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Veröffentlicht am 22.01.2021

Wohlfühlbuch mit ein paar Schwächen

The Right Kind of Wrong
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Inhalt
Zoe lebt mit ihrer besten Freundin Kate in einer WG in London und hat sich dort gut eingelebt. Sie studiert und möchte ihr Leben unabhängig von ihren Eltern, zu denen sie kein gutes Verhältnis hat, ...

Inhalt
Zoe lebt mit ihrer besten Freundin Kate in einer WG in London und hat sich dort gut eingelebt. Sie studiert und möchte ihr Leben unabhängig von ihren Eltern, zu denen sie kein gutes Verhältnis hat, leben. Eigentlich ist es eine zweier WG, aber als Kates neuer Freund eine vorübergehende Bleibe braucht, unterstützt Zoe ihre beste Freundin. Noah und Zoe haben keinen guten Start, aber je länger sie sich kennen umso mehr Gemeinsamkeiten finden sie so dass sich eine Freundschaft entwickelt oder sogar mehr…

Meinung
Zoe ist eine quirlige, humorvolle und sympathische Protagonisten. Sie erfüllt viele Klischees, aber besonders der Hintergrund mit ihrer Familie hat für mich den Unterschied gemacht. Sie steht ihrem Großvater sehr nahe und vielleicht sind es gerade die familiären Probleme, die ihre Freundschaft zu Kate so bedeutend macht.

Als Zoe Noah kennen lernt ist da alles andere als Sympathie zwischen den beiden. Doch es gibt immer mehr Situationen in denen die beiden alleine sind oder etwas gemeinsam unternehmen, so dass sie sich zunehmend näher kennen lernen und ein Draht zueinander finden. Dabei rückt Kate immer mehr in den Hintergrund und ich als Leser hatte auch das Gefühl, dass Noah die Beziehung nicht sonderlich wichtig ist.
Die Handlung war für mich relativ vorhersehbar. Zoe und Noah kommen sich immer näher, wobei Zoe einen Gewissenskonflikt mit sich austrägt, da Noah der Freund ihrer besten Freundin ist. Natürlich versucht sie sich lange nicht einzugestehen welche Gefühle sie für ihn hat, trotzdem ist es relativ schnell klar. Dass die drei in einer Wohnung leben, macht es nicht einfacher. Die Darstellung des Konflikts hat mir gut gefallen, beide wehren sich sehr lange dagegen und neben den Gefühlen entsteht tatsächlich auch eine gute Freundschaft. Im Nachhinein hätte ein klärendes Gespräch zwischen Kate und Zoe eventuell das Problem einfach klären können (was die Story allerdings kaputt gemacht hätte). Sobald allerdings der Punkt überschritten war, an dem ein Gespräch geholfen hätte, fand ich es nachvollziehbar, wie schwierig es für Zoe war, den richtigen Weg zu finden.

Im Laufe der Handlung macht Zoe eine deutliche Entwicklung durch. Sie wird zunehmend selbstbewusster und findet ihren Weg. Ihre Panikattacken allerdings kam nicht wirklich bei mir an und haben zu wenig Raum bekommen, als dass sie einen zentralen Aspekt in der Handlung ausmachen würden. Der Hauptfokus lag natürlich auf dem lauernden Konflikt in der Freundschaft zwischen Kate und Zoe. Auch hätte ich mir gewünscht, dass Kate mehr Raum in der Handlung bekommt und man eventuell auch mehr über sie erfahren hätte. Da Noah anscheinend nicht ihr erster Freund ist und sie für mich ähnlich wie Noah so gewirkt hat, als wäre die Beziehung für sie nicht sehr tiefgreifend, habe ich den Eindruck, dass Zoe sich evtl. zu viele Sorgen bezüglich der Freundschaft gemacht hat.

Die Handlung war für mich eine kontinuierliche Steigerung. Es hat einfach angefangen, hat sich dann immer mehr verstrickt, wobei die Hauptspannung und Emotionen für mich im letzten Viertel stattfanden.
Der Schreibstil bzw. Erzählstil war flüssig, leicht und angenehm zu lesen. An einigen Stellen hat die Autorin Details eingebracht, wie zum Beispiel die besondere Tasse von Zoe, die der Handlung Persönlichkeit geben. Hauptsächlich ist die Handlung aus Sicht von Zoe erzählt, und nur einzelne Kapitel sind aus Noahs Sicht erzählt. Diese Kapitel sind allerdings genau an den Stellen, an denen man am liebsten in ihn hinein schauen möchte und sind somit wirklich gut getimet.
Der Titel ist absolut perfekt gewählt, erfasst im Endeeffekt die Handlung in fünf Worten zusammen, was man allerdings erst nach dem Lesen wirklich verstehen kann.

Fazit
Das Buch hat mir gut gefallen und hat sich angenehm lesen lassen - ein Wohlfühlbuch. Aus meiner Sicht hat das Buch ein paar Schwächen, wodurch es mich nicht komplett fesseln konnte. Mir hat insgesamt der Tiefgang und Überraschung in der Handlung gefehlt. Es macht aber trotzdem durch Emotionen und Spannung vor allem am Ende Spaß zu lesen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Etwas zu einfach

Wie Träume fliegen lernen
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Inhalt:
Ich habe mir dieses Hörbuch mit der Erwartung gekauft, die Erzählung einer energievollen Frau aus ihrem Leben zu hören. Dabei hatte ich mir erhofft,dass diese Erfahrungen bei mir ankommen und ich ...

Inhalt:
Ich habe mir dieses Hörbuch mit der Erwartung gekauft, die Erzählung einer energievollen Frau aus ihrem Leben zu hören. Dabei hatte ich mir erhofft,dass diese Erfahrungen bei mir ankommen und ich mich damit identifizieren kann.
Judith Williams ist eine sehr sympathische und humorvolle Frau. In ihrem Hörbuch erzählt sie von ihrer Kindheit an aus ihrem Leben. Bis hin zu der erfolgreichen Frau, die sie heute ist. Dabei flechtet sie regelmäßig Regeln ein, anhand deren Tipps für Erfolg vermittelt werden sollen.
Die Autorin hat in ihrem Leben vieles gesehen und erlebt, dabei war sicher nicht alles einfach. In ihrem Buch beschreibt sie auch von Stolpersteinen und Fehlentscheidungen, sowie Gewissensbissen. Das Leben als Geschäftsfrau und Familienmutter unter einen Hut zu bringen ist auch bei ihr nicht selbstverständlich.

Meinung:
Auf jeden Fall ist ihr Respekt entgegenzubringen für die Vielzahl an Leistung, die sie erbracht hat und immer noch unter einen Hut bekommt. Für mich allerdings war die Erzählung aus ihrem Leben sehr positiv, fast zu positiv dargestellt. Jeder negative Erfahrung scheint im Endeeffekt doch sehr kurz und einfach gelöst zu sein. Auch der Faktor „Erfolg“ scheint laut diesen Regeln sehr einfach erreichen zu sein. Höchstwahrscheinlich war nicht alles so einfach, aber das hätte für mich auch deutlicher hervorgehoben werden können, um der Leserin diese Hürden und Problematik näher zu bringen. So hatte ich beim Lesen immer ein lockeres und freudiges Gefühl, was allerdings kaum der Realität entspricht - mit vielen Situationen, die Judith Williams erlebt hat, hätte ich mehr zu kämpfen gehabt und hätte gerne mehr ihre (auch negativen) Gefühle gehört.
Das Hörbuch zu ihrem Buch vertont Judith Williams selbst, wodurch ihre Energie und Lebensfreude aber auch ihre Einstellung zum Leben super herüber gebracht wird. Sie spricht verspielt und teilweise etwas übertrieben, was aus meiner Sicht allerdings sie als Menschen widerspiegelt und dadurch sehr gut passt.

Fazit:
Im Endeeffekt konnte ich mich sehr wenig mit Judith Williams identifizieren, sodass ich für mich nicht richtig in dieses Hörbuch rein gefunden hatte. Natürlich waren viele Punkte sehr interessant, wie zum Beispiel ihre Teilnahme an „Lets Dance“ und ihre Aufgabe bei „Die Höhle der Löwen“, allerdings hatte ich andere Erwartungen, wie ich zu Beginn schon geschrieben hatte. So war das Buch für mich eine schöne Erzählung ihres Lebens.
Eine Grund Aussage war jetzt auch klar: Frauen sollen den Mut haben etwas Neues auszuprobieren!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Zweifle nicht - lese!

Never Doubt
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Geschichte:
Isaac, der in seinem Leben in einer Schublade festzustecken scheint und Willow, das reiche, hübsche Mädchen, deren Leben sich eine Partynacht abrupt geändert hat. Für Willow ist der Umzug nach ...

Geschichte:
Isaac, der in seinem Leben in einer Schublade festzustecken scheint und Willow, das reiche, hübsche Mädchen, deren Leben sich eine Partynacht abrupt geändert hat. Für Willow ist der Umzug nach Harmony eine willkommene Änderung. Indem sie etwas ganz Neues probiert, in einem Theater mitzuspielen, versucht sie das Geschehene zu verarbeiten. Auch Isaac sucht im Theater ein Ventil zu seinem düsteren Leben. Als die beiden die Hauptrollen des Stücks „Hamlet“ übernehmen kommen sie sich näher und öffnen sich einander, obwohl sie in das Leben des jeweils anderen überhaupt nicht zu passen scheinen.

Meinung:
Zu Beginn kamen mir die Charakter sehr einfach vor - der Bad Boy und das reiche Mädchen. Doch je weiter die Geschichte ging, desto mehr konnten mich die beiden Protagonisten mit Details fesseln und überzeugen. Teilweise kamen mir Handlungen allerdings sehr einfach bzw. schnell vor, was mich jedoch nicht davon abhielt die Seiten zu verschlingen. Der Aufbau ihrer Emotionen ging schnell, aber hat auch verdeutlicht, dass sie sich gegen die Zuneigung nicht wehren können. Trotz dem Versuch sich nicht auf den Anderen einzulassen, kamen sie sich immer näher und haben sich gegenseitig geholfen (auf mehreren Ebenen).
Isaac ist ein sehr starker Charakter, der authentisch und ehrlich ist. Über die Abschnitte hinweg wird er für den Leser immer offener und lässt zunehmend hinter die Fassade des „Bad Boys“ blicken.
Willow ist ebenfalls ein gut durchdachter Charakter, deren Erlebnisse sich in ihren Handlungen widerspiegeln. Auch sie entwickelt sich zunehmend, was allerdings eher vorhersehbar war. Sie möchte das tragische Ereignis aus ihrer Vergangenheit einfach ignorieren und überspielen, was Isaac und Angie allerdings nicht zulassen.
Neben den beiden Hauptcharakteren gibt es wichtige Nebencharaktere - Marty gibt (wie auch im Theater) häufig den Schubs in eine Richtung, während Angie Willow im Hintergrund Stabilität gibt.
Das Buch verknüpft mehrere Handlungen miteinander - zu Beginn erzählt Willow von einer Erinnerung mit ihrer Großmutter, die sie durch das Buch begleitet. Gleichzeitig findet die Geschichte von Isaac und Willow parallel zu dem Theater „Hamlet“ statt und findet sich regelmäßig darin wieder. Diese Interaktion dieser verschiedenen Geschichten war wirklich fantastisch und hat mich begeistert! Natürlich erzählt „Never Doubt“ keine vollkommen neue Geschichte, konnte mich allerdings durch Feinheiten überzeugen und fesseln. Auch der Titel des Buchs hat eine zentrale und so wichtige Bedeutung für die Geschichte - alles ist so tief durchdacht und rund.
Wie ich es von der Autorin gewohnt bin, bringt sie die Emotionen sehr intensiv rüber. Kaum, dass man sich versieht ist der Leser in die Handlung und die Emotionen eingetaucht. Der Schreibstil ist wieder lyrisch angehaucht und damit emotional, aber trotzdem angenehm und flüssig zu lesen. Dabei legt Emma Scott viel Wert auf Details, was die Handlung einfach rund macht. Auch in der Struktur des Buchs finden sich die Parallelen zum Theater wieder - es ist in drei Akte unterteilt, die beim Lesen inhaltlich auch spürbar sind.
Lediglich der Schluss hat mich leicht enttäuscht. Der Spannungsbogen in der Handlung konnte mich richtig fesseln, sodass ich beim Höhepunkt die Emotionen der Protagonisten zu 100% mitempfinden konnte. Dann kam ein Zeitsprung und das Finale, das für mich zu einfach, gradlinig und vorhersehbar für die vorherige Geschichte war.

Fazit:
„Never doubt“ bekommt von mir eine klare Leseempfehlung und ist sicher eins meiner Jahreshighlights. Ein emotionales, mitreisendes Buch mit super durchdachten Charakteren und einer ganz kleinen Schwäche, was dem ganzen Buch nicht schaden kann. Ich kann den Hype total nachvollziehen - und bin dabei!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Tschüss Polar

BePolarTrilogie / BeOne
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„BeOne“ bildet das Ende der Trilogie rund um die Protagonistin Roya in Polar. Nachdem in den ersten beiden Büchern viele Fragen aufgetan wurden, geht der Leser mit der Erwartung von Enthüllung an das letzte ...

„BeOne“ bildet das Ende der Trilogie rund um die Protagonistin Roya in Polar. Nachdem in den ersten beiden Büchern viele Fragen aufgetan wurden, geht der Leser mit der Erwartung von Enthüllung an das letzte Buch und taucht sofort wieder in die Machtspiele und Verstrickungen in Polar ein.

Die Eleven-Auswahl geht weiter und scheint in einer eigenen Welt stattzufinden. Während die Nachwuchspolitiker weitergehend abgeschottet von der realen Welt ihre Zukunft bestimmen sollen, bekommt die Bevölkerung nur zu sehen, was sie sehen sollen. Die Familien der Eleven werden bedroht und die jungen Kandidaten müssen um das Leben ihrer Liebsten und ihr eigenes fürchten. Währenddessen kommen weitere Interessengruppen ins Spiel und tragen durch die unterschiedlichen Kenntnisstände der Charaktere weiter zur Verwirrung bei. Je mehr Informationen die Protagonistin Roya aufdeckt, desto schwieriger wird es die richtige Spur zu verfolgen und zu entscheiden, auf wessen Seite sie stehen soll. Neben den politischen Machenschaften ist auch die Dreiecksgeschichte zwischen Roya, Tristan und Tam weiterhin ein wesentlicher Handlungsstrang.

In dieser Trilogie gibt es zahlreiche Charaktere, die ausgefeilt sind. Durch feine Charakterzüge und einzelne Aspekte aus den Vergangenheiten wirken sie realistisch und geben der Handlung mehr Tiefe. Ich hatte es in der Leserunde bereits geschrieben: Ich würde mir zu einigen Charakteren eine eigene Geschichte wünschen, um mehr über sie zu erfahren. Die Autorin spielt gekonnt mit den verschiedenen Perspektiven der Charatere, um dem Leser die verschiedenen Sichtweisen sehr nahe zu bringen.
Außerdem finden sich in der Handlung Parallelen zu unserer Gesellschaft, die dezent aber gezielt kritisiert werden, ohne die Geschichte selbst in eine falsche Richtung zu lenken.

Im Laufe der drei Bücher tat ich mich teilweise schwer den Überblick zu behalten und die verschiedenen Handlungsstränge mit zu verfolgen. Da ich zwischen dem zweiten und dem dritten Buch eine Weile Pause von Polar hatte, fiel mir das sicherlich noch schwerer, als jenen die die Trilogie durchweg lasen.
Man sollte die Reihe also zeitnah nacheinander lesen, um so alle Informationen noch präsent zu haben und Verknüpfung zu können. Auch da man erst alle Zusammenhänge versteht wenn man alle drei Bücher gelesen hat und somit eine umfängliche Bewertung erst möglich ist wenn die Reihe beendet wurde.
An ein paar wenigen Stellen empfand ich die Handlung als unlogisch, wie z.B. Szenen in denen schnell zu vertraut wurde, obwohl so viele falsche Spiele bereits bekannt sind.
Das Buch ist ein gelungenes Ende der Trilogie, das bis zum Ende spannend bleibt und dann in einem für mich unvorhersehbaren Finale gipfelt. Es wird zum Schluss nochmal sehr emotional - vllt sogar etwas zu sehr, sodass es für mich wieder etwas unrealistisch wirkte. Insgesamt überwiegt die Spannung, das mitfiebern und interessante Charaktere. Also: Lesen lohnt sich!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2020

Verwirrend und schnelllebig, aber spannend

BePolarTrilogie / BeTwin
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„BeTwin“ ist der zweite Teil der „BePolar“-Trilogie von Martha Kindermann. Den ersten Teil habe ich als Hörbuch gehört und „BeTwin“ nun als E-Book gelesen.
„BePolar“ endete mit einem fiesen Cliffhanger, ...

„BeTwin“ ist der zweite Teil der „BePolar“-Trilogie von Martha Kindermann. Den ersten Teil habe ich als Hörbuch gehört und „BeTwin“ nun als E-Book gelesen.
„BePolar“ endete mit einem fiesen Cliffhanger, nachdem ich zwischen Tam und Tristan stand und das Vertauschspiel mich endgültig verwirrt hatte. Genau dort setzt der zweite Teil auf.

Nachdem im ersten Teil ein Teil der Eleven als Schläfer auf die bevorstehende Initiation vorbereitet wurden, um möglichst viele der Regierungsplätze zu belegen und so eine Revolution einzuleiten, startet nun die tatsächliche Auswahl. Tristan ist zu Beginn weiterhin verschwunden, während Roya ihre Rolle als Elevin einnimmt. Als Tristan wieder auftaucht liegt er zuerst noch im Koma und muss verarbeiten, dass er gefoltert wurde.

Nachdem die Eleven in den Regierungspalast gezogen sind wird es richtig spannend. Keiner weiß was auf sie zukommt und dann wird auch noch die ehemalige Teilnehmerin, die das Gedächtnis verloren hat getötet. Man kann keinem mehr trauen weder in der Organisation „BePolar“ noch in der Regierung und immer wieder im Verlauf der Geschichte musste ich mich fragen, wer welche Motive hat und wer die gute Seite ist. Verwirrung garantiert! Zudem tauchen noch mehr Parteien auf, bei denen nicht immer klar ist, auf welcher Seite sie nun stehen. Das ist allerdings auch bei den bereits bekannten immer weniger klar.

Der Wiedereinstieg in die Welt von Polar war erst schwierig. Der erste Teil ist schon etwas her gewesen und die Verstrickungen und Fragen, die dort aufgeworfen wurden nicht mehr ganz präsent. Trotzdem war die Handlung von Beginn an wieder total spannend. Noch mehr Fragen werden aufgeworfen und die Handlung springt sehr schnell, so dass zunehmend unklarer wird wer genau welche Ziele verfolgt. Teilweise hat der Leser einen Wissensvorsprung vor Roja, weil Tristan in seinen Kapiteln andere/ mehr Informationen bekommt.

Roya ist eine starke, freche und taffe Protagonistin in deren Gedanken der Leser viel Einblick bekommt. Ab und zu ist sie auch etwas ironisch, was meinen Geschmack sehr gut getroffen hat. Allerdings habe ich mich an manchen Stellen gefragt, ob Roya die Revolution stark genug hinterfragt, vor allem da sie zwischenzeitlich auch einige Erfahrungen gemacht hat, dass sie Personen nicht vertrauen konnte, bei denen sie dachte sie sind vertrauenswürdig. So kam sie mir teilweise etwas naiv oder sogar kindlich vor. Sie vertraut der Organisation und auch Raphael sehr schnell ohne die tatsächlichen Hintergründe zu kennen beziehungsweise waren es mir zu wenig Anhaltspunkte, um eine Regierung unterwandern zu wollen. Immer wieder schwankt sie zwischen den Zwillingen Tam und Tristan, obwohl sie Tam zu Beginn abweist. Je mehr sie allerdings von Tristan isoliert wird, kommen ihre Gefühle für Tam wieder hoch. Dieses Gefühlschaos konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.
Die Kapitel aus Tristans Sicht werden immer wieder eingeschoben. Seine Erzählweise ist sehr humorvoll und ein super innerer Monolog. Seine Gefühle zur Roja werden immer sehr deutlich dargestellt und häufig antwortet er in Gedanken auf Gespräche die in der Realität stattfinden. Er hat mich oft zum schmunzeln gebracht. Seine Sicht der Dinge ermöglicht dem Laser mehr zu wissen als nur Rojas Sicht.

Die Autoren jongliert mit vielen Charakteren und Namen. Da wie gesagt der erste Teil bei mir schon etwas her war, hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten die Namen wieder zuzuordnen und dann kamen auch noch neue Personen dazu. Die Kapitel sind unterteilt in die Handlung aus Roja Sicht, Phasen in der Akademie und Kapiteln aus Tristans Sicht. Häufig werden die Sätze am Ende der Kapitel nicht beendet und somit der Eindruck verstärkt, in den Gedanken des Erzählers zu stecken. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, wenn auch eher jugendlich und an manchen Stellen aus meiner Sicht etwas zu locker für den Inhalt der Handlung (bspw. bei den Bombenanschlägen).

Der zweite Teil der Reihe klärt ein paar Fragen aus dem ersten Buch auf, wirft allerdings mindestens genauso viele wieder auf. Die Handlung wird noch verstrickter und lässt den Leser noch tiefer in die Welt von Polar eintauchen. Diese vielen Handlungsstränge garantieren viel Spannung und lassen die Seiten schnell verfliegen - ich konnte mit Roya und Tristan mitfiebern. Teilweise hätte ich lieber ein paar Seiten mehr gehabt, um so die Informationen mehr setzen zu lassen. An manchen Stellen waren mir die Verwirrung doch zu viel und ich hatte das Gefühl nicht mehr alles erfassen zu können.

Es fällt mir schwer das Buch getrennt zu bewerten, da es ohne Bd. 1 und 3 keinen Sinn ergibt. Für mich ist „BeTwin“ etwas stärker als der erste Teil, da es nun tiefer in die Intrigen und damit auch die Spannung einsteigt. Allerdings hängt es für mich stark davon ab, wie viel nachher in Bd. 3 noch geklärt und entwirrt werden kann. Trotzdem ist die Reihe für mich weiterhin eine klare Leseempfehlung und macht wirklich viel Spaß.

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