Gregs Tagebuch geht mit „So ein Schlamassel“ in die 19. Runde und bringt wie immer zum Lachen und Schmunzeln. Wie alle Bände kann man ihn ohne Vorwissen der anderen lesen. Aber natürlich hat man mehr Spaß ...
Gregs Tagebuch geht mit „So ein Schlamassel“ in die 19. Runde und bringt wie immer zum Lachen und Schmunzeln. Wie alle Bände kann man ihn ohne Vorwissen der anderen lesen. Aber natürlich hat man mehr Spaß daran, wenn man sie kennt und nun hier bekannte Figuren wiedertrifft. In diesem Teil reist Gregs Familie mit der gesamten mütterlichen Verwandtschaft auf Wunsch der Oma gemeinsam in den Urlaub auf die Insel Knitterfels. Tanten, Cousins, Onkel und Hundeinfluencerin Diva – alle teilen sich einen Sommer lang ein kleines Haus und reißen sich für geplante Ausflüge mehr oder weniger zusammen. Und Greg? Der will eigentlich nur in aller Ruhe in einem schönen Restaurant essen.
Die Zeichnungen sind wie immer witzig und mit liebevollen Details versehen, Greg hat wunderbar unterhaltsame Gedanken und im Laufe der Handlung geht natürlich einiges drunter und drüber. Es ist einfach eine humorvolle, leichte Lektüre die jedes Mal viel zu schnell zu Ende ist.
Alles in allem besonders lesescheuen Personen zu empfehlen.
Silent Secret, der erste Band der Mondia-Dilogie von Alexandra Flint, entführt uns nach Paris. Dort gerät das Leben der 19-jährigen Remy aus den Fugen, als ein mysteriöses Kästchen in ihren Besitz gelangt. ...
Silent Secret, der erste Band der Mondia-Dilogie von Alexandra Flint, entführt uns nach Paris. Dort gerät das Leben der 19-jährigen Remy aus den Fugen, als ein mysteriöses Kästchen in ihren Besitz gelangt. Plötzlich ist sie Teil einer geheimen Welt, die mit ihren unbekannten leiblichen Eltern zusammenhängt und muss eine magische Gabe meistern, um die Weltenbibliothek zu retten. Ihr zur Seite steht Sim, einer der Beschützer der Bibliothek. Doch auch die Feinde der Bibliothek sind nicht untätig…
Die Grundidee des Romans ist spannend und hat Potenzial: eine geheime Bibliothek, durch deren Schädigung die gesamte Welt beeinträchtig wird. Mit Remy ist eine durchaus sympathische Protagonistin gegeben und Roman führt schnell in die Handlung ein. Die Chemie zwischen Remy und Sim stimmt, der erste Kuss zwischen den beiden ist wirklich schön geschrieben. Doch an vielen Stellen hackte es. So werden bei einer Schnitzeljagd, um benötigte Gegenstände aufzufinden, Informationen so vergeben, dass man als Leser nicht miträtseln kann bzw. die Rätsel unmittelbar gelöst werden. Auch entsteht eine gewisse Distanz zum Geschehen, da man an mehreren Stellen nicht miterlebt, sondern im Nachhinein durch Dialoge o.ä. über das zuvor passierte informiert wird. Mir persönlich erschließt sich nicht, wieso Natur- und Kulturkatastrophen durch die Bibliothek ausgelöst werden. M.E. wäre es sinnvoller und würde besser zum Thema der Bibliothek als Hort des menschlichen Wissens passen, wenn die Katastrophen allesamt mit menschlichen Errungenschaften/Geräten/etc. zu tun hätten. Gebäude könnten weiterhin einstürzen, aber eben ohne Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Während des Lesens habe ich darauf gewartet, mehr über die Antagonisten zu erfahren. Doch ihre Beweggründe und Möglichkeiten bleiben sehr vage, wodurch sie für mich nicht sonderlich bedrohlich wirkten. Die Stärke des Romans ist eindeutig die Beziehung der Charaktere untereinander, die Handlung verblasst daneben zu einer netten, aber etwas altbekannten Kulisse. Das Potenzial der Grundidee wird nicht genügend ausgeschöpft.
Die französischen Begriffe, die sich durch den gesamten Roman ziehen, sind wohl Geschmackssache. Ich habe mich nach einer Weile daran gewöhnt.
Alles in allem konnte mich der Dilogie-Auftakt nicht überzeugen. Aber Lesern, denen Figurenkonstellationen wichtiger sind als die Handlung würde es wohl anders gehen.
Wir befinden uns im Zeitalter der Aufklärung, doch die Schrecken des vergangenen Krieges sind fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Der Ruf einer Person entscheidet über Gedeih und Verderben der ...
Wir befinden uns im Zeitalter der Aufklärung, doch die Schrecken des vergangenen Krieges sind fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Der Ruf einer Person entscheidet über Gedeih und Verderben der gesamten Familie. Die junge Anna wird beschuldigt, ihr neugeborenes Kind getötet zu haben. Sie selbst schwört, es sei zum Zeitpunkt der Geburt bereits tot gewesen. Persönliche Rivalitäten des Vaters der Beschuldigten, ein neuartiges medizinisches Verfahren und der ehrgeizige junge Verteidigungsanwalt, dessen Neuerungsgedanken nicht jedem behagen, wirken auf den Fall ein und machen aus diesem mehr als einen der vielen vergessenen Kindsmordprozesse jener Zeit.
Es handelt sich bei dem Roman um keinen historischen Krimi. Vielmehr ist es eine Rekonstruktion des Prozesses und der daran beteiligten Personen. Der Autor nimmt dabei eine ambivalente Stellung ein, einerseits weiß er mehr über den Fortgang und die Ereignisse der kommenden Jahre als die Figuren, andererseits gibt er die Grenzen seines Wissens offen zu. Denn viele der Details sind uns heute nicht mehr zugänglich, da sie schlichtweg von den Beteiligten nicht überliefert wurden. Der Autor vermengt deshalb Fakt und Fiktion und steht offen dazu. Spannend und intensiv wird das jahrelange Ringen um das Schicksal der vermuteten Kindsmörderin geschildert. U.a. sprachliche Konstrukte des 17. Jahrhunderts und der Wechsel zwischen langen und kurzen Kapiteln schaffen einen stets fesselnden Lesefluss und tragen zur Vermittlung der beklemmenden Atmosphäre bei. Man bekommt ein gutes Gespür für den historischen Bewegungsraum der Figuren. Die Dialoge und Marotten der Charaktere sprühen demgegenüber vor Leben.
Am Ende des Buches ist ein QR-Code bzw. ein Link, der zu einer Datei führt in der die verwendete Sekundärliteratur, ein Namensverzeichnis historischer Personen und Abbildungen zu finden sind. Angesichts der Länge des Buches ist verständlich, weshalb der Verlag dies nicht mit in den Roman aufgenommen hat und ich finde es wirklich klasse, dass ich und andere Interessierte so einen Blick auf die Quellen werfen können. Außerdem wird meiner Meinung nach zum Verständnis des Romans ohnehin kein Namensverzeichnis benötigt, da die Anzahl der relevanten Personen doch relativ gering ist. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, im Nachwort auf die Fehlerrate der Lungenschwimmprobe genauer einzugehen.
Alles in allem ein einzigartiger Roman, vorbildlich recherchiert und mit Fingerspitzengefühl und Herzblut geschrieben. Sehr zu empfehlen.
Ich wollte das Buch mögen. Das letzte Einhorn ist ein fester Bestandteil meiner Kindheit, die Drachen auf dem Cover sprachen mich durch ihr leicht skurriles Aussehen an und der Klappentext schien mir ein ...
Ich wollte das Buch mögen. Das letzte Einhorn ist ein fester Bestandteil meiner Kindheit, die Drachen auf dem Cover sprachen mich durch ihr leicht skurriles Aussehen an und der Klappentext schien mir ein humorvolles Märchen zu versprechen. Und tatsächlich sind Ansätze von all dem vorhanden, aber irgendwie stellte sich bei mir nach einer Weile Langeweile ein. Der Schreibstil ist sparsam mit Beschreibungen, grade die so wichtigen Drachen sind leider oftmals gar nicht oder nur unter Verweis auf die Schuppenfarbe beschrieben. Was nützt es dem Leser, wenn Robert, der Drachenkammerjäger, die Arten und Spezies benennt, deren Unterschiede und Merkmale allerdings völlig unklar bleiben. Die Erzählperspektive nutzt headhopping, wovon ich zwar kein Fan bin, doch es stört auch nicht sonderlich. Bezüglich der romantischen Handlungen kommen zwei love triangles vor, deren Charakterschema und Auflösung ebenfalls gedoppelt ist. Gut, man könnte es als gespiegeltes Erzählen sehen, aber für mich war es langweilig und unnötig, mehr noch weil zwei der Subplot von zwei beteiligten Nebenfiguren überflüssig war und der einzig relevante Moment offscreen vorfand und nur knapp von einem der Hauptcharakter zusammengefasst wird. Insgesamt sind die Charaktere durchschnittlich gut ausgearbeitet, das passt meiner Meinung nach gut zu einem Roman mit märchenhaften Zügen. Aber ein richtiges Mitfiebern und -fühlen gab es nicht.
Auf der positiven Seite: es gibt eine Vielzahl von sehr schönen, bildlichen Formulierungen bspw. S. 256: […] trotzdem traf es ihn, als stürzte der Nachthimmel ein, um ihn unter Scherben von Sternen und Mond zu begraben.
Alles in allem bin ich mir nicht sicher, ob ich zu kritisch bin und zu hohe Erwartungen hatte oder es tatsächlich am Buch lag. Es war okay.
Die Geschichte dieses alleinstehenden Romans beginnt mit Orsolas Kindheit im 15. Jahrhundert. Sie ist das jüngste Kind einer namenhaften Familie Muraneser Glasmacher. Doch der verfrühte Tod des Vaters ...
Die Geschichte dieses alleinstehenden Romans beginnt mit Orsolas Kindheit im 15. Jahrhundert. Sie ist das jüngste Kind einer namenhaften Familie Muraneser Glasmacher. Doch der verfrühte Tod des Vaters hebt ihre Welt aus den Angeln und plötzlich muss die traditionsreiche Glasschmiede auf neue Art arbeiten um zu überdauern. Obwohl der Familie Orsolas bedeutende Rolle zukommt, wird einzig aus ihrer Perspektive erzählt. Und gleich vorneweg: es handelt sich um einen Roman, in dem große Zeitsprünge vorkommen. Ich meine nicht Jahre, sondern Jahrzehnte. Das Besondere dabei? Die Figuren in Venedig und Murano altern in einem langsameren Tempo als die Welt um sie herum. So erlebt Orsola entscheidende Momente der Geschichte Venedigs mit, vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das Herzstück bildet natürlich das Glas: der Umgang der Menschen mit ihm, seine Formung und neue Verwendungen aber auch Kontinuität wird durch die Jahrhunderte hinweg verfolgt und beeinflusst Orsolas Leben. Sie und ihre Familie stehen somit für hunderte von historischen Glasmacherfamilien, die sich ihren Weg durch die Umbrüche der Zeit bahnten. Der Erzählstil schafft zusammen mit den Zeitsprüngen eine beinahe magische Atmosphäre. Der Roman ist großartig recherchiert, die handwerklichen Aspekte lebhaft und verständlich beschrieben. Ich kann nur raten, ein paar der erwähnten Glaswerke, bspw. die der Baroviers, zu googeln. Wirklich wunderschöne Stücke. Und Stichwort schön, ich wurde beim Lesen mehrfach auf das Buch angesprochen, der Farbschnitt fällt toll ins Auge. Mein einziger, minimaler Kritikpunkt ist die fehlende Charakterisierung mancher Familienmitglieder, die zwar weniger handlungsrelevant sind, aber Orsola nahestehen und deshalb im Sinne eines Mitempfindens eine bessere Präsenz haben sollten.
Alles in allem ein wundervoller historischer Roman mit einer einmaligen Erzählweise. Definitiv eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.