisch und farbenprächtig gestaltet, ich habe mich direkt verliebt.

Wenn man keine Ahnung von der japanischen Mythologie und der Kultur hat, dann könnte das Lesen zu Beginn etwas mühsam sein, denn es kommen sehr viele japanische Sagengestalten und auch Ausdrücke vor, welche zwar erklärt werden, aber nur oberflächlich. Am Ende des Buches gibt es aber ein Glossar, wo alle Begriffe, die im Buch vorkommen, erklärt werden. Dieses sollte man sich vielleicht schon zu Beginn anschauen, um gewisse Ausdrücke zu verstehen. Da ich schon etliche Animes, auch auf japanisch, gesehen habe, kann ich sagen, dass im Buch wirklich nur die am häufigsten gebrauchten Ausdrücke und Grußformeln auf japanisch geschrieben wurden. Jeder Manga- und Anime-Liebhaber kennt diese Ausdrücke und muss deren Bedeutung nicht extra nachschlagen. Mir hat das sehr gut gefallen, es macht die Geschichte und den asiatischen Flair noch authentischer.

Ich liebe die Charaktere. Sowohl das naive Fuchsmädchen Yumeko, als auch den gefühlskalten Schatten-Shinobi Tatsumi. Im Laufe der Geschichte treffen wir auch noch auf weitere Charaktere, die eine große Rolle einnehmen. Alle Charaktere wurden sehr liebevoll und detailreich gestaltet. Für jede Charaktereigenschaft gibt es einen Grund, jede Person hat seine Geschichte und jeder Charakter ist auf seine Weise einzigartig.

Auch die Handlung selbst ist sehr detailreich gestaltet und gut überlegt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten Yumeko und Tatsumi erzählt. In seltenen Momenten schlüpfen wir aber auch in andere Rollen, darüber will ich aber nicht zu viel verraten. Nichts wirkt an den Haaren herbei gezogen oder unverständlich. Bei manchen Fantasy-Geschichten wird gerne mal übertrieben. Julie Kagawa hat sich aber wirklich an die japanische Mythologie mit deren Dämonen, Geistern und Fabelwesen gehalten, ohne surreal zu wirken. Gleich beim ersten Kapitel konnte mich die Autorin fesseln und dies hat bis zum Epilog nicht nachgelassen. (Dieser Epilog hat mich echt fertig gemacht, mein Herz klopft noch immer wie wahnsinnig )

Japanische Mythologie, Spannung und Liebe - hier stimmt einfach alles. Ich könnte mich echt in den A... beißen, dass ich die Fortsetzungen noch nicht zu Hause habe. Es macht mich fast wahnsinnig, dass ich nicht gleich weiterlesen kann.
Eine absolute Leseempfehlung für alle Anime-Fans und ein Jahres-Highlight für mich.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Eine Normannin mit dem Herzen einer Waliserin ...

Das Blut der Rebellin
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"Geschichten sind die Nahrung für unseren Geist, so wie das Brot für unseren Körper. Wir brauchen Geschichten, um die langen Abende des Winters zu überbrücken und der Eintönigkeit unseres Lebens zu entfliehen. ...

"Geschichten sind die Nahrung für unseren Geist, so wie das Brot für unseren Körper. Wir brauchen Geschichten, um die langen Abende des Winters zu überbrücken und der Eintönigkeit unseres Lebens zu entfliehen. Wer möchte denn nur ein Leben führen, wenn er das von vielen besuchen kann?"

"Das Blut der Rebellin" ist der zweite Band der "Geraldines"-Romane von der österreichischen Autorin Sabrina Qunaj. Man muss den ersten Band "Die Tochter des letzten Königs" aber nicht notwendigerweise gelesen haben, weil jeder Band in sich abgeschlossen ist, auch wenn wir einige Persönlichkeiten aus Band 1, allen voran die große Heldin Nesta, widertreffen. Für das Verständnis ist es aber absolut kein Problem, wenn man mit Band 2 ins mittelalterliche Wales mit seinen Freiheitskämpfen einsteigt.
Seit dem ersten Geraldines-Roman zählt Sabrina Qunaj zu meinen Lieblingsautorinnen von historischen Romanen und auch hiermit konnte sie mich wieder völlig überzeugen.

Inhalt: Wir beginnen im Jahre 1146 in Wales, Britannien: Normannen und Waliser kämpfen unermüdlich für Land und Macht, während in England ein Bürgerkrieg tobt. Isabel ist die Enkelin der berühmtberüchtigten Nesta ferch Rhys und somit Erbe des Geraldine-Blutes. Sie wird dem grausamen Sheriff von Pembroke versprochen und eine Frau hat sich ihrem Vormund zu fügen, doch keiner hat ihr zu sagen, was ihr Herz fühlen soll. Dieses schlägt nämlich für die Waliser und somit für die Rebellion.

Meine Meinung: Das Cover des Buches schließt sich optisch an seinen Vorgänger an. Man kann sofort erkennen, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Anhand des keltischen Symbols am Cover des Buches weiß man auch sofort, dass Wales bzw. Britannien als Schauplatz dienen wird. Ich vermute das Symbol soll das Rad des Taranis darstellen, welches die Protagonistin im Buch als Talisman um ihren Hals trägt. Die Innenseiten der Broschur schmücken Fotos aus Wales was beim Öffnen des Buches gleich eine Fernweh-Stimmung und auch einen mittelalterlichen Flair verbreitet.
Zu Beginn finden wir einen Stammbaum des Geraldines-Geschlechts und ein ausführliches Personenregister mit markierten historischen Persönlichkeiten inklusiver Aussprachhilfe. Dies fand ich ganz besonders hilfreich, denn wer weiß schon wie walisische Namen und Orte ausgesprochen werden und manche Wörter scheinen anhand dem Geschriebenen wirklich unaussprechbar zu sein. So lernt man zu historischen Tatsachen auch noch die walisische Aussprache dazu.
Am Ende des Buches gibt es auch noch ein kleines Glossar, das aber meiner Meinung nach gar nicht nötig ist. Alle walisischen Begriffe werden direkt in der Geschichte genau erklärt, so dass man nicht fragend zurückbleibt.

Der Schreibstil von Sabrina Qunaj ist für einen historischen Roman flüssig und sehr leicht zu lesen. Obwohl sehr viele Fakten und historische Tatsachen in die Geschichte eingebaut werden, wird der Roman nie langatmig. Die Geschichte strotzt nur so vor historischen Persönlichkeiten und politischen Machenschaften. Immerhin spielt das Buch im 12. Jahrhundert Wales, eine der spannendsten und doch "endlosesten" Zeiten Britanniens. Einmal hatten die Normannen die Nase vorne, dann wieder die Waliser. Der kämpferische und mutige Geist der Waliser schlug die Eroberer immer wieder zurück, so dass Wales Kampf um Freiheit eine gefühlte Ewigkeit andauerte. Eine historisch sehr interessante Zeit und Stoff für unzählige heroische Geschichten. Gleichzeitig ist das Setting einfach atemberaubend. Die wilde, unberührte Landschaft von Wales, in der "grün" eine völlig neue Bedeutung bekommt, scheint den Märchen und Sagen entsprungen zu sein. Dies wird in der Geschichte auch eingebaut, so dass dem Lesen ein bisschen Fernweh begleitet.

Mit unserer Protagonistin Isabel begleiten wir eine unglaublich starke und mutige Frau mit einem Kämpferherz, das für 20 Männer ausreicht. Für diese Zeit zwar sehr unüblich, jedoch nicht unmöglich. Die Waliser brachten einige starke und unvergessliche Heldinnen zutage. An Isabels Persönlichkeit kann sich jeder ein Scheibchen abschneiden und es wurde nie langweilig ihre Geschichte zu verfolgen. Sie folgt ihrem Herzen, versucht aber gleichzeitig stets das Richtige zu tun. Als kleines Mädchen lernen wir sie kennen und begleiten sie bis in ihre 30iger. In diesen wankelmütigen Zeiten erlebt Isabel mehr als eine Frau je ertragen sollte. Krieg, Brutalität und der Kampf ums Überleben stehen an der Tagesordnung und ich habe jede Minute mit Isabel mitgefiebert. Ich litt mit ihr Herzensqualen, erlebte das Fieber der Rebellion und verspürte Rache für angetane Ungerechtigkeiten. Man konnte ihr beim Erwachsenwerden zusehen und auch beim Erstarken ihrer Persönlichkeit. Wer ein Faible für starke weibliche Hauptcharaktere in einer dafür völlig untypischen Zeit hat, ist mit diesem Buch also goldrichtig.

Gleichzeitig beinhaltet das Buch eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe. Eine Liebesgeschichte mit der man Tränen vergießen kann und die einen das Herz wärmt. Man wünscht sich für seine Lieblinge ein Happy-End auch wenn man genau weiß, dass dies in so einer Zeit praktisch unmöglich ist. Diese Geschichte zeigt, dass Zeit und Raum wahrer Liebe nichts anhaben kann und dass Beharrlichkeit am Ende belohnt wird.

Die 700 Seiten verflogen wie im Rausch, die Protagonistin ist mir mit ihrer mutigen und rebellischen Art ans Herz gewachsen und die Liebesgeschichte hat mich richtig berührt.
Dieses walisische Abenteuer hat mir unglaubliche Lesestunden beschert und auch ein bisschen Fernweh geschürt - sehr empfehlenswert für LiebhaberInnen von historischen Romanen, die im Mittelalter des heutigen Großbritanniens spielen und starke Persönlichkeiten in der Hauptrolle sehen wollen.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Bitte nicht darum; wünsch es dir nicht. NIMM ES DIR.

Throne of Glass 3 - Erbin des Feuers
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"Sie war die Erbin von Asche und Feuer und würde sich vor niemanden verbeugen."

"Throne of Glass - Erbin des Feuers" ist der dritte Band der Fantasy-Saga "Throne of Glass" von Sarah J Maas. Vollkommen ...

"Sie war die Erbin von Asche und Feuer und würde sich vor niemanden verbeugen."

"Throne of Glass - Erbin des Feuers" ist der dritte Band der Fantasy-Saga "Throne of Glass" von Sarah J Maas. Vollkommen anders als seine beiden Vorgänger, konnte mich dieser dritte Teil endlich absolut überzeugen, sowohl was die Charaktere, als auch die Story betrifft. So kennen wir unsere Fantasy-Göttin Sarah J Maas.

Inhalt: Celaena kennt nur ein Ziel: sich an dem grausamen König von Adarlan zu rächen. Um ihn zu besiegen, muss sie jedoch den Mann, den sie liebt, zurücklassen. Und nicht nur das - Celaena bricht auf in ein neues Land, in dem ihr dunkelstes Geheimnis lauert. Ein Geheimnis, das alles - ihre Gegenwart und ihre Zukunft - für immer verändern wird ...

Meine Meinung: In der Inhaltsangabe wird ja bereits eine Veränderung angekündigt und auch das Ende von Band 2 ließ solche erahnen und ENDLICH erkenne ich das unglaubliche Schreibtalent von Sarah J Maas wieder. Dieses Buch ist anders als seine Vorgänger. Endlich lernen wir Celaenas vollständigen Charakter kennen und lieben und auch die Story nimmt einen weitreichenden und komplexen Verlauf, welcher sich in den ersten beiden Bänden nur erahnen ließ.
Die Geschichte wird nun aus mehreren Sichten und aus unterschiedlichen Orten abwechselnd erzählt. Einerseits aus der Sicht Celeanas, die in Wendlyn nach Antworten und Unterstützung sucht, um ihren Schwur Nehemia gegenüber einzuhalten und das Land ihrer Freundin aus den Klauen des bösartigen Königs von Adarlan zu befreien. Dort trifft sie auf den unergründlichen Fay-Krieger Rowan, der mich zwischendurch ein bisschen zum Sabbern gebracht hat Auf so einen Charakter habe ich schon seit Band 1 gewartet. Endlich jemand, der Celaena das Wasser reichen kann. Vom ersten Auftreten an, hat mich Rowan fasziniert. Dass dieser Krieger mehr zu bieten hat, als zu Beginn scheint, ist sofort klar und bei jedem Sichtwechsel habe ich sehnsüchtig wieder auf Celaenas Sicht gewartet :D Ich wusste doch gleich, dass diese Sache mit Chaol noch nicht alles sein kann. Celaena braucht jemanden an ihrer Seite, der neben ihren gewaltigen Charakter nicht verkümmert, diesen Jemand hat sie nun offensichtlich gefunden. Auch wenn sie es bisher noch nicht begriffen hat^^
Celaena erlebt im Laufe von Band 3 eine starke Charakterveränderung zum Positiven, welche sie schon bitter nötig hatte. Ein Rohdiamant, der endlich geschliffen wird, um strahlen zu können. Ich hoffe, dass die Autorin dieses Strahlen in den nächsten Bänden nicht übertreibt und zu einem Blenden wird.

Dann lernen wir die Geschichte aus der Sicht eines völlig neuen Charakters kennen. Nämlich aus der Sicht einer Ironteeth-Hexe, Manon, die absolut böse, ohne Mitleid oder Gefühle ihre Ziele verfolgt. Im zweiten Band haben wir ja bereits eine solche Hexe kennengelernt und es ist absolut faszinierend Manons Sicht zu folgen. Trotz Antagonist schließt man diese blutgierige Hexe sofort ins Herz und muss mit ihr mitfiebern. Ich hoffe noch viel mehr von ihr zu erfahren und bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte von Manon mit Celenas und Chaols oder Dorians kreuzen wird. Dass sich ihre Wege noch irgendwie kreuzen werden, bezweifle ich keine Sekunde lang.

Was im Glas-Schloss und Rifthold vor sich geht, erfahren wir aus der Sicht von Chaol und Dorian. Für Chaol und Dorian wird es langsam eng und sie stehen vor der Entscheidung auf welcher Seite sie nun stehen. Vor allem Chaol stürzt in ein Gefühlschaos. Sein bisheriges Leben und seine Einstellungen stürzen komplett in sich zusammen, da er nun den wahren Charakter seines Königs kennt. Die Frau die er glaubt zu lieben, ist plötzlich auch eine völlig andere und da gibt es auch noch die Rebellen ...
Zu Beginn waren mir Chaol, Dorian und die Geschehnisse im Schloss im Gegensatz zu den anderen Charakteren ein bisschen zu langweilig. Beide kamen nicht wirklich voran, aber jedes einzelne Wort und jede einzelne Tat führt zu einem gewaltigen BUMM am Ende, dass mich fassungslos zurückließ. Und endlich werden die Entscheidungen getroffen, auf die man schon so lange gewartet hat.

Die ganze Geschichte wird komplexer und endlich erfährt man mehr. Mehr über Celaenas Vergangenheit und ihre Geheimnisse, mehr über die Machenschaften des Königs von Aderlan, mehr über die Geschichte der Fay und Terassens Untergang. Dieser dritte Teil hebt sich sehr stark von seinen Vorgängern ab und ist unglaublich fesselnd. Wir lernen neue, einzigartige Charaktere kennen und erleben endlich diese WOW-Momente, die wir von der Autorin kennen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und nun würde ich am liebsten sofort mit Band 4 weitermachen. Eine lange Trennung zu Rowan würde mein Herz nicht lange verkraften.

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