Jahresflop
Crown of War and ShadowSorrel ist eine Außenseiterin in ihrem eigenen Dorf. Die Waise versucht sich vor allem durch das Bedienen von Gästen in einem Gasthaus und das gelegentliche Heilen einiger Dorfbewohner durchzuschlagen, ...
Sorrel ist eine Außenseiterin in ihrem eigenen Dorf. Die Waise versucht sich vor allem durch das Bedienen von Gästen in einem Gasthaus und das gelegentliche Heilen einiger Dorfbewohner durchzuschlagen, was auch gut funktioniert, jedenfalls bis ein attraktiver Söldner die Taverne betritt, nachdem Sorell etwas getan hat, bei dem sie lieber nicht gesehen werden sollte.
Um erst einmal mit dem positiven zu starten, muss ich hier auf jeden Fall die Gestaltung der Prägung und des Covers hervorheben. Beides finde ich sehr schön und passend zur Geschichte gestaltet.
Da hört es bei mir an positiven Aspekten aber auch beinahe auf. Die Beziehung zwischen Merc, dem Söldner, und Sorell wurde für mich leider während des ganzen Buches nicht greifbar. Mit Merc bin ich überhaupt nicht warm geworden, seine Anziehung zu Sorell bestand für mich von Beginn an leider nur aus körperlicher Anziehung und ein nie erklärten Drang sie zu schützen. Im großen Ganzen macht Merc eine sehr negative Charakterentwicklung durch, er beginnt als etwas ungehobelter Mann, wobei sich meine Apathie in dem Satz, "ein Mann hat Bedürfnisse" gipfelt. Auch die Annahme, Sorell sei eine Prostituierte und die damit verbundene Misskommunikation macht es für mich schwer bei ihnen mitzufühlen. Auch mit Sorell hatte ich leider auch meine Probleme. Ich fand sie sehr wankelmütig und ich fand sie als Charakter eher schwach und klischeehaft ausgebildet. Grundsätzlich war die Anziehung für mich nicht nachvollziehbar und es hätten einige klärende Gespräche geführt werden müssen.
Das Einzige was ich an dieser Stelle loben kann sind ganz klar die Nebencharaktere, von denen mir auch einige ans Herz gewachsen sind.
Auch der Fantasyplot war für mich etwas schwer verständlich. Man wird regelrecht in diese Welt geworfen, wobei ein Glossar sehr hilfreich gewesen wäre. Der gesamte Plot fühlte sich für mich eher wirr an, Sorells Probleme wurden, sobald es brenzlig wurde, so gut wie sofort gelöst, was der Sache für mich leider sehr viel Spannung geraupt hat. Auch was Zusammenhänge, Vorgeschichten oder ein Magiesystem angeht fand ich die Arbeit hier äußerst mangelhaft. Es fehlte jede Orientierung und man fiel leider von einem Plothole ins Nächste.
Auch beim Ende wird es für mich nicht besser, in den letzten Seiten wird alles hastig verknüpft, ohne Gefühle oder Spannung zu erzeugen und wirkt sehr unglaubwürdig.
Der Schreibstil und die Übersetzung haben für mich leider nur noch eins draufgesetzt, die Sätze waren lang, verschachtelt und teilweise leider völlig aus dem Zusammenhang gerissen, was das Leseerlebnis bei mir beträchtlich geschmälert hat. Auch die Metaphern und verwendeten Zeitformen passten leider überhaupt nicht ins Bild, so wird zum Beispiel damals verwendet, wenn es um gestern geht. Auch der Sprachstil der Charaktere ändert sich im Laufe des Buches stark.
Für mich leider absolut nicht empfehlenswert