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Veröffentlicht am 12.08.2020

Schön, aber leider nicht genug

Nach oben führt auch ein Weg hinab
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Maddy’s leben lief bisher nicht wie gewünscht – geboren wurde sie in Kanada und zog mit ihrer Mutter als kleines Mädchen nach Deutschland, als ihre Eltern sich trennten. Ohne Deutschkenntnisse hatte sie ...

Maddy’s leben lief bisher nicht wie gewünscht – geboren wurde sie in Kanada und zog mit ihrer Mutter als kleines Mädchen nach Deutschland, als ihre Eltern sich trennten. Ohne Deutschkenntnisse hatte sie es schwer in der Schule und ist am Ende durchs Abitur gefallen. Obwohl sie zu ihrem Vater jahrelang keinen Kontakt hatte, soll sie nun den Sommer bei ihm in Kanada verbringen. Doch dort ergibt sich die Chance als Influencerin bekannt zu werden, allerdings braucht sie dazu noch mehr Content und Follower. Kurzerhand entscheidet sie einen Roadtrip durch die Rocky Mountains zu unternehmen und dort ihren Account zu pushen. Um den Roadtrip machen zu können, muss sie jedoch ihren im Rollstuhl sitzenden Großvater mitnehmen.

Als Maddy in Kanada ankam wollte sie nur einfach ihre Ruhe. Der wesentliche Teil der Handlung spielt sich auf dem Roadtrip ab. Wo zu Beginn fast nur Probleme zu sein scheinen, sieht Maddy immer mehr positive Dinge. Sie lernt einige Menschen kennen, mit denen sie zuvor sonst kaum hätte etwas anfangen können. Ganz vorne dabei auch der junge Australier, Vince, der zunehmend sympathisch auf sie wirkt. Während der gemeinsamen Zeit mit ihrem Großvater entwickelt sie auch eine starke Bindung zu ihm. Er bringt ihr einen neuen Blickwinkel auf viele Dinge bei, versinnbildlicht durch die analoge Fotografie, die er seiner Enkelin näher bringt.

Die Protagonistin hatte für mich von Beginn an eine negative Ausstrahlung. Sie war mit vielen unzufrieden und hat viele Dinge nur oberflächlich betrachtet. Zudem handelte sie meistes aus eigenem Interesse und über andere denkt sie wenig nach – viel zu sehr ist sie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und betrachtet sich als Opfer. Maddy’s Leben findet auf ihrem Instagram-Account statt. Besonders, dass sie sich nicht über die Erkrankung ihres Großvaters informiert hat bzw. sich Gedanken dazu gemacht hat, kam mir sehr unrealistisch vor.
Auf dem Roadtrip taut Maddy langsam auf und es findet eine langsame Entwicklung statt, bis ihr die Follower unwichtig erscheinen und ihr Großvater zunehmend in den Vordergrund gelangt. Aufgrund seiner MS-Erkrankung geht es ihm körperlich immer schlechter, seelisch scheint ihm dieser Ausflug mit seiner Enkelin allerdings mehr zu geben, als Maddy vermutet hätte. Auf der Tour lernen sie den Australier Vince kennen, der sie einen Teil der Reise begleitet und einen Draht zu Stan entwickelt. Erst nachdem sich die Wege wieder getrennt hatten, wird Maddy klar, dass Vince mehr als eine Urlaubsbekanntschaft für sie ist. Alles schließt mit einem traurigen und offenen Ende.

Zu Beginn hat mich vor allem das Cover angesprochen. Da ich gerne wandere, lese ich ab und zu gerne Geschichten mit diesem Setting. Das Lettering vom Titel hat meine Neugierde dann komplett gemacht - finde ich total cool! Im Buch selbst wurde meine Neugierde auch weiter bedient: Immer wieder sind QR-Codes eingebaut, bei denen der Leser Hintergrundwissen zu bestimmten Stops des Roadtrips oder persönliche Erlebnisse der Autorin nachlesen kann. Eine klasse Idee!

Es hat lange gedauert bis mich die Handlung fesseln konnte. Lange hat mich Maddy als Protagonistin genervt und ich wurde nicht warm mit ihr. Mit fortschreitender Handlung wurde das besser, auch wenn ich bis zum Schluss keinen richtigen Zugang zu ihr gefunden habe. Dennoch hat Maddy im Buch eine große Entwicklung durchgemacht und ihre Einstellung geändert. Zum Schluss nimmt sie die Natur viel bewusster wahr und sieht auch, was im Leben wirklich zählen sollte. Diese Entwicklung fande ich wirklich gut, auch wenn sie mich emotional nicht ganz packen konnte. Auch das Finale konnte ich früh vorhersehen.
Das Setting und die Beschreibung der Landschaft hat mir sehr gut gefallen. Die Bilder hinter den QR-Codes haben es dann vervollständigt.

„Nach oben führt auch ein Weg hinab“ war wirklich schön zu lesen und hat in mir die Lust zum Wandern und campen verstärkt. Durch diese individuellen Akzente wie die QR-Codes war es auch besonders, allerdings konnte mich die Handlung nicht tief genug ergreifen, obwohl sie eine emotionale Geschichte erzählt. Das lag vermutlich hauptsächlich an meiner fehlenden Identifikation mit der Protagonistin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Eine tolle Welt, die noch vieles offen lässt

Muse of Nightmares - Das Geheimnis des Träumers
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Weiter geht es mit der Geschichte zu Sarai und Lazlo, nachdem der zweite Teil den Leser voller Spannung zurück gelassen hatte. Der Leser taucht wieder in das Setting der Stadt Weep und der Zitadelle ein. ...

Weiter geht es mit der Geschichte zu Sarai und Lazlo, nachdem der zweite Teil den Leser voller Spannung zurück gelassen hatte. Der Leser taucht wieder in das Setting der Stadt Weep und der Zitadelle ein.
Die Geschichte beginnt mit einem neuen Handlungsstrang: Kora und Nova, zwei Schwestern, die in einem Dorf ein spärliches Leben führen und davon träumen Fähigkeiten zu entwickeln und ihrer Mutter zu den Mesarthim zu folgen.
Kurz darauf wird der Handlungsstrang aus dem zweiten Buch weiter verfolgt und lässt den Leser sofort wieder in die Handlung eintauchen. Sarai ist aus der Zitadelle gestürzt und ist nun ein Geist, der von Minya kontrolliert werden kann. Durch verschiedene Situationen wird der Keil zwischen Minya und ihrer Familie wird immer größer und findet ihren Höhepunkt als diese ein Geheimnis lüftet, dass die anderen nicht erwartet hatten. Sie spielt in eine zentrale Rolle und erst später im Buch erfahren der Leser und die Charaktere in der Handlung, was hinter Minyas fanatischem Rachewunsche steckt.
Parallel leert sich unter ihnen die Stadt und ein Teil der verbliebenen entdecken die alte Bibliothek, welche sie erkunden. Die Spannung der Handlung wird kontinuierlich aufgebaut und lässt am Ende den Leser gewohnt mit vielen offenen Fragen und einem Cliffhanger zurück.
Wie kam Lazlo als Baby nach Zosma? Welche Rolle spielen Kora und Nova und wie geht ihr Leben weiter? Besonders ändert sich auf der Blick auf die Götter - es scheint doch nicht so einfach schwarz/weiß, sondern es steckt wohl mehr dahinter.

Wie bereits bei „Strange the Dreamer“ ist die Sprache detailliert und bildlich - das macht Spaß zu lesen. Durch viele Vergleiche und tiefe Beschreibungen wird jede Handlung unterstrichen. Auch das Cover ist wieder ein totaler Hingucker und zieht direkt an.

Fazit:
Laini Taylor hat mit dieser Reihe eine tolle Welt erschaffen, in die ich gerne eintauche. Ich habe die drei Teile der Reihe nun in sehr kurzer Zeit gelesen und mir hat der Schreibstil und das Setting super gefallen. Im dritten Teil konnten mich besonders die vielen verschiedenen Charakter und Handlungsstränge fesseln.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 07.06.2020

Von Liebesgeschichte zum Fantasyabenteuer

Airwitch
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Die „Airwitch“ June erfährt nach ihrer Ankunft in Burrow von ihren Fähigkeiten als Hexe. Aber sie muss sich nicht nur mit ihrem Hexen-Dasein auseinandersetzen, sondern auch mit den Zwillingen, die sie ...

Die „Airwitch“ June erfährt nach ihrer Ankunft in Burrow von ihren Fähigkeiten als Hexe. Aber sie muss sich nicht nur mit ihrem Hexen-Dasein auseinandersetzen, sondern auch mit den Zwillingen, die sie an ihrer neuen Schule kennenlernt. Die Jungs sind zwar sehr unterschiedlich, treffen aber beide bei June einen Nerv.

Direkt bei ihrer Ankunft in ihrer neuen Heimat trifft June Sam und es funkt. Kurz darauf begegnet sie schon Sky, Sam`s Bruder. Zuerst verbringt sie mehr Zeit mit Sky, wodurch sich Sam zurückzieht, denn er denkt, dass er neben Sky keine Chance hat. Während Sam ruhig und rücksichtsvoll ist, benimmt sich Sky hingegeben oft wie ein A****. Mit der Zeit werden Junes Gefühle deutlich und sie erkennt, dass Sam der Bruder ist mit dem sie zusammen sein möchte. Dieses Liebesdreieck war mir nicht immer ganz transparent und auch die Gefühle haben mich leider nicht ganz erreicht.
Junes Entwicklung als Hexe muss sie weitgehend alleine durchmachen. Zwar versucht sie mit ihren Eltern darüber zu sprechen und auch ihr Onkel Matt weiß Bescheid, allerdings hat keiner aus ihrer Familie praktische Erfahrung. Stutzig macht mich die sorglosen Reaktionen ihrer Eltern, allerdings spielten diese auch eine sehr geringe Rolle in der gesamten Handlung. June selbst ist neugierig und macht sich lange ebenfalls kaum Gedanken über die möglichen Gefahren ihrer neuen Fähigkeiten.
Als June und Sam zueinander gefunden haben, hilft er ihr ihre Kräfte zu kontrollieren, denn auch er ist ein Hexer. Gemeinsam absolvieren sie die Initiation und werden vollwertige Mitglieder der magischen Gemeinschaft. Diese Zeremonie war sehr bedächtig beschrieben und hat diese magischen Welt von den „Standardideen“ abheben können. Die Texte zu den jeweiligen Elementen waren schön, flüssig und beschreiben auch die Charaktereigenschaften der jeweiligen Hexe und automatisch habe ich darüber nachgedacht, ob diese Beschreibungen auf June, Sam und Sky zutreffen. Vor allem bei June fand ich es super getroffen! Diese Szene war eine von denen, die ich gerne deutlich länger und detaillierter gelesen hätte.
Schnell darauf kommt die Bedrohung durch die dunkle Seite der Magie, dargestellt durch die Schattenwesen „Blocker“. Von einer lockeren Liebesgeschichte mit Fantasyaspekten geht es flüssig in ein Abenteuer über. June trainiert nun nicht mehr für ihre Aufnahme, sondern für den Kampf und scheint eine starke Hexe zu sein. Diese Information wird allerdings nicht direkt weiterverfolgt, was ich schade finde. Als der Kampf immer näher kommt vermischen sich das Abenteuer und der emotionale Handlungsstrang zum spannenden Finale. Unerwartet wird June schwanger und es ist keine normale Schwangerschaft, was die Situation zunehmend verschärft.

June, die Protagonistin ist eine sympathische, bisschen tollpatschige, dickköpfige, 17-jährige Jugendliche. Sie ist selbstbewusst und nimmt die Dinge selbst in die Hand - sowohl bei der Magie als auch bei den Jungs. Wie bereits erwähnt, nimmt sie die Situationen aber für meinen Geschmack zu leicht auf.
Sam ist der ruhigere und fast schüchterne Bruder der Zwillinge. Er scheint häufig im Schatten seines Bruders zu stehen, was ihm zusetzt. Der ist nämlich der Schwimm-Star der Schule, ein Mädchenschwarm und bei allen beliebt. Sky macht im Laufe der Handlung für mich die größte persönliche Entwicklung durch, was mir gut gefallen hat. Auch bei Sam werden Veränderungen deutlich, da er eine dunkle Seite durchblicken lässt.
Zusammen sind die drei allerdings ein tolles Trio, die sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften gut ergänzen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Zwischendurch ist in manchen Passagen sehr viel Energie in der Handlung (z.B. durch viele Ausrufezeichen), die an diesen Stelle aber nicht immer passten.

Fazit
Die Grundidee der Handlung hat ihr gut gefallen, allerdings hätte die Handlung auf mehrere Bücher gestreckt werden können, da so vieles nur angeschnitten wurde und Einiges aus dieser Welt mich tiefer interessiert hätte. Es gab richtig coole Ideen, die auch gerne noch mehr Raum hätten bekommen können. Neben den Emotionen, die mich nicht vollständig ergreifen konnten gab es ein paar Stellen, die mir nicht ganz realistisch vorkamen. Allgemein hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass „Airwitch“ auf eine jüngere Leserschaft abzielt, für diese vermutlich aber gut passt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2020

Leider zu unrealistisch und oberflächlich

V is for Virgin
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Valerie hat einen Freund mit dem sie bisher eine glückliche Beziehung führt. Doch als es um den nächsten Schritt geht, den Zach schon detailliert vorbereitet hat, muss sie ihm gestehen, dass sie vor der ...

Valerie hat einen Freund mit dem sie bisher eine glückliche Beziehung führt. Doch als es um den nächsten Schritt geht, den Zach schon detailliert vorbereitet hat, muss sie ihm gestehen, dass sie vor der Ehe mit keinem Mann schlafen möchte. Zach reagiert darauf anders als V erwartet hat: er macht Schluss. Kurz darauf lernt sie Kyle kennen, einen Rockstar, der es sich zur Aufgabe gemacht hat sie umzustimmen.

Das Buch startet direkt im Thema mit der Szene, in der Val von Zach verlassen wird, weil sie keinen Sex möchte. Der Leser wird direkt ins Geschehen geschmissen und lernt schnell die wichtigsten Charaktere kennen. Als spontane Reaktion darauf, dass Zach eine Lüge über den Ablauf des Trennungsabends in der Schuler erzählt gibt Val in der Schulkantine vor allen Mitschülern zu, Jungfrau bleiben zu wollen und stellt das Geschehene richtig. Natürlich filmen einige Schüler diesen Auftritt und er geht schnell viral.
Kurz darauf lernt V Kyle kennen - Backstage bei einem seiner Konzerte. Von Anfang an gibt es einen verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden. Diese Neckereien fand ich am Anfang süß und habe den Humor dabei gerne verfolgt.
Durch die positiven Kommentare unter ihrem Video, ist Val dazu inspiriert aus ihrer Einstellung eine Kampagne zu entwickeln. Da sie schon immer Schmuck verkaufen wollte, kreiert sie für die Kampagne Ketten mit „V“- Anhängern. Schnell wird sie damit erfolgreich und verkauft sie über diverse Möglichkeiten. Ihr Aufstieg in diesem Gewerbe und wie sehr sie gepuscht wird, war für mich sehr unrealistisch und einseitig beleuchtet. Erst zum Ende hin kommt durch, dass ein solcher Start nicht nur positive Seiten mit sich bringt, aber auch darüber hinaus wird es als sehr einfach und unkompliziert dargestellt. Außerdem hat für mich bei der Kampagne Vals Karriere zu viel Raum eingenommen und den eigentlichen Hintergrund und „Probleme“ die damit thematisiert werde sollen verdrängt.
Zwischen Val und Kyle entwickelt sich zunehmend eine öffentliche Auseinandersetzung aufgrund ihrer gegensätzlichen Einstellungen zum Thema Sex. Und obwohl Kyle immer wieder beteuert, dass er wirklich Interesse an Val hat glaubt sie ihm nicht - kann aber auch nicht leugnen, dass er etwas in ihr bewegt.
Für mich kamen die Gefühle zwischen Val und Kyle nicht wirklich an. Ich hatte nie den Eindruck, dass Kyle tiefe Gefühle für Val hat, sondern eher dass es ihm um die Herausforderung geht. Bei Val konnte ich die Gefühle schon eher nachvollziehen, was aber durch ihre Beziehung mit Isaac wieder relativiert wurde. Grundsätzlich waren mir die Beziehungswechsel in der Story zu viel und unrealistisch - was wiederum allerdings perfekt ins Setting gepasst hat.
Das Ende konnte mich überraschen, da ich fest davon überzeugt war, ich wüsste wie die Handlung endet. Das offene Ende hat mir auch ganz gut gefallen und mich trotz aller Kritikpunkte neugierig auf den zweiten Teil gemacht.

Val ist ein selbstbewusster, ehrgeiziger und leichtgängiger Charakter. Auffällig ist, dass ihr alles so leicht fällt und die Erfolge einfach so kommen, ohne dass sie es tatsächlich aktiv möchte. Auch die Rückschläge, die sie teilweise zum landesweiten Gesprächsthema machen, scheint sie gut wegzustecken. Leider hat mir das den Charakter flach und unrealistisch erscheinen lassen und wurde mir zunehmend unsympathischer.
Die beiden männlichen Hauptcharaktere sind Kyle und Isaac. Beide sind in ihren Welten sehr beliebt bis hin zu berühmt, aber auch sehr unterschiedlich. Isaac scheint ein netter, ruhiger und liebenswürdiger Typ zu sein, der Val bei ihrer Aktion „V is for Virgin“ stark unterstützt. Kyle hingegen verkörpert den klassischen Bad-Boy, der sich an V die Zähne ausbeißt. Er hat mich neugierig gemacht und seine eigentlich unlogische Art macht ihn interessant. Leider bekommt der Leser wenig von Kyles Hintergründen mit und es gab für mich auch nur zwei kurze Momente im Buch, in denen er für mich den Raum bekam, den ich erwartet hatte. Dafür, dass er bereits auf dem Klappentext genannt ist, war das mir persönlich zu wenig.

Das Setting erinnert mich an die typischen Highschool Serien - und dann spielt es auch noch in O.C. (Orange County) und es gibt diese eine beliebte Clique.
Auch die Charaktere sind in diesen Rahmen gepasst und erfüllen das klassische Hierarchie-Denken, dass in Filmen auf diesen Schulen herrscht. Passend dazu ist der Schreibstil einfach und flüssig zu lesen.
Das Cover hat mich sofort angesprochen und ich finde es immer noch wunderschön! Hätte ich das Buch nicht in dieser Leserunde gelesen, wäre es wahrscheinlich ein Cover-Kauf geworden.

Fazit:
Zusammenfassend hat mich das Buch leider enttäuscht. Ich hatte bei dem Thema etwas mehr Tiefgang und Realismus erwartet, was ich zumindest von „Cinder&Ella“ von der Autorin besser gewohnt bin. Dem hingegen war das Buch durchzogen von unrealistischen Szenen und oberflächlichen Handlungen und Charakteren. Als Buch für zwischendurch, das locker und ohne vieles Nachdenken gelesen werden soll, kann ich es empfehlen (wobei hierfür das Thema nicht gut gewählt ist), für meine Erwartungen hat es leider nicht ausgereicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 25.05.2020

Ein Buch mit nachträglichem Tiefgang

Damals war es Friedrich
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„Damals war es Friedrich“ erzählt von zwei Jungen, die im selben Haus aufwachsen und sich anfreunden. Über die Zeit lernen sie auch die jeweils andere Familie kennen und auch die Eltern verstehen sich ...

„Damals war es Friedrich“ erzählt von zwei Jungen, die im selben Haus aufwachsen und sich anfreunden. Über die Zeit lernen sie auch die jeweils andere Familie kennen und auch die Eltern verstehen sich gut. Doch der Nationalsozialismus dringt immer mehr in den Alltag der Familien und rückt den Glauben von Friedrichs Familien in den Vordergrund: Sie sind Juden.

Die Geschichte in diesem Buch wird von Friedrichs Freund erzählt, dessen Name nicht erwähnt wird. Er beobachtet wie das Leben von Friedrich und seiner Familie sich verändert und wie die Unterschiede zu seiner eigenen Familie immer größer werden. Dennoch hält er an der Freundschaft fest und scheint selbst die Entwicklungen nicht verstehen zu können.

Die Kapitel sind in relativ großen Zeitsprüngen erzählt. Im Inhaltsverzeichnis findet man zu jedem Kapitel das betreffende Jahr - ich habe das leider erst gesehen, nachdem ich das Buch beendet hatte. Die Handlung dieser doch recht wenigen Seiten streckt sich von 1925 bis 1942 und greift in den herausgegriffenen Szenen die wesentlichen Entwicklungen des Nationalsozialismus gegenüber dem Judentum auf. Jede Szene zeigt wie die Einschränkungen der Familie zunehmen. Da zwischen den einzelnen Kapiteln viel Zeit liegt, kommt der zeitliche Verlauf dem Leser doch eher kurz vor. Leser die einen breiten Einblick in diese Zeit erwarten, werden hier enttäuscht. Der Autor behandelt hier wirklich nur das Schicksal der Juden, speziell einer speziellen Familie.
„Damals war es Friedrich“ ist für mich ein Buch, das erst nach etwas Zeit wirkt. Ich habe das Buch vor ca. 2 Monaten gelesen. Mein Eindruck kurz nachdem ich das Buch beendet hatte war, dass es sehr kurz gefasst war, vllt. sogar oberflächlich und ich gerne mehr Infos gehabt hätte. Der Eindruck besteht immer noch, aber jetzt da ich intensiver darüber nachgedacht habe vermittelt das Buch sehr wichtige Botschaften zwischen den Zeilen. Zuerst hatte ich dem Buch als Geschichte/ Handlung 4 Sterne gegeben - jetzt mit dem Denkpotzenzial/-anreizen und den Hintergründen sind es für mit 4,5 Sterne. Das gilt allerdings nur für jene, die sich darauf einlassen können und bereit sind über die Zeilen hinaus zu denken.

Auf der Rückseite meiner Ausgabe von „Damals war es Friedrich“ steht „lesen - nachdenken - mitreden“ und genau das trifft den Inhalt des Buchs auf den Punkt. Dieses Buch liest man nicht zur reinen Unterhaltung, sondern es ist zum Nachdenken und darüber Sprechen. Die Geschichte hinterlässt einen Nachgeschmack und erfüllt damit wohl auch die Zielsetzung, welche sie auch als Schullektüre verfolgt.
Neben dem geschichtlichen Einblick und Hintergrund, den das Buch vermittelt, schafft der Autor aber auch einen Bezug zu jeder anderen Zeit - denn noch vor der Inhaltsangabe steht Folgendes:

Damals waren es die Juden...
Heute sind es dort die Schwarzen,
hier die Studenten ...
Morgen werden es vielleicht die Weißen,
die Christen oder die Beamten sein..

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere